DIY Akku und Sicherheit im Womo

Moin Zusammen,

mein Name ist Stephan und ich plane mir einen 12V LifePo Akku als Ersatz für die AGM im Camper zu bauen. Ich lese mich schon seit ein paar Wochen hier durchs Forum und habe schon viele Infos gefunden, allerdings finde ich für ein Thema kaum Material: Sicherheit des Akkus im Camper.

Ich traue mir zu den Akku sicher aufzubauen und denke dass die meisten gut gemachten DIY Akkus sicherer sind als die Fertigakkus, die man kaufen kann (alleine schon wegen der Diagnosemöglichkeiten mit einem offenen BMS) aber der Akku kann scheinbar ja auch durch Dentritenwachstum interne Kurzschlüsse bekommen, die dann zu einem Brand führen würden.

Ist das ein realistisches Problem oder ist das eher ein Problem theoretischer Natur? Dentriten werden wohl begünstigt durch Überladung und Unterspannung (was man ja wirkungsvoll verhindern kann), aber die Nutzung bei niedriger Temperatur bleibt leider im Camper nicht aus. Stellt ihr einfach die die Temperaturschwelle auf 5° und fertig? Meine Solaranlage und mein Booster laden beide mit 15-20A max, sind also weit von 1C entfernt (würde 280AH Blocks verbauen wollen), ist das dann kein Problem, wenn man im WorstCase bei 5.1° mit 40A lädt ?

LG und Danke schonmal
Stephan

Hallo Stephan,
das thermische Durchrennen ist das Problem bei Lithium-Ionen Akkus. Die Lithium-Eisen-Phospat Akku´s haben das Problem nicht. Viele sollen aber unter 0 Grad nicht mehr geladen werden, weil es ihnen schadet, doch brennen werden sie nicht (verlieren Kapazität). Es gibt auch LiFePo Akkus, die das auch können, entweder mit einer Heizung oder mit einer etwas geänderten Zellchemie (z.B. Winston mit Yttrium). Je nach dem, was du für ein MPPT Laderegler hast, kannst du dort einstellen, dass er unter 0 Grad keinen Ladestrom an den Akku abgibt.
L.G.

LiFeP4-Akkus sind wesentlich sicherer, aber 100% Sicherheit gibts nirgends. Auch die können prinzipiell durchgehen.
Prinzipiell können auch AGM-Akkus explodieren….

LiFePo4 können unter Null Grad nicht geladen werden. Nicht nur viele, sondern alle. Und auch bei ein paar Grad mehr ist nicht mehr viel los beim laden. So ein Akku sollte daher im geheizten Innenraum verbaut werden, wenn’s auch im Winter auf Tour geht.

Oliver

0 Grad ist zu niedrig. Ich verwende konserbative 8 Grad für 0,04 C Ladestrom.

2 „Gefällt mir“

Wiston gibt -25 Grad für kontinuierliches und -35 für Implus Ladung an.

1 „Gefällt mir“

Allerdings benötigt man nieundnimmer 8000 Zyklen, im Womo schon gar nicht.
Mit zu hohem Strom laden das wären auch schon die 40 A bei 5 Grad altern die Zellen eben rascher. Sollte man grob unter 0,1 C drücken bei 5 Grad. Dafür gibt es Hersteller Grenzwerte.

WiNston ist ne andere Chemie als die blauen. Und ein anderer Preis.

die Winston gibt es auch in Blau. Nicht die Farbe sondern die Zellchemie entscheidet über die Ladefähigkeit bei niedrigen Temp. Yttrium ist auch nur eine Variante.
@stephan138:
BMS mit Ausgang für Heizfolien kann man auch verbauen, kostet etwas mehr, ist vermutlich aber günstiger als LiFePo mit speziellen Zusätzen für Kälte. Die üblichen Allu Becher mit (blauer) Schrumpffolie sollten bei deiner Anwendung durch passende Platten voneinander getrennt werden. Die dünne Folie könnte bei Erschütterungen kaputt scheuern und dann würde es zum Kurzschluss zwischen zwei Zellen kommen. Das wird dann arg gefährlich.
L.G.

Wirklich?
Zeig mal, ich bin gespannt :slightly_smiling_face:

Welche Zusätze gibt es denn noch für Lifepo damit man bei Minus Graden laden kann... Link?
Weißt du warum es keine weiteren Lifepo Zellen gibt mit Yttrium als Zusatz außer die Winston Zellen?
Ich weiß es :wink:

Das mit Null Grad ist als Anna log zu betrachten.
Mit z. B. 0,01 C wird man drunter auch nicht viel schädigen können, keinesfalls sofort.

Hi und erstmal vielen Danke für die vielen Antworten =)

also das Risiko für internen Kurzschluss durch Dentritenbildung sieht scheinbar niemand kritisch, wenn nicht bei niedrigen Temperaturen geladen wird. :slight_smile: Ideal wäre es ja, wenn man dem SmartSolar/LadeBooster mitteilen könnte, dass er den maximalen Ladestrom linear mit runterregeln soll, je kälter es ist. Leider gibt es diese Möglichkeit in der SW nicht, man kann lediglich T_min wählen. Oder übersehe ich eine Möglichkeit? Solar ist im Winter vermutlich eh meistens egal, weil es selten richtig sonnig ist und die Sonne zusätzlich auch noch schräg steht, aber den Ladebooster muss man dann vermutlich einfach sehr konservativ einstellen.

@deff: Was meinst du mit passenden Platten? Ich hätte die normalen Glasfasertrenner genommen, wenn der Pack verspannt ist bewegt sich da doch hoffentlich nix mehr?

@stephan138
GfK geht gewiss. Alles was isoliert und nicht durchscheuert sollte gehen.

Ciao

Nicht technisch sauber, aber ein längeres eher dünnes Kabel als niederohmiger Widerstand könnte den Strom vermutlich direkt ohne booster begrenzen. Der booster wird angeblich ja nur wegen der Strombegrenzung eingesetzt. Vermutlich brauchts auche eine Schottky Diode um Rückfluss zu verhindern. Im Sommer dann auf Booster (oder dickerem Kabel) umstecken.

Das hast du falsch verstanden. Die Temperatur hat mit den Dendriten nichts zu tun.

Das LiFePos bei niedrigen Temperaturen nicht geladen werden können, ist ein praktisches Problem, kein Sicherheitsproblem.

Ganz generell kann jeder Batterietyp von selbst brennen/explodieren/ausgasen/…

Die Wahrscheinlichkeit dafür ist je nach Akkutyp unterschiedlich klein, aber sie ist vorhanden. Wer davor Angst hat, sollte bei sich keine Akkus im Haus/Fahrzeugen/… verbauen.

Oliver

Dendriten wachsen auch bei Kälte und zu hohem Strom.

Wüsste ich nicht, dass einer das kann. Hilft eh wenig, weil ich auch kein bms kenne, bei fem man den Grenzwert linear einstellen kann.
Da gibts nur ein aus bei einstellbarer Temperatur.

Wenn du also hohe Ströme laden willst, ist es eine sehr gute Idee, die grenze im BMS richtig hoch einzustellen.

@deff
Wo sind denn nun die blauen Winston Zellen oder die Zellen mit anderen Zusätzen damit man bei Minusgraden laden kann?
Bitte hör auf sowas zu verbreiten, denn es ist absoluter Unsinn den du da geschrieben hast :wink:.

@stephan138
für welche Zwecke willst du deinen Camper einsetzen? Richtigen Winterurlaub oder geht es nur um das Abstellen im Winter. Im letzt genannten Fall, klemm ihn einfach ab. LFP kann auch bei Minus Graden gelagert werden. Im erst genannten Fall, hast du die Wahl, einen Fertigen mit Heizung oder anderer Zellchemie zu kaufen. Diese sollten betriebssicher sein und es gibt sie auch mit Bluetooth zum Auslesen des BMS.

Wenn due DIY machen willst, solltest du die Datenblätter der Zellen aufmerksam studieren. Eine allgemein gültige Anwort, ob ein Ladeverbot oder eine reduzierte Ladung statthaft ist, die gibt es nicht.

Ich hab im Garten eine sog. "Straßenleuchte" in der ein 5Ah Akku verbaut war und der wurde auch bei Minus geladen. Hab ihn gegen einen mit 43 Ah ausgetauscht - ohne Temp. Schutz und das geht auch schon einige Jahre gut. Da alles draußen ist und frei steht, wäre es kein großer Schaden, wenn da was kaputt geht.

L.G.

Eine Alternative für tiefe Winter wären noch LTO, genau so schwer wie AGM allerdings.

Was für Akkus?