Daikin ATXD undicht am Serviceventil. ( Inbusventil) Katastrophe!

Daikin ATXD35A – Serviceventil beim Inbetriebnehmen beschädigt – wie sollte man jetzt vorgehen?

Hallo zusammen,

meine neue Daikin ATXD35A sollte gestern vom Klimamann in Betrieb genommen werden. Soweit eigentlich alles gut. Die Anlage war komplett montiert und los ging es mit dem Evakuieren.

Zuerst wurde ca. 30 Minuten Vakuum gezogen und die Pumpe anschließend noch einmal etwa 30 Minuten abgestellt stehen gelassen. Alles unauffällig, keine Veränderung am Vakuum.

Danach wurde die Anlage mit 35 bar Stickstoff abgedrückt. Nach ungefähr einer Stunde ebenfalls keine Veränderung. Juhuu – dachte ich, jetzt kann es endlich losgehen. :grinning_face_with_smiling_eyes:

Nach dem Ablassen des Stickstoffs wurde noch einmal etwa eine halbe Stunde evakuiert. Keine Ahnung, ob das nach der Druckprobe unbedingt nötig ist, aber er hat es so gemacht.

Und jetzt kam der Super-GAU:

Beim Öffnen des Ventils mit dem Inbusschlüssel hat er zunächst ungefähr 1 bar Kältemitteldruck auf seiner Testo-Anzeige einströmen lassen. Das hat er dann etwa 5 Minuten so stehen lassen, ohne dass sich an der Anzeige etwas verändert hat.

Beim anschließenden Weiterdrehen des Ventils kam dann plötzlich sofort Kältemittel aus dem Ventil bzw. aus dem Bereich des Inbus-Anschlusses. Er hat versucht, das Ventil so schnell wie möglich wieder zuzudrehen, aber laut seiner Aussage ließ es sich nicht mehr richtig bzw. nicht mehr vollständig schließen.

Daraufhin hat er schnell die Messingkappe/Mutter auf den Anschluss geschraubt.

Jetzt ist natürlich erst einmal guter Rat teuer. :confused:

Der Klimamann macht normalerweise ausschließlich Anlagen im Industriebereich und kann leider erst am Freitag wiederkommen. Er möchte dann das Kältemittel absaugen.

Seiner Aussage nach muss der Serviceanschluss bzw. das Ventil getauscht werden. Er möchte das angeblich mit einem Klemm-/Quetschverbinder von Serto oder Armacell lösen. Löten könnte er zwar ebenfalls, meinte aber, dass sie solche Reparaturen im Industriebereich grundsätzlich mit diesen Verbindern machen. Auch bei Kühlschränken sei das früher so repariert worden.

Meine Fragen an euch:

  1. Ist so eine Reparatur mit einem Klemm-/Schraubverbinder von Serto oder Armacell bei einer solchen Klimaanlage fachgerecht und dauerhaft dicht?
  2. Wäre Löten hier die bessere bzw. übliche Lösung?
  3. Oder sollte der komplette Ventilblock bzw. das Serviceventil getauscht werden, falls dieser bei der Daikin geschraubt/wechselbar ausgeführt ist?
  4. Hat jemand zufällig Bilder vom Aufbau bzw. vom Inneren des Außengeräts einer Daikin ATXD35A, insbesondere vom Bereich der Service-/Absperrventile?

Mich würde vor allem interessieren, ob das Vorgehen mit dem Klemmverbinder tatsächlich fachgerecht ist oder ob ich hier besser auf eine andere Reparaturlösung suchen sollte.

Was mich am meisten interessiert. Ob jemand schon einmal so etwas gehbt hat ? ER meint es kann vorkommen.

Vielen Dank schon einmal für eure Einschätzungen!

Grüße

Wenn er erst mal nur "ein wenig Kältemittel hat einströmen lassen", dann hat er doch das Ventil auch direkt wieder zugedreht?

Wundert mich auch etwas, dass hierbei anscheinend die Monteurhilfe am Serviceport angeschlossen war. Das verursacht ja unnötigen Kältemittelverlust und ist so eher unüblich bei der Inbetriebnahme?

Was war nun am Ende undicht, das Schrader Ventil am Serviceport, oder das Inbusventil?

Das Inbusventil .Leider.

Es könnte eine gewisse Chance bestehen, dass das Teil zwar beim Aufdrehen undicht ist, aber wenn vollständig geöffnet, wieder dicht. Aber selbst, wenn es vollständig offen nicht dicht ist, stört das überhaupt nicht, weil man ja die Kappe draufdreht. Die Kappe ist die eigentliche Abdichtung.

Fachmännisch würde man das dann so machen, dass man zuerst alles Kältemittel absaugt, dann beide Inbus-Ventile komplett öffnet, die Kappen wieder mit Drehmoment aufschraubt, Anlage dann evakuieren und mit Kältemittel füllen.

Kleiner Nachteil dieses Vorgehens: Zukünftige Monteure finden eine Anlage vor, die sich nicht normgerecht verhält. Da ist dann Überraschung vorprogrammiert, wenn die die Kappe abschrauben. Sollte man an der Anlage irgendwie vermerken.

Machen manche Monteure für Kontrollzwecke, gerade Leute, die aus der Industrie kommen.

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Ich habe quasi eine neue ATXD35, und ja, natürlich hat die auch Geld gekostet. Ich habe sie extra in Italien bestellt und möchte das Ganze jetzt einfach vernünftig und sauber haben.

Meint ihr, dass das mit den Verbindern so okay ist? Wenn nicht, muss das Ding eben wieder ab. Ich habe ja die Armacell-Verbindungen, die man wiederverwenden kann. Von daher wären zumindest schon mal neue Bördel gespart.

Ich bin ehrlich: Wenn das Ventil tatsächlich so undicht ist, wie ich es gesehen habe, ist es zwar mit der Kappe eine einfache und schnelle Lösung, aber ich fühle mich damit einfach nicht wohl. Könnt ihr das verstehen?

Man, ich bin gerade echt genervt. Ich dachte, das Thema wäre gestern abgeschlossen und ich könnte mich endlich mit der Anlage beschäftigen und Erfahrungen austauschen. Stattdessen stehe ich jetzt wieder da und muss schauen, wie das Ganze irgendwie zum Laufen kommt.

Sorry, bin gerade etwas emotional. :sweat_smile:

Na ja, irgendwie wird es schon laufen.

Grüße

Klar, ist ja auch ärgerlich, wenn es so blöd schief läuft. Hab ich so auch noch nie gehört.

Ich kann mir seine Reparatur nur schwer vorstellen. Gibts denn den Serviceport inkl. Inbus-Ventil überhaupt einzeln als Ersatzteil und kommt man da problemlos ran?

Verstehen schon, die Frage ist, ob das eine emotionale Sache ist oder ob es handfeste technische Argumente für gibt.

Es geht dabei auch darum, den kleinsten Misthaufen zu wählen. Die Alternative, das Gerät zu reklamieren und dich wochenlang mit einem unwilligen Support rumzuschlagen, ist auch nicht so einfach. Da gibts hier im Forum ja schon dokumentierte Fälle.

Die Ventile kann man kaufen, ich würde vermuten dass an der engen Stelle eher gelötet wird.

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Total ärgerlich, ich kann dich verstehen, aber das ist halt das Risiko, wenn man in Italien bestellt. Ist irgendwas defekt, kann man das eigentlich nur noch neu kaufen,

So gesehen nicht nur "einfach und schnell" sondern wohl auch aus technischer Sicht am vernünftigsten.

Die Inbusventile scheinen ohnehin nie ganz 100% dicht zu sein, denn wenn man die Kappen später abschraubt, kann man wohl fast immer mit dem Schnüffler dort an der Stelle Kältemittel messen. Oft zischt es auch ganz kurz.

Somit ist es ohnehin alternativlos, dass die Kappe am Ende mit korrektem Drehmoment angezogen wird und somit die eigentliche Abdichtung übernimmt. Die "Sicherheitsebene" in Form vom Ventil fällt halt weg. Und das muss man deshalb auch entsprechend gut und dauerhaft lesbar kennzeichnen direkt am Anschluss.

Die Frage wird eher sein, ob der Kältetechniker das so macht?

Wenn ja, so würde ich das jedenfalls bevorzugen. Jegliche bauliche Veränderung an der Anlage birgt ja nun erst Recht das Risiko von künftigen Undichtigkeiten. Das scheint mir dann ein "schlechter Tausch um viel Geld". Aktuell ist die Anlage ja wohl betriebsbereit und einsatzfähig, alles ist dicht (bis auf das Ventil) und geprüft. Wenn man jetzt was ändert, geht das ja von Neuem los.

Ich stelle mir hier auch eine "saubere Lösung" ohne Kompletttausch vom Ventilblock sehr schwierig vor - in jedem Fall wird es viel Arbeit sein die man auch entsprechend zahlen muss.

Da wäre es aus meiner Sicht sogar noch sinnvoller alternativ einen anderen Kältetechniker damit zu vertrauen - sollte dieser es "nur mit Kappe" nicht in Betrieb nehmen.

Und möglicherweise dichtet das Ventil voll offen eh wieder ab - wie win geschrieben hat.

Ich würde also in der Situation wirklich "Ganz oder garnicht" wählen. Also entweder lassen wie es ist, oder aber den "100% Weg" und das Ersatzteil besorgen - oder die Anlage eben direkt beim Verkäufer reklamieren. Wenn die Montage eh der Kältetechniker gemacht hat - kannst du ja den Nachweis direkt mitsenden.

Wie hast du denn bezahlt? Wenn zb. PayPal, denn kannst du ja einen Fall öffnen. Dann weiß der Händler direkt, dass er es zu deiner Zufriedenheit klären muss. Sonst ist sein Geld weg;)

Bei Ebay ist es wohl ähnlich, bei Kreditkarte gibt es auch was vergleichbares.

Nur bei Direktüberweisung oder wenn schon zu viel Zeit vergangen ist könnte es ein Problem sein.

Meine Meinung:

Die EINZIG wahre 100% Lösung wäre Tausch vom Aussengerät. Denn selbst ein neuer Ventilblock wäre mit "Umbauarbeiten" verbunden am Gerät, und birgt immer die Gefahr späterer Undichtigkeiten.

Da wäre aus meiner Sicht noch die Lösung von @win sehr viel sinnvoller.

Dazu einfach noch einen Schnüffler kaufen und immer wieder mal prüfen, denn wenn Rückabwicklung / Tausch nicht in Frage kommt - könnte man (falls wirklich nötig, was ich nicht glaube) auch irgendwann später diese Maßnahmen durchführen.

In meiner A1 Schulung wurde das 3-Wegeventil besprochen. Dort wurde gesagt, dass dieses intern nur in den Endlagen metallisch abdichtet und zwischendrin (nur beim auf- zuschrauben) mit einem O-Ring. Wenn dem so wäre, könnte man das Kältemittel absaugen, Ventile beide komplett aufdrehen und eine Dichtigkeitsprüfung durchführen. Anschließend neu befüllen und die Anlage sollte ok sein (nach korrekt montierten Kappen).

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So steht es auch in der Daikin Anleitung.

Sind die „3 Wege Ventile“ nicht dann verbaut, wenn es kein Serviceventil gibt :thinking:

3 Wege ist doch Serviceventil.

1.Anschluss zum Innengerät (Kälteleitung).
2. Anschluss zum internen Kompressor/Außengerät.
3. Serviceanschluss mit Schrader-Ventil (für Vakuumpumpe, Manometer oder Kältemittel)

Aber es geht ja um die Innensechskant Sperre.

Bei Daikin wird beschrieben dass die Kappe die Dichtfunktion übernimmt.
Der Fehlerfall könnte in der Tat auf einen defekten O-Ring hindeuten, ist aber aus der Ferne nicht nachweisbar.

Eben, das Inbusventil von dem die Rede ist hat doch nichts mit „3 Wege“ zu tun?

Auch das Serviceventil ist nicht „3 Wege“ .

Aus dem ganzen Ventilblock ergibt sich dann letztlich quasi ein „3 Wege Ventil“.

Es gibt aber soweit ich weiß auch Anlagen, wo das anders gelöst ist. Ohne Serviceventil mit Schrader. Da gibt es dann echte 3 Wege Ventile.

Ja du hast in beiden Punkten Recht. Ich habe mich undeutlich ausgedrückt. Wir meinen beide dasselbe.

Ventilblock 3 Wege mit Serviceventil
Innensechskant übernimmt nur eine Sperrfunktion und ist kein "Weg"

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Metallisch dichten scheint bei den meisten heutigen Anlagen nur noch im zugedrehtem Zustand. Denn aufgedreht wird nur noch sanft, kann also keine metallische Dichtfläche mehr sein. Früher war das anders, da musste man kräftig auf Anschlag aufdrehen.

So haben die das Anfang Juni noch in dem Seminar unterrichtet (auch an Splitgeräten). Eigentlich sollte es dann dicht sein, die Kappe dient nur als zusätzliche Sicherheit. Bzw. viele Monteure wissen das nicht unbedingt und drehen die Innensechskantschraube wieder ein Stück zurück, wie bei einem Wasserhahn. Und das ist bei diesen Ventilen halt verkehrt.

Vielen Dank erstmal für die vielen Antworten und die wirklich konstruktiven Vorschläge! :+1:

Also, das Abdichten über die Kappe bei einem undichten Ventil geht. Ja, es geht. :grinning_face_with_smiling_eyes:
Hat mein Klimamann auch gesagt.

Wobei… so richtig eindeutig war seine Aussage irgendwie nicht. :joy:
Ich glaube, er hat gesagt: „Kann man so machen, aber dann ist es Käse.“

Oder er hat etwas ganz anderes gesagt. Keine Ahnung mehr. :joy: Jedenfalls war die Aussage ungefähr in diese Richtung.

Er hat mich heute nochmal angerufen und mir erklärt, dass er das Gerät auch mit in die Firma nehmen könnte. Dann könnte ein Kollege einen neuen Serviceanschluss anlöten.

Ja, super! :+1:
Kostet aber natürlich Geld und dauert entsprechend.

Dann hat er mir nochmal erklärt, dass das Ganze mit einem Doppelnippel und Armacell-Flare-Fittingen überhaupt kein Problem darstellen würde. Natürlich habe ich dadurch eine Schraubverbindung mehr, aber damit kann ich leben.

Er hat auch noch eine andere Möglichkeit genannt: Wenn das undichte Serviceventil irgendwann gar nicht mehr zu gebrauchen wäre, könnte man die Leitung direkt hinter dem Ventil abschneiden und dort die Kältemittelleitung anschließen.

Ich habe mich jetzt aber für die Variante mit einem neuen Ventil und Schraubverbindung entschieden.

Eine Reklamation und Rücksendung möchte ich ehrlich gesagt vermeiden. Das Außengerät ist top und ohne irgendwelche Beschädigungen bei mir angekommen. Außerdem funktioniert soweit auch alles und das Gerät selbst ist völlig okay. Nur dieses blöde Serviceventil macht eben Theater. :roll_eyes:

Zum Wechsel des Ventils werden wir das Gerät abbauen.

Puh… zum Glück sind da auch Armacell-Fittinge dran. :sweat_smile:

Dann wird das Serviceventil getauscht und anschließend wird er die Anlage komplett neu befüllen. Und dann sollte das Ganze hoffentlich laufen.

Mein Klimamann hat mir übrigens gesagt, dass er noch nie einen undichten Armacell-Fitting gehabt hat. Und er hat eine ganze Kiste davon im Auto! :joy:

Beim Bördeln sieht die Sache wohl etwas anders aus. Da kommt es schon mal vor, dass etwas undicht ist. Aber eben meistens dann, wenn der Bördel nicht sauber gemacht wurde oder die Verbindung falsch angezogen ist.

Ich habe ihn natürlich auch gleich gefragt, wie das denn mit dem Drehmomentschlüssel beim Bördeln aussieht.

Seine Antwort:

„Drehmomentschlüssel? Brauche ich nur beim Auto. Oder vielleicht der Lehrling.“

Und dabei hat er gegrinst. :joy::joy:

Da dachte ich mir dann auch: Na gut… dann weiß ich ja, wer hier welches Werkzeug braucht. :grinning_face_with_smiling_eyes:

Wie dem auch sei: Ich werde berichten, wie die Geschichte ausgeht.

Ich bin jedenfalls guter Dinge, dass meine ATXD irgendwann tatsächlich das macht, wofür sie gekauft wurde: laufen! :joy::snowflake:

Vielen Dank euch allen nochmal für eure Hilfe, eure Erfahrungen und die vielen Tipps!

Ich halte euch auf dem Laufenden. :+1:

Das ist heute bei den meisten Anlagen technisch anders gelöst. Hersteller warnen in Installationsanleitungen davor, diese Inbus-Ventile nicht kräftig gegen den Anschlag zu drehen, weil die ansonsten kaputt gehen.

So wie ich es verstanden habe: Viele alte Monteure kennen das noch so und bei aktuellen Anlagen ist es fast durchweg so, dass nur sanft aufgedreht werden darf, weil das nur ein Anschlag und keine metallische Dichtung ist.

KI Gemini schreibt

Bei den Daikin-Split-Geräten (und fast allen modernen Kältekreisen) handelt es sich um sogenannte Spindelventile (Back-Seated Valves):

  • Bis zum spürbaren Anschlag: Du drehst den Sechskant gegen den Uhrzeigersinn heraus, bis die Spindel oben anstößt. Dann ist der Querschnitt komplett frei und das Kältemittel kann ungehindert strömen.

  • Keine Hebelkraft: Sobald du merkst, dass das Ventil oben ansteht, hörst du sofort auf zu drehen. Wenn du versuchst, das Ventil am oberen Anschlag mit Drehmoment "festzuziehen", riskierst du, das Gewinde im Messingkörper zu überdrehen, den internen Sicherungsring abzuscheren oder die Spindeldichtung zu beschädigen.

Im Handbuch der ATXD steht:

Was denn nun???