ich habe zwei Deye RW-M6.1 (Firmware 300C) an einem Deye SUN-12K-SG04LP3 EU und beobachte ein ungewöhnliches Verhalten beim Entladen.
Die beiden Speicher entladen sich unterschiedlich weit:
Akku B: Entladung bis auf 5,6 % SOC, obwohl am Wechselrichter eine untere Entladegrenze von 15 % eingestellt ist.
Akku A: Entladung endet bereits bei ca. 24–25 % SOC.
Der Wechselrichter zeigt dabei einen Gesamt-SOC von ca. 15 % an und beendet die Entladung.
Auf Empfehlung des Deye-Supports habe ich beide Akkus einzeln vollständig geladen und anschließend wieder gemeinsam angeschlossen. Leider besteht das Problem weiterhin.
Deye vermutet einen leichten Kapazitätsverlust durch Ladezyklen, konnte bisher aber keine konkrete Ursache nennen.
Hat jemand eine Idee, woran das liegen könnte? Insbesondere würde mich interessieren, ob eine fehlerhafte SOC-Kalibrierung, unterschiedliche Zellspannungen bzw. nutzbare Kapazitäten oder ein Problem mit der BMS-Kommunikation infrage kommen. Und wie könnte ich die Ursache systematisch eingrenzen?
Ich kann ein ähnliches Verhalten bei mir beobachten, aber nicht so stark wie bei dir. Der Unterschied zwischen den Batterien A und B beträgt bei mir ca. 1 % bis 2 %. Nur einmal hatte ich einen großen SOC-Unterschied, als ich die Entladegrenze in der ToU auf 17 % heruntergesetzt habe. Jetzt ist die Entladungsgrenze in der ToU auf 20 % eingestellt und Low Batt auf 17 %. Die Anschlusskabel sind absolut gleich, was den Querschnitt und die Länge betrifft. Jetzt wird die Batterie geladen und der Unterschied wird kleiner. Obwohl die Batterien gleichzeitig in Betrieb genommen wurden, ist die Anzahl der Zyklen unterschiedlich.
Danke für den Vergleich! Eine Drift von 1–2 % ist natürlich deutlich geringer als bei mir.
Ich habe inzwischen die Einzelberichte vom 16. bis 18.10. ausgewertet. Am 16.10. wurden beide Akkus nach dem getrennten Laden wieder angeschlossen und erreichten jeweils 100 % SOC. Trotzdem trat bei der anschließenden Entladung erneut eine deutliche Abweichung auf.
Am 18.10. standen beim Entladestopp 25,2 % bei Akku A und 4,3 % bei Akku B im Bericht. Die Batteriespannung lag bei beiden bei 51,3 V, die Zellspannungen waren ebenfalls nahezu identisch. Der Wechselrichter zeigte 15 % Gesamt-SOC an und beendete die Entladung.
Deine Einstellungen mit 20 % ToU und 17 % Low Batt sind interessant. Weißt du, ob du damit tatsächlich eine geringere Drift erreicht hast oder ob sie bei dir von Anfang an nur so gering war?
Ich möchte allerdings zunächst keine weiteren Einstellungen auf Verdacht verändern, sondern verstehen, warum die SOC-Werte bei mir so stark auseinanderlaufen. Beide Akkus haben Firmware 300C.
Danke für den Verweis. Dass der SOC keine direkt gemessene Größe ist und als Regelgröße seine Grenzen hat, ist nachvollziehbar.
Bei meinem konkreten System möchte ich aber vor allem verstehen, warum sich zwei baugleiche Deye RW-M6.1 im Parallelbetrieb so unterschiedlich verhalten, obwohl beide nach getrenntem Laden wieder 100 % SOC erreicht hatten.
Am 18.10. meldeten die Akkus beim Entladestopp 25,2 % bzw. 4,3 % SOC. Die Batteriespannung lag bei beiden bei 51,3 V und die Zellspannungen waren nahezu identisch. Der Wechselrichter zeigte 15 % Gesamt-SOC an und beendete die Entladung. Das Muster war bereits am 16. und 17.10. ähnlich.
Ich kann an meinem Deye-System allerdings nur die vorgesehenen Einstellungen und Diagnosemöglichkeiten nutzen. Fremde BMS-Software, zusätzliche Hardware oder Änderungen an der Kommunikation kommen für mich nicht infrage.
Mich würde deshalb besonders interessieren, wie du diese konkrete Abweichung interpretierst: Ist das aus deiner Sicht eher ein Problem der SOC-Berechnung der beiden BMS, oder lässt sich daraus auch auf eine unterschiedliche tatsächliche Restkapazität schließen? Und welche Diagnose wäre innerhalb des unveränderten Deye-Systems sinnvoll?
Ich würde mich direkt mit Deye in Verbindung setzen.
Ich habe genau das gleiche Problem beaobachtet und dann herausgefunden dass eine Batterie nur noch knapp die Hälfte der Kapazität besessen hat. Ich durfte die dann einschicken und bekomme jetzt (nach ca. 10 Wochen "Untersuchung") eine komplett neue Batterie geliefert. Mittlerweile ist die zweite Batterie aber auch schon so schlecht, dass ich nur noch ca. 80-85% der Kapazität habe. Und das nach gerade erst 600 Zyklen.
Guck mal in der Deye App, unter "Geräte" beim Wechselrichter in den Verlauf. Wähle dort "Akku" und dann "Ladestand", "Tägliche Ladeenergie" und "Tägliche Energie zum Entladen".
Da kannst du dann vergleichen, wie viel von den 2x 6,14kWh du noch tatsächlich nutzt. Musst du natürlich in Relation zu den Min/Max % setzen. also bei z.B. 100-20% dann den kWh Wert durch 0,8 teilen.
Hier mal 3 identisch eingestellte BMS mit unterschiedihen ah Pro Pack sie hängen alle an der Selben Schiene und doch entladen sich alle Unterschiedlich darum Bilde ich in Home Assistant eine Summe daraus und lass den Deye mit Spannungswerten Arbeiten.
Nein 2 hat meist die geringste Entladeleistung und auch Ladeleistung allerings ist der Akku vo der Kapazität her auch nur Halb sogross man könnte meinen sie würden sich prozentual gleich verhalten tun sie aber nicht kabellänge alles ist identisch nur jedes mal eben andere AH Stärke der3 te ist der neueste im bunde der läuft am saubersten.
Dazu muss ich aber sagen Pack 3 hat 666ah und nicht nur die angegebenen den das BMS lässt nicht mehr sich einstellen aber das ist egal. sind halt ca 80kWh netto also wirklich Nutzbare energie, damit komme ich bei solchen Tagen wie heute mit Regen und Bewölkung 2 Tage aus dann kommt es entweder zum Bezug oder ich Hoffe das die Sonne genug Scheint.
Was meist du mit Sternpunkt ? Und du weist schon das wir hier aktuell von den Akkus im LV Bereich reden? Zumindest ist das bei mir so meine Akkus werden vom Deye Geladen und Entladen und sind nicht Netz gebunden.
Danke für den Hinweis auf die Energiezähler. Ich habe inzwischen den Wechselrichterexport vom 12. bis 18.10. und die Einzelberichte beider Akkus ausgewertet.
Am 16.10. lag der Gesamt-SOC zunächst bei 100 %. Bis zum Entladestopp bei 15 % Gesamt-SOC am 17.10. zeigen die Tageszähler rund 8,1 kWh vor Mitternacht und weitere 3,5 kWh danach, zusammen also etwa 11,6 kWh. Die 2,3 kWh, die am 16.10. bereits vor dem Erreichen von 100 % im Tageszähler standen, gehören nicht zu diesem Abschnitt.
Das ist die vom Wechselrichter erfasste Gesamtentladung. Die beiden Einzelberichte enthalten zwar die jeweiligen SOC- und Stromwerte, aber keine separat integrierten Energieabgaben pro Akku. Deshalb kann ich aus den 11,6 kWh und den unterschiedlichen Akku-SOCs keine belastbare Einzelkapazität ableiten. Auch eine Hochrechnung auf die Nennkapazität wäre nur dann aussagekräftig, wenn Messgrenze, Zählerdefinition und SOC-Bezug eindeutig wären.
Die Daten bestätigen aber die deutliche SOC-Abweichung: Beim Stopp meldeten die Akkus etwa 24 % und 5 %, während der Wechselrichter 15 % Gesamt-SOC anzeigte. Ich habe Deye deshalb um eine getrennte Prüfung der nutzbaren Kapazität und der BMS-/SOC-Werte beider Module gebeten. Einen konkreten Kapazitätsverlust eines einzelnen Akkus kann ich mit den vorliegenden Exporten noch nicht belegen.
Danke für den Vergleich. Dass unterschiedlich große Packs bei ähnlicher Gesamtlast unterschiedliche Ströme und SOC-Verläufe zeigen können, ist für dein System nachvollziehbar. Auf meine beiden RW-M6.1 lässt sich das aber nur begrenzt übertragen, da sie baugleiche Module mit nominell gleicher Kapazität sind.
In meinen Exporten liegen die angezeigten Batteriestromwerte während vieler Zeitpunkte nahe beieinander, während die SOC-Anzeigen im Verlauf deutlich auseinanderlaufen. Eine getrennte kWh-Bilanz je Modul enthält der Export nicht. Deshalb kann ich noch nicht unterscheiden, ob hier tatsächlich unterschiedliche nutzbare Kapazitäten, eine abweichende BMS-SOC-Berechnung oder beides eine Rolle spielt.
Ich möchte die Ursache zunächst mit den vorgesehenen Deye-Diagnosedaten klären lassen und keine Änderungen an der Kommunikation oder zusätzliche Systeme einführen.
Beide Akkus sind an eine Busbar angeschlossen, diese ist dann mit dem Wechselrichter verbunden, falls du das meinst.
Die Busbar ist sehr großzügig dimensioniert und die Kabelquerschnitte ausreichend bzw. auch nach Anleitung.
Was ich damit aussagen wollte, selbst wenn du identisch eingestellte BMS hast können diese trotz gleicher Batterie kapazität einen unterschiedliche SOC berechnet werden
Ich habe mir damals die Mühe gemacht und die Batterien für ein paar Tage jeweils einzeln betrieben. Dann kann man besser sehen wie die Lademenge pro Batterie ist.
Aber selbst im Parallelverbund war bei mir die nutzbare Kapazität schon unter 80% der angegebenen 2x 5,51 kWh ...