der drehgeber dürfte 3 pullup widerstände brauchen
Pull-Up-Widerstände..hmmm, da könnte was dran sein!
Ein reiner Open-Collector bzw. Open-Drain-Ausgang kann es zwar nicht sein, sonst würde ich immer 0V messen. Aber dass es nur einen hochohmigen internen Pull-Up gibt und man bei Bedarf von außen niederohmiger weiter “hoch-pullen” muss, das könnte durchaus sein.
Guter Punkt also! Bei Gelegenheit muss ich mal nachmessen, was die “ENC Phase A” und “ENC Phase B” Eingänge des Curtis-Controllers tun. Falls der interne Pull-Ups hat, werde ich da 3,3V oder 5V messen. Und durch Anklemmen eines externen, bekannten Widerstandes gegen GND kann ich herausfinden, wie viel Ohm der Pull-Up hat.
Noch ein paar abschließende Infos zum Motor (auch wenn's wahrscheinlich niemanden interessiert):
Ich habe mal versuchsweise 5A DC von der Motorklemme U zur Motorklemme V durchgejagt. Wenn ich das mache, fallen 60 mV an Spannung von U nach V ab. Kann man sich also leicht ausrechnen, dass das einem Ohm'schen Widerstand von 12 mOhm entspricht. Nun sind die drei Motorwicklungen in Dreiecksform verschaltet, so dass ich von U nach V eine Parallelschaltung aus Wicklung 1 einerseits und Wicklungen 2 und 3 in Reihe andererseits messe. Also von R und R+R, was R_gesamt= (R*2R)/(R+2R) = 2R²/3R = 2/3 R ergibt. Demnach sollte die einzelne Motorwicklung einen Widerstand von 18 mOhm haben.
Wenn ich 50 Hz AC anlege (bei stehendem Rotor wohlgemerkt - also ohne Gegeninduktion) und I_eff=67,5A von U nach V durchjage (Schweißtrafo), fällt eine Spannung von U_eff=4,5 V ab. Daraus errechnet sich ein komplexer Gesamtwiderstand von betragsmäßig etwa 67 mOhm. Also |Z| = |R + i omega L| = 67 mOhm. Nach Pythagoras ergibt das omega * L = 64,5 mOhm, oder L = 64,5 mOhm / (2pi*50 Hz) = 0,205 mVs/A = 0,205 mH.
Mit dem o.g. Faktor 2/3 sollte demnach die Induktivität der Einzelwicklung etwa 0,3 mH (Millihenry) betragen.
Wer mag, darf gerne nochmal nachrechnen.
Nun kommt aber bald der spannendere Teil: Ich bin gerade drauf und dran, die Traktionsbatterie zu ziehen. Weitere Infos und Bilder folgen bald.
Das sind sehr wertvolle Infos, die du hier teilst. Da werden über die Jahre sicherlich noch einige hier vorbeikommen, die sehr froh über so eine Doku sind. Insofern mach damit gerne weiter.
Soooo, nun geht’s langsam ans Eingemachte. Wir sind ja hier nicht das Autodoktor-Forum, und auch nicht das Elektromotorendoktor-Forum, sondern das Akkudoktor-Forum, entsprechend wird es jetzt mal Zeit, den großen Akku aus der Kiste rauszuholen und anzuschauen. Also:
Wenn man die Traktionsbakterie ziehen möchte, muss man erst mal beiderseitig die Deckelchen unter den Seitenschwellern abmachen. Die sind mit vielen kleinen Muttern an ebensovielen Stehbolzen festgeschraubt, von denen garantiert der eine oder andere abreißt. Fahrerseitig sind im Schweller nur viele Kabel. Beifahrerseitig sitzen dort der Step-Down DC-DC Wandler auf 12V und eine Relais- und Sicherungsbox, in der man die dicken Batteriekabel abklemmen muss. Vielleicht folgen bei Gelegenheit auch nochmal ein paar Bilder dazu, jetzt aber erst mal das Spannende: Runter mit der Batterie. Fahrerseitig kommt da eine grüne Trennbrücke zum Vorschein:
Nach Absenken der Batterie sieht das Ding so aus:
Der Akkupack besteht aus 10 diskreten Akkublöcken und einem Schaltkästchen. Schauen wir mal auf das Schaltkästchen:
Das hat ein Typenschild:
OK, 126V Nennspannung also. Genau die Größenordnung, die aufgrund der max. Eingangsspannung des Curtis 1239E-8521 Controllers zu erwarten war.
Nun haben die einzelnen Akku-Blöcke aber auch Typenschilder:
OK, dann ist jetzt klar, wie das Ding aufgebaut ist: Jeder Akkublock besteht demnach aus 196 Stück 18650er NMC-Rundzellen in einer 7s28p-Konfiguration. Der Kapazität nach zu urteilen müssten es Zellen mit 79,8Ah / 28 = 2850 mAh sein.
Diese 10 Akkublöcke wiederum sind in einer 5s2p-Anordnung verschaltet, woraus sich die Akku-Nennspannung zu 5x 25,2V = 126V ergibt. Global gesehen hat der Akku damit eine 35s-Anordnung aus NMC-Zellen, womit ich mit meinem früher mal abgegebenen Tipp (34s) um eins daneben lag.
Insgesamt ist der Akkupack sehr schön diskret aufgebaut und wäre damit perfekt, um einer Zweitnutzung als PV-Heimspeicher zugeführt zu werden: Wenn man die 10 Akkublöcke von 5s2p auf 2s5p umklemmte, hätte man einen 50V-Akku und wäre sofort in der Welt der Victrons.
Eine schnelle Messung hat übrigens ergeben, dass bei meinem Exemplar alle 5 Akkublock-Paare eine Spannung um die 27V haben. Sieht erst mal gar nicht so verkehrt aus…
Das ist eine ziemlich gute Nachricht!
Wobei ….. NMC können das. Wenn wirklich keine Verbraucher dranhängt, und die Zellen keinen Schaden haben… gehen die in Dornröschen Schlaf und können so wiedererweckt werden.





