Ich bin schon länger gespannter Mitleser und habe jetzt ein eigenes Anliegen:
Getrieben durch das Wetter im letzten Monat (und meine schwangere Frau) plane ich gerade den Einbau weiterer Klimageräte. Wir bewohnen ein EFH mit 125 m² Wohnfläche (70 m² EG und 55 m² OG), das 2008 durch die Vorbesitzer saniert wurde. Gemacht wurde: neues Dach + Dämmung, Fassadendämmung (12cm PS15 SE), 2-fach verglaste Fenster, Kellerdecke gedämmt. Durch die umbauten verbraucht die Gastherme aus 2008 zur Zeit 12-14000 kWh pa. Zudem befindet sich noch eine PV + Solarthermie auf dem Dach. Ich schätze, dass 90-95% des Gasverbrauchs auf die Heizung zurückzuführen sind.
Die Therme geht also auf die 20 Jahre zu und ich mache mir Gedanken wie wir zukünftig heizen wollen. Die Heizungsrohre wurden nicht saniert und sich Schätzungsweise aus den 70-80ern, dazu überall außer im Bad Gussheizkörper.
Daher mein Gedanke beim Einbau weiterer Klimageräte auch direkt an die Heizung zu denken. Zudem steht im Wohnzimmer ein 8kW Holzofen. Mit den oben genannten Kennwerten komme ich mit kurzer Google Suche und je nach Annahme auf 6-6,5 kW Heizlast.
Mein Plan wäre nun im EG eine Daikin Nepura Perfera mit 4 kW installieren zu lassen. Bei der Positionierung bin ich mir noch nicht sicher und habe zwei Varianten skizziert. Bei V1 könnte die Klima im Lüfterbetrieb die warme Luft aus dem Ofen zusätzlich verteilen und bei nicht Betrieb des Ofens wäre das Wohnzimmer besser geheizt. Bei V2 könnte über die immer ausgebaute Küchentüre mehr Wärme ins Treppenhaus gelangen. Reicht uns das ganze nicht aus würde ich im Büro ein perspektivisch ein zusätzliches Gerät installieren lassen. Hat jemand einen Tipp oder Anmerkungen?
Im OG bin ich mir nicht sicher, was wir mit dem Bad machen sollen. Dort besteht der meiste Heizbedarf und im Winter sind alle Heizungen bis auf das Bad so gut wie aus. Im rechten Schlafzimmer ist schon eine Monosplit von Mitsubishi installiert, die auch heizen kann. Hier ist der Wärmebedarf eh sehr gering. Das mittlere Schlafzimmer wird zur Zeit als Ankleidezimmer genutzt und ist nicht direkt beheizt (Heizkörper auf 0). Das linke Schlafzimmer wird das Kinderzimmer und soll auf jeden Fall im Sommer direkt gekühlt werden. Auch hier wird die Heizleistung eher gering ausfallen. Nun die Frage: Variante 1 nur mit Innengerät im Kinderzimmer (3 kW Perfera all Season oder auch eine Nepura?) oder ein Multisplit mit Innengerät im Kinderzimmer und Bad (2x 1,5 kW)? Bei V1 würden wir wohl eine elektr. Direktheizung ins Bad packen (Infrarot an der Wand rechts neben dem WC?).
Im WZ will mans typisch etwas wärmer, deshalb würde ich das IG dorthin packen. Aber es bleibt eine Abwägung. Die Geräte machen Geräusche, da wäre es dann wieder schöner, die in den Essbereich zu packen.
Bad: Wie viel willst du dort denn heizen? Hast du genug Grundtemperatur dort, so dass du nur bedarfsweise heizen musst? Oder willst du es permanent auf z.B. 23 Grad halten?
Genau das ist auch die Abwägung unten. Allerdings haben wir die letzten Tage auch mit Stufe 2/4 des Lüfters im Schlafzimmer geschlafen. Das passt bei dem Mitsubishi Gerät ganz gut. Sollte es denn die 4 kW Anlage sein, wenn eventuell auch mal lange Zeit kein Ofen läuft?
Die letzten 2 Winter (länger wohnen wir noch nicht hier) war das Bad immer durchgehend auf 20-21 Grad beheizt. Meine Frau kommt aus einer Nachtspeicherfamilie mit Heizlüfter im Bad und sagt das wäre auch immer ok gewesen. Dem Braten trau ich aber noch nicht so ganz . Da die restlichen Zimmer nicht groß geheizt werden, eventuell das Kinderzimmer mehr als das Elternschlafzimmer auf der anderen Seite, kommt halt auch nicht viel Wärme ins Bad. Noch hatte ich keinen Betrieb hier. Mit wie viel Mehrkosten muss ich denn ca. rechnen, wenn ich statt der Mono oben eine Multi mit zweitem Innengerät verbaue? Eine große Infrarotheizung kostet ja auch gerne mal 200-400€?
Wir könnten auch mit dem Monogerät starten und dann bei Bedarf irgendwann auf ein Multisplit wechseln und das Monogerät dann ins Büro hängen oder die alte Monoanlage ersetzen. Schwierige Frage
Die meisten Firmen verbauen dir gar keine Split im Bad. Risiko zu groß für Defekte wg. teils hoher Luftfeuchte.
Persönlich finde ich für bedarfsweises Heizen im Bad Schnellheizer besser, als IR-Panel. Der Schnellheizer heizt die ganze Luft schnell auf, ein IR-Panel fühlt sich nur warm an, wenn du davor stehst und auch nur auf der Körperseite, die dorthin zeigt.
Wenn du hingegen ständig das Bad heizen willst, werden IR-Panel wohl besser sein.
Das scheint sehr individuell zu sein, gibt hier einige im Forum, die IR-Panel besser finden.
Ich denke schon, die Anlage soll es ja grundsätzlich auch alleine schaffen. Bei der großen Fläche und weil die ja auch bis vielleicht 200 W runter modulieren kann, sehe ich da auch keine Probleme.
ich bräuchte nochmal eure Hilfe zur Auslegung laut Datenblättern. Die Datenblätter der Nepura und All Season Preferas unterscheiden sich ein wenig. Bei den Nepuras gibt es unter Heizen noch eine Tabelle nach EN14511.
Die dort genannte Heizlast liegt deutlich über der aus der anderen Tabelle. Diese fehlt allerdings bei den All Season Geräten. Jetzt weiß ich nicht nach was man auslegen sollte? Ich verstehe auch noch nicht ganz aus welchem Grund die Werte so unterschiedlich sind. Was mir auch noch aufgefallen ist, ist der sehr hohe AFR Wert bei der Nepura. Ist hier das Innengerät einfach viel größer und liefert fast den doppelten Luftstrom, um den SCOP zu erhöhen (3 vs 3,8 bei -10 Grad)? Die Gesamtleistung ist über den Temperaturbereich ja fast gleich.
Habe ich auch schon gemerkt. Leider finde ich die entsprechenden Tabellen für die A Geräte nirgendwo. Die Nennleistungen bei 7 Grad sind laut diversen Websites die gleichen. Ich bin mal vorsichtig davon ausgegangen, dass die Leistungsabgabe bei den restlichen Temperaturen die selbe ist und nur der SCOP verbessert wurde.
Wird wohl so sein. Die Werte in der kleinen Tabelle ergeben einen schlechteren Wirkungsgrad.
Allerdings gibt mir das alles schwer zu denken, ob sich eine Nepura überhaupt lohnt hier im Rheinland (Rhein-Erft-Kreis). Bei Nat -10 Grad. Da spielt die Anlage kaum Vorteile aus und ich könnte auch mit 3x All Season leben und mir die knapp 1000€ Aufpreis (Internetpreise) sparen.
Leider findet sich hier kein Klimatechniker, der auf die schnelle mal rumkommt. Die sind noch durch den Sommer alle ausgebucht.
Genau, du solltest so dimensionieren, dass die Anlagen bei der Temperatur effizient laufen, die du zu 80% des Winters auch hast. Bei uns sind das so 0-2 Grad und in dem Bereich brauchen sie so um die 400-500 W. So im Bereich 300-600 W pro Innengerät erscheint mir eine ganz sinnvolle Dimensionierung bei 0 Grad.
Das würde ich mit den All Season Geräten ziemlich gut hinbekommen. Aus einem mir nicht ersichtlichen Grund ist allerdings das 3,5 kW Gerät deutlich weniger effizient als das 2,5 kW Gerät. Gerade im Bereich um 0 Grad (3,54 vs 4,4 und 4,72 für Nepura 3 kW).
Aufgrund besserer Verteilung würde ich wohl im Büro auch ein kleines 2,5 kW All Season Gerät installieren. Dazu dann im Wohnzimmer (V1) entweder das 3 kW Nepura oder das 3,5 kW All Season.
Im OG würde ich im Kinderschlafzimmer (V1) ein All Season 2,5 kW planen.
Damit hätte ich auch mit der oberen Tabelle noch bis -10 Grad 10-20% "Überschuss". Aus dem Verbauch der letzten 2 Jahre habe ich die Heizleistung auf 50 W/m2 geschätzt (13000 kWh Gas, 125 m2). Bei -20 Grad hätte ich auch laut der Maximaltabelle noch 20% Luft.
Mit der Nepura im Wohnzimmer, wäre die Reserve am geringsten. Die hat bei -10 Grad laut oberer Tabelle "nur" 2,05 kW Heizleistung, wo die All Season bei 2,55 kW liegt. Die Maximalleistung ist bei der Nepura natürlich deutlich höher und auch der COP ist besser (3,23 vs 3,94 bei -10 und 3,54 vs 4,72 bei 0 Grad). Ob sich aber der Aufpreis von fast 1000€ lohnt. Da warte ich mal Angebote ab.
Was die Tabelle aussagen soll, verstehe ich nicht so richtig. Man betreibt die beiden Geräte einfach an anderen Arbeitspunkten und dann kommt bei der einen weniger raus, als bei der anderen.
Das wäre genauso, als hätte man ein Auto, was 200 km/h fahren kann und eins, was 160 km/h fahren kann. Das erste lässt man mit 60 km/h fahren, das zweite mit 80 km/h und sagt dann, das zweite ist leistungsfähiger??? Irgendwie Quatsch.
Die Nepura 4kW ist doch sehr viel leistungsfähiger, als die 3,5kW All-Season.
Ja die Betriebspunkte scheinen etwas aus der Luft gegriffen.
Selbst die 3 kW sollte leistungsfähiger sein. Allerdings auch deutlich teurer. Ich glaube nicht, dass sich das jemals durch den Betrieb rausholen lässt.
Wobei Effizienz und damit laufende Kosten auch nur ein Aspekt ist. Wenn die Nepura irgendwie komfortabler im Alltagsbetrieb ist, wäre das ein weiteres Argument, also z.B. schnelles aufheizen, wenn man nur bedarfsweise heizt. Oder eben die höhere Sicherheit, dass das AG nicht einfriert. Das ist aber alles sehr individuell.
Sag das mal einem Schweden oder Norweger, der die Klimasplit in Kombination mit Stromdirektheizung laufen lässt.
Für uns hier im Norden Europas stellt sich die Frage: Wie viel Heizenergie bringt die Anlage in die thermische Hülle und wie viel Prozent der Stromdirektheizung kan diese verdrängen.
1.000 Euro Unterschied im Einkauf hat man ggf schon in einem Winter wieder drin.
Wobei du ja bei der Entscheidung nicht gegen einen Direktheizung rechnen musst, sondern ob sich Nepura gegenüber Perfera All-Season rechnet. Und weil bei euch Strom noch billiger ist, wird es sich noch weniger rechnen.
Wenn man allerdings die höhere Leistung der Nepura braucht, müsste man eine 4kW Nepura ja eher mit einer 6 kW Standard-Perfera vergleichen muss. Die hat aber nur SCOP 4,3. Die Nepura hat SCOP 5,5. Müsste man sich nochmal genauer anschauen, unter welchem konkreten Leistungsprofil jeweils.
Preislich ist die 6 kW Standard-Perfera aber auch nicht billiger.
Kurzum: Die 4kW Nepura ist vor allem interessant, wenn man höhere Leistung, als 3,5kW Standard-Perfera braucht. Und dann ist die Nepura sogar recht günstig.
Wobei ich die 4 kW Nepura nicht sinnvoll brauchen könnte. Die deckt bei -10 grad den Heizbedarf des EGs fast doppelt und somit den des ganzen Hauses. Richtig verteilen werde ich die Wärme aber nicht können.
Leider ist die 3 kW nicht wirklich günstiger und hat auch bei -10 Grad nur 700 Watt weniger Heizleistung. Man würde sich nur die Kaminautomatik und die deutlich höhere Reserve einkaufen. Dann würde ich eher die 3 kW nehmen und im Büro nur im Notfall mit einem Heizlüfter arbeiten. Die 4 kW steht nicht auf der Förderliste der KfW. Außer ich bin blind.
Oder halt 3,5 kW All Season und 2,5 kW dazu im Arbeitszimmer. Bei Internetpreisen für die Geräte kostet die Nepura so viel wie beide All Season. Bin mal auf Angebote von Betrieben gespannt.