EFH Hybridheizung mit Öl, WP, Holz und PV

Hallo zusammen,

ich bin nun umgezogen und plane gerade den Umbau meiner Heizungsanlage und würde mich über eure Einschätzung freuen, ob das Konzept so sinnvoll ist, ich etwas grundlegend übersehe, mich völlig verrannt habe oder ich etwas verändern sollte.

Ausgangslage:
EFH ca. 200 m², energetisch eher schlecht (Klasse F), aktuell 30 kW Ölkessel (25 Jahre alt, gute Werte) mit Gliederheizkörper. 3000l Öl noch in den Tanks. PLZ Bereich 23**
Bei ca. –5 °C Außentemperatur liege ich aktuell bei 40–45 °C Vorlauf.
PV: 18 kWp, 16 kWh Akku, Strompreis ~22 ct/kWh.
Gute Holzverfügbarkeit, bei normalem Kamin wird mir zu warm.

Wegen der großen Restmenge an Öl und dem noch gut funktionierenden Brenner soll dieser weiterhin als Backup und als Peakunterstützung dienen.

Geplantes System:

Kern des Ganzen soll ein großer Pufferspeicher sein, den alle Wärmeerzeuger beladen.

Steuerung durch TA UVR16x2

Wärmepumpe als Hauptwärmeerzeuger lädt Pufferspeicher mit Umschaltventil wahlweise oben oder mittig

1000-Liter Pufferspeicher

Wasserführender Kamin (~6 kW ins Wasser)
→ täglicher Betrieb am Nachmittag/Abend
→ Einspeisung in Heizzone, bei Bedarf per Umschaltventil WW-Zone
→ Idee: Wohnzimmer bleibt kühler, Kaminwärme verteilter nutzbar

Frischwasserstation für Warmwasser

DC-Heizstab (2 kW)
→ v. a. für Warmwasser im Sommer
→ habe noch Panels rumliegen
→ soll die Wärmepumpe schonen, damit sie nicht wegen kleiner WW-Zapfungen startet

Ölkessel bleibt als Backup/für Peaklast, nicht für den Regelbetrieb

Die Anlage soll weitgehend in Eigenleistung entstehen, mit Unterstützung eines ehemaligen Heizungsbauers.

Fragen:

  • wenn der Ölbrenner irgendwann das Zeitliche segnet, wollte ich ihn eigentlich nicht ersetzen. Wie dimensioniere ich denn die WP am besten, damit sie später auch noch reicht.
  • Ich bin jede zweite Woche alleine zu hause und dann reichen mir auch 17-18 Grad, zumal das Haus dann fast den ganzen Tag leer ist. Ich möchte aber natürlich auch 20-21 Grad schaffen. Die Ausbaureserve im DG mit >40m² lasse ich jetzt lieber mal raus..

Danke!

Malkian

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Das Öl dürfte ohne Zusatzheizung gerade mal für ein Jahr ausreichen.

Zum Thema (Scheit-)Holz habe ich eine ganz klare Meinung: als Ergänzung oder Hobby ja, als vollwertige Heizung, die tatsächlich jeden Tag laufen muß, niemals.

Das Hauptproblem wird der spätere Umstieg auf WP werden. Die verträgt sich überhaupt nicht mit so großen Puffern, die man für eine wasserführende Holzheizung braucht. Da heißt es dann nochmal alles raus, und passend neu.

Oliver

hast du eine Info über den bisherigen Ölverbrauch?
die Vorlauftemperatur erscheint absolut WP tauglich, ich würde da einmal tabularasa machen
alles raus, WP und BWWP rein. feddisch

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Ich würde die WP auch nicht in den/die Speicher einspeisen lassen und daraus heizen, sondern den Speicher und die Öl/Holzbrenner nur über einen Wärmetauscher mit dem Heizkreis verbinden. Dann kann man damit optional was beitragen aber versaut nicht die Hydraulik der WP und fängt sich auch noch die Verluste der Speicher ein, wenn dann doch nicht (mehr) so viel mit Öl und Holz geheizt wird. Warmwasser ggf. ne BWWP bei der ganzen Abwärme im Keller.

zuerst schauen was sich einfach / kostengünstig machen lässt. Sonst baust eine viel zu grosse WP ein. Plan B: WP auslegen auf zukünftigen Wärmebedarf, das wird jetzt mindestens für Grundwärme reichen.

Der Speicher erlaubt, dass bei vorhandener PV-Energie die Wärme erzeugt werden kann für den ganzen Tag. Holzofentest: Wenn der Speicher warm ist, reicht das für 16h?

halte ich deshalb für falsch. WP mit PV laufen am billigsten mit grossem Speicher, da kenne ich mehrere solche Anlagen von 1.500l (kleines EFH) bis 12.000l (Wohnblock)

Im EFH sicher nicht, bei großen MFH-Anlagen mag das anders sein.

Oliver

Unter der Voraussetzung, daß man entsprechende Stromüberschüsse von der PV hat und es Sinn macht, mit entsprechend erhöhter Temperatur und schlechterem COP diesen Strom als Wärme für den Abend/Nacht zu speichern (Heizkörper, keine/erschöpfte Möglichkeit den Fußboden höher zu heizen). Mags mit entsprechendem Dach in anderen Regionen als hier geben mit der dauernden trüben Suppe ...

Man muss energie für min. 16h speichern. Dabei ist die Größe der Anlage egal. Mittlerweile gehts halt auch mit Batterie statt Wasser, aber eine LWWP nachts hat mehr zu tun.

Kommt ein Kamin in Frage, der nur eine geringe Wärmeabgabe hat, jedoch die gespeicherte Energie über einen längeren Zeitraum abgibt?

Sowas nennt sich dann Kachelofen. Wenn man den Platz dafür hat, ist sowas als Zusatzheizung genial. Als Alleinheizung ist dann aber auch nur eine Holzheizung.

Oliver

Naja in Tirol hast die Sorgen weniger. Ist immer mal wieder Föhn (Kopfaua aus anderm Grund) :smiley:

Die Frage war eigentlich an den TE @malkian gestellt, der den wasserführenden Kamin ja haben möchte, da ihm mit einem “normalen” Kamin zu warm wird und er die Energie aus dem Wohnzimmer wegführen will. Daher die Frage, ob ein Kamin, bzw Ofen in Frage kommt, der nur eine geringe Heizleistung hat. Dann könnte er sich die Geschichte mit dem Einbinden des wasserführenden Kamins sparen und ggf die Komplexität der gesamten Anlage deutlich reduzieren. Evtl sogar auf den großen Pufferspeicher verzichten, etc.

Dann sag doch mal, was genau dir da vorschwebt. Scheitholz und „kleine Leistung“ geht gar nicht gut zusammen, und die einzige seriöse Lösung ist Speichermasse.
Mit Pellets gehts etwas einfacher.

Oliver

Ein Porin Matti ist nach dem Gegenstromprinzip gebaut, hat ca 1.12kW nominelle Heizleistung speichert ca 10kWh Energie. Und kompakt gebaut.

Ok, das ist auch ein Speicherofen, weniger ein „Kamin“.

Oliver

Ich kann hier nur meine Erfahring weitergeben. EFH steht in Graz, 150 m² WF, rel. gut isoliert. Installiert war ein Ölbrenner, das Haus wurde dann 2006 vollständig umgebaut. Seitdem 18m² Solarthermie, ein wasserführender Kaminofen, 2 Pufferspeicher (800/1000l) extern beladen, Fussbodenheizung, Frischwasserstation und seit 2 Jahren noch PV mit kleinem Batteriespeicher. Ölbrenner blieb drin. Die kritischen Monate ind Dez/Jan, mit sehr kurzen Tagen. Wir kommen auch bei -10°C mit 26°C Vorlauf in der FBH aus. Wenn sonnig liefert das die Solarthermie (55° Neigung) tagsüber. Der 800l Puffer ist dann auf ca. 45°C durchgeladen - das reicht für ca. 2 Std. nach Abschalten der Kollektoren , also ca. 17:00 Uhr. Wenn wir dann den Kaminofen ab 16:30 Uhr anmachen, läuft der Ölbrenner nicht mehr. Kaminofen aus ca. 22:30 Uhr. Mit Nachtabsenkung reicht das bis zum nächsten Morgen. (Monate Dez-Jan) Jahresverbrauch Heizöl ca. 350-400l. Der Ölbrenner hat bisher in 20 Jahren auch erst 1 Wartung gesehen, denn wenn er läuft dann min. 45 min.

Der viel wichtigere Effekt des Kaminofens ist aber die Bereitung des WW. Die 40 - 45°C Puffertemperatur reichen nicht, um WW zu bereiten, wir benötigen dafür 48-50°C. (Mit FWS) Da der Kaminofen aber erst ab 65°C im WT anspringt (sonst Versottung) liefert er genau das warme Wasser, das für die FWS benötigt wird. Damit läuft an wirklich sonnigen Tagen selbst bei großer Kälte der Ölbrenner gar nicht. Steuerung übrigens eine alte UVR1611.

Mit der Erfahrung würde ich immer wieder in einen bzw. 2 große Speicher investieren. Die kosten sehr wenig wenn extern beladen und das funktioniert wirklich gut. Hauptaugenmwerk ist, dass die durch PV selbst erzeugte Energie auch selbst verbraucht bzw. gespeichert wird. Der Wirkungsgrad ist wenn Überschussenergie da ist erst mal unwichtig. Alles besser als die Überschussenergie ins Netz zu speisen bei der min. Vergütung.

Bei der Anlage mit WP und Batterie muss man halt die Verbräuche über die lange Winternacht betrachten. Kann die WP aus der Batterie gespeist werden, könnte man den Speicher kleiner machen. Aber der Kostenunterschied zwischen einem 600l oder 1000l Speicher ist gering. WIrd aber der Batteriestrom anderweitig im Haus verbraucht, würde ich die Wasserspeicher eher größer machen. Und natürlich berechnen, wie viel Überschuss Energie die PV überhaupt erzeugt. Zur WW Bereitung muss man hier aber auch den Heizstab mit dem Kaminofen gegenüber stellen. Alles eine Frage der Energiebilanz, aber auch mit einbeziehen, dass an einem nebligen Tag der Kaminofen durchaus Energie auch mit sehr hoher Temperatur abgibt, die PV Anlage aber nicht.

Aber bitte den Effekt des wasserführenden Ofens auf die WW Bereitung nicht vernachlässigen. Ach ja, die Pufferspeicher habe ich nachträglich gedämmt, die Dämmung ab Werk ist einfach schlecht.

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Ich betreibe mit Freude unseren Scheitholz-Kamin. Er ist im Winter das Herz unseres Hauses.

In meiner Welt gibt es kein “billiges Feuerholz”, da ich das Holz immer mit dem möglichen Verkaufspreis bewertet.

Habe im Sommer 18 Schüttraummeter Scheitholz gemacht und verkauft und werde mit dem Geld die Stromrechnungen für die Wärmepumpe und die Brauchwarmwasserpumpe bezahlen. Die nächsten zwei Jahre sind abgedeckt.

Wenn man mit einem wasserführenden Kamin einen wesentlichen Beitrag zum Heizen erreichen möchte, stelle ich mir die Logistik schwierig vor; man muss ja das ganze Holz erstmal ins Wohnzimmer tragen mit dem ganzen Dreck usw.

Bei einem Haus, welches wir - solange es bewohnt ist - ausschließlich über einen Scheitholz-Kamin heizen, habe ich mal durchgerechnet, wie es aussehen würde, wenn man das Duschwarmwasser mit einem wasserführenden Kamin machen würde. Bin irgendwie zum Ergebnis gekommen, dass Duschenwarmwasser so wenig kostet, dass es sich überhaupt nicht lohnt da was mit Holz zu machen.

Überschlagsmässig liegt man wohl fürs Duschen bei unter 2 Euro pro Tag mit einem Boiler und deutlich unter einem Euro pro Tag mit BWWP. (ohne PV-Beitrag)

Wenn man sagt: ich möchte aus diesen oder jenen Gründen aber viel mit Holz abdecken, sowohl Heizen, als auch Warmwasser, finde ich das klasse. Aber man sollte sich fragen, ob das die günstigste Alternative ist, insbesondere wenn man die anfänglichen Anschaffungs- und Installationskosten für wassergeführte Systeme mit in Betracht zieht.

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Ich denke es kommt immer auf das Gesamtkonzept an, ob wasserführender Ofen Sinn macht. Als Primärwärmequelle halte ich ein solches System auch für wenig sinnvoll. Als sekundäre aber sehr wohl wenn es zum Konzept passt. Wenn die Primäre Wärmequell auf niedrige Temperatur, unterhalb der WW Temperatur ausgelegt ist, und man die Quelle nur für WW anheben muss, dann kann das sehr sinnvoll sein. Zudem, wenn die Grundtemperatur im Haus tagsüber niedrig ist und abends in dem Aufenthaltsraum angehoben werden soll, d.h. eine schnelle Wärmequelle zugeschaltet werden muss.

Unser Haus ist mit 20-21°C Grundtemperatur über die Fußboden Hzg. auch recht kühl. Tagsüber, wenn man sich ohnehin bewegt ist das kein Problem. Wenn man sich aber abends im Aufenthaltsraum gemütlich hinsetzt, ist das aber schon recht ungemütlich. Also wird der Ofen eingeheizt, der macht schnell warm, was die FBH sowieso nicht kann. Fährt man eine Radiatoren Hzg. mit niedriegem Vorlauf ist die auch nicht wahsinnig schnell.

Wenn also eine schnelle zweite Wärmequelle sowieso laufen soll, dann kann die auch gleich mehrere Aufgaben übernehmen. Die Anschaffungs und Installation Kosten sind auch nicht hoch, wenn entsprechend Eigenanteil geleistet wird (eine Mischerstation mit Pumpe, 2 Leitungen zur Heizung, ein Wasseranschluss).

Der weitere Nebeneffekt ist aber auch, dass unser Haupt Energieträger die Sonne über die Solarthermie sein sollte. Leider klappt das diesen Winter schlecht, so lange Zeiten mit Hochnebel und Regen gab es die letzten 10 Jahre nicht. Auch die PV liefert fast nix. Der Ölbrenner läuft dann 4x/Tag für ca. 45-50 min. Ohne Kaminofen aber 6x/Tag. Eine Sonnen unabhängige Quelle ist da schon sinnvoll.

Genau der Effekt betrifft das hier angefragte Haus. Der Heizstab übernimmt ja die Aufgabe des Kaminofen - wenn genug Überschuss PV da ist. Ohne Sonne aber leider nicht.

Danke für die vielen konstruktiven Beiträge und entschuldigung für die späte Rückmeldung!

Also der Kamin ist als Ergänzung und Hobby zu betrachten, nicht als Primärwärmequelle. Er ist aber auch als Einrichtungsgegenstand anzusehen, der für Gemütlichkeit sorgt. Aktuell ist schon ein Kamin verbaut, aber alt, hässlich und eben nicht wassergeführt. Der >20 Jahre alte wassergeführte Kamin bei meinen Eltern begeistert mich noch heute, wenn ich mal da bin.
Kachelofen und andere Speicheröfen kommen eher nicht in Frage.

Leider habe ich keine Info über den bisherigen Ölverbrauch. Die Tanks haben noch nicht mal einen Anzeige. Ich habe einmal eine Schnur mit Gewicht abgelassen, um überhaupt zu sehen, wie viel da noch drin ist, da man es auch von außen nicht sieht. Habe es mir natürlich nicht notiert, werde aber zeitnah mal wieder eine Messung machen.

Bzgl einer Brauchwasserwärmepumpe: Wenn die dem Keller Wärmeenergie entzieht, dort aber außer dem Heizungsraum weiterer Wohnraum ist, heize ich dann nicht gegen BWWP gegen an? Die Tür zum Heizungsraum soll natürlich auch nicht immer offen stehen.

Mit einer LWWP einen Puffer zu beheizen, da streiten sich wohl die Geister. Sicher ist von der Effizienzbetrachtung her ein direktes Einspeisen in den Heizkreis besser, aber ich verstehe nicht ganz, wie man mit Wärmetauscher einen wassergeführten Kamin mit Puffer beteiligen möchte. Dann hebe ich doch die Vorlauftemperatur unnötig an?

Der Heizstab ist eine Überlegung, da ich PV "über habe" und wenn im Sommer kein Kamin geheizt wird, kann der Heizstab zumindest an einigermaßen sonnigen Tagen alleine das WW bereitstellen, ohne das die Wärmepumpe anspringen muss, wenn geduscht wird. Seine Beteiligung im Rest des Jahres ist wohl meistens zu vernachlässigen.

Wenn ihr Leute von 20-21 Grad Raumtemperatur sprechen, muss ich leicht schmunzeln. Wenn ich alleine bin, habe ich 17-18 Grad und mir ist nicht kalt. :smiley: Ab 20 Grad fange ich an, träge zu werde, was dann abends auf der Couch auch der Fall sein darf!

Natürlich heizt du erstmal direkt in Heizkreis rein. Dann kannst WW produzieren. Mit dem Puffer machst so viel warm, wie du an el. Überschuss in die WP stecken kannst. Es gibt auch Kombipuffer. Frischwasser und Heizung gehn unten rein. Obere Hälfte ist wärmer zur WW-Bereitung, da kommt die Frischwasserspirale wieder raus. Damit reichts aus, wenn die WP nur unten reinheizt. Einen wasserführenden Kamin kannst mit Umschaltventil erst WW machen lassen und dann die untere Hälfte erwärmen lassen