DIY Balkonsolar gegen FI

Moin liebe Leute.

Nach langem Warten konnte ich nun diese Woche endlich alle Komponenten meines DIY-Systems anschliessen (Growatt mic 1000tl-x, Module: 2x Longi Solar 400wp-full-black-lr5-54hib-400m, Wieland Einspeisesteckdose, AC-seitig zudem Isolationsschalter).

Jetzt kommt mein Problem:

Sobald der Growatt Wechselrichter in den fruehen Morgenstunden nach dem Countdown startet, loest der 30mA FI des Kreislaufes an dem sich die Installation befindet aus.

Laut naeherem Betrachten nun habe ich in einer zusaetzlichen Anleitung zum Wechselrichter einen Hinweis gefunden, dass bei einer standardgemaessen PV Installation per Phase am Schaltschrank eine 300mA RCD/RCBO verwendet werden sollte.

Nachdem ich nun schon einige Nutzer gesehen habe, die den Growatt erfolgreich als Balkonkraftwerk-Wechselrichter nutezen daher meine Frage, was in meiner Installation falsch laufen koennte und/ob es ggf. eine andere Moeglichkeit gibt, die Fehlstroeme des Growatt vor dem 30mA FI des eigentlichen Steckdosen-Kreislaufs abzufangen. Denn eine reine 300mA Brandschutz-Sicherung moechte ich nicht in meinem Kreislauf der Steckdosen betreiben.

Vielen lieben Dank im Voraus fuer eure Anregungen und Kritik!

Karsten

@k_mackay

Mein Growatt MIC 600TL-X hat solche Zicken nie gemacht.
Der MIC 600 soll von der Hardware her baugleich mit dem MIC 1000 sein.

Ich habe ihn zum Test an verschiedenen Steckdosen im Haus angeschlossen und auch mal an allen Phasen drangehabt, mein FI hat nie ausgelöst.
Mein FI löst aber sonst bei jeder Kleinigkeit zuverlässig aus.

Eine zusätzliche Sicherung sollte daher nicht nötig sein.

Ist das Kabel vom MIC 1000 zur Steckdose richtig verdrahtet? Besser nochmal checken

Hast du es mal auf einer anderen Phase probiert? (Andere Steckdose mit Verlängerungskabel)

Herzliche Grüße

P.S. Du weisst schon, dass ein MIC 1000 im Originalzustand kein Bestandteil einer "Steckerfertigen Solaranlage" sein kann.

Je nachdem wie alt die Installation ist, darfst Du das auch garnicht, bzw. wenn schon auf 30mA modernisiert wurde, ist eine Rückrüstung nicht erlaubt.

Wer hat das angeschlossen, ein Elektriker ? Ist sichergestellt, dass Phase und Neutral richtig angeschlossen ist ? Verkableung korrekt durchgeführt ?

Ansonsten würde ich den Wechselrichter als defekt ansehen. Es darf eigentlich kein Fehlerstrom richtung Erdung fließen, auch kein kleiner.

@eclipse

Vielen Dank fuer deine Antwort.

Das dein WR quasi "bauverwand" ist mit meinem 1000er und vielen anderen dieser Serie ist richtig ja. Allerdings kann und habe ich mein Modell auf 600 W per Einspeiseoption im Menu begrenzt. Zusaetzlich gilt es zu sagen, dass ich das System aktuell in Schottland betreibe. Meine kleine, vorherige Anlage mit 600er Hoymiles hatte dabei keine Probleme bereitet (selber Steckdosenkreis/Ring cicuit wie es hier heisst).

Verkabelung werde ich noch ein drittes Mal gegen checken, ja, danke. Ansonsten muesste ich allerdings aufgrund der Entfernung zum naechsten Ring circuit anstatt der Wieland Steckdose tatsaechlich ein Kabel nutzen, um die Entfernung ueberbruecken zu koennen.

Ich lasse etwas von mir hoeren wenn es Neuigkeiten gibt.

Vielen Dank nochmal!

K

@k_mackay Grüße in das Land der Single-Malts.

Hast du bei der ersten Initialisierung des Growatt die passende Netzumsetzung für Schottland bzw. UK ausgewählt?
Bei meinem ist da unter Set Country VDE-... eingestellt, wenn ich mich recht erinnere, das kann für Schottland anders sein.

Nicht, das es da zu Problemen kommt.

Du kannst es mit Set-Parameter -> General -> Advanced und dem Password 123 -> Set Country ändern, falls da was unpassendes eingestellt ist.

Herzliche Grüße

Der FI/RCD hat nichts mit Brandschutz zu tun, sondern unterbricht die Stromversorgung, sobald der Strom, der durch L fließt, um mehr als 30 mA gegenüber N abweicht. Er dient also Deiner ganz persönlichen Sicherheit.

Wie Vorredner schon sagten, gäbe es zwei Möglichkeiten: a) ein Defekt im Growatt selbst und b) eine falsche Verkabelung. Ich würde mit einem zweipoligen Spannungsprüfer (sowas wie z.B. einem Duspol) die Verkabelung gründlich prüfen und auch eine Last auf die zu prüfenden Leitungen geben (beide Tasten gleichzeitig drücken). Nach spätestens einer Minute weißt Du, ob die Verkabelung bis zur Steckdose bei Dir korrekt ist oder nicht. Anschließend würde ich den Netzstecker vom Growatt öffnen und schauen, ob hier alles richtig verdrahtet wurde. Der längere, "vorauseilende" Pol ist der Schutzkontakt.

Geöffnet werden kann der Stecker mit einem Schraubendreher oder minimalinvasiv mit einer Beißzange. ? ? ?

Ist alles in Ordnung, liegt der Defekt im Growatt vor - das ist leider das, was ich sehr stark vermute. ?

Daniel

@autoschrauberix
Vielen Dank für deine Meldung.

Ja, ich habe mich leider falsch ausgedrückt, da ich einen 100er/300er RCBO lediglich als Brandschutz/Anlagenschutz und keinesfalls als Personenschutz verstehe.

Alle Stecker (WR ->Wieland, Wieland->Steckdose, sowie die Verkabelung im Isolator switch) habe ich nochmals demontiert und kontrolliert. Es ist alles so, wie es sein sollte.

@eclipse

Vielen Dank auch noch für die lieben Grüße.

Die Landeseinstellung etc. wurden vorgenommen, ja. Grüße zurück aus dem Land des hier völlig überteuerten Alkohols ?

@docemmettbrown

Danke auch Dir, Daniel.

Neuer, teurer Spannungsprüfer ist bestellt, danke. Die Verbindung von WR zur Einspeisesteckdose wird mit original Kabel realisiert, Commonwealth -Plugs werden hier keine genommen. Ist sauber in der Einspeisesteckdose mit Wagos aufgeklemmt. Danke!

Ansonsten gibt es leider noch nichts neues.

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Gibt es inzwischen ein Resultat zu dem Problem?

Ich bin gerade dabei den gleichen (neuen) Growatt in Betrieb zu nehmen. Testaufbau im Labor, Stromversorgung 60V 5A vom Labornetzteil (potenzialfrei) und der FI fliegt sobald die 60s Einschaltverzögerung abgelaufen sind. Hinter Trenntrafo mit gefaketem PE (Nullung) tuts. In der Nullung 1mA AC messbar, nach Zuschaltmoment 7mA - schon was sportlich abe nun ja... Mit Widerstand 15k im der Nullung kann ich den Strom reduzieren ohne dass der WR PE fault meldet. Test am Netz mit 15k Phase auf PE => FI fliegt nicht raus. Growatt and Netz mit 15k in der PE Leitung => FI fliegt raus (nach 60s Startlauf). Growatt defekt vermute ich, ok, aber wie schafft der das, die Nullsumme um 30mA zu verschieben? Über 15k in PE kanns nicht sein. Impuls auf L vor Zuschaltung N (oder umgekehr) - vielleicht unterschiedliche Verzögerung der beiden NA Relaiskontakte? 40 Jahre E-Technik und man lernt nie aus ;-). Falls jemand eine Idee hat, her damit ;-).

Korrektur: dachte, ich hätte 3x10kOhm parallel - es waren aber 3x47k (die Aussagen sind sonst korrekt, war mir aufgefallen weil 3k3 an 230V 70mA bedeuten - aber der FI mit dem Gebilde von L an PE eben nicht flog,

Vielleicht hilft es, ich habe einen Growatt MIN2500TL der zeigte neu bei Erstinbetriebnahme gleiches Verhalten. FI (10mA) flog beim einschalten, bzw. jeden Morgen mit Sonnenaufgang.
1x, 2x FI wieder einschalten (nicht schön) und dann lief er durch.
Nun hängt der Growatt an einem eigenen Kreis mit 30mA FI und läuft seit 2 Monaten sorgenfrei.

Auf Dauer wird der Growatt fest angeschlossen, dann braucht es nur einen LS und keinen FI. So wie bei meinen andern 2 Growatt SPH7000TL3.

Nachtrag: Nach Info Growatt Support hat der Wechselrichter eine internen FI einschließlich DC-Anteil. Aber kann jeder für seinen typ nochmal selber anfragen.

Danke Berny für das Feedback! Ich bin aktuell hinter 30mA FI (Haiger CDS440D) und bei getestet selbst 15mA AC über PE abgeleitet fliegt der nicht raus. Der FI ist Typ A, AC (und Halbwelle) - ich frag mich also, wie der Growatt das überhaupt schaffen kann, hier eine Asymmetrie auf L und N herzustellen wenn der PE hochohmig (3k3 Korrektur: 15k) angeschaltet ist; gebe zu die Frage is etwas akademisch - denn final klar, kein FI nötig...

Ich kann dir dazu kein wirkliche Antwort geben.
Ich habe nur festgestellt, das einige (ob Growatt keine Ahnung) EMI-Filter nicht nur zwischen L und N sondern auch gegen PE machen Und dann wirst du mit DC-Messung nichts sehen aber AC höhere Frequenzen fliest auf einmal Strom. Gerade mit "getakteten" Geräten hatte ich schon ein paarmal in diesem Punkt schlechte Erfahrungen.

Nur mal so, weil es dazugeört....

Geräte mit erhöhtem Ableitstrom, benötigen einen zusätzlichen Anschluß an den Potentialausgleich.

:wink:

Ist bei "Steckergeräten" ohne Anschluß dafür etwas "ambitioniert "

Der SL Kontakt ist allein nicht ausreichend

:joy::zany_face:

300mA FI für Steckdosen im Außenbereich.....

Wie wurde ich kürzlich belehrt, da es um Sicherheit geht, sei maximal 30mA oder geringere Fehlerströme akzeptabel.

Den WR entsorgen bedeutet Sicherheit

Nur gar keine Technik einzusetzen bewahrt dich vor Fehlern durch Technik.

Deine Aussage "Den WR entsorgen bedeutet Sicherheit" ist weder hilfreich noch zeilführend.

Es gilt die Mechanismen zu verstehen um dann zu entscheiden wie vorgegangen werden kann.

"Geräte mit erhöhtem Ableitstrom, benötigen einen zusätzlichen Anschluss an den Potentialausgleich." auch so eine Aussage ist nicht hilfreich. Da gehört ein Wert dazu und eine Norm in der man das nachlesen kann.

Hat ja wohl auch noch ein Metallgehäuse das auf PE liegt...

Nennt sich Y-Kondensatoren, die verursachen durchaus kleine Fehlerströme. Korrekt dimensioniert sollte das aber im Rahmen bleiben und den FI nicht triggern. Wenn schon irgend was anderes am Stromkreis Fehlerstrom nahe der Auslöseschwelle verursacht dann kann sich das natürlich summieren und er FI fliegt.

Danke Berny / AndreasH, Y-Cs / EMI ist eine Erklärung für unsymmetrisches Verhalten - gerade wenn die (preiswerten) WR vermutlich nur auf der Phase einspeisen kann eine kapazitive Ableitung schon Strom erzeugen. Trotzdem wundert mich halt wenn trotz 15kOhm in der PE Leitung zur Begrenzung eben dieses Stroms (ich messe noch 1,5mA AC) der FI fliegt. Irgend etwas kapazitiv phasenverschobenes, vielleicht in Verbindung mit leicht zeitversetzt schließenden Relaiskontakten? Der FI fliegt exakt wenn das Schütz zuschaltet. Ich denk ich hänge mal mein Scope auf die drei Leitungen und schreib mal mit (muss nur das Scope vom Labor-FI trennen, sonst sind die Daten weg ;-).)

Schön, das du das kannst. Wenn es dir möglich ist poste auf das Ergebnis deiner Messungen. Ich lerne gerne dazu.

Mach ich gerne.Spannung messen sollte kein Problem sein; Strom brauchts Messzange(n) - mal sehen ob ich was finde...

Der Solax 1000 mini ist inzwischen auch da - genau gleiches Verhalten, im Einschaltmoment FI raus; getestet an zwei unabhängigen FIs.

Jetzt warten wir mal auf die Scope current probes aus China :wink: und vielleicht lässt sich das Problem ja messtechnisch nachvollziehen. (Mit Spannungen alleine tuts es nicht, allerdings schon sportlich, welche Sinus-Varianten es hinter dem Growatt so gibt :grimacing:).

Also erstmal gibt es FIs, die einfach defekt sind und zu früh auflösen. Und dann kann es sein, dass andere Geräte am Stromkreis sind, die schon eine Menge ableiten und dann reicht ganz wenig mehr und er fliegt.

Teste doch erstmal statisch, bei welchem Strom du den ausgelöst bekommst.