Einbau Wärmepumpe

Hallo, ich will mir im Frühjahr/Sommer selbst eine WP einbauen. Ich habe hier im Forum schon etwas gelesen, bin jedoch kein Heizungsprofi und würde mich über jede Unterstützung freuen.

Hier mal ein paar Daten zum Einfamilienhaus:

Baujahr: 1997
Geschosse: Keller, Erdgeschoß, Obergeschoß mit Dachschräge und Decke
Raumhöhe: 2,40m
Abmessung Außen: 12,5m x 10m
Wandstärke: 35cm Ytong + 5cm Thermoputz
Obergeschoß Dämmung Dachschräge: 30cm Glaswolle
Obergeschoß Dämmung Decke: 35cm Glaswolle
Fenster: 2fach Verglasung

Im Keller sind Radiatoren ohne Thermostatkopf (Keller wird jedoch nicht beheizt)
Im Erdgeschoß ist eine Fußbodenheizung + Kachelofen.
Im Obergeschoß sind Radiatoren mit Thermostatkopf + eine Fußbodenheizung im Bad + Klimaanlage.

Momentan ist eine 28 Jahre alte Gasheizung verbaut. Die würde ich gerne als Backup behalten und die WP einfach dazubauen. Ich hänge ein Schema an, was momentan vorhanden ist und wie ich mir das einbinden der WP vorstellen würde (der im Schema grün gepunktete Bereich ist geändert, der Rest ist gleich geblieben). Als WP hätte ich die "Panasonic Aquarea WH-MDC05J3E5" ausgesucht. Momentan heize ich das EG mit dem Kachelofen und das OG mit der Klimaanlage. Ziel ist es jedoch das ganze Haus im nächsten Winter mit der WP zu heizen und nur im Notfall die anderen Heizungsmöglichkeiten zu nutzen.

So würde ich mir die Steuerung vorstellen:

Keller: bleibt unbeheizt, keine Steuerung notwendig.

OG: (Türen teilweise offen) ein Innenraumthermostat sollte die Temperatur auf 21,5-22,5 Grad halten. Kinderzimmer und Schlafzimmer sollten 20,5-21,5 Grad haben, das würde ich aber mit den Thermostatköpfen einstellen. Ist die Solltemperatur hier noch nicht erreicht, läuft die Pumpe vom Radiatorheizkreis, die WP erzeugt die eingestellten Vorlauftemperatur. Ist die Solltemperatur erreicht wird die Pumpe vom Radiatorheizkreis ausgeschalten.

EG: (offene Bauweise) ein Innenraumthermostat sollte die Temperatur auf 22-23 Grad halten. Hier ist ebenfalls ein Schlafzimmer, welches 20,5-21,5 Grad haben soll, das würde ich über das Drosselventil der Fußbodenheizung einstellen. Ist die Solltemperatur hier noch nicht erreicht, läuft die Pumpe vom Fussbodenheizkreis, die WP erzeugt die eingestellten Vorlauftemperatur. Ist die Solltemperatur erreicht wird die WP runtermodeliert.

Warmwasser: Das Wasser soll zu einer bestimmten Zeit auf die eingestellten Grade aufgeheizt werden (Momentan um 17:00 Uhr auf 45 Grad).

Also Grundsätzlich im EG und OG je ein Innenraumthermostat, wo ich die Temperatur für die wärmsten Räume einstelle und den Rest über die Thermostatköpfe/Drosselventile.

Fragen:

Würde das Scheme so wie ich es gezeichnet habe funktionieren? Da die WP ja eine eigene Heizkreispumpe hat, wie sieht das mit den bestehenden Heizkreispumpen aus. Würde mir die Heizkreispumpe der WP nicht das Wasser in alle Heizkreise drücken.

Der Warmwasserboiler ist nicht für WP ausgelegt. Hab gelesen das funktioniert dann nicht, weil der Wärmetauscher zu klein ist.
Momentan wird das Wasser um 17 Uhr auf 45 Grad aufgeheizt was dann für 24 Stunden reicht. Würde das funktionieren?

Lässt sich die Warmwasseraufbereitung bei der Panasonic nur über die Pumpe steuern oder ist unbedingt ein Umschaltventil notwendig?

Vielen Dank für Eure Hilfe.

Bestehende Heizung:

Heizung mit WP:

Ein Punkt ist schlecht. Um WW zu erzeugen wird der gesamte Vorlauf hochgeheizt. Kannste machen bei Gas, aber bei WP kostets.

Besser: Kessel und WP zusammenführen, Umschaltventil Zentralverteiler oder WW.

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Respekt für den ausgezeichneten Beitrag und die Mühe, die du dir damit gemacht hast :+1:

Da werden sich sicher noch viele melden die da besser in der Thematik drin sind und sich (anders als ich :wink: ) auskennen damit, aber:

Welche Vorlauftemperatur hast du denn aktuell mit der Gasheizung? Bist du dir sicher, dass die ggfs. deutlich geringere Vorlauftemperatur auch bei tiefen Temperaturen für die Heizkörper ausreicht?

Ich frage, weil ich in einer ähnlichen Situation bin: Heizlösung mittels mehrerer Wärmepumpen gleichzeitg - LWWP+LLWP als "Verbund" - #87 von redhot

Ich habe mit dem Thema noch nicht “abgeschlossen”, gehe aber im Moment davon aus, dass die Effizienz der LWWP am Ende nicht reicht, am die Investition zu rechtfertigen.

Bei dir sieht das nat. anders aus weil wenigstens tw. Fussbodenheizung verlegt ist - aber (falls noch nicht geschehen) solltest du mal ausprobieren, wie tief du runter kannst mit dem VL - ohne dass es zu kalt wird mit den HK.

Du kannst ja denke ich auch keine verschiedenen VL Temperaturen “fahren” - also wenn die HK eine höhere benötigen, läuft die WP insgesamt weniger wirtschaftlich (und bei der FBH wirst du dann halt wie wohl aktuell auch mit weniger Durchfluss fahren)

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Hi, einmal danke für die Antworten.

@tageloehner deinen Vorschlag finde ich super, hab den auch gleich ins Schema übernommen, nun ist mir die Steuerung für die Warmwasseraufbereitung auch klar. Vorhandene Wasserpumpe wird im WP Betrieb nicht verwendet.

Was ich noch nicht verstehe ist das mit den beiden anderen Wasserpumpen für Radiatoren und Fussbodenheizung. Bleiben die im WP Betrieb einfach aus?

@redhot Ich habe vorigen Winter (da hatte ich noch keine Klima im OG) probiert das OG mit 30-35 Grad Vorlauftemperatur zu heizen, das hat eigentlich problemlos funktioniert. Ich brauche ca. 15500kWh Wäremleistung im Jahr für das Haus. 12500kWh (80%) für das EG, 2500kWh (16%) für das OG (da hier viel Wärme vom EG kommt) und 500kWh (4%) für Warmwasser.

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Meine Empfehlung:
Rechne erstmal den Wärmebedarf für jeden Raum aus und dann kannst du auch die verschiedenen Heizarten für dei Räume besser einschätzen.
Deine Wand hat einen U-Wert von ca. 0,225 nach Ubakus.de
Die Fenster, falls sie ohne Wärmeschutzbedampfung sind einen U-Wert von ca. 1,5 damit kannst du relativ schnell den Bedarf pro Raum ermitteln.
Nimm die App "Resideo Heizlastberechnung" aus dem App Store für Handy oder Tablet und trage dort die Wanddaten, deine NAT (bekommst du hier: Klimakarte | BWP | waermepumpe.de für deine Postleitzahl), die Raumtemperaturen, und die Flächen der Außenwände der Räume bzw. Fenster ein.

Bzgl. der Gasheizung habe ich es so gemacht, dass ich sie komplett rausgeschmissen habe.
Die eingesparten Kosten (Grundpreis Gas, Schornsteinfeger, Wartung, etc.) beliefen sich auf ca. 300€ pro Jahr (dafür kann ich knapp 1000kWh Strom kaufen) und ich hatte deutlich mehr Platz für den Aufbau der neuen Anlage.

Herzliche Grüße
Eclipse

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Hej cool, danke für die Info. Wie war denn dabei die Aussentemperatur?

Dann muss ich das doch unbedingt mal ausprobieren, war bisher zu faul (ich geb´s zu :wink: )

30° ist ja garnichts, kaum zu glauben, dass man damit mit HK heizen kann? 35 ist auch sehr wenig… Sprichst du von “normalen” HK oder speziellen für Niedertemperatur oder “gepimpten” mit Lüftern etc?

Ich halte bei mir auch die Schlafräume bzw. Arbeitszimmer mit Vorlauf von 30-35°C auf Temperatur. (16°C bzw. 18°C)
Das Gute dabei ist, dass je niedriger die Raumtemperatur ist, desto besser ist die Wärmeabgabe (Heizleistung) des Heizkörpers.
Es sind ganz normale 11er oder 22er Flach-Heizkörper, die schon vor über 30Jahren eingebaut wurden.
Wo hab ich das den letztens verlinkt...?
Ach da isses wieder: Heizkörperrechner | BWP | waermepumpe.de
20°C


16°C

Das sind fast 50% mehr Leistungsabgabe bei niedrigerer Raumtemperatur und das alles ohne Lüfter etc.

Herzliche Grüße
Eclipse

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Hi, Außentemperaturen sind hier maximal minus 5 Grad und das auch nur ein paar Tage.

Radiatoren sind Type 22 ohne Ventilator.

Wie aber schon geschrieben. Viel Wärme kommt bei mir aus dem Erdgeschoss ins Obergeschoss an. Die Klima mit welcher ich momentan im OG heize, bläßt auch nur mit 31 Grad raus. Die läuft so um die 4 - 6 Stunden über den Tag verteilt, um das OG für 24 Stunden auf 22 Grad zu halten. Bei einer Aussentemperatur von 3 bis 0 Grad. Kälter war es noch nicht.

Muss mich etwas korrigieren. Die 15500 kWh die ich oben geschrieben habe sind nicht der Wärmebedarf sondern der Gas bzw. Holzverbrauch. Hier müsste man noch die Verluste abziehen.

Eine genauere Berechnung des Wärmebedarf wollte ich eh noch machen. Würd aber vorher mal technisch klären wie und wo ich die WP am besten anschließe und was ich alles brauche.

Leider schwimme ich nicht in Geld, daher versuche ich das ganze schon recht kostengünstig umzusetzen.

Die Gasheizung gleich rauszureissen ist mir bei einer DIY WP zu riskant. Am Ende stehe ich dann ohne funktionierende Heizung im Winter da. Wenn sich die WP bewährt hat werde ich das Gas sicher abmelden.

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Halloooo Kollege :winking_face_with_tongue:

Geteiltes Leid ist halbes Leid :laughing:

Ob dann nicht sogar eine Variante mit “nur LLWP nachrüsten” sinnvoller sein könnte - jedenfalls bis die Gasheizung irgendwann echt “durch” ist?

Ich meine, klar: Bei dir sprechen die FBH geheizten Räume ganz klar FÜR eine LWWP.

Aber: Die ohne sprechen dagegen. Die Wirtschaftlichkeit der LLWP eventuell auch - ja nachdem…

Vermutlich werden auch bei genau diesen Wärmepumpen noch die größten Fortschritte gemacht in nächster Zeit, weil die (trotz geringerer Effizienz) aufgrund der hohen Kosten bei Primärenergieträger Wasser immer weiter verbreitet sein werden…

Wenn dann einerseits die Gasheizung nocht vorhanden ist - auch die Kosten dafür - andererseits aber eine neu gekaufte LWWP auch altert, eventuell auch ein Stück veraltet usw.

Also nur als Denkansatz.

Ja, das wird sicher funktionieren - danke für die Info.

Ich versuche mir jetzt schon länger eine LWWP “schönzureden”. Dabei “stolpere” ich aber immer wieder über die Wirtschaftlichkeit…

Vorhin habe ich längere Zeit mit einem Bekannten darüber gesprochen:

Was anderes als LWWP kommt wegen der Kosten eh kaum in Frage, also LWWP:

Jetzt haben wir halt real das Problem, dass in so einer LWWP:

  • Zuerst im Aussengerät die Wärme vom eigentlichen “Kältemittelkreis” auf das “Heizwasser” ins Haus übertragen werden muss
  • In der Station im Haus dann auf das Wasser im Heizkreis übertragen werden muss
  • Über die “Hauseigenen Wärmetauscher” (FBH, HK) die Wärme an die Luft übertragen werden muss

Das - zusammen mit der sehr eingeschränkten Wirtschaftlichkeit bei tiefen Temperaturen - macht dann eine positive Gesamtbilanz gar nicht so einfach.

Da ist es bei der LLWP mit “Kältemittelkreis erwärmt direkt Raumluft” schon überschaubarer.

Hi, wenn man kein Geld hat, hat man wenigstens gute Ideen :slight_smile:

Die Idee hatte ich auch schon. Darum teste ich das Heizen im OG Grad mit der Klima. Leider ist die Steuerung bzw Verhalten der Klima nicht überzeugend. Meine Frau beklagt sich ausserdem laufend das der Fussboden zu kalt ist.

Ich würde 2 kleine und 1 großes Klimagerät brauchen. Kosten für die Geräte wären so um die 2500 - 3000 Euro. Dann noch der Kältemitteltechniker wahrscheinlich auch nochmal 500+. Sind wir mit Kleinkram bei 3500 bis 4000.

Kosten für WP 2800.- plus 1000.- für Installation. Wäre ich auch bei einer ähnlichen Summe.

Das wird nicht funktionieren. Das ist eine FUSSBODENHEIZUNG keine FUSSHEIZUNG. Wenn du also weiterhin warme Füße haben willst, müsstest du weiter mit “hohen” Vorlauftemperaturen arbeiten.

@redhot
Bei dir scheitert es am ausprobieren. Dann wüsstest du, wie weit du runter kannst mit der Vorlauftemperatur. Und das kostet dich außer testen kein Geld.

Könnte dann aber an dem Gerät liegen, was ist es denn?

Wobei das dann aber häufig einfach daran liegt, dass der Raum selber eben einfach kälter ist - als man gerne hätte… Wie im Auto: Wenn das “durchgewärmt” ist auf Wunschtemperatur - dann macht man sich auch keinen Kopf mehr darum die warme Luft auf die Hände - Füsse zu bekommen, ist eh alles warm…

Mit oder ohne dem was schon da ist?

Solche - sehr guten - Daikin hier kosten je 800 + Spedition also gesamt gut € 2500.- wenn 3 nötig sind. Sind schon A+++ bei heizen.

Arbeit kannst du im wesentlichen alles selber machen - für den Anschluss dann vorher einen Handwerker finden und etwas vereinbaren. Scheint wohl mittlerweile machbar (wenn auch nicht einfach).

Aber klar, wenn 3 Anlagen DAZU kommen sollten - dann sicher nicht unter € 3500 .- wenn es keine billigen sein sollen (was aber wohl sogar auch eine Option wäre?)

Aber braucht es wirklich so viele Anlagen?

Guter Punkt! :+1:

Ja ich weiß, kommt demnächst.

Ohne Pufferspeicher sollte das entfallen.

Stimmt, bei den Frauen spielt aber die Psyche stark mit. Vor zwei Woche hat Sie gemeint ich soll die Fussbodenheizung etwas aufdrehen. Habs natürlich nicht gemacht, jedoch gesagt ich habe Sie etwas aufgedreht. Am nächsten Tag hat Sie gemeint der Fussboden ist schon wärmer. :slight_smile:

Echt? Hat man dann Frostschutz in der gesamten Heizanlage?

Nicht nur da: Ich habe die Abtauwanne von einem der AG mit Heizung versehen und denke, es ist jetzt besser :winking_face_with_tongue: :laughing:

Soviel ich weiß gibt es 3 Möglichkeiten:

Reines Monoblock Gerät. Wasser, Pumpen, Elektronik, Wärmetauscher ist alles im Aussengerät.

Ein Mix wo der Wärmetauscher und auch Heizungswasser im Aussengerät ist. Pumpen und teilweise Elektronik ist in einem Innengerät.

Ein echter Splitgerät wo du das Kältemittel nach innen leitet und kein Wasser im Aussengerät ist. Hier brauchst aber einen Kältemitteltechniker.

Bei den ersten beiden Varianten kannst Frostschuz in die Leitung machen, oder hoffen das es keinen Stromausfall gibt.

Bezüglich Klima. Die 3 Geräte würde ich zu den bestehenden dazu brauchen. Die bestehende Klima ist eine Samsung Windfree Multisplit mit 2 Innengeräte. Ich hab die Probleme hier im Forum eh schon gepostet. Das gute ist, bei der kann man über Smarthings Regeln definieren und Sie über externe Temperatursensoren steuern. Somit kann ich die Probleme umgehen.

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Ok - also 5 IG insgesamt? Da kannst du keines einsparen? Zähl mal die Räume auf.

ok danke, aber Hoffnung… Da muss ja nur der Schutzschalter rausfliegen ohne, dass es jemand rechtzeitig merkt. Bei tiefen Aussentemperaturen geht das dann ggfs. schnell…

Dafür gibt es Frostschutzventile die ablassen wenn es kalt wird.

Beispiel:

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Das sind bei dir (noch?) entkoppelte Kreise hinter Mischer. In dem Aufbau müssen die laufen. Wenn du es aber schaffst, daß alle Kreise gleiche VLTemp fahren, kannst Mischer und Heizkreispumpen raustun. Plan B: baust dir die Mischer als Drosseln um

Die häufigste hast vergessen: AG Monoblock mit Sole, Wärmetauscher im Ladekreis