Dem Kostenwahnsinn entkommen... folgt mir :)

Es gibt noch einen Weg, der nur selten diskutiert wird: Lernen, mit weniger Wärme auszukommen. Unser Haus ist auch Altbau ungedämmt. Früher wurden hier 25.000 kWh Gas verheizt. Wir hatten das die letzten 10 Jahre schon auf 10.000 kWh durch sparsamen Umgang mit Wärme reduziert. Und jetzt durch die angespannte Situation haben wir deutlich weiter optimiert und komplett auf Split-Klima umgestellt. Wir haben uns nochmal an niedrigere Temperaturen gewöhnt und heizen nur dort, wo wir uns wirklich aufhalten. Dort dann 16-18 Grad. Für weniger Lufttemperatur gibt es passende Kleidung und Decken. Machen viele Japaner ganz selbstverständlich schon immer so. Bad, Küche, Schlafzimmer sind nur bei 12-15 Grad.

Durch diese Maßnahmen sind wir jetzt bei etwa 1000 kWh pro Jahr an Stromverbrauch fürs Heizen. Das macht ungefähr 4000-5000 kWh Wärmeenergie. Haus ist nicht gedämmt, Fenster sind 30 Jahre alt, schließen aber dicht und werden gut gewartet.

Das Interessante ist: Wir fühlen uns wohl damit, es ist nicht so, dass wir hier wirklich frieren. Der Körper gewöhnt sich und sich eine Decke zu nehmen, wenn man auf der Couch sitzt, ist nur eine Verhaltensgewohnheit, die nicht wirklich belastet.

Ein noch ungelöstes Problem ist Besuch, da müssen wir hochheizen. Die sind das natürlich nicht gewohnt. Aber ein Zimmer mal auf 20 Grad hochzuheizen, geht mit Split-Klima auch schnell.

Bei 1000 kWh im Jahr lohnt es sich auch gar nicht, sich über aufwändige Dämmmaßnahmen oder neue Fenster Gedanken zu machen.

Das ist sicherlich kein Weg für jeden, aber eine mögliche Alternative, wenn man bereit ist, vom vermeintlichen Wohlstand mal etwas loszulassen, der in Wirklichkeit vielleicht gar kein echter Wohlstand ist. In etwa so, wie es kein Wohlstand ist, wenn man keinerlei Sport mehr macht. Das ist bequem, aber nicht gesund.

Genauso weiter zu leben und nur auf Technik zu setzen, erscheint mir eh ein Irrweg. Wir haben uns einen energiehungrigen Lebensstil angewöhnt und müssen runter davon.

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100%

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Gab es hier nicht mal irgend eine Berechnungsformel, wie man ausrechnen kann, wenn ein Versorger heute meinen Strom für das nächste Jahr einkauft bezahlen muss.

Habe die Erhöhung bekommen am 1.4. das scheint mir angesichts der gesunkenen Preise doch recht hoch gegriffen. Würde ich ihn gerne mal mit konfrontieren und auf eine Überprüfung drängen.

wie geht das?

bin auch von 5000 auf 3000 kwh gas runter deses jahr aber da zahlt man doch die 12 ct und nicht 0

für diesen warmen winter oder im durchschnitt?

allgemein gesagt diese spielchen mit dem variablen stromtarif sind richtig pervers, bald wird dann um 3uhr morgens wäsche gewaschen, mittag gegessen oder gearbeitet...
was für ein armutszeugnis einer einstigen industrienation, die jetzt zum drittweltland mutiert.

jeder weiß wer das zu verantworten hat, nur tut niemand was dagegen.

Wir sind da wo wir sind weil bei uns mittlerweile nicht mehr das Erreichte zählt sondern schon das Erzählte reicht!

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Für diesen warmen Winter. Da kann man vielleicht nochmal 30% drauflegen für einen kälteren Winter.

@voltmeter

man muss das Spiel ja nicht mitmachen. Es wird halt dann eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bei Energie geben. Mädels bekommt man dann rum indem man ihnen sagt man könne 24 Stunden rund um die Uhr Strom beziehen wie man will.....und die Temperatur ist auch im Winter immer über 20 Grad.

@voltmeter

Der Entlastungsbetrag ist unabhängig von Deinem tatsächlichen Verbrauch. Man spart also auch für jede kWh unter 80% den vollen Preis.

Also bei 25000 kWh Vorjahresverbrauch und 18 Cent bekommt man (20000 kWh Mal 18-12) = 1200 Euro an Entlastungszahlung.

Jetzt verbrauche ich 2500 kWh zu 18 Cent. Das kostet 450 Euro, wovon noch die Entlastungszahlung abgeht.

Eigentlich ist das dann weniger als Null, aber das erlaubt die Preisbremse nicht. Weniger als Null geht nicht.

Die Rechnung für den Winter 22/23 ist noch etwas komplizierter, weil es im Dezember eine Einmalzahlung gab, die Bremse erst ab dem 1.1. implementiert wird und der Gaspreis garantiert unterjährig angepasst werden wird.

@voltmeter Niemand muss sein Verhalten bei variablen Preisen anpassen. Wer im Juni keine Erdbeeren will für einen Euro das Kilo, dem werden die nicht zwangsweise in den Mund gesteckt und wer die um Februar unbedingt haben will, kann sie für 15 Euro das Kilo gerne kaufen.

Das ist Marktwirtschaft.

Außerdem gab es das auch schon bei Kohle und AKW Strom. Da nannte es sich Nachtstrom und auch da es einen Anreiz um drei Uhr morgens die Wäsche zu waschen.

Und auch beim Nachstrom war das nachts die Wäsche waschen oder gar kochen bei fast niemandem der Grund den Tarif zu nehmen. Den gab es vor allem für Nachtspeicherheizungen.

Mich regt diese Verteufelung flexibler Preise auf. Die sollen vor allem Mal Speicher attraktiv machen, unter anderem Batteriespeicher. Aber auch Wärmespeicher und die Nutzung von Elektroautos als Speicher.

Du machst das übrigens auch. Wenn Strom da ist aus Deiner PV, wird der verheizt und gespeichert für die Nacht. Wenn nicht genug da ist, nutzt du Erdgas.

Du hast effektiv flexible Preise für Deinen Strom und reagierst entsprechend.

Im Sommer rechnest Du mit nahezu Null und im Dezember das, was der Generator Dich kostet.

Das schon, aber natürlich nur als Verrechnung auf deine Abschläge, die du ja auf Basis der 25000kWh zahlst. Abgerechnet wird am Schluß dann trotzdem auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs, wie auch sonst immer. Negativ oder Null kann die Summe dabei nicht werden, du zahlst 12ct/kWh für jede kWh bis max. 80% des vorab geschätzten Verbrauchs, für jede weitere kWh dann den vollen Preis. Sind für deine 20000kWh also 2400€.

Oliver

@zottel1 Was ich auch hilfreich finde: eine Hochrechnung auf ganz Deutschland. Wenn alle so verbrauchen würden, wie sähe es dann aus?

Zwei Wohneinheiten mit 200 m2 zu 35000 kWh.

Deutschland hat etwa 40 Millionen Wohneinheiten zu etwa 100 Quadratmetern im Schnitt und etwas unter 500 TWh für Raumwärme in privaten Haushalten mit etwa 125 kWh pro Quadratmeter.

Bei der Fläche pro Wohneinheit bist Du in der Nähe des Durchschnitts, beim Verbrauch mit 175 kWh pro Quadratmeter merklich höher. In Anbetracht der Tatsache, dass Du einen Altbau hast, ist das ganz OK.

Wenn Du von 35000 kWh Erdgas auf 5000 kWh Erdgas plus 4000 kWh Heizstrom runter kommst, passt das ganz gut. Die 4000 kWh Heizstrom fallen vor allem im Winter an. Da nehme ich an, dass man 1000 kWh aus PV, 2500 kWh aus Wind und 500 kWh aus Erdgas bekommt. Der Strom aus Erdgas ist mit etwa 50% Wirkungsgrad.

Es werden also 5000+2*500=6000 kWh Erdgas, bzw 3000 pro Wohneinheit zum heizen benötigt. Ich rechne aber im Vergleich zum Istwert. 6000/35000=83% Einsparung. Der Erdgasverbrauch Deutschlands liegt bei knapp unter 1000 TWh. Sparen alle die 83% bleiben noch 170 TWh.

Letztes Jahr wurden etwa 80 TWh Biogas verstromt. Biogas besteht zu 50% aus CH4 (Methan) und zu 50% aus Kohlendioxid.

80 TWh an Biomethan könnte man mit relativ geringem Aufwand gewinnen. Weitere 80 TWh könnte man durch Reaktion mit Wasserstoff erhalten. Dafür bräuchte man etwa 160 TWh Strom.

Das breche ich jetzt wieder auf notwendige PV runter. Grob bräuchtest du etwa 6000 kWh PV Überschuss im Jahr, damit Du 6000 kWh Biomethan für die Heizung nutzen könntest.

Der Umstieg auf 100% erneuerbar ohne massive Importe sieht damit sehr machbar aus, ohne dass Du überfordert wirst.

120000 Euro, um auf 40 kWh pro Quadratmeter zu kommen, das ist gar nicht nötig. Die Mehrkosten gegenüber dem sowieso nötigen Unterhalt des Gebäudes dürften bei Verbesserung von Deinen 175 auf 125 kWh pro Quadratmeter nicht viel höher als 5000 Euro sein. Und das amortisiert sich leicht.

@oliverso

(Dann auf die FAQ, irgendwie kann ich die nicht direkt verlinken)

Sieh dir das Beispiel unter Punkt sechs an.

Da siehst du, dass der Entlastungsbetrag unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch ist. Oder in anderen Worten: du sparst die vollen 22 Cent pro kWh des BMWK Beispiels, auch wenn weniger als 80% verbraucht werden.

Das ist absichtlich so gemacht worden, damit der Anreiz zum Sparen nicht bei 12 Cent gedeckelt wird.

Der Nebeneffekt der Sache ist, dass man bei extremen Einsparungen gar nichts mehr fürs Gas zahlt.

Ok, stimmt. Das war mir so gar nicht bewusst.

Oliver

blöd nur, wer schon immer gespart hat, der kann nicht mehr viel sparen... auch die Folgejahre geht dann max. noch einstellig Spar-Potential.

witz des tages ?

wenn es dank strommangel preise in spitzenzeiten von 1 eur /kwh oder mehr gibt, wer meinst du wird in diesen zeiten strom verbrauchen?

der geringverdiener oder der ard intendant?

das ist richtig, niemand zwingt einem erdbeeren auf. aber ein smartmeter schon.

@voltmeter Du hast Dich selber für extrem variable Preise entschieden. Im Dezember kostet dich die kWh aus dem Generator Größenordnung ein Euro pro kWh und ich nehme an, dass du nicht als überbezahlter ARD Intendant arbeitest.

Mich nervt der Missbrauch von sozialen Gesichtspunkten enorm.

Beim Fliegen fällt es besonders auf. Über die Hälfte der Weltbevölkerung ist noch nie geflogen, selbst in Deutschland ist es über ein konkretes Jahr betrachtet nur die Hälfte der Bevölkerung, die überhaupt ins Flugzeug steigt.

Die top 1% verfliegen aber deutlich über 50% des Kerosins und profitieren damit am meisten von den Subventionen (keine Mehrwertsteuer z.B., die direkten Subventionen an Flughäfen wie den in Berlin).

Aber zur Verteidigung der Subventionen wird rhetorisch der Geringverdiener herangezogen.

Was den Strom angeht. Strom aus PV und Wind ist billig und das soll bitte auch bei den Ärmsten ankommen. Wenn da die Großwärmepumpe fürs Mietshaus bei viel Wind nachts läuft und die Wärme im großen Wärmespeicher ohne große Verluste für eine Woche gespeichert werden kann, muss da keine arme Rentnerin wegen teuerer Preise Verzicht üben. Im Gegenteil sie profitiert enorm.

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@linuxdep

Ja, das gute Argument, dass man ja eh schon nur 12 Grad in der Wohnung hätte und daher wäre es super unfair, dass andere, die jetzt erst zu 12 Grad gezwungen werden, dafür belohnt werden und man selber nicht.

Es gibt tatsächlich Leute, die extrem niedrige Temperaturen angenehm finden. Sei es wegen Fettleibigkeit oder weil sie halt einfach Kälte mögen.

Das ist von (ich quäle mich schon seit Jahren für die Umwelt) kaum zu unterscheiden.

Und wer schon investiert hat, oder eh gerne und gut mit Kälte klar kommt, der zahlt doch auch trotz hoher Preise immer noch wenig.

Sag mir doch Mal, wie eine Entlastung aussehen soll, die folgende zwei Ziele effizient erreichen soll:

  1. Zusätzliche Gaseinsparungen Anreizen

  2. Die entlasten, die es besonders brauchen

der generator läuft nur im notfall diesen winter ist der garnicht gelaufen.

mich würde eine kwh aus dem netz bei meinem geringen verbrauch noch mehr als einen eur kosten.

fliegen muss man ja auch nicht, genausowenig wie erdbeeren essen.

aber essen zubereiten wäsche waschen das müssen auch die ärmsten leibeigenen

ich zähle mich nicht zu den armen aber ich denke auch an jene, anders als mancher der sagt ach mich betrifft das ja nicht...

die meisten sind arm und die meisten betrifft das auch.

@hger ja, klar sind die Anreize schon so da zu sparen, das Ziel wird halt auch erreicht damit. Leider kann man es halt nicht allen recht machen, ist mir auch klar.

Ist aber wie in der Firma, da sollte man nie von alleine anfangen zu sparen, denn sonst hat man kein Potential wenn man sparen muss. Ist eigentlich fatal, aber leider so gewollt. Die Sparsamen werden dann doppelt betraft, andere haben vorher Vorteile gehabt durch das "verpulvern" und bei Sparmaßnahmen dann genug potential.

Etwas mehr Anreiz für die Sparsamen hätte ich mir trotzdem gewünscht, also pro Person und Haushalt den Durchschnittsverbrauch als Grundlage, nicht mein Verbrauch vom Vorjahr, von dem ich eigentlich auf 100% komme, wenn ich nicht irgend was weglasse oder massiv Investiere in PV.

Wobei du allerdings die Einspeisevergütung ausblendest.

Die fehlende Exportmöglichkeit ist der Grund, warum das energieautarke Mehrfamilienhaus in Brütten doch noch einen Stromanschluss bekommen hat.

Das Haus wird nur mit PV versorgt, für Strom und für Wärme, ganzjährig zu 100% bzw. etwas mehr als 100%.

Das machen die mit einer Kombination von Speichern und PV. Auch die Fassade ist komplett mit PV bedeckt. Speicher gibt es: Batterie, Riesenwarmwassertank und Wasserstoff.