@byteripper Ja, die Akkukosten und Verluste muss man natürlich berücksichtigen und natürlich auch, dass die Verluste nicht nur für den Börsenstrompreisanteil gelten.
Ich habe noch keinen Akku, denke aber daran, mir einen zu kaufen. Wir haben allerdings zwei Elektroautos und neben der Klimaanlage eine Brauchwasserwärmepumpe. Unsere PV ist am 16.8. in Betrieb gegangen, wir haben seitdem 348 kWh eingespeist und 1574 kwh erzeugt => Eigenverbrauchsquote bisher 78% ohne Batteriespeicher
Awattar hat drei Tarifoptionen. Der Yearly ist ein normaler Stromtarif, den haben die drin für die Zeit, bis das Smartmeter installiert ist. Da gibt es einen fixen Arbeitspreis von 60,51 Cent pro kWh und eine Grundgebühr von 13,11 Euro pro Monat. Dann gibt den hourly, da gibt es flexible Preise. Die Grundgebühr liegt bei 17,26 Euro pro Monat und der Arbeitspreis bei 14,83 Cent + Börsenpreis. Und dann gibt es noch eine dritte Option mit Grundgebühr 17,26 Euro und einem Arbeitspreis von 60,51 Cent pro kWh minus einem Bonus.
Den Tarif habe ich im Moment, allerdings noch mit einem Deckel von 27 Cent. Der Bonus hat es in sich, der errechnet sich ziemlich aus der Differenz zwischen dem Standardlastprofil und Deinem tatsächlichen Profil. Dieses Jahr was das superattraktiv. Da konnte man in einzelnen Stunden Bonis >27 Cent rausholen, z.B. am 28.8., da gab es um 14 Uhr einen Börsenpreis von 1,58 Cent und das Standardlastprofil lag bei etwa 50 Cent (um 21 Uhr lag der Strompreis bei 83,39 Cent). Hätte man da nur in der günstigsten Stunde von 14 bis 15 Uhr Strom verbraucht, lag der Bonus als bei fast 50 Cent die kWh und der Endkundenpreis damit bei weniger als minus 20 Cent die kWh.
Ich fremdel mit diesem Effekt aber. Das ist so wie bei der Strompreisbremse, es wirkt befremdlich, wenn besonders hohe Marktpreise die eigene Rechnung nicht erhöhen, sondern sogar senken.
Vor der PV Anlage habe ich dieses Jahr meist 5 Cent rausgeholt, also 22 Cent statt 27 Cent Endkundenpreis gezahlt. Da ich nur wirklich gut mit dem Elektroauto laden tiefe Preise treffen konnte und mich auf Eigenverbrauch konzentriert habe, war der Effekt in den letzten Monaten etwas kleiner, um die 2 Cent. Jetzt im Dezember könnte wieder deutlich mehr rauskommen, weil zum einen kaum mehr PV da ist und ich deswegen wieder in der günstigsten Stunde lade und zum anderen, verrückt/befremdlich wie es ist, die Preise gestiegen sind und damit auch die Preisdifferenzen und damit der Bonus, den ich so erreichen kann.
Ab Januar bin ich aber im nicht gedeckelten flexiblen Tarif und habe damit die Besonderheit nicht mehr, bzw. sie wandert von einem Feature meines Stromvertrags vielleicht zur Strompreisbremse.
Ergänzung: Wie können die den Bonus übehaupt anbieten? Das liegt meiner Einsicht nach in der Absicherung über Futures begründet. Da sichert man sich den Preis für das Standardlastprofil. Hat man das zu 48 Cent z.B. abgesichert und der tatsächliche Preis liegt bei 150 Cent, kriegen sie 102 Cent aus dem Absicherungsgeschäft. Wenn der Kunde es schafft, die 150 Cent auf 50 Cent durch besonders günstige Stunden zu drücken, kann Awattar die Differenz zwischen den 102 Cent Gewinn aus dem Absicherungsgeschäft und den 50 Cent tatsächlichen Kosten auszahlen, und obwohl der Marktpreis absolut explodiert ist, wird der Endkundenpreis stark negativ, in dem Beispiel wären es minus 52 Cent.