Das wervollste Gut, das wir Menschen (vergänglich wie wir sind) haben, ist nun mal die Lebenszeit.
Und folglich stellt sich dann denke ich schon die berechtigte Frage, ob es immer sinnvoll ist, diese sehr begrenzte Zeit (zumeist) unbekannter “Restlaufzeit” dafür aufzuwenden, sich Wissen für “einmalige Arbeiten” mühsam anzueignen.
Aber die Sache ist natürlich extrem individuell: Der Eine ist ev. jemand, der schon seit vielen Jahren oder gar Jahrzehnten selber am und ums Haus viel selber macht - sich entsprechend ev. nur “Spezialwissen” aneigenen muss. Möglicherweise hat er sogar einen handwerklichen Beruf.
Der Andere ist ev. aber jemand, der bislang zeitlebens nur in Wohnungen gelebt hat und nun das erste Haus bezogen hat. Bislang NULL handwerkliche Tätigkeiten, der Höhepunkt war es Bilder aufzuhängen. (Ausmalen hat Maler erledigt…)
Wir sehen: Die “Ausgangsposition” ist schon so unglaublich unterschiedlich, da liegen Welten dazwischen.
Aber da hört es ja noch nicht auf. Auch die wirtschaftlichen Verhältnisse können extrem unterschiedlich sein, da könnte der hochbezahlte Gehirnchirurg, Rechtsanwalt oder Manager zweifellos den Drang verspüren etwas selber zu machen - einfach weil es ihn interessiert und weil es für ihn einen willkommenen Ausgleich zur bezahlten Tätigkeit darstellt.
Gleichzeitig könnte der Hartz4 Empfänger (was isoliert betrachtet ja noch garnichts aussagt) mit Pech so gar kein Interesse haben selber auch nur einen Finger zu rühren…
Oder genau umgekehrt, alles ist möglich.
Und deshalb sind auch die Situationen so extrem abweichend:
Wenn zb. ein guter Rechtsanwalt mit viel Arbeit ggfs. so viele Stunden arbeiten kann wie er eben möchte - diese aber hochbezahlt sind - dann würde er bei DIY am Ende sehr sicher sogar draufzahlen. Da wäre es billiger, wenn er die Arbeiten von Firmen machen lässt und in der Zeit im Job Geld verdient.
Andere Arbeitstätige haben diese Möglichkeit oft nicht, die können sich ggfs. nicht aussuchen “mehr zu arbeiten” wenn sie das wollen und verdienen ohnehin nur einen Bruchteil.
Es kommt eben darauf an…
Also macht DIY Sinn?
JA, NEIN, vielleicht…
Selbst wenn jemand die Zeit hat (nimmt), dann ist die hinterher dennoch “weg” und man sollte sich eben idealerweise schon vorher fragen, ob es einem das wert ist. Und ob man sich dafür interessiert und angeeignetes Wissen ggfs. auch weiterhin "nutzen” kann.
Also auch abseits von “Recht und Sicherheit” ist das schon schwieriger als man denkt.
Deshalb finde ich das Thema mit dem “Stammtisch” wovon der Zweig hier abgespalten ist schwierig, da ich vermute, dass man damit erstmal die anspricht, die einfach Geld sparen wollen. (Und es wird ja auch im Thema genannt, dass viele kein Intersse mehr haben, sobald “fertig”.)
Das ist aber aus meiner Sicht - bei “komplexeren Arbeiten” - jedenfalls aber solchen die das Thema Sicherheit betreffen, zu wenig.
Wenn jemand seine Wände streicht weil er Geld sparen will - aber NULL Interesse daran hat und sich auch in keiner Weise informiert, wird es nicht so dramatisch sein…
Wenn es aber um Wanddurchbrüche, Elektroarbeiten, Kältemittel usw. geht, sieht das völlig anders aus.
Daraus resutiert dann auch zb. der Spruch den man auch hier immer wieder mal lesen kann: “Wenn es irgendwo nicht ganz dicht ist, muss ich halt mal nachfüllen”

Nein, falscher Ansatz.