DIY Installation Klima-Split-Geräte

Wenn man sich das Messprinzip mal genauer anschaut, dann sieht man, was das Messgerät nur messen kann: Es misst immer nur die Differenz zum Umgebungsdruck. Genau das zeigt bei dir auch die Skala, die hier gut gestaltet ist. Also 0 entspricht Umgebungsdruck, -100 wäre 100mbar unter Umgebungsdruck.

Wenn du nun genau 1000 mbar Umgebungsdruck hast, wärst du bei -1000 mbar bei 0 bar absolut, was man natürlich praktisch nie genau erreichen kann. Aber in die Nähe musst du kommen. Hast du hingegen einen Luftdruck von 1030 mbar, musst du mit der Pumpe auf z.B. -1028 mbar kommen, um 2 mbar absolut zu erreichen.

Kurzum, du brauchst noch ein Barometer oder im Internet eine Info, wie ungefähr der Luftdruck ist. Das zeigt dir aber auch, sehr genau wirst du damit nicht, aber eine Abschätzung +- 10mbar klappt damit schon.

Den Druck, den du so erreichen solltest, sollte kleiner <2 mbar absolut sein. Wenn du dir den Dampfdruck von Wasser anschaust, weißt du auch, ab welchem Druck das Wasser verdampft. Liegt irgendwo bei 10-30 mbar.

Hier die Tabelle:

Was du machen kannst: Die Pumpe erstmal nur mit einem Schlauch + Blindstopfen 30min laufen lassen und dann den erreichten Druck ablesen. Das ist sozusagen der niedrigste Wert, den du erreichen kannst bei aktuellem Luftdruck. Wenn die Pumpe in Ordnung ist, wirst du recht sichter unter 1mbar abs sein. Damit hast du eine gute Referenz, wenn du dann die Anlage evakuierst, was du erreichen musst. Klappt natürlich nur, wenn es keine starken Luftdruckumschwünge gibt. Also immer auch im Internet den Luftdruck beobachten.

Ganz wichtig ist absolute Dichtheit des Schlauches und Blindstopfens. Kleinste Undichtheiten verfälschen alles stark, da erreichst du ganz schnell keine 50 mbar abs mehr. Aber die Dichtheit erkennst du ja auch, wenn du nach Pumpenabschaltung den Druck nochmal 30min beobachtest.

Ich habe 4 kurze Spülvorgänge (wenige Sekunden) mit Helium gemacht (der Partyflasche), nun stand eigentlich Drucktest an, aber die Flasche gibt nur < 10 BAR her.
Ich denke nicht, dass wirklich viel bei den Spülvorgängen verbraucht wurde, die geschätzten >30 BAR bezweifele ich aber. Ich vermute fast eher, dass die an Material für die Flasche sparen, und dafür den Druck verringert haben. Flasche war von Bauhaus, aber vom Bild identisch zu dem oben verlinkten Produkt.

Werde nun wohl oder übel doch auf N2 gehen. Mal sehen, ob ich mit der 1l Einwegflasche zumindest den Drucktest von meinen 20m Leitungen (in Summe ) machen kann (Dual-Split, 3.5m + 6.5m Distanz * 2). Für das brechen des Vakuums sollte ja dann auf jeden Fall genug drin sein.

Da die Pumpe gebraucht gekauft ist, war da natürlich eine gewisse Unsicherheit. Nun habe ich neues Öl eingefüllt, und einen Testo552 angehängt, und ich komme zum Glück wirklich auf die 15micron, wenn ich das Testo direkt an die Pumpe schliesse.

10 BAR Drucktest war auch erfolgreich, ich werde nun noch einen mit 40 BAR N2 machen, dann kann ich loslegen.

Edit: Puzzlestücke aus Messing sind nun auch da, dies ist meine Vakuumieranordnung, ich machst wie im Manual 3-stufig:

Erstaunlich.

Am besten wäre gewesen, ganz zu Beginn, also vor den Spülvorgängen, den Flaschendruck zu messen.

Mir ist ein Fall bekannt, in dem mit dem Ballongas-Helium aus dem Baumarkt zunächst die Kupferrohre beim Hartlöten gespült wurden, als die Leitungen am Innengerät angelötet wurden (Bördel-Verbindungen abgeschnitten, um Fehlerquellen zu vermeiden - gelötete Verbindungen sind DICHT). Anschließend wurde die selbe Helium-Flasche für den Drucktest der Anlage verwendet, und die gab trotz nicht wenig Gasverbrauchs beim Hartlöten immer noch 17 bar her. Im Allgemeinen sollte da also mehr drin sein. Vielleicht hast Du eine "Mogel-Flasche" erwischt...?

Ich finde es schon etwas krass, Helium für den Drucktest zu verwenden. Klar, mit Helium ist man auf der absolut sicheren Seite, ein kleineres Gas-Atom bzw. Molekül gibt es nicht. Also wenn Helium nicht rausgeht, dann geht gar nichts raus. Man kann damit aber auch falsch-negative Ergebnisse bekommen, ein fluorierter Kohlenwasserstoff ist doch deutlich größer. Stickstoff, CO2 oder Pressluft wären da wohl eher geeignet.

Also wenn's bei Helium dicht ist, dann ist es wirklich dicht.

Das geht halt einfach darauf zurück, dass Helium das Gas ist, das man am billigsten in kleiner Menge in Einwegflaschen mit 1/4-Zoll SAE-Gewinde bekommt. Bekäme man Stickstoff genauso einfach und günstig, würden alle dazu greifen.

Druckluft sollte man eher nicht verwenden, wegen der darin enthaltenen Luftfeuchtigkeit. Die drückt man sich dann mit ins System und muss sie hinterher wieder heraus-evakuieren.

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Würde ich mir sparen. Was bei 10 bar dicht ist, ist es auch sehr wahrscheinlich bei 40 bar. Selbst Daikin schreibt in einigen Anleitungen, mit 20 bar und nicht mit 40 bar zu testen.

Denk dran, dass es hier nicht um einen Drucktest in dem Sinne geht, ob die Leitungen oder die Anlage das aushalten. Es geht nur um einen Dichtheitstest und auch nur um einen Grobtest. Selbst wenn du also keine Undichtheit nachweisen kannst, kann die Anlage immer noch zu undicht sein für das, was gefordert ist. Die wirkliche Dichtheit kannst du nur mit einem Schüffler ermitteln, nachdem das Kältemittel drin ist.

Der Sinn dieses Grobtests ist auch nur, grobe Installationsfehler zu erkennen und vor allem zu vermeiden, dass Kältemittel in größeren Mengen in die Atmosphäre gelangt.

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Wobei eine ganz enorme Menge dieser Kältemittel natürlich am Ende trotzdem in der Atmosphäre landen werden. Je mehr davon erzeugt wird, umso mehr wird das unser Klima "killen" oder beeinflussen. Paar hundert mal mehr, als eine gleiche Menge freigesetztes CO2. Sollte man nicht außer Acht lassen.

Aber da bin ich schon wieder off-Topic.

Da bin ich 100% bei dir. Ohne Verantwortungsbewusstsein würde ich die indische Variante wählen (gibt es ein Video ich glaube in diesem Thread)
Plan ist / war, bei dem Stickstoff Test dann mit Lecksuchspray ranzugehen, einfach um noch eine Stufe mehr Sicherheit zu haben.

Hab aber irgendwo gelesen, dass das dann eine Menge Saubermachen nach sich zieht, weil das Spray mim Kupfer reagiert (???)

Wenn man es bei der Installation richtig macht, dann bleibt eigentlich nur noch die Entsorgung des Gerätes nach dem Ende seiner Lebensdauer als Risikofaktor übrig. Wird das sauber gemacht (Absaugen oder zumindest "pump-down" ins Außengerät), dann kann so eine Anlage durchaus ohne nennenswerte Freisetzung in die Atmosphäre auch mal 20 Jahre ihren Dienst tun.

Wäre sehr komisch, wenn moderne Lecksuchsprays Kupferleitungen angreifen würden. Es ist aber alte Tradition, nach so einem Test alle Stellen mit Wasser zu säubern, steht so im Lehrbuch. Ich hab dafür eine Sprühflasche genommen. Handtuch dahinter und darunter legen und etwas sprühen. Das geht schnell. Und dann mit Handtuch trocken machen.

Wenn du noch keinen Lecksuchtest gemacht hast, dann würde ich den noch nachholen. Das macht Sinn.

Hab noch eine Frage zum Thema Gase:

Ich stolpere immer wieder über "Formiergas", also 95% Stickstoff + 5% Wasserstoff.
Hierfür scheint es ja wohl auch (Wasserstoff)Schnüffler zu geben, 8l Flaschen werden aus Polen mit Druckminderer für 130 EUR inkl. Lieferung vertickt.

Bei Linde Gas wollen die für 5l Flaschenmiete (!!) schon > 100 EUR (da kommen sehr abenteuerliche Gebühren drauf, z.B. eine Gebühr von 27EUR wenn man selbst abholt).

Frage also: Ist das Formiergas OK für das was wir hier machen? Oder muss es zwingend reiner Stickstoff sein?

Formiergas ist in Ordnung, kann man nehmen. Scheint aber im Kältebereich bei Split-Klima unüblich zu sein. Warum? Für Formiergas braucht man spezielle Schnüffler, die Wasserstoff schnüffeln können. Da nehmen die Kältetechniker doch lieber gleich das Kältemittel und haben dafür passende Schnüffler. Stickstoffprüfung ist dann nur ein Grobtest, der Feintest wird übers Kältemittel gemacht.

Für DIY hat man Schwierigkeiten, günstig einen Schnüffler zu bekommen, der Wasserstoff detektieren kann. Kältemittelschnüffler sind hingegen kein Problem.

Mit Formiergas hat man natürlich den großen Vorteil, die Dichtheit des Systems 100% nachgewiesen zu haben, bevor man den Kältekreislauf in Betrieb nimmt.

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Welcher Kältemittelschnüffler für R32 ist zu empfehlen?

@moehrlein Der CLD-100 hat bei mir bestens funktioniert.

Für kleines Geld: Elitech CLD-100 für etwa 40 Euro.

Hier nun meine Erfahrungen zum Evakuieren (mit Micron Messgerät)

  • Die Pumpe wurde vorher getestet (zieht auf 15 Micron) wenn das Vakuummeter direkt an der Pumpe hängt.
  • Mit 3 Schrader Ventilen in meinem Anschluss war es mir nicht möglich unter 560 Micron zu kommen, hab > 1 Stunde laufen gelassen
  • Nach Entfernung von 2 Schrader Ventilen bin ich auf ~530 Micron gekommen (ähnliche Zeit wie oben)
  • Was wirklich etwas ausgemacht hat, war das 2 malige brechen mit Stickstoff (hier reicht eine 1l Flasche für mehrere Innengeräte), das hat mich dann ziemlich schnell unter die gewünschten 500 Micron gebracht. Sehr viel mehr war aber auch nicht drin.

Ich bin der Meinung, dass das verbliebene Schraderventil einiges ausmacht, ich habe es nicht versucht (werde das aber morgen mal - sofern das Wetter mitspielt - mit dem 2. Strang versuchen), aber es scheint wirklich so zu sein, dass diese Ventile ziemliche Vakuumkiller sind. Hätte das so nicht gedacht.

Im Anschluss an das Vakuumieren auf 500 Micron habe ich das den Kugelhahn aus Sicht der Anlage hinter dem Vakuummeter geschlossen, die Pumpe abgeschaltet und geschaut, was passiert. Es ging relativ flott auf 620 Micron hoch, hat sich aber dann in diesem Bereich gehalten (10 Minuten).

Wenn ich das richtig gelesen habe, ist es "normal" dass das Vakuum noch leicht steigt, KT's verifizieren wohl, dass nach 10 Minuten weniger als der doppelte Referenzwert vorliegen, was dann nach meiner Rechnung 1000 Micron wären. Ich melde mich dann nochmal bzgl. Erfahrung komplett ohne Schraderventil.

Edit: Wenn das dann wirklich viel bringt, dann werde ich wohl noch den letzten Messingeinkauf tätigen: Ventilkern-Entferner-Installationswerkzeug
Ich weiss, dass das alles sehr wissenschaftlich klingt, wahrscheinlich ist es komplett wuppe, ob 500 oder 1500 Micron. Aber ich will einfach wissen, wie das alles zusammenspielt :slight_smile:

Wie hast du das genau bei der Multisplit gemacht? Ich dachte, man evakuiert die einzelnen Kreise unabhängig voneinander. Oder hast du die alle parallel angeschlossen?

Diese Schraderventilentferner benutzen die Amis sehr gerne, scheint dort Standard zu sein. In Deutschland kaum verbreitet.

Du bist aber auf jeden Fall schon in einem guten Vakuumbereich. Harte Vorgaben liegen so bei 750 Micron (1mbar), bei den Split-Klima reichen aber 1500 Micron (2mbar) völlig.

@win Ich habe heute nur den einen Strang (A) gemacht, der andere (B) ist noch jungfräulich (Drucktest und vor ein paar Tagen Vakuum zum lernen habe ich gemacht, mit Helium und mit dem Rest einer 1l Flasche). Scheinbar hatte ich aber Undichtigkeiten im Adapterstack (1l Einwegflasche auf 24.32mm Mindereranschluss), ist mir heute mit der neuen 1l Flasche aufgefallen und ich musste erstmal neu Gas ordern. Es sollte jetzt mit der neuen Flasche nach Strang A aber noch genug da sein für den Strang B morgen (60 BAR) (wenns Wetter passt).

Heute habe ich mich mit dem Lecksucher (CLD-100) angefreundet (Strang A ist auf 5 Bar (R32) durch Öffnen der Hochdruckseite nach dem letzten Vakuumieren).
Bin nicht so 100% zufrieden mit dem Lecksucher, das Piepen variiert sehr stark mit wo man den die ersten 6 Sekunden angemacht hat, aber umgekehrt zu dem was ich erwartet hatte.
Ich war der Meinung, wenn ich das Ding draußen an der frischen Luft anmache, sollten kleine Leckagen gefunden werden und es schneller zu Instabilität kommt wenn ich den Regler weiter hochdrehe im Innenraum. Es ist aber so, dass es sehr invariant wird, wenn ich das Gerät in der Wohnung (weit weg vom Klimagerät) anmache.
Lange Rede kurzer Sinn: Das Ding scheint zu funktionieren, ich habe den Schlauch, der nach dem vakuumieren dran war, abgeschnüffelt und da wurde das Gerät fündig.
Auch noch 30 Minuten nachdem ich den Schlauch gelöst hatte, das hat mich ein bisschen irritiert.

Was ich noch nicht verstehe, sind die 3 Schrader-Ventile, von denen du oben schreibst. Wenn du nur einen Kreislauf evakuiert hast, hast du doch nur ein Schrader-Ventil.

Da muss man erstmal etwas mit experimentieren, um herauszufinden, wie sich das Teil verhält. Draußen, wenn Wind weht, ist es vielleicht nicht so optimal. Und innen sollte gut gelüftet sein. Es gibt die unterschiedlichsten Dinge, auf die der reagieren kann, das kann schon Deo sein oder Knoblauch, auch pupsen sollte man nicht. ? Kurzum, erstmal schauen, gute Testbedingungen zu schaffen. Bei mir klappte das irgendwann wirklich gut reproduzierbar.

Was auch noch wichtig ist: Wenn der erstmal was detektiert hat, scheint Gas längere Zeit im Kopf zu hängen, dann etwas durch die Luft bewegen, damit der Kopf wieder frei wird. Und auch nicht an Metalle mit dem Kopf kommen, nur in der Luft halten, also etwas Abstand von den Rohren.

Es kann natürlich trotzdem noch sein, dass man bei so billigen Geräten einfach mal ein Montagsgerät erwischt.

Da heißt, ein Strang ist schon in Betrieb genommen und hat schon Kältemittel drin? Und die kleine Menge, die noch in den Füllschlauch kam, hast du abgeschnüffelt? Das wäre nicht unnormal, dass du da auch 30min noch was erschnüffeln kannst. Ich hab hier eine Sprayflasche mit etwas Kältemittelzusatz (Gefäßfüller-Spray). Wenn ich davon was in die Kappe kurz sprühe, reagiert das Teil und piepst auch 5min später noch.

Ist denn ansonsten alles dicht?