Dezember-Ernte

Im September dachte ich ja noch, dass ich mir in naher Zukunft mal ein paar mehr Module aufs Dach schraube. Jetzt im Dezember bin ich an Tagen wie heute anderer Meinung. Es war den ganzen Tag dichter Hochnebel:

Aus 6 kWp erntete ich heute ganze 1,1 kWh. Hätte ich also (wie im September gedanklich durchgespielt) auf 12 kWp verdoppelt, hätte ich über eine ganze kWh mehr geerntet :wink:

An sonnigen Dezembertagen dagegen kann ich problemlos auch mit den 6kWp den leeren Akku füllen (also Tagesertrag ca. 10-12 kWh) und habe kaum Netzbezug.

Was lerne ich daraus?

  1. Gegen Dezemberhochnebel hilft nichts, was nicht Faktor 10 überdimensioniert wäre. Ich bräuchte 60kWp und hätte dann keinen Garten mehr.

  2. Sei zufrieden mit deinen 6 kWp, denn ich hatte dieses Jahr bei 4500 kWh Verbrauch nur 1400 kWh Strombezug. D.h. gemäß der berühmten 80%-20%-Regel bedeutet jede weitere gesparte kWh einen überdurchschnittlich hohen Aufwand.

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Der Schlüsselpunkt ist, wie richtig erkannt, was man beim Bezug einspart.

Je nun…

Trotzdem hilft viel viel. Denn hier z.B. war vorgestern ein ganz brauchbarer PV-Tag. Bei 30kWp auf dem Dach und 100kWh Speicher im Keller hätte der Strom für mehrere Tage bringen können. Tja, hätte hätte Fahrradkette.

Oliver

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Ja, ich meinte, mehr geht immer, aber wenn man mal die Kosten für die Aufrüstung den zusätzlichen Ersparnissen gegenüberstellt… irgendwann lohnt es sich halt absolut nicht mehr. Mal angenommen, du hättest jetzt 10 kWp und 30 kWh Speicher, und wolltest auf die genannten 30 kWp und 100 kWh hochrüsten. Das kostet Betrag x, und spart dir jeweils im November bis Feb. an vielleicht je 5 Tagen pro Monat Betrag y, wenn das Wetter so ist, dass du von der Aufrüstung profitieren kannst. Aber y ist ziemlich klein…

Bei meiner Kalkulation im September hatte ich mit Durchschnittswerten vom Winter 24/25 gerechnet. “Durchschnitts”werte im Sinne von Ertrag pro Monat, umgerechnet auf einzelne Tage. Aber das ist falsch, denn dann erhöhen einzelne ertragreiche Sonnentage des Schnitt so deutlich, dass es für trübe mehrtägige Wetterphasen einfach nur noch irreführend ist. Um so mit Monatsdurchschnitten rechnen zu dürfen, bräuchte man dann auch riesige “Monatsakkus”.

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It's the Economy Stupid! | National Museum of American History

Jepp. Das allererste PV-Modul spart am allermeisten, jedes weitere immer weniger. Ist halt so. Wo an da die Grenze setzt, ist dann eine persönliche Entscheidung.

Oliver

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Du darfst nicht mit den Extremen rechnen.
Dezember sind vielleicht 15-18Tage mit brauchbarem Ertrag, und vielleicht 5 davon mit extrem hohen Ertrag, die aber auf den kompletten Monat verteilt sind.

Mehr Modulleistung gibt dir im Dezember also nur an vll. 10-13 Tagen einen richtigen Schub im Eigenverbrauch. Aber das Jahr ist ja auch noch länger und mehr Modulleistung hilft ja auch bei Schlechtwetter oder in den Morgen- bzw. Abendstunden im Sommer.

Rechne jeden Tag, einzeln versteht sich.

In einer Excelliste kannst du die Tageserträge (sofern gleiche Ausrichtung mit gleicher Ertragserwartung) relativ simpel hochrechnen. Mit Einbezug von Speicherfüllstand und Netzbezug lässt sich dann überschlagen ob das mehr an Ertrag auch genutzt werden kann.

Wie wärs mal erstmal nur die Modulleistung zu erhöhen?

Ich habe die genannten 30kWp und das etwas mehr an Eigenverbrauch summiert sich übers Jahr dann doch. Ist verbrauchsmäßig aber eine ganz andere Größenordnung.

Nur stellt sich mir die Frage, was ihr mit dermaßen viel Speicherkapazität anfangen wollt?
Irgendwo muss die Speicherkapazität auch zur Modulleistung und zum Verbrauch passen.

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Unser Dezember direkt am Alpenrand ist bisher gut gestartet. Wir haben 9,36 kWp auf dem Dach und hatten bereits 3 quasi perfekte Sonnentage und viele "brauchbare".

Der November war auch super, nur zum Ende hin kam der Nemesis in Form von Schnee auf der PV :sob:

Mal ganz blöd gefragt: wo genau wohnst du?

Oliver

südliches Bayern. Mit 30kWp sieht das dann so aus: (12/24)

“brauchbar” sind ~25kWh oder mehr. Das reicht wenigstens für einen Teil des Tagesbedarfes.

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Die Lage ist halt auch extrem wichtig im Dezember/Januar um die raren Sonnenstunden voll ausnutzen zu können.
Ich habe da leider etwas Pech und 2 Monate bekommt nur die oberste Modulreihe von 12kwp Sonne ab und dies auch nur bis 14.00Uhr. Dementsprechend schlecht schneiden diese Monate ab.

Dieser Dezember schaut trotzdem gut aus, denn bleiben die Temperaturen und das Wetter wie vorhergesagt, reichen die wenigen kwh sogar für den Betrieb der Wärmepumpe bis Mitternacht.

Whoow. Da hast Du ja Traumwerte pro kWp. Habe im Köln/Bonner-Raum etwa die Hälfte der kWp, aber statt der Hälfte Deiner Werte nur ein Sechstel. D.h. Du hast dreifach den Ertrag pro kWp! Zu beneiden!

Die Lage in DE scheint extrem viel auszumachen. Evtl. hast Du auch keinerlei umstehenden Häuser bei der derzeit extrem tiefstehenden Sonne.

Hallo,
Zufriedenheit ist wichtig für das eigene Lebensglück.

Meine 3,3 kWp Hybrid Anlage (teils Insel, teils BKW mit 20kWh Akku) hat in 2025 bisher den Einkauf von 2.413 kWh aus dem Netz ersetzt. Der Durchschnittsertrag im Dez. bis 11.12. lag bei 1,1 kWh pro Tag. Die Wetterlage in Norddeuschland ist im Winter für PV bescheiden (viele Wolkentage), die Sonne wirft lange Schatten und ich habe keinen freien Horizont. Selbst wenn die Sonne scheint, kommen jetzt nur 3 bis 4 kWh am Tag. In den sonnigen Monaten sieht es anders aus, dann steht die Sonne hoch und die Schatten treffen die Module nur kurze Zeit. Der Durchschnitt pro Tag im Mai lag bei 12 kWh und Spitze 18 kWh an den besten Tagen. Dann läuft selbst der große Akku voll und die Anlage schaltet ab (aber nur wenige Stunden pro Jahr).

Ich bin zufrieden und habe dennoch den Wunsch nach “mehr”.

L.G.

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Also das sind schon sehr aussergewöhnliche Werte. Du hast 3,3 kWh pro kWp am quasi kürzesten Tag des Jahres?

Ich komme in Ideallage, ganz im Süden auf 850m Höhe auf 1,4 kWh pro kWp.

Hast du vertikale Module?

Ich müsste mindestens verdreifachen damit ich November Dezember eingermaßen durchkomme. 6kWp, Täglicher Bezug ca 12 kWh hauptsächlich für Heizung.

Jänner wird zwar kälter aber die Produktion steigt bereits wegen etwas Sonne.

Ab Mai brauche ich nur mehr Spitzenstrom ,1 kWh täglich.

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Nö, Südausrichtung 2 Dachneigungen und gut 150m niedriger (damit auch deutlich weniger Schnee). Ertragserwartung laut PVGIS zwischen 1000 und 1100 kWh/kWp.

Aus wirtschaftlicher Sicht werden aber eure kleineren Anlagen erheblich besser dastehen, weil relativ teuer eingekauft und zudem erweitert. (jedes weitere Modul und jede weitere kwh verschlechtert die Rechnung)

Tageslänge ist irrelevant.

Zwischen den Feiertagen gibts hier desöfteren einige Tage Kaiserwetter bei Temperaturen knapp über 0°C. Eine unverschattete PV mit Südausrichtung fühlt sich da richtig wohl.

beachte den zeitlichen Verlauf für Modulpreise. Die Nachkäufe wurden bei mir stets billiger. Von 185 € je Modul á 320 Wp gings auf 50 € runter.

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Die ersten Module von mir waren gebrauchte 150 Wp, die noch 120 Wp brachten, für 50 Euro. Auch die haben sich in 18 Monaten selbst bezahlt. Den Ertrag habe ich reinvestiert, bis es genug war.

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okay, nicht mehr in Gebrauch habe ich Module mit 19 Wp bei der Exotenspannungn von 8,6 Vmppt. 1 Stück für 100 DM. Die waren in Wedel bei Hamburg noch in Handarbeit hergestellt worden, polikristallin mit Glas/Glas im Edelstahlrahmen gefasst. Wirkungsgrad bei 7%. Ja das gab es damals……
und alles andere hätte ich mir damals nicht leisten können.

Sind aber nur die Modulpreise.

Wegen sündteurer Fernsteuerung und nicht Verfügbarkeit wurden es zuerst <25kWp. Erst später auf <30kWp erweitert. Bei den wenigen Modulen schlägt der zusätzliche WR und extra Anfahrt, etc voll durch.

Und Speichererweiterung bei E3DC führt schon Überlegungen dem System den Flug zu geben und einfach von der Konkurrenz die doppelte Speicherkapazität (Hochvolt) + Hybridwechselrichter zu montieren. Wirtschaftlich selbst bei sehr hoher Auslastung nur noch zu vertreten wenn der Speicher wegen Notstromversorgung nicht mehr leer als voll rumstehen soll. Zwischen Armortisationszeit und Garantiezeit ist da nicht mehr viel Spiel …

Die ignorieren offenbar die Preisentwicklung der LFP-Speicher der letzten 3 Jahre.