Deye oder doch Sungrow?

Hallo Doktor-Gemeinde!

Ich plane (nun schon seit einigen Monaten) eine Dachanlage (45° Neigung, knapp 10° westliche Ausrichtung, Platz für 30 Module, 2Strings a 15, 3 Reihen 12-6-12). Im Winter bzw auch im Sommer in den Abendstunden kommt aber etwas Verschattung dazu.

Favorisiere nun dabei die Trina Vertex S+ monofizital wegen der erhöhten Anzahl an Einzelmodulen und soweit gelesen, bringt das etwas mehr bei partiellen Verschattungen.
Allerdings sehen die jinko Tiger neo auch nicht schlecht aus. Würde auch die Fullblack nehmen - hat den modereneren Touch :wink:

Anfangs war ich auch bei den Sungrows als WR (10kw). Leider hatte ich da noch nicht auf dem Schirm, dass die nur für HV-Akkus ausgelegt sind. Da ich aber vor habe, die Akkus selber zusammenzustellen, bin ich auf die Deye gestoßen, die ja auch interessant aussehen, allerdings gerade gegenüber den SG doch echt teuer erscheinen. Ausserdem hab ich aber gelesen, dass Deye 1tens ein schlechtes bzw. kein Schattenmanagement hat (allerdings lt. Beitrag von 2022) und 2tens auch immernoch einen recht hohen Eigenverbauch, was im Winter natürlich nicht optimal ist.

Achso - ich würde erstmal auf Nulleinspeisung gehen - mal schauen, wie lange sich mein EVU nicht bewegt :wink:

Nun bin ich ziemlich in der Zwickmühle - was mache ich? Hat de eine ode andere von Euch da Vergleichswerte oder Erfahung?

Grüße c

Also 30 Module und der Standard Deye 12K heissen 3 x 10er Strings bei Trina passt alles bestens
Deye hat in der neuesten Firmware (Trommelwirbel) ein Schattenmanagement
Eigenverbauch haben alle geräte sogar die blauen, wer keine USV Anlagenfunktionen will soll sich einen billigen String-WR und eine externe Batterielösung wie die Marstek Venus E / C Geschichte anschauen und nicht über Dinge die physikalisch unumgänglich sind rumnölen.
Es gibt übrigens auch schon das Deye Konzept von Solis

Oh, schnelle Antwort. Danke Auric!
Natürlich ist mir klar, dass im Standby jeder WR etwas verbraucht. In dem Beitrag (finde den jetzt nicht auf Anhieb) klang es so, als wären die Deye dabei signifikant schlechter als andere...
Ich habe übersehen, dass der Deye ja gar keine 15module pro String abkann... Aber auf 3 aufteielen? Meinst also dann die 2 potenziell "schlechteren" (wg. mgl. Veschattung) dann parallel betreiben? Was heisst bei dem Deye eigentlich: "Anzahl MPPT / Strings pro MPPT: 2/2 1"?

Edit: Achso, was meinst eigentlich mit " Deye Konzept von Solis"? Was ist denn genau das Deye Konzept?

Irgendwie kann das angebliche Schattenmanagment aber keiner so wirklich bestätigen... was ja angeblich bereits schon seit einem Jahr enthalten sein soll. Und schön, wenn wieder mal von rumnölen geredet wird nur weil man von den min. 2kwh/Tag Eigenverbrauch nicht so begeistert ist, besonders wenn man nur eine relativ kleine Anlage hat. Ja, USV braucht Strom aber warum baut man nicht einfach eine Option in die Firmware, die das abschalten lässt? Ich wohne in einem Bereich, da kommt es ,gerade im Herbst/Winter, schon mal zu Stromausfällen aber ich hätte auch kein Problem damit, mal 1-2 Minuten ohne Strom zu sein und das am Deye dann separat ein bzw. umzuschalten.
Ansonsten ist der Deye ein nettes Gerät, gerade wenn man es 3-phasig haben möchte und dazu noch die Optionen, vorhandene Wechselrichter/BKW´s einfach zu integrieren oder sogar einen 3-phasigen Generator. Das gleiche mit den Blauen zu erreichen ist aufwendiger und auch teurer.
Zu den neuen Solies gibst noch sehr wenig Infos aber Deye vertreibt ja nicht nur unter dem Namen Deye ihre Geräte :wink: Zumindest optisch sehen die sich sehr ähnlich und orientieren sich wohl an den neueren SG05LP3.
Alles in allem ist der Deye ein feines Gerät, wenn die sich mit der Soft/Firmware mal etwas mehr beschäftigen würden, da steckt sicher noch ungenutztes Potenzial drin.

Nein wenn es Schatten gibt und ein Schattenmanagement vorhanden ist dann die beschatteten Module in einen möglichst langen String (Leerlaufspannung bei -10°C errechnen und unter Limit des WR halten) und beim Deye dann halt eine gradzahlige Modulmenge übrig lassen und auf zwei Strings verteilen und parallelschalten.

Was der Code bei MPPT bedeutet?
Anzahl der MPPT = Anzahl der MPPT also anzahl der regler die auf ihren angehängen Modulen das maximale suchen können (bei einer Ost/Süd Anlage braucht man zwei..)
Anzahl der Strings = wieviele Eingangsbuchsen hat der MPPT, wie viele parallelgeschalttet (normale) Strings kann der Regler melken
bei den gängigen 12K heisst das zwei MPPTs einer kann zwei Strings einer kann einen String.

Was Deye Konzept heisst?
Das Gerät ist zuerst einmal Hochleistungs-Line-Interactive USV Anlage also das was man braucht wenn die Stromversorgung scheibe ist, man aber eine Erstwelt-Stromversorgung haben will.
Dazu kann das Gerät die Stromversorgung von allem was am LOAD Ausgang sitzt innerhalb von 4 ms übernehmen, wenn das Grid die normen verlässt oder komplett ausfällt. Dazu kann der Deye auch günstige Niedervolt batterien als Stromquelle hernehmen. wenn das nicht reicht kann er auch Notstromgeneratoren aktivieren und zuschalten. Und weil PV Module billig sind und PV Wechselrichter auch mittlerweile auch billig sind hat man solche auch eingebaut und spart sich so einige Bauteile und Platz die man bei getrennten PV Wechselrichter und AC Batteriespeichern brauchen würde.
man bekommt also in einer geschlossen Büchse für 1700€ mehr als wenn man für das doppelte an Geld drei Victron Wechselrichter ein Rudel MPPT-Ladegeräte und noch diverse Steuermodule sich für viel mehr Geld und Platz anschaffen würde (vom Installations- und Platzaufwand rede ich nicht einmal)

Dieses Konzept hat weltweit einen Markt gefunden, und mittlerweile mehrere Nachahmer von denen der drittgrösste WR Hersteller der Welt Solis eine erweiterte Kopie auch für Europäischen Markt herausgebracht hat, andere wie IMHO Growatt werden folgen.

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Hey, ich kann zu Deye nichts sagen, kann aber mal meine Erfahrungen mit Sungrow hier darstellen, insbesondere aus dem Blickwinkel eines DIYers. Ich habe seit Frühjahr 2023 eine Anlage mit 34 Paneelen verteilt auf zwei Sungrow WR (ein Hybrid und ein "normaler" und einem großen Sungrow Akku SBR256 in Betrieb.

Grundsätzlich läuft die Anlage zuverlässig, es gibt aber auch ein paar Schattenseiten.

Wechselrichter:

  • Darauf achten, einen Sungrow WR zu nehmen, der einen Hardware LAN-Port hat. Andernfalls funktioniert die Anbindung über Modbus nur eingeschränkt. Man kommt zwar auch über den LAN/WLAN Dongle an einige Modbus Register dran, aber es funktionieren nicht alle und das ist eher wackelig.
  • Für etwaige Firmwareupdtes muss man entweder sehr wild fummeln und sich die Updates über Drittseiten ziehen, oder man ist auf die Sungrow Cloudumgebung angewiesen. Dafür muss man einen Installateurszugang einrichten, sonst geht da nichts.
  • Sungrow gibt keine nutzbare Dokumentation für Endkunden heraus. Endkunden bekommen nur Marketingmaterial. Endkunden sollen die Finger von den Geräten lassen. Sungrow verweist nahezu immer auf die Installateursschulungen und die Installateure, selbst für eigentlich einfache Dinge, die halbwegs technisch versierte Menschen auch selbst durchführen könnten.
  • [UPDATE] Es gibt von so ziemlich allen Geräten massenweise interne Versionen, die oft nur schwer zu identifizieren sind.

Akku:

  • Mit meinem Akku bin ich gar nicht zufrieden. Sungrow wirbt damit, dass es sich bei den Kapazitätsangaben um nutzbare Kapazität handelt. Ich bin aber nie auch nur in die Nähe gekommen. Nach den nun 2 Jahren komme ich bei meinem 25,6kWh Akku auf nur noch 22kWh wirklich nutzbare Kapazität, wenn man alle Reserven wegkonfiguriert.
  • Grund sind ziemliche Unterschiede bei den Ladeständen der Zellen. Ich habe jetzt bereits zwei mal manuell die Module angeglichen, indem ich den Turm zerlegt habe und ihn nach und nach wieder aufgebaut habe, sodass alle Module beim Ladeende ähnliche Spitzenspannungen in den am höchsten geladenen Zellen haben. Aber innerhalb der Module gibt es weiterhin ziemliche Unterschiede zwischen der Zelle mit der höchsten und der mit der niedrigsten Spannung, die der Balancer nicht eliminiert.

Als Fazit würde ich in einem Szenario, wo man als Endkunde selbst Hand anlegen möchte, von Sungrow ganz klar abraten. Bitte diesen Post nicht als Empfehlung für Deye missverstehen, das ist er nicht. Mit Deye habe ich keinerlei Erfahrung. Ich kann nur sagen, dass Sungrow für DIYer eher ungeeignet ist.

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Was kann denn der Deye mehr, als die Summe der blauen Geräte?

Sorry, falsche Frage.
Man macht eine Bedarfsanalyse, und sucht nach dem passenden Geräten und entscheidet nach dem Preis/Leistungs-Verhältnis.
Wenn am Ende nur die teuerste Eierlegende Wollmilchsau übrig bleibt... So be it.

Du kannst ja mal den hier


an dem 140 PV-Module hängen und der pro Phase auch mal 25 kW liefert in deinem Blauen Lego zusammen konfigurieren. Das geht bestimmt, aber kaum für 4.5 k€.

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Die Frage ist aus meiner Sicht eher Deye oder Victron.
Wenn man 3 Phasen braucht (z.B. weil man unabhängig sein möchte für USV oder weil man mehr als 4 kW einspeisen möchte), dann hat der Deye m.E. schon deutliche Vorteile: Nur ein Gerät, das alle 3 Phasen erzeugt (mit oder ohne Netz) und gleichzeitig einen Laderegler für den 48V Akku integriert hat. Günstiger und platzsparender geht es eigentlich nicht. Einziger Nachteil m.E. der doch relativ hohe Eigenverbrauch mit gut 100W und das Tag und Nacht, also 2 - 2,5 kWh in 24 h. Das ist schon eine Menge Holz vor allem im Winter. Wenn der Basisverbrauch bei unter 200W im Haus liegt, würde ich den Deye wohl nachts ausschalten.

Nachteile bei Victron: für 3 Phasen brauchst Du 3 Wechselrichter, die man einrichten muß und die miteinander dann kommunizieren. Zusätzlich mind. einen MPPT-Laderegler, die aber von der max. Stringspannung auch auf 250V begrenzt sind, soweit ich weiß. Oder gibt es einen mit höherer Eingangsspannung? D.h. heißt bei vielen Modulen auch viele Strings und viele MPPTs. Victron ist auch nicht gerade günstig - eher in der oberen Preisrange. D.h. für 12 - 15 kW mit 3 Phasen zahlst Du am Ende gerne das 3-4 fache ggü. Deye. Ein weiterer Vorteil (der aber akustisch leider ein Nachteil ist), ist das NF-Prinzip: ein großer 50Hz Ringkerntrafo speist den Ausgang und liefert damit im Zweifel einen höheren Anlaufstrom als der Deye. Der Nachteil ist ein deutlich vernehmbares Brummen des Trafos und auch der Lüfter ist sehr laut.

Für Anlagen mit max. 6 kWp würde ich einphasig auf Deye gehen, denn mehr als 4 kW kommen selten wirklich aus dem WR raus. Spätestens bei 7...8 kWp an Modulen müßte man auf 3phasig gehen.
Theoretisch könnte man auf 2phasigen Betrieb gehen (mit 2 Victron WR), ist aber m.W. nicht erlaubt nach den TAB? Damit könnte man sogar je nach PV-Leistung nur mit einem oder wahlweise mit 2 WR arbeiten und damit den Eigenverbrauch noch stärker reduzieren. Die einphasigen Victron WR brauchen m.W etwa 11 - 20 W je nach Größenordnung. Korrigiert mich gerne, wenn ich da falsch liege.
Mein kleiner Victron Phoenix 1200VA braucht ca. 10...11 W im Leerlauf (ohne Sparmodus). Im Sparbetrieb (funktioniert bei kleinen Lasten nicht) braucht er nur etwa 2...4 W.

@auric : Ich wollte eigentlich nur wissen was du mit dem "mehr" gemeint hast.

Okay, dann wahrscheinlich wirklich Deye... Ich hab mal ne Zeichnung angehängt mit der Aufteilung der Module (<10° SW Ausrichtung). Wie gesagt, im Winter während einer kurzen Zeit ist die untere Reihe am unteren Ende der Module (vielleicht 2-3 Reihen der Zellen) durch das Nachbarhaus und der tiefen Sonne durchgängig verschattet, aber nur bis kurz vor dem Mittag. Wenn die Sonne weiter rumgeht, dann kommt von Links Schatten durch einen Baum - Das passiert natürlich auch im Sommer, und viel Später. Wie wäre es dort sinnvoll die Strings aufzuteilen, bzgl. des Deye, der ja nur 650V pro String vs 780V (Leerlauf) bei 2x15 Modulen und String verträgt. Da bin ich noch nicht wirklich hintergestiegen @auric (oder ich nehm den 15kW, der ist zwar etwas preisintensiver, aber macht villeixht nicht so viel Kopfzerbrechen)

Ich hab dazu mal eine ungefähre Zeichnung gemacht , die mir leider bei der Dachschräge mangels Beherschung von FreeCAD nicht so wirklich maßstabsgetreu (ausser die Modulgröße :wink: gelungen ist.
Solar1.pdf (136,2 KB)

Achso, PS: die Solis können wohl bis 850V - das wäre ja dann also eine Alternative :thinking:

Mehr Leistung pro Phase, unsere Dreiphasig angehängten Hütten machen weil wir ja keinerlei Drehstromverbraucher haben reichlich Schieflast (je nachdem wie gut der Elektriker war, wie die Hausfrau gerade am schuften ist, und da kannst Du mit 3 x 5000 in blau bei 25°C bei 4000 W pro Phase schon am Limit sein, ein 12K der nominell nur 12 kW hat bringt aber grantierte 6000 W (in der Realität auch noch ein paar mehr) pro Phase.

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Du redest von der maximalen Regelbereich des MPPT der nicht wirklich kriegsentscheident ist, was absolut wichtig ist, ist die maximale Leerlaufspannung die bei dem überschreiten den MPPt Regler killen wird, und die ist bei dem Solis 1000V

Hat denn ´jetzt noch keiner den Solis verbaut? Interessiert mich schon sehr..

Das ist jetzt die Frage, @linuxdep . Ich denke, es wird wohl bei mir der Solis. Das Datenblatt spricht da für sich und eindeutig gegen den Deye:

  • 1000V max. DC,
    
  • Nennspannung 550 V
    
  • Anlaufspannung 160 V
    
  • MPPT-Spannungsbereich 200 - 850
    

Damit bekomme ich dann auch die 2 Strings a 15Panele hin. Der Deye 10k wäre damit überfordert.

Interessant wäre da noch: Nennspannung vs ANlaufspannung vs MPPT-Spannungsbereich.

Wie sehe ich, in welchem Spannungsbereich er effizient arbeitet? Im Datenblatt sind leider keine Diagramme o.ä. zu sehen

Und ich hoffe, ich bekomm den später auch noch ordentlich in den HA eingebunden.

Den Solis S6 hab ich auch gerade im Visier. ( vs. Kostal G3 und Fronius Symo Gen24 plus).

Ja, ich hoffe, das ist kein "Billigst"-WR. Bin nur noch nicht ganz sclüssig, ob 10kw/12kW/15kW. Vom PReis her nehmen die sich nicht wirklich viel. Wäre nur die Frage nach der effiziens bei 13,5kWp... :thinking:

Solis ist der drittgrösse WR Hersteller der Welt, da dürfte die Qualität stimmen, wenn Du was schlechteres für viel mehr Geld suchst, viel Glück.

Nur zur Info: Batteriespannung ab 160V also Hochvoltsystem.
Weil das hier gerne vermischt wird. (Ist mir auch schon passiert)

Anlaufspannung 160v, nicht Batterie :smile: