ich stehe vor dem Wechsel meines Stromtarifs zum 27.11.2026 (bisher Maingau mit Top-Konditionen: 22,98 ct/kWh / 14,99 € Grundpreis, bereits online gekündigt) und habe meine Situation intensiv analysiert. Da ich in Foren oft Skepsis gegenüber dynamischen Tarifen im Winter lese, hier mal mein konkretes Setup und die echten Daten dazu.
Mein Setup (PLZ 26736 / Küstenregion):
Heizung: Wärmepumpe vorhanden (Inbetriebnahme 2023, läuft mangels freiem Platz im Zählerschrank über den gemeinsamen Haushaltszähler, daher kein separater WP-Tarif möglich).
Gesamtverbrauch: ca. 8.500 kWh/Jahr.
PV-Anlage 1: 6,4 kWp aus 10/2008 (Volleinspeisung mit hoher EEG-Vergütung bis 10/2028, bleibt bis dahin für den Eigenverbrauch unangetastet).
PV-Anlage 2: 2x Balkonkraftwerk mit insgesamt 2.600 Watt Modulleistung an 2x Growatt 800 Wechselrichtern (mit Nulleinspeisung).
Speicher: 2x MARSTEK Venus E Gen 3.0 (AC-gekoppelt, Gesamtkapazität 10,24 kWh) mit automatischem KI-/Handelsmodus.
Messung: Digitaler Zähler, ausgelesen via Infrarot mit dem everHome EcoTracker.
Echte Verbrauchsdaten (Winter/Frühjahr laut everHome App):
Warum ein dynamischer Tarif (wie Tibber) bei mir trotz WP im Winter gewinnt:
Winter (Preiskosmetik statt Autarkie): Bei ca. 49 kWh Tagesbedarf im Januar machen mich die 10,24 kWh Speicher natürlich nicht autark (decken ca. 20 %). Aber: Der Speicher nutzt im Winter nachts das günstige Windstromfenster an der Küste (oft 14–17 ct/kWh) und lädt sich voll. Morgens ab 7 Uhr, wenn die WP anläuft und die Peak-Preise an der Börse explodieren (oft 35–45 ct/kWh), schaltet das System auf Akku-Entladung. Ich rasiere damit gezielt die teuersten Stunden des Tages weg (Peak-Shaving).
Sommer (Maximale Eigendeckung): Ab März explodiert der Solar-Überschuss der BKW-Anlagen (März schon 40 kWh verschenkt). Die 10,24 kWh Speicher fangen diesen Überschuss im Sommer komplett gratis auf und bringen das Haus autark durch die Nacht. Netzbezug von Mai bis August geht gegen Null. Bei Regen wird mittags zu Cent-Preisen an der Börse nachgeladen.
Post-EEG ab 10/2028: Wenn die große 6,4 kWp Anlage aus der Vergütung fällt, wird sie auf Überschusseinspeisung umgeklemmt. Ab dann füllt die Sonne den 10-kWh-Speicher selbst an guten Wintertagen auf und der Netzbezug schrumpft noch weiter.
Fazit:
Für ein reines WP-Haus ohne Steuerung wäre mir das Winterrisiko bei dynamischen Tarifen zu hoch. Durch die Kombination aus großem AC-Speicher, everHome-Schnittstelle und dem automatischen Handelsmodus ist ein dynamischer Tarif für mich aber die einzig logische Wahl, um starre Festpreise (aktuell ca. 28 ct/kWh) deutlich zu unterbieten. Ich werde zum 27.11. zu Tibber wechseln, da hier die Infrarot-Abrechnung über den EcoTracker sofort und ohne offiziellen Smart-Meter-Umbau funktioniert.
Was haltet ihr von der Strategie? Wer nutzt den Marstek-Handelsmodus schon im Winter?
da bin ich gespannt auf deine Ergebnisse nach diesem Winter.
Ich bin in einer ähnlichen Situation und musste mir gezwungenermaßen einen neuen Tarif suchen (grüüün- Kunde). Da ich für einen möglichen Streit, über einen zu erfüllenden Vertrag, keinen Nerv habe, musste ich wechseln. Mir war das Risiko einer möglichen Insolvenz und Komplettverlust des Geldes zu hoch.
Ausgangssituation:
Wärmepumpe (FBH+WW)
BEV (26 tkm/pa) – 95 % laden zu Hause
PV (24 kWp – N/O/W) + Akku (16 kWh)
Gesamtverbrauch ~ 11 MWh
Nach meiner Rechnung und den aktuellen Börsenpreisen bei uns, werde ich wohl kaum günstiger sein als ein Fixpreis Tarif. Und das inkludiert mit einer Modul 3 Anmeldung und netzdienlichem laden. Erschwerend kommt der allgemein höhere Strompreis dazu, je höher also der Anteil an anderen Kosten ist, umso weniger lohnt die Nutzung der niedrigen Netzentgelte, wenn ich z.B. den Akku damit vollladen möchte und eine Vollkostenrechnung mit Wirkungsgrad ansetze.
Da ich aber über ein Vergleichsportal gewechselt habe, habe ich im ersten Monat einen Fixpreis von 19,4 ct/kWh. Mir kann für den November eigentlich nichts Besseres passieren. Der Wechsel ging völlig automatisch übers Wochenende vonstatten mit Statusupdates zwischen dem Lieferanten und meinem Netzbetreiber, inkl. Meldung das auch mein Smart Meter erkannt wurde.
Durch die Boni und den wohl supergünstigen ersten Monat können auch die Folgemonate meinetwegen etwas teurer werden, aber dann habe ich das einmal mit allen Mitteln der Automatisierung durchprobiert (Homeassistant mit Steuerung EVCC, WP, BEV, usw.).
Wenn das nichts wird, geht es wieder zurück zum Fixpreis.
Wie lange braucht denn das Laden des 10,24 kWh Speicher (sprich wie groß ist das Ladeteil) ?
Und ist in dieser Zeit der Tarif durchgängig günstig ?
Unabhängig davon scheint nachts keine Sonne und der Wind bläst ggfs. im Norden und stochastisch. Und damit ist der Strombasis fossil (Gas-/Kohle), es freuen sich die entsprechenden Erzeuger über eine bessere Auslastung und höhere Profite.
Also ich nutze Octopus Energy mit zwei Tarifzonen über den Tag.
Jetzt zieht sich mein Wechsel schon lange hin (aus verschiedenen Gründen) so das meine Situation speziell ist. Aber da mal zu schauen wäre meine Empfehlung. Mein Nachbar nutzt Octopus mit Wärmepumpe und Akku
Das Modell lohnt sich zusammen mit den günstigen Modul 3 Netzentgelten, die bei meinem Netzbetreiber im Winter Nachts gelten, zum Akkus (und E-Autos) laden.
Schwierige Frage ... Ich bin dieser Empfehlung hier gefolgt für meinen Anschlußvertrag ab 1.2.27:
Mal sehn, wie sie mich mit Angeboten für Finanzdienstleistungen zumüllen werden und ob die Überlegung im Februar erstmal in die Grundversorgung zu gehen und im Sommer was neues zu suchen, wenn ich ab Ende März genug eigenen Strom habe, besser gewesen wäre. Nach ner kurzen Claude Suche waren die jahreszeitlichen Schwankungen aber nicht so groß und dominiert von längeren Entwicklungen.
Einen dynamischen Tarif hab ich für uns basierend auf den HomeAssistant Daten und historischen Börsenpreisen aus dem Netz und Optimierungsversuche mit Blick auf Akku für Herbst 2025 bis Mitte 2026 auch mal simulieren lassen (Code mit Claude erzeugt), war da aber mit Festpreis besser dran. Je nach Zeitfenster inkl. Optimierung ggf. geringfügig drunter. Da ich mit Splitklima und bislang ohne Automatisierung heize (840 kWh Strom für die Heizperiode), kein Auto und kein §14a Modul 3 sind die Möglichkeiten für Lastverschiebungen und Ersparnis beim Stromeinkauf recht limitiert. Schätze mal, daß Deine größte Stellgröße ein zeitlich optimierter Betrieb der WP ist, weniger der Akku mit Ein/Ausspeicherverlusten.
Wenn Du entsprechende Möglichkeiten hast, das ganze zu loggen und nachträglich auszuwerten, kannst Du es ja auch einfach unter Learning verbuchen, wenn Du mit dyn. Tarif vielleicht nen Hunderter oder zwei draufzahlen solltest.
Also geplant sind bisher ja 2x Marstek Venus E 3.0. Sind ja geplant und daher noch nicht gekauft.
Was haltet ihr denn von Modul 3 und den flexiblen Netzentgelten ? Damit sich das lohnt müsste man im Winter ja viel größere Batterie-Speicher haben. Mit 10 kWh über Nacht günstig laden komme ich in den Wintermonaten ja tagsüber nicht weit.
Und meine Panasonic 7KW Jeisha ist vom Steuerungs-Zwang ja nicht betroffen weil sie Bestandschutz hat aufgrund des Einbauzeitpunkt in 2023
Wenn eine WP gemäß der reinen Lehre nah an tatsächlichen Wärmebedarf dimensioniert ist, sind größere Heizpausen ja nicht drin. Da ist das Optimierungspotential dann auch begrenzt.
Arbeitet ja nicht immer an der Auslegungsgrenze. Wenn es mal kurze Zeiten richtig kalt ist und sie mit nahezu 100% durchlaufen muß, geht natürlich nichts ... Und mit Heizkörpern ist es je nach Dämmstandard natürlich auch schwierig(er), wenn man die Wärmekapazitäten nur indirekt über die Luft errreicht.
Mit deiner Jeisha kannst du freiwillig in das Modul 3 wechseln. Ich habe das mit meiner alten Wallbox auch getan. Bei der Steuerung ist es so: Das musst du bauen (habe ich auch gemacht) ich glaube aber nicht das Netzbetreiber da ein Interesse dran haben tatsächlich zu steuern. Die sind jetzt schon überfordert.
Und 10kwh bringt dann nicht viel. Ich denke schon drüber nach von 16 auf 32kwh zu gehen. Da wird aber auch schon die max. mögliche Ladeleistung und die Leistung die du über den Hausanschluss und die Verteilung bekommst relevant.
Ich mache das weil es in meinem Fall ganz gut passt. Aber wie gesagt ist speziell. Die nächsten 16kwh kosten 900€. Strompreis nachts im Winter liegt bei 10-11ct/kwh. Ein Huawei Ladegerät liegt noch im Keller.
Da muss man sich mal das Preisblatt deines Netzbetreibers ansehen und schauen wie die Preisstruktur ist. Und ich würde mal den Tarif bei Octopus ausrechnen lassen