E-Auto als Heimspeicher nutzen (bidirektionales Laden) – wer hat Erfahrungen?

Hallo zusammen,

kurz zu mir und meiner Anlage: Ich betreibe eine 22-kWp-PV-Anlage mit einem 12-kW-Deye-Wechselrichter, dazu einige kleinere Wechselrichter und einen Batteriespeicher mit 28 kWh. Geheizt wird bei mir mit Klimaanlagen, Warmwasser kommt über Durchlauferhitzer – und das bei knapp 250 m² Wohnfläche.

Jetzt plane ich die Anschaffung eines E-Autos und würde gern von euren Erfahrungen profitieren.

Was ich vorhabe:

Das E-Auto soll nicht nur Fortbewegungsmittel sein, sondern auch als zusätzlicher Speicher dienen. An Tagen, an denen ich das Auto nicht brauche, möchte ich es bei günstigen Strompreisen laden und den Strom bei hohen Preisen wieder ins Haus bzw. ins Netz zurückspeisen – also bidirektionales Laden (V2H/V2G).

Meine Fragen an euch:

Gibt es solche Fahrzeuge bereits? Wenn ja, welche Marken und Modelle?

Hat jemand das schon umgesetzt, und welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Gibt es schon intelligente Wallboxen bzw. Ladelösungen, die mit Deye oder Solar Assistant kommunizieren können?

Ich vermute, dass viele ähnlich denken und ihr Auto künftig nicht nur zum Fahren nutzen möchten. Mich interessieren vor allem eure konkreten Umsetzungen, aber auch eure Meinungen – und ob das heute überhaupt schon so machbar ist, wie ich es mir vorstelle.

Danke vorab für eure Antworten!

Du kannst bei BMW so ein System bekommen, gegen Einwurf von sehr vielen Münzen. Komplett mit Stromvertrag und allem, was es braucht.

Die aktuellen VWs und Verwandte können auch V2H, und VW will demnächst dazu auch die passende Wallbox anbieten.

Der ADAC pflegt eine aktuelle Übersicht über V2H-fähige Autos.

openWB hat jetzt auch eine Bi-Di-Wallbox. Technisch sollte die alles können, was du brauchst.

In der Praxis wird V2H generell funktionieren, aber dein Wunsch mit Kauf und Verkauf von Strom scheitert ziemlich sicher daran, dass Aufwand und Ertrag in keinem sinnvollem Verhältnis stehen.

Oliver

Hi Oliver,

In erster Linie wollte ich den Speicher nicht für den Verkauf des Stromes nutzen, sondern für den Eigenbedarf Puffern.

Zielszenario für die dunkle Jahreszeit wäre folgendes:

In den Morgenstunden die Batterien aufladen, wo es günstiger ist. Dann entladen, wenn der Preis hoch ist und ggfs. wieder nachladen oder entladen wenn der Preis Abends wieder ansteigt.

So wollte ich dann den Winter netzdienlich verbringen und ggfs. noch Geld sparen.

In den Sommermonaten habe ich soviel Strom und so wenig Eigenverbrauch, dass ich dann das Auto nicht als Zwischenspeicher benötige.

Das war so meine Idee und ich meine Hoffnung war nun

  1. Die Automobilindustrie ist schon soweit und hat bezahlbare Wagen
  2. Es hat vielleicht schon einer so im Einsatz und kann explizit für den Winter mal berichten.

Denn ich bin der Meinung, dass ein E-Auto zukünftig nicht mehr nur für das Fahren genutzt werden sollte, sondern eben auch als Batterie für den Eigenverbrauch.

LG Björn

Wie gesagt, das alles ist gerade im Werden. Bisher gibts da nur geschlossene Systeme zu kaufen, aber das wird jetzt wohl schnell besser.

„Bezahlbar“ ist natürlich relativ. Bei den meisten Herstellern gibts V2H noch nicht so lange, was dann halt den Kauf eines Neuwagens oder sehr jungen Gebrauchten erfordert.

Und nur so als Hinweis: VW z.B. rechnet die entladenen kWhs auf die 160.000km Batteriegarantiegrenze an. Vermutlich werden da auch die anderen Hersteller sich ähnliches überlegen.

Da inzwischen ja 32kWh als 48V-Speicher auch nicht mehr unendlich teuer sind, muss man die Sinnhaftigkeit der Nutzung des E-Autos als Akku schon gründlich bewerten.

Oliver

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Auch wenn ich mich damit jetzt unbeliebt machen, aber V2H wird sich nicht durchsetzen, technisch ist das machbar. Sinnvoll ist das nicht.

Dazu muss das Auto dann auch da sein, wenn man es braucht. Bist du Tagsüber unterwegs kann es nicht laden und du kannst Nachts nicht daraus profitieren.
Dazu kommt das VW z.B die Entladeleistung auf 4.000 stunden oder 10.000kw/h begrenzt.
Bei neueren Version gibt es keine Begrezung mehr aber die Menge wird dann als Simulierte Wegstrecke angerechnet. Also 100kw/h aus dem Speicher geladen = 500km gefahren.
Außerdem brauchst du eine deutlich teurere Wallbox. (BMW ca 2000€)
Da du ja schon einen Speicher hast, würde ich diesen erweitern. Das ist praktischer und ggf. sogar günstiger.

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Ich schließe mich meinen Vorrdenern an.
Die Preise für Heimspeicher sind in den letzten Jahren so stark gefallen. Mit 28kWh hast Du ja schon einen recht großen Heimspeicher.
V2H war noch interessant, als Heimspeicher kaum verbreitet oder nur weniger als ein zehntel der Kapazität des Autoakkus hatten.
Weiter steigt bei 2 konkurrierenden Speichern die Komplexität der Steuerung.

Ich lade meine Fahrzeuge nur unidirektional mit den Überschüssen, die der Heimspeicher nicht aufnehmen kann z.T. auch nachts aus dem Hausakku, falls das Auto tagsüber nicht verfügbar war und habe so auch über 100kWh an flexiblem Speicher. (Zusätzlich zu den 63kWh Heimspeicher)

Interessant dürfte v2g nur noch für größere Flotten sein, die vielleicht am Wochenende oder nachts auf dem Firmenparkplatz stehen und die Kapazität dem Strommarkt zur Verfügung stellen. Aber auch da sehe ich die größte Wertschöpfung bei den Stromhändlern und nicht bei dem Flottenbetreiber.

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Nehmen wir an, das Auto kostet 40.000 €. Ein Deye-Speicher kostet ca. 1.800 € für 16 kWh. Für 40.000 € könntest du einen Heimspeicher mit einer Kapazität von ca. 350 kWh kaufen, den du ohne Wallbox usw. laden und entladen kannst.

Ich habe vor vier Wochen eine Bidi Lösung installieren lassen. Richtig ist, preislich ist das noch weiter oben angesiedelt, aber nicht super teuer. Wir haben nur noch einen Energieträger im Haus, bei Stromausfall sitzen wir im dunkeln, kalten und wenn Strom für mehrere Tage weg ist, kann man an den Schnelllader fahren und nach "tanken".
Die Autohersteller werden die Bedienungen ändern müssen, LFP Zellen sind so robust, da kann man über viele Jahre laden und entladen wie man möchte, auch bei Gebrauchten. Solche Limits wie VW kommuniziert sind von gestern.
Es eröffnen sich ganz neue Felder mit BiDi Wallboxen: flexibler Notstrom, Teilnahme am Strommarkt, Netz/Preisentlastung durch laden in der Nacht und entladen am Tag mit EnWG §14a, Überbrückung von schlechten Wetter Tagen mit geringer PV Produktion, ...

Mach doch mal ein eignes Thema dafür auf, wenn du deine Erfahrung mit uns teilen möchtest. Gerne auch mit etwas mehr Details, welches Auto, was für kosten hattest du usw. Vielleicht schreibst du dann auch mal über Langzeiterfahrung.
Und ist das Wirklich Ersatzstromfähig? Und wenn ja was musste dafür noch an der Elektroinstallation geändert werden.

wie schon geschrieben stehe ich dem ganzen eher skeptisch gegenüber, bin aber bereit was neues zu lernen.

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Bei mir die gleiche Situation. Unsere KIAs mit V2L Adapter könnten den 45kWh Heimspeicher mit 3,6kW auffüllen. Quasi V2H für Arme. Aber bei einem großflächigen Stromausfall hilft das nicht wirklich. Nicht dass ich mir große Sorgen mache - aber ich muss den Fall im Auge behalten.

Ich tendiere aktuell eher zu einem Notstromaggregat, das aus Gasflaschen versorgt wird.

Solche Aggregate muss man regelmäßig warten, sonst funktioniert nichts, wenn man es braucht. Gasflaschen sind auch als erstes ausverkauft bei einem größeren, längeren Stromausfall. Kann funktionieren muss nicht.

Hast Du das mal ohne Stromnetz getestet? Dein WR müsste Schwarzstartfähig sein und sich mit dem Kia verstehen.

Das ist ein Deye Hybrid, der versorgt das Haus weiter. Eine Kommunikation mit den Autos funktioniert nicht, die Hausbatterie würde ganz stumpf über ein separates Ladegerät geladen.

Dafür können sie dann aber eben auch wirklich als Back up dienen.

Wie soll das ein BEV leisten, wenn gar nie sicher ist ob es überhaupt vor Ort ist und bei einem Stromausfall natürlich auch nicht "nachgefüllt" werden kann.

Deshalb kauft man die ja auch vorher und kann sie dann - wenn man das denn möchte - "einlagern" für so ein Szenario.

Ein Generator kann dann mit einigen (vollen;) Gasflaschen schnell gleich viel oder mehr Energie erzeugen, als man aus einem BEV Akku rausnehmen kann.

Aus meiner subjektiven Sicht (und ich habe weder BEV noch PV noch Hausakku) könnte es da sinnvoller sein, wenn man den Hausakku vergrößert (oder anschafft falls nicht vorhanden) wie schon genannt wurde und dann für Notfallvorsorge mittels Generator eine Möglichkeit schafft diesen bei Bedarf extern zu laden.

(Funktionsfähigkeit ohne Netz wäre dann nat. notwendig)

Dann könnte man den Generator bei Bedarf (und nur da) in einem sinnvollen Lastbereich laufen lassen und zb. nachts aus lassen.

Immerhin wird ja fast jeder mit Hausakku auch PV haben, da dürfte das Geld in einem größeren Hausakku dann meistens besser angelegt sein - um so viel Sonnenstrom wie nur möglich selber zu nutzen - auch wenn das BEV nicht an der Wallbox hängt.

Erfahrungen mit V2H sind seit 2 Jahren vorhanden, seit einem Jahr mit LWWP.

Es ist ein DiY Projekt und funzt. Insbesondere die Tatsache, das die Traktionsbatterie in 2-facher Funktion verwendet werden kann, macht einfach Spaß. Aber klar, die Größe / Ausrichtung der PV Anlage, die Höhe & Art des Stromverbrauches und der eMobilitätsanforderungen müssen irgendwie passen.

Und ... im Dez/Jan kommt ganz wenig von oben und geht in den "Sofortverzehr", in den Sommermonaten reicht auch der Heimspeicher vollständig, aber in den Übergangsmonaten macht es einfach Sinn.

Aktuell ist der BMW iX3 mit der BMW Professional DC-BiDi-Wallbox das "Maß der Dinge". Auch wenn einem BMW nicht zusagt, hier haben Sie geliefert - das Preisschild ist dann natürlich auch eine Spaßbremse :wink:.

VW (u.a.) auf der MEB Plattform taugen wenig/nichts, da sie eine Mindestentladung von 1,8 kW setzten und damit für V2H komplett überzogen. Das geht nur im Wechselspiel mit einem Heimspeicher und wurde von E3/DC umgesetzt. Weiterhin ist die Ambibox unverschämt teuer.

Das gilt auch für die OpenWB DC-BiDi-Wallbox.

Vorteil bei OpenWB, sie haben eine Webseite, die ehrlich zur Verwendung von eAuto's Auskunft gibt.

KIA/Hyundai könnten in DE, dürfen aus welchen Gründen auch immer aber nicht - NL macht es vor. Porsche bietet wohl auch in AT eine Lösung an.

Wer irgendwelche Hoffnungen als E/2FH- und PV Dacheigner in MiSpeL gesetzt haben sollte (also laden und dann entladen in Netz - V2G) dürfte maßlos entäuscht sein, das Konstrukt der BNetzA taugt dafür nicht wirklich. Als erste Lektüre bieten sich dann auch die e.ON V2G Angebotsunterlagen an, vermutlich wird dann das V2G Projekt eh begraben.

Der Straßenpreis für eine DC-BiDi-Wallbox müßte sich bei 1.500 € einpendeln, analog zu einem 10 kVA PV-WR, zzgl CCS Stecker. Und die Preisobergrenze hat der "Premiumhersteller" BMW gesetzt: 2.094 €.

Als Übergangslösung kann eine schlanke V2L Lösung mit dem Victron Multiplus II helfen - aber NUR bei ausreichenden elektrotechnischen Kenntnissen !!

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Verstehe ich nicht. Du hast sicherlich nicht seit 2 Jahren einen iX3.

  • Du hast 2 Jahre Erfahrungen mit V2H? Oder habe ich das falsch verstanden? Welches Elektroauto hast Du, welche Wallbox hast Du und wie hast Du V2H umgesetzt?
  • Was hat mit der Thematik eine LWWP zu tun?

Genau, keinen iX3, aber ein eAuto (Renaul Twizy) mit 48VDC Batterie und DIY Lösung (Victron MPII).

Was hat die Thematik mit einer LWWP zu tun ?
Nun, diese erhöht den täglichen Strombedarf erheblich und gerade bei kühleren Temperaturen auch Abends und Morgens. Hier hilft nur eine größere Batterie (eAuto) und eine passende PV Dachanlage, diesen Bedarf tagsüber (Ausnahme: Dez & Jan) zu erzeugen.
Gerade in der Übergangszeit hilft diese Kombination enorm den Überschuß für die trüberen und nächtlichen Stunden zu nutzen.

Ohne stromgeführte Heizung (i.e. LWWP) ergibt V2H durchaus die Chance mehrere trübere Tage ohne externen Bezug über die Runden zu kommen.

Aber grundsätzlich gilt: Die Größe / Ausrichtung der PV Anlage, die Höhe & Art des Stromverbrauches und der eMobilitätsanforderungen müssen schon passen.

mit 6,1 kWh? Technisch eine nette Lösung, weil 48V.

Aber: Lohnt das den Aufwand bei den geringen Preisen der LFP-Akkus, zumal ich persönlich den NMC-Akku des Twizy nicht durch weitere Ladezyklen belasten würde.

Für V2H oder V2G würde ich nur ein Auto mit relativ großem Akku und LFP nehmen. LFP, weil die Anzahl der Ladezyklen da wesentlich höher ist und man bzgl. der Lebenszeit so mehr Reserven hat.

Nun, der Akku wurde "aufgebohrt". In das gleiche Compartment passen mittlerweile 20 kWh - nennt sich technologische Entwicklung (2008 -> 2025) :wink:

Und das ist der Punkt, der Traktionsakku bekommt eine zweite Funktion und damit "rechnet" es sich.

Unter "rechnet" verstehe ich auch, das fossile Erzeugung systematisch aus dem Netz gedrückt wird.

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Die Bilanz nach einem Jahr zeigt hier ziemlich klar zwei Dinge auf (4 BEV, WP):

  • die Hausbatterie mit 45kWh wird nie komplett ausgenutzt
  • die Nutzung steht und fällt mit dem PV-Ertrag

Unterm Strich sind wir um jede kWh froh, die schon in den Autos ist. Keiner von uns käme auf die Idee, aus den Autos wieder zurückzuspeisen, wenn Netz vorhanden ist.

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