Wir modernisiere gerade ein Einfamilienhaus (Baujahr 1981) und planen aktuell den Einbau von Luft-Luft-Wärmepumpen bzw. Klimaanlagen, die zum Heizen und Kühlen genutzt werden sollen.
Rahmendaten zum Haus:
Wohnfläche: aktuell ca. 130 m² (EG + OG)
EG: ca. 65 m², offen gestaltet (Wohn-, Essbereich und Küche in einem Raum)
OG: ca. 65 m² mit 3 Schlafzimmern (2 Kinderzimmer + 1 Elternschlafzimmer, jeweils ca. 16 m²)
Was eventuell wichtig ist wir haben ein offenes Treppenhaus ( Altbau)
Dachboden: wird mit 200 mm Holzfaserplatten gedämmt
Neue 3-fach verglaste Fenster bereits eingebaut
PV-Anlage mit 12 kWp und Speicher (11,52 kWh) vorhanden
Aktuell: Fernwärme (relativ teuer)
Geplante Aufteilung / Systemidee:
Im EG ist eine Anlage mit ca. 5 kW Heiz-/Kühlleistung vorgesehen (offener Wohn-, Ess- und Küchenbereich).
Im OG plane ich eine Multisplit-Anlage mit 3 Innengeräten:
Langfristig möchte ich mir die Option offenhalten, später im Keller (ebenfalls ca. 65 m²) eine dritte Anlage zu installieren, da dort in Zukunft ebenfalls ein Wohnraum und ein Bad entstehen soll.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob diese Aufteilung sinnvoll ist – insbesondere, was das Takten betrifft. Ich habe gelesen, dass Anlagen, die zu groß dimensioniert sind oder selten auf Volllast laufen, häufig takten, was die Lebensdauer und Effizienz verschlechtern kann. Das möchte ich natürlich vermeiden.
Zur Markenwahl:
Ursprünglich hatte ich Hisense im Blick, habe mich aber wegen häufiger Berichte über Lautstärkeprobleme innen und Aussenalge dagegen entschieden.
Wichtig ist uns ein leiser Betrieb – innen wie außen.
Aktuell sind folgende Marken in der engeren Auswahl:
Mitsubishi Electric -Monosplit MITSUBISHI ELECTRIC MUZ-LN50VG2 + MSZ-LN50VG2V & Trialsplit MITSUBISHI ELECTRIC MXZ-3F54VF + Mitsubishi Electric Wandgerät Diamond WiFi 3x 1,8 kW - MSZ-LN18VG2W
oder Trialsplit 3x Perfera CTXM15A 1,5kW + DAIKIN 3MXM40A9 4KW
Hat jemand von euch Erfahrungen mit ähnlichen Projekten oder kann etwas zur sinnvollen Dimensionierung / Aufteilung sagen, um Takten zu vermeiden?
Auch Tipps zu den genannten Marken (Lautstärke, Effizienz, Bedienung) wären super hilfreich.
Ich habe mich schon viel durchgelesen aber habe damit keinerlei Erfahrung oder irgendwelche Vergleichswerte in dem Bereich gerade was die Demissionierung betrifft.
Richtig, besonders der besonders der bisherige Verbrauch und die gewünschte Zieltemperatur.
Als erstes solltest du mal an eine entsprechende Dämmung aller Aussenwände denken, diffusionsoffen .
Was das Takten betrifft, heutige Splitklimageräte haben da eher kein Problem, und bei der Heizung hilft da ein entsprechend dimensionierter Pufferspeicher.
Und was Klimaanlagen betrifft, ich persönlich habe beste Erfahrungen mit Panasonic gemacht, aber guck zuerst, ob es auch einen Kundendienst dafür gibt.
Hier soll die Splitklima das Haus heizen, also kein Pufferspeicher und kein hydraulisches System.
Das das Takten eine gewisse Problematik beim Heizen darstellt, ist ein zentrales Thema, worum sich hier im Forum ganz viele Diskussionen drehen von Leuten, die mit Split-Klima heizen.
Mir geht es gerade sehr ähnlich, ich wollte zuerst auch einfach “überall ein Innengerät rein” installieren - damit es sicher gut funktioniert.
Bedenke: Bis 3,5kW sind die Anlagen oft identisch und laufen tw. nur mit etwas anderer Software, damit zb. die 3,5kW noch etwas mehr Leistung erreicht als die 2,5kW.
Deshalb sind die Geräte über 3,5kW (also zb. die 5kW) dann i.d.R. deutlich lauter bzw. können nicht so leise laufen bei niedrigster Lüftergeschwindigkeit. Auch die Effizienz nimmt dann wieder ab, denn das Verhältnis von Wärmetauscher : Leistung ist entscheidend. Eine 5kW hat aber zb. nicht doppelt so große Wärmetauscher wie eine 2,5kW - was die Anlage im Vergleich dann etwas weniger effizient macht und die Leistung deshalb dann auch mit höheren Drehzahlen erreicht werden muss.
Auch hier gilt: Bzgl. Effizienz sind Multisplit nicht so gut, wie Single Split. Das liegt zum Einen wieder am Verhältnis Wärmetauscher (das Aussengerät ist ja nicht 3x so groß wie von einer Single) zum Anderen aber auch an der Nutzung später.
Ähnlich wie bei einer Zentralheizung, bei der immer das gesamte Rohrsystem “beheizt” wird - selbst wenn am Ende nur ein einzelner Heizkörper aufgedreht wäre, wird auch bei den Split Anlagen immer das ganze System betrieben. Also selbst wenn nur ein einzelnes Innengerät läuft, dann zirkuliert es im ganzen System. Das bedeutet aber auch, dass es entsprechende Verluste gibt. Ich nehme aber an, bei dir sind alle 3 Räume dann immer gleichzeitig in Nutzung und dann sollte das in der Praxis keine große Rolle spielen.
Preis / Leistung sind die Multisplit meiner Meinung nach überraschend schlecht, dann die kosten meistens nur marginal weniger als einzelne Ánlagen - tw. sogar mehr. Es macht also am Ende wirklich nur dann Sinn, wenn man sich zusätzliche Aussengeräte ersparen will / muss. Der Installationsaufwand ist nämlich nahezu identisch, tw. kann hier Single Split sogar besser sein (kürzere Leitungen) als Multi. Am Ende bekommt man zb. bei 3xSingle Split eben 2x AUSSEN + Innengerät, bei 3er Multi nur ein etwas größeres Aussengerät. Also bzgl. Ausfallsicherheit, Effizienz, Gegenwert fürs Geld ist Single immer besser. Auch beeinflussen sich Single Anlagen nicht, also zb. auch keine komischen Geräusche in deinem Raum mit abgeschalteter Anlage weil die gerade abtaut usw.
Am Ende solltest du dir im Vorfeld Gedanken machen, WO du die Innengeräte installieren möchtest und auch wo du welche Temperaturen haben möchtest. Und auch, dass diese Art von Heizgerät eben mit einem Lüfter funktionier der viel Luft umwälzt. Das bedeutet: Luftzug ist ein Thema! Also ganz anders als mit Fussbodenheizung / Heizkörpern etc. kann es hier schnell “zugig” werden, weil sich die Luft ja ständig in Bewegung befindet. Das kann stören, oder auch nicht. Man darf es aber nicht direkt damit vergleichen vor einem Heizlüfter zu sitzen, denn es wird ja nicht nur die warme Luft bewegt - sondern auch die Luft die dann zurückströmt um gewärmt zu werden. Ich stelle mir das also mit einer einzelnen 5kW Anlage im EG gar nicht so einfach vor.
Es hängt dann denke ich auch viel davon ab, wie warm es wo sein soll / darf. Wenn die Anlage zb. im Flur steht und dort so viel Wärme erzeugt, dass es im WZ dann entsprechend warm ist/bleibt weil es die Wärme dort rein drückt, dann kann das schon funktionieren. Da können dann aber selbst die 5kW zu klein werden, je nach Dämmung usw.
Ich würde da ggfs. auch über 2 einzelne zb. 3,5kW nachdenken statt einer 5kW, dass kann in der Praxis viele Vorteile haben. (Kann ggfs. leiser laufen, weiter runter modulieren, Wärme gezielt dort einbringen wo nötig etc.) Und wenn es eine Anlage schafft, kann die 2. aus bleiben.
Ich denke schlecht sind die Anlagen heute alle nicht mehr, man sollte sich dann vorher informieren was man genau will. Für Daikin zb. spricht, dass man sie mit der Bedarfssteuerung sehr genau anpassen kann an den eigenen Bedarf - was bei anderen tw. eher schwierig oder gar unmöglich ist.
Panasonic hat zb. mit den VZ Geräten “Heat Charge” - eine Funktion wo trotz abtauen weitergeheizt wird. Hat sonst wohl keiner, leider sind die “out of the box” bzgl. Regelung wohl nicht ideal, viele bauen zb. die Sensoren um.
Am Ende solltest du dann die Wahl des Hersteller auch mit dem abstimmen der installiert, oft gibt es “Vorurteile” bei denen die installieren gegenüber bestimmten Marken bzw. kennen sie sich damit nicht so gut aus - was das Endergebnis durchaus beeinflussen kann.
Bei mir läuft eine 5kW Mitsubishi im Altbau auf 55m² in Hufeisenform. Würde ich so nicht mehr verbauen.
Entweder als 2er Multisplit, um die Innengeräte niedriger laufen lassen zu können, oder wie oben beschrieben.
Wenn die einzelne Anlage abtaut, wird es bei mir im Winter sofort ungemütlich und der Vorgang dauert auch mal 7 Minuten. Danach muss der Temperaturverlust mit Vollgas aufgeholt werden und läuft dann in den nächsten Abtauvorgang rein, der sich durchaus alle 30 Minuten wiederholen kann, bei Mistwetter.
Achja, Innengeräte sind bei 3,5 und 5kW identisch, laufen aber bei der größeren gefühlt doppelt so schnell und dann auch doppelt so laut.
Erst einmal vielen Dank für all die Rückmeldungen!
Wir haben vor etwa drei Monaten das Haus gekauft und sind derzeit dabei, es zu modernisieren, zu renovieren und umzubauen. Daher kennen wir unseren eigenen Verbrauch momentan noch nicht – wir wissen nur, was der Vorbesitzer angegeben hat. Das Haus wird mit Fernwärme versorgt, aber wie zuverlässig diese Angaben sind, kann ich schwer einschätzen. Laut Erzählungen hat der Vorbesitzer alle Räume dauerhaft beheizt; sein Jahresverbrauch lag bei etwa 33.200 kWh.
Eine Dämmung der Außenfassade kommt für uns in den nächsten 15 Jahren nicht infrage. Wir haben jedoch bereits alle Fenster gegen dreifach verglaste Modelle ausgetauscht und den Dachboden gedämmt. Im Erdgeschoss haben wir außerdem die Küchenwand entfernt, sodass der gesamte untere Bereich nun offen gestaltet ist. Das Treppenhaus lässt sich nicht schließen, nur verkleiden. Die Außenwände bestehen aus Hochlochziegeln.
Im Sommer möchten wir gerne eine Raumtemperatur von etwa 22 °C, im Winter rund 20 °C erreichen.
Nun habe ich noch weitere Frage:
Habe ich das richtig verstanden, dass im Erdgeschoss besser zwei Innengeräte sinnvoll wären, also eine Multi-Split-Anlage?
Ich möchte aktuell zwei bis maximal drei Außeneinheiten installieren.
Was ich noch nicht ganz verstehe, ist die Aufteilung zwischen Außen- und Inneneinheiten.
Es gibt viele Multi-Split-Systeme mit zum Beispiel einer Außeneinheit mit 4 kW und zwei Inneneinheiten, etwa eine mit 3,5 kW und eine mit 2 kW.
Wie passt das zusammen? Ich dachte bisher, dass die Leistung der Inneneinheiten zur Außeneinheit passen muss – also zum Beispiel 4 kW außen = 2 × 2 kW innen.
Vielleicht kann mir das jemand erklären. Vielen Dank!
Das ist sehr viel, spricht also für recht viel Wärmeverlust über die Außenwände.
In so einem Fall vergiss die Idee, mit einem großen IG 65 m² zu beheizen, das geht nicht. Es geht hier vor allem um die Wärmeverteilung, die du so nicht hinbekommst.
Für die 65m² wirst du selbst mit 2 IGs schon am Limit sein, wo man nicht weiß, ob das gehen wird. Man kanns probieren, sollte aber schon einplanen, evtl. nochmal nachzurüsten.
Im EG würde ich überlegen, eine Nepura 4kW mit einzuplanen. Die ist sehr effizient und leistungsfähig und kann auch in der Übergangszeit vielleicht alles beheizen. Wenn es kälter wird, wirft man eine zweite Anlage an. Das hat auch den Vorteil, dass die asynchron abtauen, womit fast immer eine Anlage läuft, wo die andere gerade abtaut.
Die Leistung der IGs ist kaum relevant. Wärme wird im AG gemacht und IGs zwischen 2kW - 3,5kW sind oft baugleich, sind nur leicht von den Lüfterdrehzahlen anders abgestimmt.
Außerdem musst du auch das Nutzungsszenario sehen: Es laufen ja nicht immer beide Geräte gleichzeitig, so dass es so schon Sinn machen kann, ein Großteil der Leistung des AG an ein IG zu schicken.
Im Detail muss man schauen: Wenn ein IG wirklich von den Abmessungen größer ist, könnte es auch bei weniger Leistung effizienter sein. Allerdings hat die Leistung bei Multisplit auch Einfluss auf die ganze Anlagenregelung. So kann es z.B. sein, dass es gut wäre für die Effizienz, ein größeres IG zu nehmen, aber von der Anlagenregelung wäre es ungünstig, weshalb man das wieder lassen muss.
Moin,
das ist ein Endreihenhaus, und der Jahresverbrauch für die Bausubstanz mit 3-fach-Fenstern ist unglaubwürdig. Bevor ihr jetzt super viele Innengeräte einplant, stellt bitte einmal eine größere oder mehrere Infrarotheizungen auf und schaut, wie sie die Temperatur hält. Alternativ nehmt einen Heizlüfter mit großem Gebläse (nicht so ein kleines Teil) – hier könntet ihr sogar etwas die Wärmeverteilung für mögliche Standorte testen.
Prüfaufbau:
Mehrere Thermometer im Haus verteilen (vorher prüfen, ob sie die gleichen Werte anzeigen oder wie sie abweichen)
Außentemperatur notieren
Heizlüfter / Infrarotheizungen aufstellen (idealerweise dort, wo später Innengeräte hängen sollen, aber für den Test egal)
Werte über ein paar Nächte notieren
Ich erwarte in einem kleineren Reihenhaus aus ’81, bei dem eine Außenwand „beheizt“ ist und sich der Dachboden günstig dämmen lässt, eine einstellige Heizlast.
Hmm … Sorry, Leute, aber ich möchte in so einem Haus nicht leben.
Das mit der Kühlung mit Innengeräten einer Splitanlage ist okay (was den Wirkungsgrad betrifft, heutige Multisplitanlagen sind durchwegs mit elektronischen Expansionsventilen usw. ausgestattet),
Ganz anders sieht das mit der Heizung aus. Ich persönlich habe eben eine Panasonic-Multisplit-Klimaanlage, auch eine Panasonic LW-Wärmepumpe. Beide sind wirklich extrem leise. (Und ja, ich habe Vergleichserfahrungen). Trotzdem möchte ich das Surren der Innengeräte im Winter nicht hören. Also für die Heizung entweder eine FBH oder, wenn das Gebäude entsprechend isoliert ist, eine Niedertemperaturheizung mit Radiatoren. Die Kühlung erfolgt bei mir im Sommer mit der Multi-Splitanlage am Tag, da hört man die Innengeräte praktisch nicht. Abends dreh ich die ab, da ist es dann eh kühl genug.
Dies hat mehrer Vorteile, erstens ist die Hzg. unabhängig von der Klimaanlage, und zweitens geht die WP über einen Pufferspeicher, welchen ich bei Lust und/oder Bedarf auch mit einer anderen Wärmequelle (zB Kaminofen mit Wärmetauser, meinetwegen auch Brennwerttherme o.ä.) beheizen kann. Da habe ich auch jede Menge Regelmöglichkeiten.
Achja, sobald der Wirkungsgrad der WP unter 2,8 geht, schalte ich um auf Gas - denn ab da ist Gas bei uns (Niederösterreich) billiger. Dies ist auch der Grund, warum ich für die WP um keine Förderung angesucht habe, denn in diesem Fall hätte ich die Brennwerttherme abbauen müssen ….
Abgesehen davon, unter 0°C ist eh fast jede WP eher eine Elektroheizung … ausgenommen WW Wärmepumpen.
Hab gerade mal in meine Messwerte vom letzten Jahr mit Split-Klima reingeschaut. Bei 0 Grad hab ich COP-Werte von 3-4. Das ist weit weg von COP 1, wie du schreibst.
Genau, das ist total individuell, unter welchen Bedingungen sich jemand wohl fühlt und welche Heizstrategie man fährt. Und es ist auch eine wichtige Frage, wie viel Geld man für welchen Komfort ausgeben möchte.
Sollte man auf jeden Fall gut abwägen, wie man heizen will. Wir kommen super gut mit Split-Klima klar und hätten wir gewusst, wie gut das geht, hätten wir es schon 10 Jahre früher gemacht.
Es geht doch darum, einen Blick für die Wärmeverteilung und Erwärmung zu bekommen.
Schafft mein Test-Heizkörper nur 15 Grad, aber ich hab im Nachbarraum 14. Ist eine zentrale Beobachtung über die Wärmeverteilung schon gemacht, ganz egal wie das mit dem Komfort später ist.
Hallo, die 3 fach Verglasung haben wir erst jetzt eingebaut es waren vorher Holzfenster drin 2 fach Verglasung,die Fenster waren zu 60 Prozent alle kaputt,wiegest die Werte sind vom Vorbesitzer nicht von uns, und wenn es stimmt das er jeden Raum geheizt hat Tag und Nacht dann kann es vlt hinkommen mit dem hohen Verbrauch.
Wie immer bei solchen Themen wird auch der IST-Zustand ein wenig aus den Augen verloren.
Es wurde bisher mit Fernwärme geheizt. Mit welchem Heizungssystem? Fußbodenheizung? Heizkörper? Einrohr oder Zweirohr? Vorlauftemperaturen? Alter? Oder soll diese abgebaut werden und daher soll auf Klimasplit getauscht werden?
Das liegt einfach in der Natur der Sache… Unterschiedliche Heizsysteme habe jeweils Vorteile - aber auch Nachteile. Wie im Grunde eh alles andere auch.
Das war bei mir - ursprünglich - der Grund deratige Geräte anzuschaffen. Wobei das kühlen im Sommer ja ein absolutes “Luxusproblem” ist - während heizen dann doch essentiell ist und unbedingt nötig.
Letztlich ist es denke ich - wie vieles andere auch - eine Kopfsache. Es hängt in der Praxis dann auch von so vielen Faktoren ab, dass man unmöglich sagen kann “gut” - “schlecht” und auch keine bestimmten Ergebnisse pauschal der Heizmethode zuschreiben kann - sondern eher der praktischen Umsetzung.
Manche Sachen sind klar, die weiß man vorher:
Innengeräte bei Split Anlagen machen Geräusche, je mehr Leistung sie abgeben und je effizienter sie laufen sollen - um so mehr.
Die Aussentemperatur beeinflusst die Leitungsfähigkeit (da Luft-Luft WP) in höherem Ausmaß, als zb. bei Wasser WP (wo das genutzte Medium Wasser ja isoliert vorliegt )
Also nur diese beiden Tatsachen sind erstmal pauschal gültig.
Ob überhaupt und wenn ja wie sehr das in der Realität dann eine Rolle spielt, hängt dann einzig von der Auswahl, Auslegung, Nutzung in der Praxis ab.
Wenn man zb. ein einzelnes, kleines IG in einen grossen Raum hängt (oder gar noch andere mitheizen möchte) - so wird dieses IG natürlich immer mit hoher Lüfterdrehzahl laufen (müssen) und letzlich den (die) Raum/ Räume dennoch nicht sehr warm bekommen. Insbesondere wenn es aussen sehr kalt ist. Dann wird das IG nat. auch sehr nervig sein… Ob sich der / die Nutzer dann daran stören, ist wieder eine andere Geschichte…
Wenn man aber nun - als extremes Gegenbeispiel - eines oder mehrere (ausreichend leistungsstarke) IG in der Mitte vom Haus plaziert, dann drücken die ihre Wärme in die Räume ringsum. Das bedeutet dann in der Praxis:
quasi geräuschlose Wärme in den Räumen - wie bei FBH oder HK
ausreichend Reserven auch wenn es sehr kalt ist
störender Luftzug in den Räumen wird minimiert (oder gar eliminiert), da dort “Endstation” ist und nicht direkt “Durchzug” stattfindet.
Natürlich haben dann auch hier wieder alle Varianten Vorteile, aber auch Nachteile.
Ich persönlich war vorab der Überzeugung: Ein IG im Flur ist völliger Unsinn, denn damit heizt man hauptsächlich den Bereich - der auch kalt bleiben könnte - extrem auf. Gleichzeitig kommt dort wo man es haben möchte wenig Wärme an.
Nach Einbau meines 1. Gerätes im EG bin ich nun völlig anderer Meinung. Für mich völlig unerwartet verteilt sich die Wärme auf natürliche Weise ohne extra Venilator etc. nahezu perfekt im Haus. Bei offenen Türen erreichen die Räume im OG im Schnitt eine nur um 0,5-1° niedrigere Temperatur als das WZ im EG, wo das IG hängt! Damit hätte ich nie gerechnet. Aber auch die Nachteile sind auf die Art perfekt zu bemerken. Im WZ ist es - im Bereich wo die Luft strömt - sehr zugig. Ist ja auch klar, muss doch hier sehr viel Luft bewegt werden um das OG zu heizen. Dabei spürt man aber auf Sitzhöhe eher nur die kalte Luft (bzw. fühlt es sich so an) - da die warme ja nach oben steigt. Auch messtechnisch problemlos feststellbar: 22,5° an den Wänden unten - 28° oben;) Also es ist nirgends kalt im Raum, aber der Luftstrom im Raum mit um die 22° ist dann unangenehm meiner Meinung nach. Da ich ohnehin ein 2. im OG verbaue, kein Thema. Aber gut zu wissen, dass es funktioniert!
GANZ anders die Situation im OG: Da dort quasi (vorerst) “Endstation” ist für die warme Luft, spürt man da überhaupt keinen Luftzug. Es ist einfach nur warm, so wie bei jeder anderen Heizung auch. Wie warm es ist, kann man ja selber entscheiden.
Fazit:
Stand heute habe ich meine Meinung komplett geändert. Es kann sehr wohl absolut sinnvoll sein, so ein IG im Flur etc. zu montieren und diesen dann als “Verteiler” zu nutzen. OB das dann in der Praxis funktioniert und wenn ja wie gut, hängt aber wieder von unzähligen Faktoren ab.
Wie man sieht sind die Temperaturen im OG (SZ,Bad) fast identisch mit unten. Wobei im WZ das HK Thermostat direkt unterhalb des IG ist und deshalb nicht im warmen Luftstrom. Deshalb auch “nur” 22°. Insbesondere an der Decke oben ist es nat. deutlich wärmer. Ich habe vor einer halben Stunde die Türen ins Arbeitszimmer und den Abstellraum geöffnet (=zu heiß im WZ), die sind in der Zeit um 6° gestiegen… Also die Wärme breitet sich sehr schnell aus.
In der Praxis ist man aber dann gut beraten, wenn man in jedem Raum ein IG installiert. Damit erreicht man, dass es relativ unabhängig von den Gegebenheiten funktionieren wird - ausreichend starke Anlagen vorausgesetzt. In vielen Fällen also die bessere Alternative, um auch ohne umfassende Test´s und Berechnungen, Versuche zu eiinem gutem Ergebnis zu kommen. Wie man zur besten Effizienz kommt, ist wieder eine andere Sache… Sehr komplex insgesamt.
Genau hier liegt nun jemand falsch. Entweder du, oder in dem Fall Daikin bzw. diejenigen die das testen:
Denn die Daten besagen, dass bei -7° noch ein COP von immerhin 3,44 erreicht wird - also folglich aus 1kWh Strom 3,44kWh Wärme erzeugt werden. Bei den von dir genannten 0° natürlich entsprechend mehr. Ich kann dazu selber nichts sagen - ist aber sicherlich ein bzw. der interessanteste Teil in deinem posting. Auch wenn die 3,44 bei -7° ev. nicht erreicht werden in der Praxis - denke ich deine COP 1 bei 0° sind noch viel unrealistischer. Es war genau der gute Heizwert bei tiefen Temperaturen, weshalb ich die Anlagen gekauft habe.
Das wäre dann aber - zumindest bei der Daikin Perfera - nur bei sehr tiefen Aussentemperaturen der Fall. Jedenfalls weit weit unter 0°. Wobei es hier nat. wie überall auf viele Faktoren ankommt…