Brauchwassererwärmung mit Wärmepumpe

Hallo zusammen,

ich wohne in einem Einfamilienhaus mit Ölheizung, bin auch dessen Eigentümer und würde im nächsten Jahr die in die Jahre gekommene Ölheizung gerne durch eine neue Wärmepumpe ersetzen. Der Umstieg bietet sich auch deshalb an, weil im ganzen Haus nur mit Fußbodenheizung geheizt wird. Es gibt im Haus also keinen einzigen Heizkörper und ich muss mir keine großen Gedanken über die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe machen. Im Heizungsraum befindet sich zusätzlich noch ein Pufferspeicher mit einem Volumen von 800 Liter, der im Sommer von zwei Solarthermiepanelen beheizt wird und im Sommer die Ölheizung bereits komplett ersetzt.

Und hier kommt nun meine offene Frage: Wo bekomme ich im Winter die hohen Wassertemperaturen für's Duschen und Baden her? Die Ölheizung soll ja komplett raus und die Solarthermie liefert im Winter keine ausreichenden Temperaturen. Wie sieht denn die typische Lösung für vergleichbare Szenarien aus?

Sehr interessant wären für mich hier Erfahrungsberichte von Betreibern von Wärmepumpen. Ich bin dankbar für jeden Hinweis oder weiterführenden Link.

Hi, gehen tut auch das mit der WP. Habe eine Sole WP (aber egal) und die hat einen 2000l Puffer, weil ich mal eine große ST dran hatte, dieser ist mit Heizungswasser gefüllt, daraus bediente sich eine Frischwasserstation um WW im Durchflussprinzip zu erwärmen. Mit der richtigen FriWaSt mit großem WT komme ich aktuell gut mit 45°C Heizungswasser aus um ca. 41°C WW zu machen. Geht sogar noch drunter, aber dann benötigst du viel mehr warmes Heizungswasser, als wenn es 60°C hat. Früher war auch die Heizung aus dem Puffer beschickt worden, habe ich aber dieses Jahr umgebaut und fahre mit der WP direkt in die FBH.

Dein Puffer hat sicher noch keinen WT für eine Wp drin, oder? Denn dann könntest du auch mit der WP den Puffer heizen. Ohne wird es ungünstig, weil du dann die Wärme von der WP nicht schnell in den Puffer bringst. Denke mal, du wirst nicht um einen neuen Puffer drum rum kommen bei einer WP.

Aus Erfahrung kann ich sagen, FriWaSt ist echt super, benötigt aber eine gewisse Puffergröße, wenn die Temperaturen klein bleiben sollen, aber auch 55°C waren kein Problem mit der WP, nur halt nicht sonderlich effektiv. Hast damit kein Legionellen Problem, wobei das wohl bei genug WW Durchsatz pro Tag auch nicht das Problem sein soll.

So lange meine 18 Jahre alte WP noch läuft, wollte ich eigentlich dabei bleiben, habe aber die Vermutung, der WT scheint schon ein wenig zugesetzt zu sein, der Durchfluss ist nicht so toll, gibt aber keine technischen Daten mehr dazu.

Wenn ich neu machen müsste, würde ich wohl auf ein Kombigerät gehen, mit WW intern. Ob aber 180l reichen, bin ich mir halt nicht ganz sicher, wird ja bei geringen Temperaturen nicht viel gemischt, sondern fast 1:1 benutzt. FriWaSt mit externem Puffer hat einige Vorteile, aber kostet auch einiges mehr. Wenn du deine ST noch mit einbinden willst, sicher eine der besten Möglichkeiten. Ich habe meine ST (40m²) komplett weg und durch PV ersetzt, hätte jetzt eine grundlegende Wartung benötigt, aber PV ist billig und Wartungsarm. Mit Akku und WP kann man den PV Strom auch gut nutzen.

An deiner Stelle würde ich mal schauen, wie weit du mit den WW-T runter gehen kannst um trotzdem ohne Einbußen genügend WW zu haben.

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Hi,

wir haben eine (Sole)-Wärmepumpe in einem KfW55 Haus, auch alles Fußbodenheizung.

Das Haus braucht durch die Dämmung gar nicht so viel Energie, sodass wir sogar einen klassischen heizkörper haben, damit die WP ihre überschüssige Wärme aubführen kann. Denn das Brauchwasser muss sie ja schon aufheizen. Wenn sie überhitzt geht sie aber aus.

Wir haben einen 150L Tank und eine elektrische Zusatzheizung in der WP (von Vaillant). Der Tank reicht also für eine Badewanne aus, danach ist der leer.

Unser Brauchwasser ist auf 45°C eingestellt, das ist super für alle Wasserhähne und die Dusche. Man verbrüht sich auch nicht gleich, wenn man den hanh voll aufdreht (gut für Kids!). Für eine normale Duschr eicht das sehr bequem aus. Für eine 30-minütige Wellnessdusche, sollte man dann die elktrische Zusatzheizung voher anstellen, die Heizt dann (wie nen Tauchsieder) sofort wieder nach. Dann kommt man ne Stunde hin (z.B. bei spontan 2-3 Duschenden hintereinander)

Bei der Badewanne möchte man es doch etwas wäremer haben und die Wanne kühlt ja bereits beim einlassen das Wasser direkt wieder aus (durch die Größe kalte Keramikoberfläche). Für die Wanne habe ich die Vorlauftemperatur immer gut 1-2 Stunden vorher auf 52°C eingstellt. Das reicht sehr bequem auch für eine Nachfüllung der Wanne. Dann auch ohne Zusatzheizung.

Alle Erfahrungen jetzt aus dem Herbst/Winter. Also nicht so warmen Temperaturen. Bei richtig Hitze geht die WP auch mal aus, da sie die Wärme des Basisbetriebs der Solepumpe nicht abführen kann.

Ich würde mir da auch keinen Kopf machen. Die Größe des Wassertanks ist imt 800L eher viel zu groß, die WP braucht da ewig um das alles zu erhitzen. 150L - 250L reichen da (2-4 Personenhaushalt) denke ich. Eine elektrische Zusatzheizung ist nett, um spontan reagiere zu können (kostet dann natürlich sofort Strom). Ansonsten kommen die Wärmepumpen auch auf Brauchwasertemperaturen von über 50°C. Je nach Modell und Ausführung (Sole, Luft) kann dir ein Fachbetrieb bei der Dimensionierung helfen.

Wir sind Happy mit unserer WP. Im ersten Jahr frimelt man noch ein bisschen an den Parametern rum, aber jetzt im 4. Jahr lief die einfach so durch, ohne Probleme.

Ich hoffe das hilft dir weiter.

Hallo linuxdep, ich denke Deine Antwort werde ich weiterverfolgen. Eine Frischwasserstation ist bereits vorhanden, um die Wärme aus dem Pufferspeicher mit Heizungswasser per Wärmetauscher auf das Brauchwasser zu bringen. Mir war nicht klar, dass bei höherem Durchfluss bereits 45°C im Puffer ausreichen. Vielen Dank :grinning:

Hallo Hannes, Dir auch vielen Dank für Deine Antwort. Wird bei Euch der 150-Liter-Frischwassertank dann regelmäßig elektrisch auf über 60°C erhitzt, um die Legionellengefahr zu beseitigen? Ich denke, dass diese Lösung für die Benutzung mit Solarthermie (Sonnenkollektoren mit Heizungswasser) nicht so gut geeignet ist.

Ich muss mir mal alle genannten Möglichkeiten in Ruhe durchüberlegen. Auf jeden Fall vielen Dank für die anregenden Antworten. So komme ich dann schon weiter :+1: :+1: :+1:

bei nur 150L und regelmässigem Austausch ist das aufbrühen des Wassers sicher alles andere als nötog :slight_smile:

hier gab es vor einigen Tagen viele gute Facts zu WP

bei deiner konstellation würde ich auch die Heizkreise direkt befeuern und per 3Wege Ventil den warmwasser Speicher bedienen, das abkühlen während WW bEreitung spürt man mit FBH eigentlich nicht
ob dein vorhandener 800L Speicher Wärepumpen geeignet ist, zeigt dir das Tyenschild, eine grosse Wärmetauscherfläche ist dem hohen Volumenstrom der WP förderlich

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Wenn du schon eine FriWaSt hast, dann ist ja im Puffer nur Heizungswasser, wenn die WP diesen direkt auf temperatur bringt, kein Problem, habe eine 10kW WP, experimentiere noch etwas wie viel Wasser kann ich in annehmbarer Zeit erwärmen. Geschätzt hatte ich etwa 1000l vom Puffer genutzt um darin im oberen Bereich, ca. 300-400l auf min. 45°C zu bringen. Das funktioniert recht gut, selbst wenn ich nicht ein-schichte, sondern mit vollem Volumenstrom die ganzen oberen Temperaturen erst mal durchmische. Durch die Spreizung der WP kannst ja den Puffer nie gleichmäßig voll haben.

Alternative hatte ich auch überlegt, eine BWWP zu nutzen, die bringt ja auch ihren Puffer selber mit, auch in annehmbarer Größe, aber dazu musst natürlich genug Luft haben die du irgend wo her nehmen kannst. Ist bei mir nicht ganz so einfach, Keller wäre optimal, aber der ist etwas weg vom Heizraum.

Ich bin aktuell von der LG Therma V fasziniert. Ich muss halt noch herausfinden, wie gut die den "uralten" (so 20 Jahre) Pufferspeicher im oberen Bereich aufheizen würde. Über die Leistung der WP muss ich mir natürlich auch noch Gedanken machen. Aktuell wäre ein Einbau erst so im Herbst 25 passend.

Hi,
Dadurch dass der Tank so dimensioniert ist, dass er für eine Ladung reicht, wird das Wasser regelmäßig getauscht. Die Pumpe hat aber auch einen Legionellenschutz und fährt die Temperatur gerade im Sommer immer mal wieder hoch.
Und wir haben eine Ziekulationspumpe. Das Warmwasser läuft also immer im Kreis. Das senkt das Risiko auch

Wenn wir im Urlaub sind und länger kein Wasser entnehmen, stelle ich die Temperatur einfach höher ein. Die 60 Grad schafft die WP im Sommer auch mit wenig Zusatzheizung. So der erste Urlaubstag und der letzte, bzw. einmal pro Woche aufheizen passen dann ganz gut.

Ich verstehe das mit den Optionen bedenken. Da bin ich auch so. :slight_smile:

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Die LG Therma V habe ich bei meinen Eltern verbaut.
Die FBH ist direkt ohne Puffer angeschlossen und der 20 Jahre alte 500l Pufferspeicher der abgebauten Solarthermie über ein 3-Wege-Ventil.
Das Frischwasser wird indirekt über einen Wärmetauscher im Pufferspeicher erwärmt, daher ist kein Legionellenschutz erforderlich.
50°C reichen vollkommen, das schafft die Therma V auch bei Minusgraden ohne Zusatzheizer (dauert dann nur recht lange, so 1-1,5h).
Bis 57°C kann die Therma V ohne Zusatzheizer.

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Besser geht`s nicht Friwa + FBH, selbst meine Geisha hat einen max. VL von 55°C - 52°C im Puffer reicht beim mir mit DIY Friwa für 48°C Zapftemperatur.

Legionellenschutz ist bei dem geringem Totvolumen nicht nötig, bzw. bringt rein gar nichts.

WW Bereitung per Umschaltventil, FBH direkt ohne (!) Puffer und ohne ERR, Hydraulische Weiche etc.

welche Durchflüsse habt ihr in dem FBH Kreis mit der WP?

Ich würde Fußbodenheizung und Warmwasser trennen. Die FBH kann dann mit viel niedrigeren Temperaturen betrieben werden, der COP wird steigen. Beim WW wird der COP abhängig von der hohen Temperatur sein. Da dann aber weniger zirkuliert im gesamten System, weil die Frischwasserstation den Puffer "leersaugt" und dann alles mit höheren Temperaturen läuft, bricht der COP ein.

Lieber ein System mit niedriger VL-Temperatur und eins mit hoher und separatem Speicher. Die Verluste werden geschätzt gleich sein. Vorher ein Puffer mit hoher Temperatur hat wegen der größeren Außenfläche viel Verlust. Bei einem kleineren Puffer mit diesen Temperaturen ist der Verlust geringer, der andere Puffer läuft mit niedrigeren Temperaturen und mehr Fläche aber der Unterschied Umgebungsluft zum Tank ist auch kleiner also weniger Verlust. Wird sich nichts geben.

Ich INSISTIERE! Verbaue in jedem Fall einen Puffer für die Fußbodenheizung! Das kann man auch mit einem weiteren Ventil abklemmen sodass die FBH direkt beliefert wird, ABER: Falls mal mit Tibber gearbeitet wird (das nehm ich plakativ für einen dyn. Tarif) oder eine PV kommt und man Überschuss hat, kann man diesen Überschuss zum einen in die Hausmasse, aber auch in den Puffer speichern. Nachträglich nachrüsten ist dann immer eine Sache, wenn man jetzt sowieso schon dran ist ist wurscht. So ist es evtl. möglich, mit der Hausmasse und dem Puffer nachts entweder eine Nachtabsenkung zu fahren oder ganz auszuschalten. Vorteil ist wieder: Wenn eine LWWP eingesetzt wird, und diese dann läuft wenn es draußen wärmer ist, ist der COP höher. Die Verluste des Speichers werden also durch den besseren Wirkungsgrad UND der Möglichkeit des günstigen Strombezugs mehr als Wettgemacht. Außerdem besteht ebenfalls die Möglichkeit vielleicht in eine regelbare Einrichtung zu kommen, wenn also der Netzbetreiber mal für 2 Stunden abschalten kann. Evtl. kann auch das mal zu geringeren Preisen führen (oder andersherum wenn man es nicht hat zu höheren!). Das ist Glaskugel. Die Option jedoch, die ist jetzt beim Umstieg da.

PS: Der Puffer der FBH dient auch bei Abtauzyklen als kleiner Speicher damit die FBH-Rohre kein kühles Wasser durchpumpen. Das "Turboloch" um -2°C - +3°C bei hoher Luftfeuchtigkeit und vielen Abtauungen wird dadurch geglättet.

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Wir haben eine LWWP die direkt auf dem Warmwasserspeicher sitzt. Luftzufuhr mit Schieber von Außen / nach Außen oder Umluft im Keller. So kann ich mal mit 30° warmer Außenluft im Sommer, mal mit 12° Warmer Kellerluft (die dabei entfeuchtet wird) im Winter das Wasser warm machen, ganz unabhängig von anderen Geräten. Sprich die große Wärmepumpe (wenn man nicht versuchen will mit Fußbodenheizung zu kühlen) und ähnliche Dinge können komplett aus bleiben. SGready ist sie auch, wenn wir endlich einen Tibber-tauglichen Stromzähler haben von der Syna, dann...

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Hast Du mehr Details zu deinem Pufferspeicher? Ich plane auch schon seit einiger Zeit und habe beschlossen, meinen Pufferspeicher aus 2006 weiter zu verwenden. In meinem Pufferspeicher "lagert" Heizungswasser, also dasselbe Medium, das auch durch die WP und die Heizkörper fließt. WW wird über einen Wärmetauscher im oberen Drittel des Pufferspeichers erzeugt, Solarthermie geht im unteren Drittel über einen Wärmetauscher in den Puffer.

Meine Planung sieht vor, über ein Drei-Wege-Ventil den oberen Teil des Puffers über die WP auf 50-60°C zu bringen (aktuell macht das die Gasheizung auf 60°C), wenn die WP in den WW-Modus wechselt.
Da der Puffer auch Heizungsunterstützung kann, wird der Heizkreis während des WW-Betriebs aus dem Puffer versorgt. Am Heizkreis selbst hängt ein Mischer, der ebenfalls erhalten bleibt. Dieser sorgt dafür, dass unabhängig von der anliegenden Temperatur im Puffer oder der WP der Heizkreis mit der korrekten VL-Temperatur versorgt wird. Das würde mir sogar ermöglichen, während der WW-Bereitung den Heizkreis direkt über die WP zu versorgen, da die höhere VL-Temperatur der WP über den Heizkreismischer für den Heizkreis abgesenkt wird.

Kombisspeicher ist das Effizienz schädlichste von allen Speichern. Nimm den Speicher nur für WW und binde in den Heizungsrücklauf evtl. noch einen 100l Pufferspeicher mit Überströmventil ein, wenn nötig: https://www.youtube.com/watch?v=4zAttQNeL5w&t=3980s
Aquarea Club

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Danke für den Link. Den werde ich mir als nächstes genauer Ansehen, um mich der Thematik mal etwas zu nähern.

Diese pauschale Aussage stimmt nicht. Es hängt stark vom Anwendungsfall ab. Gerade beim Einsatz von Solarthermie entwickeln Kombispeicher (insbesondere die mit Frischwassermodul) ihre Stärken.

Legacysystem halt, evtl. mit DLE Nacherwärmung oder zwei Speichern kann das effizient werden. Wenn die Temperaturen mit der Wärmepumpe im Kombispeicher hochhälts, dann hast immer Vermischung. Wie gesagt den Kombispeicher im Rücklauf und Friwa Vorerwärmung damit geht schon. Aber spätestens wenn du mit der WP den hochhalten willst, frist das unnötig Energie.

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Das hab ich ja geschrieben. Vor allem geht die Solarthermie dann nicht im Winter. Womit sich das wieder erledigt hat. Stellt man das System dann auf 55 oder 60°C Vorlauftemperatur für Warmwasser und mischt dann ordentlich durch muss die Wärmepumpe im hohen Temperaturbereich arbeiten und wird dann ineffizient. Und macht das dann, wenn draußen schon nichts von der Sonne kommt, also wenns arschkalt ist.

Keine gute Idee.

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