Man sollte mit Spekulationen über Menschen die man nicht kennt vorsichtig umgehen. Ich habe ein Kind, das ist wahr. Und genau deshalb blicke ich auch noch in die Zukunft und verkläre die dreckige stinkende Vergangenheit nicht. Es war sehr vieles sehr schlecht früher.
Nichts!?! Das ist kein Ziel für mich, genauso wenig wie die Unabhängigkeit von Ärzten, Bananenproduzenten oder Herstellern von Waschlappen. Es ist doch völliger Quatsch zu postulieren auch nur ein einziger Mensch könne ohne den Rest der Welt auskommen. Das ist der Kern der Zivilisation, die arbeitsteilige Gesellschaft. Ich arbeite mit dem Kopf - mein Bäcker mit den Händen. Ich tu was für die zukünftige Energieversorgung - mein Bäcker tut etwas für die Nahrungsmittelversorgung.
Ebenso wie die Bäckerei irgendwo stehen muss und Abgase und Müll produziert, müssen auch die Energieerzeuger irgendwo stehen und Emissionen und Müll generieren. Unsere Gesellschaft funktioniert nicht so, wie sich das Prepper in Alaska wünschen: Jeder geht Jagen und Angeln und fürs Heizen holt man sich kostenlos Holz aus dem Wald der keinem gehört.
Ich hab mir wie bereits gesagt meinen Balkon so voll wie möglich mit PV gemacht, fahre im Nahbereich mit den selbst restaurierten/reparierten Fahrrädern und wohne auf 40 m² Wohnfläche / Person. Außerdem habe ich meinen Job gewechselt, um nicht mehr zwangsweise jedes Jahr über den Atlantik zu jetten.
Nun wünsche ich mir ein elektrisches Fahrzeug, sobald mein alter Golf verschlissen ist und eine elektrische Heizung (die ich aber nicht selber kaufen darf).
Auf die Straße kleben werde ich mich für diese Wünsche aber nicht - auch für den SUV-Fahrer zahle ich gerne KfZsteuer, damit er genauso kostenlos vor dem Haus parken kann wie ich. Obwohl ich beim Anblick dieser Karren jedesmal tiefste Fremdscham empfinde.
Im übrigen stehen nirgendwo Windkraftanlagen vor der Haustür. Öllaster, Kohletransporter, Gasleitungen, die sind direkt vor der Haustür. Auch und grade in Städten.
Ich tue viel für die Verminderung der energetischen Abhängigkeit unseres Landes. Dein Land und mein Land. Die Oma unter mir kuckt Mittachs mit meinen PV-Strom fernsehen - und bezahlt dafür an die Stadtwerke, nicht an mich.
Wenn ihr bei unterschiedlichen Zielen, unterschiedlichen Bewertungsmaßstäben und unterschiedlichen Vorgensweisen bleibt, ohne Kompromisse eingehen zu wollen, ist eine weitere Diskussion sinnlos. Oder etwa nicht?
Wollt ihr weiterdiskutieren? Soll geschlossen werden?
Das scheint oft ein Thema zu sein, wo es sich polarisiert, also Beürfnisse völlig auseinandergehen. Auf der einen Seite gibt es Menschen, die in der weltweiten Vernetzung mehr Vorteile als Nachteile sehen. Auf der anderen Seite Menschen, die schon unter vielen Abhängigkeiten gelitten haben und deshalb jede Form von Abhängigkeit überwinden wollen. Deshalb hat das Thema Autarkie bei der Stromversorgung auch so eine große Bedeutung.
Ich kann beide Positionen gut nachvollziehen und es hängt an den Lebenserfahrungen, ob man Abhängigkeit für eine Katastrophe hält oder ob man sich in einer abhängigen Welt sehr wohl fühlt, weil man viel von profitiert.
Aufgrund unterschiedlicher Lebenserfahrungen wird es diese unterschiedlichen Positionen auch immer geben und beide Erfahrungsmöglichkeiten gibt es nunmal auch.
Insofern sind dann die persönlichen Ziele und Visionen auch andere, oft krass gegensätzig. Der eine wünscht sich eine gemeinsame Energiewende, wo möglichst jeder mitmacht. Ein anderer will mit allem in Ruhe gelassen werden und macht seine eigene Energiewende.
Diese Spaltung erlebt man gerade im Photovoltaikforum ständig. Obwohl man das gleiche Thema Photovoltaik hat, sind die Ziele krass gegensätzlich.
[quote data-userid="2509" data-postid="133925"]In Norddeutschland haben Windräder seit Jahrhunderten zum Landschaftsbild gehört.
Und heute kann man sowas niemanden zumuten?[/quote]Wieviele Windräder, die damals oftmals Mühlen oder Sägewerke angetrieben hatten, gab es denn so durchschnittlich? Ich denke, wenn man jedes klassische Windrad durch ein Strom-Windrad ersetzt, sollte das akzeptabel sein. Da gebe ich Dir absolut recht.
Leute, Ihr wißt aber schon, daß wir mehr oder weniger zu fast 99% die gleichen Ansichten haben und daß eigentlich nur über das eine, restliche Prozent gestrittendiskutiert wird. Die Frage ist ja gar nicht, ob wir eine Energiewende (Ich mag das Wort immer noch nicht!) wollen, sondern wie diese so ausgestaltet werden kann, daß sie a) wirksam und gleichzeitig b) auch realistisch umsetzbar ist. Also einerseits zügig, andererseits aber nicht in einem Tempo, welches gar nicht zu schaffen ist. Nüchtern betrachtet ist der vermeintliche Zankapfel, wenn es in dem Sinne überhaupt einer ist, viel kleiner, als er hier im Thread gerade erscheint. ?
Daniel, meine Großväter haben eine Windmühle betrieben. Die stand mitten in der Stadt, am Bahnhof. In der Stadt gab es weitere, außerhalb auch.
Deswegen solltest du dir das doch nochmals überlegen... Grins.
Im Ernst, wir Menschen haben uns daran gewöhnt, seit der vor vorigen Jahrhundert, dass Tuch nicht mehr von Hand gewebt wird, unter jämmerlich en Bedingungen, sondern auf Maschinen, was die ehemaligen Weber Menschen in noch jammerlicherem Zustand zurück ließ. Dann kame die Eisenbahn, die Dampfmaschine , der Strom, das Dynamit, der moderne Krieg, die Sozialsysteme, der vorteil des Friedens. Die Verlagerung von billiger Arbeit ( "Hände") in Billiglander, die erneute Ausbeutung dort.
Immer haben wir uns an die Veränderung gewöhnt, war ja auch nicht schwierig, uns ging es ja besser.
Das Meer haben wir schon in den 80ern an seine Grenzen gebracht, das gesamte Öko system.... Seit 2000?
Und jetzt werden wir uns wieder an Veränderungen gewöhnen müssen, entweder an den allmählichen Untergang, oder an die Verhinderung desselben.
Eines ist sicher: wer Veränderungen nicht mitgeht, hat es richtig schwierig.
Wir hatten uns schon mal über Picea unterhalten. Die schreiben 90 Euro pro kWh wäre zehnmal billiger als Batterien, nur ist 90 mal 800 leider 72000 Euro.
Gasförmiger Wasserstoff ist nicht besonders einfach zu speichern, ganz besonders oberirdisch. Drucklos werden die Tanks viel zu groß, mit Druck sind die Wände eine besondere Herausforderung, gerade für größere Tankdurchmesser. Eine Alternative zu LNG für kürzere Strecken sind CNG Carrier. Wie man auf dem Bild sieht:
haben die keine großen Tanks. Am wirtschaftlichsten ist es tatsächlich mit kleinen Durchmessern und großen Längen zu arbeiten bei 250 bar (in CNG Carriern).
[quote data-userid="2509" data-postid="134012"]Eines ist sicher: wer Veränderungen nicht mitgeht, hat es richtig schwierig.
Das war schon immer so.[/quote]Es ist halt die Frage, ob es ein (Mit-) "Gehen" oder ein "Rennen" ist, bei dem ein gar nicht geringer Teil wortwörtlich auf der Strecke bleiben wird.
Das Irre ist, daß ich gar nicht mal so sehr von mir selbst spreche. Ich würde schon irgendwie klarkommen. Aber es gibt andere, die buchstäblich "von der Hand in den Mund" leben und diese dät's beuteln. Und das muß ich keineswegs gutheißen! ?
die armen Milane und Fledermäuschen. Am besten folgen wir alle der Bloodhoundgang, die in einem Song mal anregte:
Lift your head up high and blow your brain out.
Dann wird der Rest der Lebewesen auf diesem Planeten bestimmt ungestört leben können. Falls wir aber bleiben wollen, müssen wir einen Kompromiß zwischen Ausrottung durch Überhitzung und Totschlagen durch Windräder finden.
Das ist nicht die Taktik der Regierung, sondern ein natürliches Ergebnis des Kapitalismus, dessen vordringlich es Ziel die Erfüllung der menschlichen Gier ist.
Weswegen Reiche entgegen aller Vernunft nur ein Ziel kennen, reicher zu werden, wodurch die Anzahl der Leute, die zusammengenommen die Hälfte aller Werte und Vermögen der BRD besitzt, jährlich kleiner wird.
So viel anders als bei AKW ist das gar nicht. In Frankreich stehen etwa 60 GW, die in guten Jahren 80% der Energie liefern. Spitzenlast war 102 GW im Februar 2012. Am 1. April 2022 (interessant, weil das der einzige Tag mit Schnee bei uns in dem Winter war) sind die französischen AKW bei etwa 30 GW gewesen. 72 GW Back-up bei einer kleineren Bevölkerung als Deutschland.
Deutschland hat (noch) weniger Stromheizungen und nur eine Spitzenlast von 80 GW.
Wenn ich mal den kritischten Tag 2022 (dürfte der 11.12.2022 sein) hochrechne auf 80% erneuerbaren Anteil sind wir bei durchschnittlichen 7 GW an dem Tag (die 3,5 GW muss man etwa verdoppeln), also 73 GW Back-up, fast so viel wie in Frankreich mit 80% AKW Strom, obwohl die deutsche Bevölkerung wie gesagt deutlich größer ist.
Was ich aber wirklich kritisch sehe bei dem Argument:
Es macht einen Unterschied, ob ein Kraftwerk 8000 Stunden im Jahr gebraucht wird oder nur 50.
4000 Stunden Back-up mit Dieselgenerator, weil nicht genug Kohlekraftwerke laufen (Südafrika) oder Gaskraftwerke (Irak) oder
auch nur 2000 Stunden (wenn AKW in Frankreich massenweise für Monate ausfallen)
sind ein Riesenproblem
50 Stunden in der Dunkelflaute kann man mit billigsten Back-up Generatoren machen, ohne dass da Emissionen oder Treibstoffkosten einen umbringen.
Bei Back-up mit Biomethan und Speicherwasser ist die relevante Größe viel eher der Treibstoffbedarf in TWh als die Leistung in GW.
Nicht ganz zufällig haben wir beim Picea System überhaupt nicht die Leistung in kW angesprochen, warum? Ist halt fast völlig irrelevant im Vergleich zum Speichervolumen in kWh.
[quote data-userid="2509" data-postid="134036"]Weswegen Reiche entgegen aller Vernunft nur ein Ziel kennen, reicher zu werden[/quote]Das Ziel haben doch Arme genauso, denn Besitz beruhigt. Dabei geht es gar nicht mal so sehr darum, im Alter in Saus und Braus zu leben, sondern einfach nur die Gewißheit zu haben, auch unter veränderten Umständen sich Essen, das Dach über dem Kopf und die Krankenversicherung noch leisten zu können. Aber ob er nun mit einem 911er oder mit einem Golf im Stau steht, das macht den Kohl nicht fett. Oder, um es mal mit den Worten eines bereits verstorbenen Großonkels zu sagen: "Auch der Reiche kann nicht mehr als ein Kotelett auf einmal essen."