Bericht einer Klimaanlageninstallation

Hallo, mein Name ist Kai und ich habe letztes Jahr ein kleines Reihenhaus gekauft. In dem Haus ist eine alte Gasheizung. Es gab viele Überlegungen wie man das kleine Haus (ca. 80qm) in Zukunft beheizen könnte. Nach viel Hin und Her und einer Heizlastberechnung sind wir auf Split-Klimageräte gekommen. Die Gasheizung bleibt zur Sicherheit erstmal drin, dazu gibt es noch einen kleinen Kaminofen.
Nach Absprache mit einer örtlichen Klimatechnikfirma habe ich mir die Geräte in Italien bestellt und der Einbau sollte von der Fachfirma erledigt werden.
Das Aussengerät steht hinter dem Haus auf einem kleinen Fundament (in Eigenleistung gebaut). Von da geht es zu drei Innengeräten (1x EG, 1x 1.OG und 1x 2.OG) mit drei Kernbohrungen in Ziegelwand.
Der Ablauf der eigentlichen Installation:

  1. Tag: Es kommen 2 Mann, die erstmal Werkzeug und Teile abladen und nach kurzer Besprechung an die Arbeit gehen. Die Kernbohrung im Erdgeschoss ist schnell gemacht und dann muss einer der beiden auf eine andere Baustelle. Den Rest des Tages schraubt der andere die drei Halterungsbleche an die jeweilige Wand. Dazwischen immer wieder Raucherpausen und Zeiten wo nichts passiert.
  2. Tag: Sie sind wieder zu Zweit. Zwei weitere Kernbohrungen. Ca. 10m Kabel/Rohrkanäle an die Wand geschraubt und Rohre werden lose durch die Wand gezogen. An dem Tag war mein Vater vor Ort. Mein Vater hat fast 50 Jahre auf dem Bau gearbeitet, sein Kommentar... "wenn man weniger rauchen würde, bräuchte man vielleicht nicht dauernd Pausen"
  3. Tag: (Freitag) Nun geht plötzlich alles ganz schnell und es wird eifrig gearbeitet. Bis 14 Uhr sind alle Innarbeiten abgeschlossen und das Aussengerät wird an seinen Platz getragen. Bis 15 Uhr sind alle Leitungen am Aussengerät angeschlossen. Um 15:32 Uhr ist alles fertig und ich soll die Sicherung einschalten. Nichts passiert. Sicherung wieder raus und nun wird es hektisch. Kabel werden umgeklemmt. Sicherung wieder rein...wieder raus...wieder rein..usw. Dann alle elekt. Anschlüsse in den Innengeräten umgeklemmt. Dann läuft alles. Kurzer Test...wird warm. Handshake und weg sind sie.

Ich war dann etwas durch den Wind und musste mir erstmal einen Kaffee kochen und hab einen kleinen Rundgang gedreht. Soweit schaut alles gut aus. Die Verpackung der Geräte lagen wild durcheinander. Die Bedienungsanleitungen ungeöffnet. Jede Menge Müll, Isolierungen, Kabel und Kanalreste, leere Acrylkartuschen, Essennreste (da bekam wohl einer immer brav etwas Obst eingepackt, was dann verschwinden musste) und Kippen, jede Menge Kippen.

Im oberen Geschoss hing ein Regal, das buchstäblich aus der Wand gerissen wurde. Die Aufhängung völlig verbogen und nicht mehr zu gebrauchen. Ich hatte vorher gefragt ob das stöhrt, Antwort nee, wir kümmern uns.

Und dann diese Hektik zum Ende hin, ich hab ein ganz mieses Bauchgefühl.

Die Rechnung kam dann recht schnell per Mail mit der Bitte um eine 5 Sterne Bewertung bei google.

Was denkt Ihr zu dem Ablauf? Es war meine erste Klimaanlage und vielleicht ist das ja ganz normal, dann schreibt mir Bitte auch das.

Herzlichen Dank im Vorraus,
Kai

Bei mir wurden zwei Splitklima an einem Tag installiert …

Bei mir hat ein Kerl ne Tripple-Split an einem Tag aufgebaut...

Aber jetzt nachdem der ganze Quark vonstatten gegangen ist zu fragen ob das normal ist... Ne. Ist nicht normal. Gängig. Aber eben nicht normal. Das Einzige was man tun kann wäre Preis drücken. Aber ganz am Ende? Ich hätte sie am letzten Tag aufräumen lassen, Regal aufhängen etc. pp. Jetzt wirds schwer. Die eigentlichen Arbeiten sind erledigt und das "ach, das mach ich schon, macht euch keine Mühe" wird gerne als Freifahrtschein genutzt.

Alleine diese Möglichkeit bzw. Fakt hätte mich stark aufhorchen lassen.
Das wird eigentlich von keiner seriösen Fachfirma gemacht aufgrund Gewährleistung etc.

Es gibt ne Möglichkeit den Preis zu drücken:

Per Einschreiben auf die Sachen aufmerksam machen die nicht in Ordnung sind, festhalten dass man den Preisabschlag X nicht zahlen will bis alles in Ordnung gebracht wurde.
Dabei achten dass X unter dem Wert ist dass die Firma sich Mühe macht der Sache nachzugehen.

Ist moralisch verwerflich?
Nein, hab ich so erleiden müssen, nur umgekehrt, Fachfirmen erledigen oft nur die Arbeiten unvollständig, und dabei ist der Schwellenwert so berechnet, dass der Kunde sich die Mühe nicht macht zu beanstanden/ vor Gericht zu gehen.

Das Statement kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Warum soll da was an der Gewährleistung sein wenn der Kunde nach Absprache das Material bzw. die Geräte bestellt und sie vom Fachmann fachmännisch montieren lässt? Der Fachfirma sollte dann das Fabrikat bekannt sein und entweder wird er sagen "nee sowas verbauen wir nicht" oder, "alles klar, geht an".

Der Ablauf an sich wirkt irgendwie ein bisschen wie, drei Tage veranschlagt, am ersten und zweiten Tag bisschen lenz gemacht und am letzten Tag ran gehauen. Einzig bei der Dichtigkeitsprüfung, die ja nunmal bisschen Zeit braucht, wäre ich skeptisch. Allerdings kenne ich ein paar Klimatechniker die fertigen Bördelungen nach Gefühl an, verschrauben sie blind und immer ists Dicht - Fachmänner mit reichlich Berufserfahrung eben. Kann also so oder so laufen.

Aber, warst du denn bei den Arbeiten nicht dabei bzw. hast zumindest jeweils zum Feierabend hin nicht mal kontrolliert und die Jungs ggfs. mal auf Fehlverhalten hingewiesen (Stichwort: Verpackungen, Kippen, vor Allem das Regal usw.)?

Jedenfalls, so beim Durchlesen deines Erfahrungsberichts wirkt es als wäre es nicht die teuerste Firma gewesen :slightly_smiling_face:

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Die Gewährleistung für die Geräte wurde klar ausgeschlossen und damit waren wir beide einverstanden. Warum soll man das auch nicht machen? Ich fände es eher komisch, wenn ein ordentlicher Handwerker nur seine selbst mitgebrachten Geräte installieren kann.

Geht dabei sicher weniger ums Können sondern um Marge :thinking:

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Glück gehabt.
Das macht sonst so gut wie keine Firma.
Ist aber eben eine Frage des deutschen Gewährleistungsrechts.
Für den kostenbewussten Endkunden ist das sehr ärgerlich, aber auch für den Unternehmer irgendwie verständlich.

Wenn Handwerker Fremdmaterial (also Material, das nicht von ihnen selbst gekauft wurde) verbauen, müssen sie grundsätzlich für Mängel an diesem Material haften, wenn sie den Einbau übernommen haben. Dies gilt, wenn das verbauten Material fehlerhaft ist oder die Montage nicht korrekt durchgeführt wurde. In solchen Fällen kann der Kunde die Einbau- und Ausbaukosten vom Handwerker ersetzt verlangen, insbesondere wenn die Gewährleistung noch besteht.

Nein, bei den Arbeiten war ich tatsächlich nicht immer dabei. Das Regal und den Müll hab ich erst nach Abschluss der Arbeiten gefunden, da dies alles in einem Nebengebäude abgestellt war.

Und ich habe bewusst nicht die günstigste Firma gewählt, weil ich von der Materie wenig Ahnung habe und wollte das alles perfekt läuft. Es ist auch eine große bekannte Firma am Ort. Ich weiss nicht, ob ich jetzt hier einen Preis nenn darf aber billig war das keinesfalls.

Ihr mit Gewährleistung und Garantie. Wie macht ihr das wenn die Klitsche pleite ist? Da habt ihr einfach Pech gehabt. Ich habe schon aus Kreisen gehört, die melden alle paar Jahre ihr Gewerbe ab, der Partner meldet mit anderem Namen an. Dann geht das immer 5 Jahre so. Hast du also vor 6 Jahren gekauft oder warst im letzten Jahr dann gibts die einfach nicht mehr und die Haftung bleibt bei dir als Besitzer hängen.

Thema Dichtheitsprüfung: Effektiv hat das 30 Minuten gedauert. Ist das zu schnell?

Okay, dann nehme ich mein Vorurteil zurück - sorry.

Kein Problem. Ich wäre gerade froh, wenn es wenigstens billig gewesen wäre. :face_with_peeking_eye:

Kann man machen, blöd ist nur, wenn die dann ordentlich pfuschen und Aufgrund von Pfusch die Anlage kaputt geht. Wie du es beschreibst, hört sich das nicht so an, dass die zumindest mal 30min Vakuum gezogen haben, besser 60min.

Was hat denn der Spaß gekostet? Hattet ihr einen Festpreis ausgemacht, der eingehalten wurde?

Ja, das durch Fehler bei der Installation eventuell Folgeschäden am Gerät entstehen könnten, habe ich auch schon befürchtet.
Die Installation und Inbetriebnahme hat knapp 4600 Euro gekostet. Der Preis wurde auch eingehalten.

Haben die auch was mitgebracht bei dem Preis?
Ansonsten 100€/Std, glaube, bei mir ist ne Umschulung fällig.

Was hätte der Spaß inkl. Gerät bei einer seriösen Firma gekostet?

Was zusätzlich mitgebracht wurde, kam dann noch oben drauf.

Ja ne ja... dann reden wir aber von 460€ oder? und nicht 4600!?

Bissle suspekt kommt mir das jetzt schon vor hier muss ich sagen.

4600 ist für so eine Installation nicht ungewöhnlich. Du wusstest ja auch, was es kostet, insofern ist egal, ob die schnell oder langsam arbeiten. Ob die Anlage sauber evakuiert wurde oder nicht, weiß jetzt keiner und kannst du auch nicht prüfen.

Insofern würde ich es einfach mal optimistisch angehen. Dich über die funktionierende Anlage freuen und darauf hoffen, dass schon alles richtig gemacht wurde.

Was du noch machen kannst: Alles mal im Detail anschauen und wenn es dich beruhigt, mit einem Schnüffler alles abschnüffeln, ob dicht. So Schnüffler gibts für kleines Geld bei Amazon.

Sowas hier:

Schau dir auch mal die Kälteleitungen an, ob die freiliegenden Bereiche, nochmal umwickelt wurden. Kannst ja mal ein Foto vom AG einstellen, wo man die Kälteleitungen abgehen sieht.