DITO
Weiß eigentlich jemand mittlerweile mehr zum Lockern und dann stärker festziehen? Habe mich darüber auch in meiner Midea/Dimstal Anlage gewundert. Anleitung scheint die Gleiche wie im Video zu sein:
Hab mal Gemini gefragt, hört sich schon irgendwie etwas nachvollziehbar an:
Die spezielle Technik des Anziehens, Lösens und erneuten Anziehens einer Bördelmutter bei Split-Klimaanlageninstallationen, die in den USA und Kanada häufiger zu beobachten ist als in Deutschland, dient primär der Optimierung der Dichtigkeit und der Entspannung des Materials.
Hier sind die Gründe und die dahinterstehende Logik:
- Setzen des Bördels: Beim erstmaligen Anziehen wird der Bördel, also der trichterförmig aufgeweitete Rohranschluss, in seine endgültige Form gepresst und legt sich an die Gegenfläche des Anschlussstutzens an. Durch das anfängliche Festziehen wird das Kupfer des Bördels plastisch verformt.
- Entspannung des Materials (Relaxation): Nachdem der Bördel einmal fest angezogen wurde, kann es zu gewissen Materialspannungen kommen. Das kurze Lösen der Verbindung ermöglicht es dem Kupfer des Bördels, sich minimal zu "entspannen" oder "setzen". Man kann sich vorstellen, dass sich das Material ein klein wenig ausdehnt oder seine endgültige Position findet, nachdem der anfängliche Druck abgebaut wurde.
- Verbesserte Passung und Dichtigkeit: Durch das erneute Anziehen, nachdem sich das Material gesetzt hat, kann der Bördel eine noch präzisere und homogenere Auflage auf der Dichtfläche des Anschlussstutzens finden. Dies führt zu einer optimierten Abdichtung und reduziert das Risiko von Leckagen, die bei Kältemittelkreisläufen absolut kritisch sind.
- Minimierung von Kaltverformungsschäden: Wenn man die Bördelverbindung auf einmal mit voller Kraft anzieht, ohne diese Zwischenlösung, könnten sich ungleichmäßige Spannungen im Material aufbauen, die potenziell zu Mikrorissen oder Verformungen führen könnten, die die Dichtigkeit langfristig beeinträchtigen. Das schrittweise Vorgehen, mit der Entspannungsphase, kann dies verhindern.
Warum in Deutschland weniger üblich?
In Deutschland wird in der Regel ein großes Augenmerk auf das korrekte Anzugsdrehmoment mit einem Drehmomentschlüssel gelegt. Die Hersteller von Klimaanlagen geben in ihren Installationsanleitungen präzise Drehmomente für die Bördelverbindungen an. Die Annahme ist, dass bei Einhaltung dieser Drehmomente und einer ordnungsgemäßen Bördelung eine sichere und dichte Verbindung gewährleistet ist, ohne dass ein erneutes Lösen und Anziehen notwendig ist.
Es gibt unterschiedliche Installationsphilosophien und Praktiken. Während die "Lösen und wieder Anziehen"-Methode in Nordamerika als zusätzliche Absicherung gesehen wird, setzen europäische Installateure stärker auf präzise Anzugsmomente und hochwertige Werkzeuge. Beides zielt auf das gleiche Ergebnis ab: eine dauerhaft dichte und sichere Kältemittelleitung.
Hab das mal bei meiner Daikin Perfera versucht, mit lösen und dann fester ziehen.
Ende vom Lied, das Drehmoment passte nicht mehr und die Kältemitteleitung (kleine) riss ab und der Bördel hing am Gegenstück fest.
Laut Daikin Handbuch soll man gelöste Bördel auch nicht nochmal nutzen.
Neuer Bördel + passend Drehmoment = ![]()
Das sollte eigentlich nicht passieren. Das hört sich nach zu hohem Drehmoment an, wobei man den kleinen Bördel sehr schnell überdreht. Schon mit 20-22 Nm kann man immer weiter drehen, bis der Bördel zermatscht ist.
Es macht auch einen Unterschied, ob man einen Bördel komplett losschraubt oder ob man, wie es hier geschildert wurde, nur leicht löst und wieder anzieht. Beim leichten Lösen bleibt der Bördel und das Rohr weiterhin genau in Position, Bördel und Stutzen sind also noch optimal aufeinander angepasst.
Zum Gefühl wie stark die Verbindung angezogen werden muss:
18Nm bedeuten 1,835kg bei 1m Hebel. Ich runde jetzt mal auf 1,8kg, dass sollte ausreichend genau sein und ist einfacher zu merken (Nm/10=kg).
Bei 0,5m Hebel sind es 3,6kg
und bei einem Maulschlüssel, der vielleicht 15cm lang ist, muss ich am Schlüsselende schon 12kg aufbringen.
Wer keinen Drehmomentschlüssel hat, kann sich also auch mit einer Federwaage helfen, die gibt es in digitaler Ausführung schon für wenig Geld.
Drehmoment(Nm) /10 / Abstand(m) gleich Gewicht an der Federwaage in kg.
Beispiel:
Drehmoment 18Nm
Abstand Drehachse bis Ansatz Federwaage 0,15m
18/10/0,15= 12
(Wer es ganz genau möchte ersetzt die 10 durch 9,81)
Der Maulschlüssel sollte dabei möglichst senkrecht stehen, damit er selbst keinen Drehmoment ausübt.
Den Hinweis weiter oben mit der 1/8 Umdrehung nach Handfest fand ich aber auch sehr hilfreich.
Hm, und was passiert wenn ich den Maulschlüssel zu weit vorne oder hinten anfasse?
Ändert sich dann das Dremoment? ![]()
Spaß muss auch mal sein.
Wenn du die Federwaage benutzt, hat deine Hand nichts am Schlüssel zu suchen und wenn du weiter vorne/hinten ansetzt, änderst du die Werte einsprechend in der Berechnung. ![]()
Aber Spaß beiseite, wer das Prinzip mit der Federwaage nicht verstanden hat, sollte sich einen passenden Drehmomentschlüssel mit Maul besorgen.
Ich stimme dem zweiten Satz zu. Deswegen sagt meine Bio-KI:
Der Trick steckt garnicht im Bördel, sondern im Gewinde. Z.B. durch ... "anarbeiten" der Gewindegänge unter Last verringert sich ein Setzen oder Nachgeben, was die Spannung auf dem Bördel besser hält.
Ich bin der Meinung das es nur Annahmen sind.
Wie würde denn ein Messaufbau aussehen um das zu beweisen?
Es könnte ebenso gut einen nachteiligen Effekt haben. z. B. wenn der Bördel minimal seine Position verändert. Nachdem er sich abgeformt hat.
Beides scheint zu funktionieren, wenn es dicht ist, ist es dicht und ob das nun einen Vorteil bringt? Noch dichter als dicht?
Ich vermute das es eher Philosophie ist, je nachdem wie das Wissen vermittelt wird.
Darum ging es ja, weil die Kraft als Konstante angenommen wurde und sich deshalb bei verändertem Hebel das Drehmoment ändert.
Das kommt aus meiner Sicht aber auch durch diese ganzen KI-Abfragen. Ich habe das mal gegen gecheckt. Die KI weißt zwar richtigerweise auf den Griffabstand hin. Und auch richtigerweise auf das Kalibrierverfahren. Unterschlagen wird dabei aber zu welchen Abweichungen ein anderes Greifen führt. Die liegen irgendwo im 0,X Bereich und eine Vielzahl der Anwender topt das um ein vielfaches, weil nicht langsam genug angezogen wird. M ist FxL. Das ist ein Gesetz.
Ein Hersteller, der ein Kalibrierzertifikat erstellt, kann gar nicht anders als eine fixe Hebellänge zu Grunde zu legen. Muss er.
War aber auch nur mal am Rande, wurde ausdiskutiert.
Natürlich ist das eine Annahme.
Aber ich bin mir sicher, dass ein Bördel nicht durch die beiderseits perfekte Firm dichtet, sondern die Verformung beiderseits, die die Fehler der Bordel angleicht. Und das funktioniert nur für die erste Verformung. Einerseits weil die erste Verformung Landschaften erzeugt hat, die genau zueinander passen.
Und das Zweite mal im Verschobenen Zustand sind die Landschaften durch Kaltverformung verfestigt, und es braucht größere verformung um landschaften anzupassen statt fast glatte Flächen aneinander.
Zweimal ungünstiger.
Also kann der Vorteil von zweimal anziehen nicht durch verschiebung der Bördel kommen.
Und dann muss man halt woanders suchen.
Ich wollte ja auch nur denen, die kein passendes Werkzeug haben, eine bessere Möglichkeit, als nach Gefühl arbeiten, anbieten. Macht aber auch nur Sinn, wenn das Prinzip verstanden wurde.
Ich habe die Ururu Bördel vor 9 Jahren ebenso mit der Federwaage behandelt.
Und hält.
Gewichte oder Federwaage sind auch eine gute Möglichkeit, den Drehmomentschlüssel zu prüfen, ob der noch stimmt. Im professionellen Umfeld werden die Dinger ja auch regelmäßig kalibriert. Auch wenn man billige Chinaprodukte ohne Zertifikat nutzt, sollte man zumindest einmal prüfen, wie stark der abweicht. Ich hab schon 20% erlebt. Das kann beim 1/4 " Bördel schon kritisch werden.
Da hatte ich Nachteil geschrieben, nicht Vorteil.
Die Kaltverfestigung tritt bereits beim Bördeln auf, nicht erst bei der Montage.
Wenn dem grundsätzlich so wäre, würde anziehen, lösen, anziehen als technische Regel für alle Schraubverbindungen gelten.
Kenne ich zumindest nicht.
Woher weiß denn die KI, das dann z. B. bei einem Radbolzen im Gewinde andere Verhältnisse herrschen, als wenn nur einmal angezogen wird?
Wäre interessant zu sehen, ob „sie“ das Berechnen und beweisen kann, oder nur die Aussage und Begründung irgendwo ausgegraben hat.
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