BKW oder PV Anlage, Haus mit 2 Ferraris-Zählern

Hallo in die Runde, wir haben ein Haus(Bungalow) mit 2 Stromzählern gekauft 11/2024. Wir wohnen im oberen Geschoß auf 110m² und habe eine Ferienwohnung im unteren Geschoß + Büro + Abstellräume.
Der Hauptstromverbrauch kommt vom oberen Stockwerk. Verbrauch Summe Haus 4000kWh (3000 oben/1000 unten) im Jahr 2025

Wir fahren noch kein E-Auto (vmtl. auch nicht in den nächsten 3-4 Jahren), haben eine 2.5 Jahre alte Gasheizung (Holzofen auch oft an + keine Pläne für eine Wärmepumpe) und keine Klimaanlage o.ä. starke Stromfresser.
Der Gedanke Solar kommt auf wegen der Änderung der Einspeisevergütung. Nun wird über PV oder BKW diskutiert.

Bisherige Gedanken, ein BKW pro Stromzähler mit 800W anschließen, an die obere einen kleinen Speicher (2kW?) um Grundkosten etwas mehr zu mindern und möglichst wenig einzuspeisen.

Die Module müssten auf dem Haus installiert werden (Walmdach, kleine Seite ist Süden), da die Garage in Nord Lage noch den Hausschatten mitnimmt.

Die Kernfrage: In welcher Dimension macht es finanziell Sinn Solar zu installieren. Was muss ich anmelden, sodass aus meinen 2 Stromzählern einer gemacht wird um die extra 140€/Jahr an Netzgebühr zu sparen. Es wird nicht mehr vermietet, sondern planen hier in ~3 Jahren alles als Familie zu nutzen (aka der 2.Zähler ist nicht nötig). Sofern ich 1 BKW pro Stromzähler anmelde, kann ich die BKW kombinieren wenn es nur noch 1 Stromzähler gibt (Module dafür sinnig verteilen)?
Eine große PV Anlage macht bei unserem Verbrauch und Plänen für die nächsten Jahre keinen finanziellen Sinn, oder rechne ich da falsch? Welche BKW Pakete sind aktuell gute Käufe, an Angeboten und Schlagwörtern mangelt es nirgends :confused:

Danke im voraus, bin neu im Gebiet und hoffe ich hab einige sinnige Infos und Fragen kombiniert.

Es gilt pro Zähler ein BKW. Und du kannst maximal 2kWP an Modulen daran anschließen.

Umbau auf ein Zähler sollte kein großes Ding sein. Im einfachsten Fall Elektriker, der das innerhalb von 1-2 Stunden Aufwand umklemmt. Im ungünstigen Fall muss der ganze Zählerschrank erneuert werden. Hintergrund: Man hat Bestandsschutz, aber nur so lange nichts umgebaut wird. Sobald eine Veränderung, muss dann gleich alles auf einen aktuellen Stand gebracht werden.

Kann man pauschal so nicht sagen. Musst man genauer durchrechnen. Wobei ein Walmdach eher ungünstig ist, da wirst du nicht viel draufbekommen. Wobei man noch Ost und West mit dazunehmen könnte.

Würde ich mir immer selbst zusammenstellen. Persönlich würde ich Trina Vertex Module nehmen und ein Hoymiles HMS800 WR. Wenn Speicher, kannst du Ausschau halten bei Anker, Zendure, Marstek, Hoymiles. Am besten was, wo es eine groß Community gibt und wo die Praxiserfahrungen Foren gut sind.

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Das ist jetzt aber sehr theoretisch.

Praktisch beauftragt man einen eingetragenen Elektriker den Zähler abzumelden (und ein paar Drähte dazu abzuklemmen). Fertig. Das löst nichts bezüglich Aufhübschung des Zählerschrankes aus.

Bezüglich 2 BKW einbauen und beim Markstamm mit 2 Zählern anmelden, kein Problem. Wird anschließend aber ein Zähler abgemeldet, muß das dazugehörige BKW abgemeldet und entfernt werden.

Das verstehe ich nicht. Die einzige Änderung ist, das die Einspeisevergütung immer weiter absinkt. Für BKW gibt es, so man denn die paar wenigen Euro Einspeisevergütung haben will, tendenziell eher weniger als mehr Euros.

Das 2 Ferarriszähler vorhanden sind ist, nebenbei bemerkt, bedeutungslos. Bei BKW Anmeldung wird der/die sowieso ausgewechselt.

Bei 4.000 kwh im jahr macht eing grosse PV Anlage zum eigenverbrauch (für mich) sinn. Der strom wird immer teurer werden. Hier gibt es massenweise beispiele, wie viel strom man im jahr spart und nach wie vielen jahren sich die PV Anlage amotisiert hat. Der fokus ist auf eigenverbrauch zu legen, denn die einspeisevergütung bringt nicht viel ein. Wenn sowieso umbauten am zählerschrank anstehen, würde ich gleich umschaltungen von pv und netz realisieren.
Ich empfehle maximal mögliche solarpanel zu installieren . Ein PV Anlage, die als nulleispeisung ausgeführt wird. Die preise sind noch günstig. Ich habe gelesen, dass die chinesen jetzt mehr steuern verlangen, dass die Solarpanel bald 10 prozent teurer werden. Sollte unsere regierung wieder mehrwertsteuer verlangen, würden die kosten nochmal steigen.
Es gibt schon alle denkbaren Anlagen, viele erfahrungsberichte und wie viel strom selbst produziert wird.
Wenn sich die Anlage in unter 10 jahren amotisiert ist das für viele ein grund, eine PV Anlage zu installieren.

Danke für die Infos, die Kosten für eine große PV Anlage sind bei unserem Verbrauch einfach nicht sinnig, zumindest wenn meine Rechnungen nicht falsch sind.

Würde beim BKW anmelden also aus beiden Zähler ein neuer gemacht oder würden die wieder 2 neue einbauen? Abgeblich darf sowas sonst nur ein Elektromeister machen und die Kosten dafür sind 1.5k-2k laut Anfragen die ich schonmal gemacht hatte.

Die Panels und den WR hab ich gerade gegooglet, dann wärs auch naheliegend den Speicher von der gleichen Marke zu kaufen oder ist das irrelevant alles von einer Marke zu haben?

Die Einspeisevergütungsänderung hat uns motiviert das Thema in die Hand zu nehmen. Merke nun selbst das es das finanziell beste ist die passende Strommenge + Speicher zu finden um sowenig wie möglich einzuspeisen.

das mit den Ferraris Zählern klingt halt vorerst nach der bestmöglichen Einspeisevergütung :wink:

Die Details einer großen Anlage mit unserer Dach Ausrichtung/Fläche und aktuellen 26ct/kWh bei den Kosten der Installation rechnet sich nicht. Die preiswerten Panels und die 7.7ct Einspeisevergütung beschleunigen die amortisierung nicht genug

Der Netzbetreiber bzw. der Sub, der das für sie macht, wird Dir nicht Deine beiden Stromkreise auf einen Zähler legen. Das mußt Du schon selber beauftragen und zahlen. Wenn Du ein BKW anmeldest, würde er entweder nur den Zähler tauschen, auf dem das BKW läuft oder gleich beide, freie Entscheidung des NB.

Hast Du schon mal mit "Unsere Tools/PV Tool" Deine Situation durchgerechnet?

Habe unter einem Video ein Tool genutzt was bei unserem Verbrauch und mit kleinem 1-2 kWp optimal wär an hoher Selbstverbrauch/Einspeise Relation.

Je kleiner der Verbrauch, desto kleiner der kWp und ein schmaler Akku damit der Grundverbrauch größtenteils abgedeckt ist. Das Ziel soll ja maximal viel Eigenverbrauch sein.

Ansonsten gerne den Link dazu, bin gerade im Zug und erst Abends wieder am PC. Finde das Tool gerade am Handy nicht

https://akkudoktor.net/pub/pvtool-rechner

Ich würde als Ziel eher sehen, so viel Eigenbedarf wie möglich selber zu decken und weniger Strom einkaufen zu müssen (für ein vernünftiges Investment). Wenn ich fürs gleiche Geld - rein als Gedankenspiel - ne doppelt so große Anlage ohne Speicher bekommen könnte und mit der jedes Jahr 20% mehr Eigenbedarf decke, aber dafür 30% mehr Strom verschenke, kann mir der verschenkte Strom egal sein.

Ein BKW wird sicherlich das eingesetzte Geld schneller wieder einspielen als eine größere PV, dafür läßt sich mir der längerfristig (sagen wir über die nächsten 20 Jahre) in Summe mehr Geld einsparen, wenn man genug Verbrauch hat und sie nicht zu teuer wird. Andererseits kann man ja auch immer noch vom BKW auf ne größere PV gehen, irgendwann gibts Perowskit-Module, das Geld das man für ne größere PV ausgeben würde, kann man auch anderweitig anlegen, ...

Am Besten mit ggf. mehreren Tools durchrechnen und dann kann man on top immer noch emotionale Aspekte mit einbringen: Will einfach ne größere PV, will nicht soviel Geld ausgeben, ...

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Das mehr selbst verbrauchen geht ja nur mit mehr Speicher und um die vollzukriegen oder effizient zu nutzen müssen die schlechten Monate besser performen aka signifikant mehr Panels auf Dach. Der erhöhte Verbrauch im Winter kostet ja überproportional viel Solar zum Stromertrag in der Zeit und im Sommer gibts „noch und nur“ 7ct für den übrigen Strom.

So wie ich es versteh ist es gut machbar mit einem BKW ca 500kWh im Jahr zu sparen aka 125-150€ Strom bei der Annahme von 25-30ct

Die Rechnung und Ersparnis ist ja nicht linear und daher im unteren Bereich am profitabelsten, oder hab ich einen Logikfehler?

Ich bin komplett bei dir. Vielleicht sehen wir das aber zu sehr aus der diy ecke. Wer alles komplett bezahlen muss und dann das geld auch noch aufnehmen muss, für den lohnt es sich nicht, eine grössere Anlage als ein 2.000 W BKW zu kaufen.

Ja, der gute bärbock speicher ist nicht zu schlagen. Erst 2032 soll der letzte ferraris stromzähler in rente gehen, bis dahin kann man die gesparten stromkosten sammeln und dann eine grössere PV Anlage realisieren.

Da stimme ich Dir auch zu. Hatte letztes Jahr im Bekanntenkreis zwei "Beratungen" wo ein BKW mit Akku schlicht den meisten Sinn macht bzw. gemacht hätte (ziehen um). Eine inzwischen alleinstehende pensionierte Dame mit RMH und Fassade nach Süden wo wir schön drei Module hinbekommen haben und letztlich weil sie es einfach wollte auch nen Akku dazu. Wäre bei ihren glaube ich 1600 kWh völliger Blödsinn, da für teures Geld ne PV aufs Dach schrauben zu lassen, auch wenn sie nächstes Jahr noch ne WP installiert bekommt. Zweiter Fall ein Päarchen, Wohnung mit einem richtig schönen steilen Dach nach Süden mit Austritt aus dem ausgebauten Dachstudio. Ebenfalls so irgendwo bei 2000 kWh. Da hatte ich mit dem Tool von Andreas so 60% Eigenbedarfdeckung mit Akku und 2 kWp Module ausgerechnet. Was willst de da mehr Geld in die Hand nehmen und die Elektriker erneuern lassen ...

Zumindest wenn man korrekt anmeldet, wird der aber recht schnell getauscht :wink:

Also der Verbrauch ist durchschnittlich 11kWh am Tag, vor der Umnutzung der Wohnung. Das wären schon mal mehr als 2kWp, die man an einem sonnigen Tag bräuchte, wenn man das in eine Batterie speichert. Ich würde für den momentanen Verbrauch 2-3kWp aufs Dach schrauben und eine 9-15kWh Batterie hinstellen.

Ja im Schnitt stimmt das, aber immer laufen eig nur 2 Kühl/Gefrierkombis, Router und ein Server. Denke der Fön und Heizlüfter sind das was gut reinhaut im Verbrauch. Wir hatten zudem noch etwas Extraverbrauch durch Renovierung was nun durch ist.

Eine 9kWh+ Batterie sprengt doch aber den Mehrwert bei nur 2/3kWp aufm Dach oder?

2-3kwp wird nicht reichen, da kein Süddach.

Kommt immer auf den Akku bzw. dessen Preis an.
Ein größerer DIY-Akku kann durchaus deutlich günstiger sein als ein kleinerer Fertig-Akku.
Ich persönlich würde einen Akku immer (etwas) größer dimensionieren.Auch einen größeren Akku als beispielsweise einen 2kWh für den Nachtverbrauch bekommt man bei einigermaßen guter Ausrichtung der Module mit der Zeit gefüllt und hat für trübe Tage auch mehr Reserven. Solange der Preisunterschied nicht riesig ist, würde ich daher immer größer dimensionieren.

Für ein sinnvolle Betrachtung müsstest du erstmal prüfen, wieviel kWp du aufs Dach bekommst. In der Regel rechnet sich es am schnellsten, wenn man so viel aufs Dach packt, wie geht. Zumindest so lange noch, wie es die aktuelle Einspeisevergütung noch gibt.

Eigentlich sollte sich eine Dachanlage in 10-12 Jahren amortisieren.