Brauchwasserwärmepumpe inkl. Zirkulationsleitung - Paar Fragen

In unserer Zirkulationsleitung im EFH mit 4 Personen stand das Wasser ohne Spülung über 10Jahre, da das Ventil, bzw. die Pumpe defekt, d.h. einseitig verschlossen war. Ist zum Glück gut gegangen.

Im letzten Jahr wurde der Defekt mit dem Einbau eines neuen WPB behoben. Die Zirkulationsleitung wird jetzt auf Anraten des Installateurs alle 1-2 Wochen für 30min. mit 60° warmen Wasser gespült. Das scheint nach den jetzigen Erkenntnissen nicht sinnvoll zu sein.

Aus energetischen Gründen möchte ich die Zirkulationsleitung so wenig wie möglich spülen und trotzdem die Kontaminierung mit Bakterien klein halten. Eine Entfernung der Zirkulationsleitung kommt gerade nicht in Frage.

Würde es Sinn machen, die Zirkulationspumpe für 2-5min. laufen zu lassen, wenn die untere Boilertemperatur eine negative Steigung hat. Dadurch wird die Leitung mehrmals am Tag gespült, und die Bakterienlast, sollte sie überhaupt vorhanden sein, klein gehalten. Die Gefahr sich zu infizieren besteht ja ohnehin nur beim Duschen, wenn die Legionellen eingeatmet werden können. Zumindest ist das mein Wissensstand.

Was meint ihr zu meinem Überlegungen?

Ich würde zuerst die WW-Leitung zur Küche anfassen. Zirkulation entfernen, so kurz wie möglich neu in DN10 (Mepla oder Viega hat das). Meine WW-Leitung zur Spüle hat sogar nur 4mm innen, das ist für normalsterbliche zu wenig Durchfluss, dafür kommt schon nach 0,3l heiß und nach 10 Minuten isses ausgekühlt. Hab ich mal beschrieben Heisswasser sparen: dünnen PA11 Schlauch statt dicke Rohre - Neue Ideen - Akkudoktor Forum

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Exakt. Hier macht es Sinn auch mal den Speicher zu leeren.

Was Viele ebenfalls nicht bedenken: Höhere Temperaturen begünstigen mehr Ablagerungen. Aber genau jene Ablagerungen sind die Feinde. Ablagerungen bedeuten, dass sich da eben ALLES dran ablagern kann. Wenn man also zum Schutz die Temperatur erhöht, erhöht man mit der Temperatur das Risiko von Ablagerungen, also entgegen dem, was man schützen will…..

Auch kritisch, wird aber kaum in Augenschein genommen, sind Enthärtungsanlagen! Ich würde auf keinen Fall mein Wasser vor einem Tank enthärten. Und im Bad ebenfalls nicht.

Es gibt also eine Fülle von Dingen, die man tunlichst nicht machen sollte. Ich bezweifel jedoch, dass jeder davon alles einhält. Irgendwo ist eine Grenze, da wird es extrem schwierig noch was zu tun.

Ich hab grad einen Anruf bekommen. 1000l älterer Heisswasserspeicher, Wohnblock. Wendel mit 60° zum laden aus der Heizung. Pumpe läuft 24h aber der Speicher hat nur noch 40°. Vor 3 Jahren wurde die enthärtung stillgelegt. Vermute das Ding ist voll Kalk.

Alles was stillgelegt ist gehört entfernt. Immer. Alles! Je eher, desto besser.

Bei der Wendel ist es noch ein wenig anders, da steht ansich in dem 1000l keine 1000l Trinkwasser welches entnommen wird, sondern das Wasser in der Wendel steht (wenn überhaupt beim Wohnblock).

Meine Angaben beziehen sich eher alle auf das private EFH ggf. MFH in Eigennutzung. In dem Moment wo Mieter involviert sind muss man sich um 100 Gesetze und Auflagen kümmern.

Hi,

wow, erst einmal vielen Dank für die ganzen Infos. Ich bin echt beeindruckt, wie viel Fachwissen hier vorhanden ist. Habe jetzt echt sehr lange gebraucht um mir alles durchzulesen, zu durchdenken und zu verstehen. Werde jetzt mal versuchen auf die relevanten Punkte einzugehen:

Warum nur in EFH mit Zirkulation? Weil dann sicherlich die Pumpe nie lief?

Ok dann ist mein Verbrauch im Vergleich zu deinem ja schon höher. Du hast ja eine viel größere BWWP und trotzdem weniger Verbrauch.

zu 1:
Habe es jetzt auch mal auf 52 Grad herunter gestellt. Je tiefer die Temperatur ist, desto mehr nehme ich ja auch aus dem Speicher.

zu 2:
Was meinst du mit “wegen der Heizung des Kellers und der Wände”? Hast du mal ein Foto deiner gedämmten BWWP? Gibt das keine Probleme?

zu 3:
Hast du auch ein Foto von deinem Wärmesiphon? Ich habe unter meiner Zirkulationspumpe eine Rückschlagklappe verbaut. Reicht das nicht aus?

Ja ich bin echt am überlegen die Zirkulation im Keller, die zur Küche geht zurückzubauen. Dann hätte ich nur noch die, die ins Bad geht. Da komme ich auch nicht mehr dran. Ich denke die 5K kommen zustande, da die Zirkulationspumpe den ganzen Tag (bis auf die 30 Minuten) abends aus ist und dann natürlich alles kalt ist.

Warum lässt du die Pumpe während des Aufheizvorgangs laufen? Braucht es dann nicht länger oder was ist der Sinn dahinter?

Was ist so ein Ablaufventil? Ich habe ja kein “Ende” der Leitung die gehen ja bei mir in unterschiedliche Richtungen und am Ende ist ein Wasserhahn. Wie meinst du das? Hast du so etwas? Fotos?

OK das mit dem spülen habe ich verstanden und macht Sinn. Wenn ich mehrmals am Tag die Zirkulationsleitung laufen lasse, ist dann “gespült”? Glaube es macht wirklich Sinn die Zirkulationsleitung zur Küche im Keller zu entfernen. An den anderen Teil komme ich nicht dran.

Was meinst du damit? Wenn ich doch warmes Wasser aus dem Hahn ziehe, geht doch auch Wasser aus der Zirkulationsleitung raus auch wenn die Pumpe aus ist oder nicht?

Klingt interessant. Das wäre natürlich eine Überlegung. Ich könnte ja einfach die verlegte Zirkulationsleitung als Hauptwasserleitung verwenden und die aktuelle Hauptwasserleitung zurückbauen. Die Warmwasserleitung, die von der BWWP weggeht, geht nach oben und teilt sich dann nach links und rechts. Links geht es hoch Richtung Bad, rechts zur Küche. Kann ich dann trotzdem rechts rüber auf einen geringen Rohrdurchmesser gehen? Macht das nichts? Auch vom Keller zur Küche müsste ich dann wieder auf einen größeren Durchmesser gehen weil in der Küche ja alles verbaut ist und ich nicht die Wand/Decke aufmachen will.

Hauptsache ist, daß die Wassermenge, die du im Rohr durch warmes ersetzt, möglichst klein ist. Das kurze Stück dickeres Rohr in die Küche speichert halt etwas mehr Wasser als notwendig

Das sollte dir schon mal so 0,1kWh pro Tag sparen, denn zwischen 50°C und 55°C braucht die WP im Verhältnis zu jedem Grad Erwärmung am meisten Energie. Die Ergebnisse siehst du eher in einer längerfristigen Betrachtung wegen der Tagesschwankungen.

So sieht das bei mir aus:
Thermosyphon:


Und die eingepackte BWWP:

Ich blase die kalte Abluft der BWWP in meinen Vorratskeller um ihn zu kühlen insbesondere im Sommer. Von dort strömt die Luft über eine Rückschlagklappe in einen größeren Kellerraum, wo sie sich wieder erwärmt und dann in den Raum mit der BWWP und anderer Technik, wo sie sich weiter erwärmt. So hab ich fast den ganzen Winter 15°C als Ansaugtemperatur. Im Sommer sind es so 18-20°C.

Ich hatte in der alten Heizung mit dem Gas auch ein Rückschlagventil in der Zirkulation, das hat das Wasser aber leider nicht daran gehindert fröhlich zu "autozirkulieren" und mir den Speicher mehrmals am Tag kalt zu fahren. Auch ein Tausch hat nix gebracht oder der Insta hat irgendeinen Mist gemacht (kann ich jetzt nicht mehr nachvollziehen). Mit dem Thermosyphon in der neuen Anlage ist die Autozirkulation jedenfalls Geschichte. Der Zusatz Aufwand von ca. 10€ für zwei Stück Kupferrohr und zwei 90° Kupferwinkel zum Verpressen haben sich schnell gelohnt.

Mein gedachter Sinn ist, dass ich am Ende der Aufheizung die 50°C im Speicher habe und damit alles, was an Wasser gespült wurde auch diese Temperatur erfährt.
Die Zeit bzw. der Energieaufwand ist aus meiner Sicht nahezu gleich nur zeitlich verschoben. Wenn ich am Ende laufen lasse, brauch ich die Zeit zum Aufheizen am nächsten Tag.

Herzliche Grüße
Eclipse

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Die Leitung immer erst nach unten gehen lassen (siehe Thermosyphon) und dann erst nach oben.

Jede Veränderung des Durchmesser einer Leitung kann Strömungsgeräusche an den Übergängen verursachen, daher meine Empfehlung möglichst bei einem Durchmesser bleiben, wenn du die Leitung schon mal anfasst.
Bei mir sind die Wasserleitungen nach der BWWP alle in 15mm Kupfer ausgeführt, viel dünner macht m.E. zu wenig Durchfluss.

Herzliche Grüße
Eclipse

Das nimmt schön Wärme auf und strahlt ab. Aus der Erfahrung von meinem Kumpel Installateur reicht 10er Verbundrohr aus, auch zum Duschen und für Küche.

Da geht beim Wasserverbrauch nur minimal was aus der Zirkulation raus.
Schemazeichnung:


Die Zirkulationspumpe zieht das Wasser in den Behälter zurück.
Beim Verbrauch strömt das Wasser an der Kreuzung zur Zirkulation nur vorbei und nimmt nur geringe Mengen Wasser aus der Leitung mit. Außerdem sitzt in der Zirkulationsleitung noch ein Rückschlagventil, was auch die Durchströmung der Leitung behindert.

Herzliche Grüße
Eclipse

Das Kupfer war schon im Haus und ich habe die neu gebauten Sachen daran angepasst.
Die meisten Probleme entstehen an Übergängen wegen Materialunverträglichkeiten.
Da wollte ich kein Risiko eingehen.
Der Innendurchmesser des Kupferrohrs ist ja auch nur 12mm oder so.
Und gegen die Abstrahlung ist zumindest der neu gebaute Teil mindestens ENEV 100 isoliert.

Herzliche Grüße
Eclipse

Ich habe für Warmwasser ja 22mm Mepla-Rohre verlegt. An die Leitungen, die hoch ins Bad gehen kann ich nichts mehr ändern. Nur im Keller zur Küche kann ich die Größe verringern. Dann hätte ich aber zwei verschiedene Größen. Links Richtung Bad 22mm, rechts richtung Küche dann kleiner im Keller und dann der 1,50 vom Keller zur Küche wieder 22mm. Keine Ahnung ob das etwas macht.

Ich stelle mir wirklich gerade die Frage, ob das Rückschlagventil unter der Zirkulationspumpe nicht ausreicht, das nichts zirkuliert. Wie kann ich das prüfen? Wenn es nicht funktioniert müssten doch die Warmwasserrohre im Keller warm werden wenn sich die BWWP aufheizt oder? Eigentlich müssten sie durchgängig warm sein, weil es ja immer zirkuliert dann.

Dieses Thermosyphon ist quasi kein spezielles Bauteil, sondern die Leitung geht nur erst nach unten dann nach rechts und dann nach oben? Wie weit muss sie nach unten gehen? Macht man das dann nur bei der Warmwasserleitung oder auch bei der Zirkulationsleitung?

Das sieht ja echt gut aus. Bringt das auch etwas? Du hast quasi bis zum Wärmepumpenmodul gedämmt. Wie sieht es dann mit der Wartung aus? Kommt man da noch überall dran? Welche Material hast du da verwendet und wie fixiert?

So richtig verstehe ich das Schaubild nicht. Ich lese immer mal wieder von Rücklauf etc. Aber ich habe ja kein Rücklauf. Bei mir geht nur die Warmwasser- und die Zirkulationsleitung aus der BWWP, das wars. Die Zirkulationsleitung geht im Bad irgendwo an die Warmwasser und im Keller geht die Zirkulation an die Warmwasser, die zur Küche geht. Hier mal ein Bild.