Chinesische Monteuerhilfen

Ich weiß gar nicht, was du hier für Probleme produzierst, die es gar nicht gibt. Die meisten billigen Chinapumpen schaffen das, was man für die Evakuierung einer Split-Kima braucht und das habe ich dutzende Male mit unterschiedlichen Pumpen und einem Vakuummeter (Testo 552) vermessen.

Alles gut, es gibt keine Probleme, die du irgendwie siehst, warum auch immer.

Diese ganzen mechanischen Teile kannst du vergessen, wenn es um die Frage geht, ob du 1mbar oder 20mbar erreicht hast. Geht damit nicht, ist aber extrem wichtig. Bei 20mbar verdampft dir das Wasser nicht.

Selbst wenn man ein mechanisches Manometer hat, was über die ganze Skala von 0 bis -1bar auflöst, bleibt es halber Blindflug, weil die immer relativ zum Luftdruck messen. Da bräuchte es also noch ein Barometer und selbst dann kannst du unter optimalen Verhältnissen vielleicht auf +- 10mbar genau ermitteln.

Sowas hier meine ich:
https://www.saukalt.de/Vakuum-Manometer-mit-Schlauch-15m-R32-R410-R407c

Wer Erfahrung hat und sich auf seine Pumpe verlassen kann, der kann auch durchaus mal mit einem mechansichen Schätzeisen evakuieren. Wer aber sowas nur mit sicherer Kontrolle machen will, der braucht ein digitales Vakuummeter wie z.B. das Testo 552.

Hello!
hier meine konstruktive Kritik :slightly_smiling_face: Ihr müsst im Vakuum gar nicht so weit runterkommen, wenn Ihr die Möglichkeit habt, eure Rohre mit Stickstoff zu spülen d.h. Gas rein, Gas raus. Vakuum ziehen. Fertig.. Gütegrad 2.8 reicht vollkommen aus^, 5.0 ist getrocknet für Profianwendung. Ich würde lieber in eine N2 (Stickstoff) Armatur investieren, damit kann man auch mal abdrücken und vieles mehr. Feuchte in den Rohrleitungen ist/kann „ein“ und wird/könnte „ein“ Problem bei sehr niedrigen Verdampfungstemperaturen sein, und bei deutlich -°Celsius kälter als es die Splitklima Heizungen überhaupt können so -18°C und weiter runter oder so. Ja, Feuchte im Öl ist keine gute Sache kann in Verbindung mit dem Kältemittel Säure bilden. Ich hoffe, ich konnte helfen. Ihr könnt mich gerne fragen, wenn es Kältetechnik betrifft. Ob ich helfen kann, wird sich zeigen…

Stickstoff kann helfen, aber trotzdem sollte man die Anlage nach Vorschrift evakuieren.

Wenn du nur Stickstoff ins System bringst, hast du ja auch die komplette Luft noch im System. Für eine wirkliche Spülung müsste man einen Bördel demontieren.

Echt. Vermutlich liegt zuviel Rost in der Luft.
Komisch, meine verwendeten Sensoren und Elektronik löste reale 0,01 mBar auf und die war steinzeitlich. ok heutige analog Technik bzw. Operationsverstärker wurden nicht wirklich auffällig verbessert obwohl Jahrzehnte dazwischen liegen.

Das zeigt vergleichbar präzise den Unterdruck, wie ein Zeigergerät :joy:

Auszug aus dem Testo Datenblatt

Warum braucht man bitte eine exakte Messung des Unterdrucks?
Man geht her, kauft eine der Standard-Pumpen, die es bei einschlägigen Dealern gibt. Dann noch Ventildrücker und ein analoges Manometer. Man nehme dann noch einen Tag, an dem die Temperatur passt. Und los gehts.
Die Diskussion um irgendwelche Absolutdrücke und Messwerte ist doch völliger Quatsch. Wichtig ist, dass lange genug evakuiert wird und der Unterdruck lange gehalten wird. Beides Dinge, die jeder mit recht einfachen Mitteln sicherstellen kann. Auch mit einem analogen Unterdruckzeigerdingens.
Irgendwie erinnert mich die Diskussion stark an Öl-Diskussionen im KFZ-Bereich...

Einfach alles mal etwas lockerer sehen und lieber sicherstellen, dass man mit dem Equipment, das man hat, sauber arbeitet. Wer mit dem Zeug von z.B. Saukalt arbeitet, keine Veränderung des auf der Analoguhr angezeigten Unterdrucks über mehrere Stunden feststellen kann, was kann derjenige dann noch richtiger machen? Klärt mich bitte auf. Wenn der Unterdruck sich verringert, dann stimmt etwas nicht. Entweder ist das Equipment Mist (undichte Verbindungsstelle, Absperrhahn o.ä.) oder man hat wirklich schon beim Bördeln Mist gebaut.
Ich bin mir sehr sicher, dass es fast ausschließlich auf sauber ausgeführte Bördelverbindungen ankommt, damit eine Anlage dauerhaft dicht ist und läuft.
Wer das prüfen will, der kann einen Überdrucktest machen.

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Das ist aber nicht das optionale Modell 552 sondern eine Monteuerhilfe.
Ausserdem ist es ein Unterschied, ob man damit auch seine Pumpen testen möchte weil man ein wenig vertrauensvolles historisches Sammelsurium an Pumpen hat oder ob man nur neue Pumpen hat welche von einem Kalibrierservice alle 50 Stunden einen Ölwechsel kriegen.

Bördelverbindung, da ist der Wurm drinnen wie tief es die gute Pumpe schaft. Vermutlich kann man Tage vorm Zeiger hocken und er bewegt sich nicht - weil ers nicht kann. Und die Verbindung pfeift trotzdem.

Du willst doch zum Schluss auch, dass deine Anlage hinreichend gut evakuiert wurde. Kannst du dich 100% auf deine Pumpe und dein ganzes Equipment verlassen, bräuchte es in der Tat keine Messung.

Realität ist doch aber, dass es gerade bei der Evakuierung 1000 Möglichkeiten gibt, was schief laufen kann. Hier mal nur ein paar Beispiele:

  • Billige Chinapumpe bringt überhaupt nicht das Vakuum, was gebraucht wird.
  • Billige Chinapumpe hat einen Defekt und bringt nur geringe Leistung.
  • Schläuche, Monteurhilfe, Ventildrücker - irgendwas davon ist leicht undicht.
  • Pumpe hat zu wenig Öl und es fällt einem nicht auf.

Ich hatte mal den Fall, dass ich mich wunderte, dass meine Pumpe nicht mehr unter 200 Pa kommt, obwohl sie vorher 40 Pa brachte. Hab ich nur über ein digitales Vakuummeter erkennen können. Ursache war ein leicht undichter Schlauch.

Anderes Thema, warum ein genaues Vakuummeter Sinn macht: Man kann so gut erkennen, ob die Anlage wirklich schon hinreichend entfeuchtet ist oder noch Restfeuchte im System. Oder man will einen Vakuum-Dichtheitstest machen, geht auch nur sinnvoll mit einem genauen Digital Vakuummeter.

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Das sind die Daten des Testo 552:

Eine Genauigkeit von 10 Micron und 10% vom Mw ist weit über dem, was man für die Beurteilung bei einer Split-Klima braucht.

Im Grunde stimme ich dir zu. Wenn die Pumpe nichts taugt, wird man das so nicht unbedingt feststellen.
Ich sehe aber ehrlich gesagt keinen Grund, einer Vakuumpumpe nicht zu vertrauen. Zumindest dann nicht, wenn man weiß, wie sich so ein Ding in Verbindung mit der analogen Anzeige fürs Vakuum verhält. Man kennt den Wert, den die Pumpe maximal schafft. Vielleicht habe ich Pech und habe eine defekte Pumpe als Referenz benutzt.
Was mich dabei aber sicher machte: die von mir genutzte Pumpe schafft es, beim besagten Manometer fast den GESAMTEN Anzeigebereich auszureizen und zwar bis auf die letzten zwei Teilstriche vor der Null. Von einem Defekt gehe ich da nicht aus.
Vielleicht ist das Manometer auch defekt? Unwahrscheinlich.
Das Ganze ist reproduzierbar. Wenn man bewusst eine Undichtigkeit erzeugt, reagiert die Anzeige auch sofort. Auch bei minimalster Undichtigkeit schon.

Wirklich fahrlässig sind diese billig-Monteurhilfen, bei denen der Zeiger fürs Vakuum nur einen wiiiinzigen Bereich überhaupt an Weg zurücklegt: egal wie viel Vakuum erzeugt wurde, der Zeiger bewegt sich in Bezug auf die 360° der Uhr vielliecht 2-3° (wenn überhaupt). Das ist nicht einmal ein Schätzeisen.
Ich hatte mit sowas mal herumprobiert, es für Müll befunden und dann eine analoge Vakkumanzeige mit Ventildrücker gekauft (ich glaube es war sogar die weiter oben von dir verlinkte, @Win). :+1:

Damit lässt sich auch eine kleine Veränderung am Unterdruck recht gut feststellen.
Natürlich kein zuverlässiger Absolutwert, mir ist das Ganze mit Unterdruck sowieso zu hoch... :roll_eyes:
Was man jedenfalls damit machen kann: herumprobieren. Alles am Kältekreislauf (oder an einem Versuchsaufbau) montieren, Vakuum ziehen. Wenn man dann das Manometer absperrt, ist auch die Pumpe als Störfaktor egalisiert. Man schaltet sie aber erst ab, wenn das Manometer abgesperrt ist. Dann hat man eine Anzeige, die einem genau sagt, was zwischen Manometer und Kältekreislauf passiert.
Auch damit lässt sich spielen: man kann jetzt z.B. den Ventildrücker etwas weniger fest anschrauben, bis eine Undichtigkeit entsteht. So kann man dann gut beobachten, dass und wie das Ganze reagiert. Auch kann man mit einem Versuchsaufbau eine Undichtigkeit am Ventildrücker oder am Schlauch ausschließen.

Wenn ich jetzt Vakuum gezogen habe, die Anzeige praktisch ihren fast gesamten Anzeigebereich "nutzt" und das durch Herumprobieren auch reproduzierbar ist, dann habe ich ein Grundvertrauen und es kommt der Dauertest:
Erstmal wie von den meisten Herstellern abgedacht mind. 60min Vakuum ziehen (gerne auch erstmal am Versuchsaufbau). Absperren, Pumpe aus, den justierbaren roten Zeiger am Manometer hat man zuvor bei laufender Pumpe auf Istwert gesetzt. Jetzt kann man warten. 30min oder 30 Stunden, 30 Tage, je nachdem wie sehr man das auf die Spitze treiben möchte.
Auf diese Weise kann man schön beobachten, ob Unterdruck sich verändert.
Meiner Erfahrung nach kann man damit sogar beobachten, wie sich der Temperaturunterschied gaaanz miiiinimal bemerkbar macht. Das war in meinem Fall aber echt extrem wenig und wurde dann auch nicht durch weitere Veränderung unplausibel. Würde sich der Unterdruck weiter ändern, dann wäre irgendwo eine Undichtigkeit.
Bei mir hatte sich da auch über längere Zeit nichts geändert.
Nach Ablauf der Wartezeit kann man dann hergehen, die Pumpe wieder anwerfen und die Absperrung am Manometer wieder öffnen. Wenn jetzt der Zeiger nicht einmal zuckt, dann sollte alles OK sein.

Vielleicht habe ich dieses Unterdruck-Manometer auch falsch interpretiert. Ich hoffe nicht :wink:

So ein mechanisches einfaches Vakuummeter ist schon deutlich besser, als nichts oder nur die Monteurhilfe. Damit kann man, wie du auch schreibst, viele Fehlerquellen schonmal ausschließen und bekommt auch ein Gefühl für die ganze Sache.

Wie weit der Zeiger runter geht, hängt übrigens vom Luftdruck ab. Der kann ja zwischen 960-1060 hPa schwanken, also zwischen 96.000 Pa und 106.000 Pa. Macht 10.000 Pa Differenz oder 100mbar. Dein Vakuummeter zeigt also je nach Luftdruck irgendwas im Bereich 100mbar mehr oder weniger an. Daran siehst du schon, wie ungenau die Messung sein muss.

Eigentlich will man ja wissen, ob man deutlich unter 10mbar angekommen ist.

Kurzum: Mit so einem Teil kann man ohne Wissen des Luftdrucks zumindest sagen, ob man so im Bereich <100 mbar angekommen ist. Mehr nicht.

Wenn das Teil gut kalibriert ist und man noch den Luftdruck einbezieht, kann man durchaus Aussagen machen, ob man <20mbar angekommen ist.

Die letzten - aber sehr entscheidenden - 20mbar kannst du nicht beurteilen. Die sind deshalb sehr entscheidend, weil das Wasser erst unter 10mBar verdampft.

Es hängt dann nur noch daran, ob man seiner Technik vertrauen kann und alles richtig gemacht hat. Eine nicht optimal dichtende Verschraubung und man liegt daneben.

Allerdings: Die Split-Klimas scheinen wohl sehr robust zu sein. Gibt Leute, die evakuieren mit Handpumpe und kommen vielleicht nur auf 200 mbar (abs) runter und nach Youtube Videos soll das funktioniert haben. Wo die Grenze liegt, was die Geräte noch wegstecken, ist schwer zu sagen.

Nochwas: Man kann es mitunter auch sehen und hören, ob man tief genug mit der Vakuumpumpe angekommen ist. Man sieht z.B. den austretenden Wasserdampf, wenn man etwas geübt ist. Und die Pumpe fängt auch irgendwann an zu nageln vom Geräusch her. Das ist auch ein gutes Zeichen, dass man tiefe genug ist. Meine Pumpe fängt immer erst unter 200 Pa an zu nageln.

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Ich möchte die Diskussion um Pumpen nicht stören, habe aber eine zum Thema passende Frage.
Nehme ich eine Monteurhilfe ( die ich habe) und eine Pumpe ( die ich noch nicht habe) , so hat ein Werkstattgerät noch eine weitere Einheit: Der Behälter, in dem sich das abgepumpte .... Gas sammelt . Wasser und Kältemittel. Wasser wird abgelassen, Kältemittel kommt wieder rein ins auto.

Frage :

  1. Kommt dabei das Öl auch raus?
  2. gibt es sowas (den Behälter) auch im Amateurbereich?
  3. wenn nein, warum nicht?
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Interessant, das habe ich mich auch schon gefragt.
Beim freundlichen Chinesen gibt es sowas auch als "kältemittelrückgewinnungsmaschine vevor" zu kaufen. Ist etwa doppelt so teuer wie eine "normale" Pumpe.
Weiß auch nicht ob man damit gutes Vakuum erzeugen kann.
Und warum wird so ein Service bei der Auto-Klima gemacht.
Wie kommt da Wasser in den geschlossenen Kreislauf.

Na ja, eben gerade nicht, weil Druckprobe ist Vorschrift und die wird jeder Kältefuzzi machen, bevor Vakuum gezogen wird. Das passiert aus eigenem Interesse, Kältemittel ist teuer. Daher auch meine Aussage bezüglich "zunächst auf anderes Equipment" konzentrieren bevor man sich mit dem HighEnd Torrmeter (So nennt sich das Vakuummessdingens) graue Haare wachsen lässt....Meine Meinung

@carolus

Das ist eine Evakuier-und Befüllstation. Man stellt die Füllmenge ein und gut ist. Läuft dann alles in Einem durch. Ich weiss aber nicht, was Du mit Wasser meinst...

Das ist mir jahrelang ein Rätsel geblieben. Bis ich beim ersten Einarbeiten mit einer Montagehilfe an einem Auto mit zuwenig Kältemittel gesehen habe, dass der Druck auf der Ansaugseite der Pumpe im Betrieb niedriger ist als der Luftdruck. Und das macht das Eindringen von Wasser (und Luft) erklärbar möglich.

Zu meiner Frage, hat sich noch keiner damit beschäftigt, einen solchen Behälter in ein Amateursystem zu integrieren?

Verstehe, der Unterschied liegt vermutlich am Kompressorantrieb.
Klimaanlage komplett gekapselt und Auto Antrieb über Riemenscheibe.
Da kann beim Lager sicher einfacher das Gas austreten.
Also ist das beim Auto eher eine sehr unsaubere Sache?

Was meinst du mit Behälter integrieren - den braucht man nur zum Zwischenlagern dachte ich.

Was auch immer, zumindest auffangen was man herausevakuiert um kältemittel aufzufangen.

Autoklima Service Geräte saugen ab und lagern es in einem Gefäss ein. Daraus wird auch befüllt. Das Gefäss dient auch als Vorratsbehälter. In dem Servicegerät ist auch eine Vakuumpumpe. Also all in one.
Bei Klima gibt es das eher nicht, es wird eher nach Bedarf separat verwendet. U.a. aus Transportgründen, Auto Klimaservice Gerät ist fast nicht transportabel.
Absaugen daher mit Absaugstation in separate Flasche.