Hallo, mein Akku bau neigt sich langsam dem
Ende entgegen. Es fehlt noch das BMS (Batrium aus Austtalien ist schon bestellt) und einmal ein Top Balancing, die dafür extra benötigten Busbars sind am Weg.
Jetzt eine Frage. Wo bezieht ihr die Kabel für die Batterie her, die Batterie ist mit 250A (Automat) abgesichert und zusätzlich an der Batterie nochmal direkt mit einer 300A Mega fuse zwischen Batterie und Trennschalter. Brauche daher ein Kabel das 95mm hat, gibt es dazu gute Quelle ?
Hallo,
95 mm² ist zu dick.
Da könnte ev. schon 50mm² reichen.
In der Suchmaschine mal H01N2-D eintippen.
Victron schreibt 70 mm vor, die VDE mindestens 95 mm für >300A.
Ich werde mich an die VDE Vorgaben halten! Für 10€ mehr darauf zu verzichten halte ich für dumm.
,,, die Batterie ist mit 250A (Automat) abgesichert und zusätzlich an der Batterie nochmal direkt mit einer 300A Mega fuse zwischen Batterie und Trennschalter...Warum jetzt > 300A?
Das mit dem dumm nehme ich persönlich.
Hallo ich wollte dich damit keinesfalls kränken. Ich habe auch nicht gesagt, dass du dumm bist, sondern ich habe gesagt, die Idee davon abzuweichen halte ich für dumm. Entschuldige wenn das falsch rübergekommen ist.
:?
Hab doch geschrieben, dass der Automat bei 250A fliegt direckt an der Batterie noch eine Sicherung ist, die bei 300A fliegt. Daher müssen die Kabel doch nach Adam Riese mehr als 300A abkönnen, dass eben im Notfall die Sicherung durchgeht und nicht das Kabel, oder habe ich da einen Denkfehler?
Auch und von den 70 mm muss ich weggehen, weil 3x MultiPlus dran hängt.
VDE Vorgaben einfach zu zietieren, aber gar keine Ahnung zu haben wovon man redet, ist ne gefährliche Mischung.
Funfact: Duch eine 70mm² Leitung kann ich auch 3000A durchleiten. Gar kein Problem. Dann ist die eben nur 20cm lang...
Diese konfusen VDE-Tabellen existieren, weil der typische Elektriker meist nicht der kompetenteste ist, wenn es um die Physik hinter dem geht, was er das benutzt.
Der Punkt ist hier der spezifische Widerstand einer Leitung. Die wird durch 3 Faktoren bestimmt: Material, Länge und Querschnitt.
Ein Kabel hat dann ein Problem, wenn an ihm eine Verlustleistung abfällt, die so hoch ist, dass es sich unzulässig erhitzt oder man den Spannungsabfall (aka Leistungsverlust) auf dieser Leitung nicht hinnehmen will.
Das sind die einzigen Limitierungen für Kabel. Völlig egal ob irgend ein VDE-Armleuchter da irgendwas in einer Norm-Tabelle eingetragen hat.
Kommt hinzu: Eine 250A oder 300A Sicherung triggert nicht bei dieser jeweiligen Angabe. Das ist ihre Nennlast.
Nennlast heißt, dass der Hersteller zusichert, dass dieser Strom dauerhaft von dieser Sicherung getragen werden kann, ohne das sie auslöst.
Die Angabe beschreibt also nicht ab wann sie auslöst, sondern bis wann sie nicht auslöst. Diese Sicherungen lösen allesamt bei deutlich höheren Werten aus. Wobei das dann eine Mischung aus Zeit und Strom ist. Je höher der Strom, je schneller löst sie aus.
Wie reden hier aber von Faktoren im Bereich von 3, 5, oder gar 10. Das heißt: Binnen Skalen von etwa einer Sekunde braucht es, wenn man mal den Faktor 3 nimmt, anstelle von einer Überschreitung von 300A, das Überschreiten von 900A.
So, und nun? Dann werfen wir jetzt mal alle unsere VDE-Tabellen weg, wie?
Nein: Auch das sind Nennangaben unter definierten Anwendungsszenarien mit ausreichendem Safty-Margin, bei Berücksichtigung der Stromüberhöhung um Sicherungseinrichtungen zu triggern.
Kurz gesagt: Wenn ich 2 Meter Leitung von meiner Batterie zum WR habe, dann kann ich durch eine 70mm² Leitung auch getrost 400A ballern, ohne das es irgend eine Auswirkung hat. Das Kabel wir nicht einmal spührbar warm werden.
Hinsichtlich einer Brandgefahr gibt es hier also überhaupt gar kein Problem. Selbst völlig ohne Sicherung und vollem Kurzschluss, kochen eher die Batterien über, als dass das Kabel auch nur in die Nähe einer Temperatur kommt, die es im entferntesten dazu bringen könnte Feuer zu fangen.
Die Angaben in den Victron-Unterlagen zielen vielmehr auf den Leitungswiderstand ab und den damit verbundenen Verlusten auf der Leitung, wodurch der WR bei starken Lastwechseln sonst ggf. Probleme bekommen kann, wenn die Eingangimpedanz seiner Stromquelle zu schlecht ist.
Heißt: 15kW über 2x8m 70mm² ist halt eher blöd. Da gehen einige Watt auf der Leitung flöten. Da dimensioniert man dann eben größer oder verkürzt einfach die Leitung.
Wenn ich da so manche Kasper sehe, die an ihr Akkusystem Kabelquerschnitte machen, die so dick sind, dass man meint es ist ne Abwasserleitung, aber völlig an denen vorbei geht, dass da ein BMS in dem Ding hängt, was mit seinen Leiterbahnquerschnitten ein Äquvalent hat, das teils nicht einmal 5% des Leitungsquerschnitts ist, und die dann direkt 1 Meter daneben ihren WR stehen haben... Da kannst nur mit dem Kopf schütteln. Da basteln Leute, wo man nur hoffen kann, das da niemals was schief geht, weil ganz klarer Fall von: Sie wissen nicht was sie tun.
Necro, danke für die Zusammenfassung, du erzählst mir da aber nichts Neues. Ich stimme dir bei fast allen Punkten zu. Beim BMS muss ich wiederforderten, wenn die Ausgleichsströme so gering sind, brauche ich auch nur einen kleinen Querschnitt. Die meisten BMS sind ja auch nur für kleine Ausgleichsströme gedacht.
Auch möchte ich die Anlage inkl. PV abnehmen und anmelden lassen. Auch wenn die vde Tabelle nur ein Schätzeisen inkl. Zuschlägen ist, ist es das was den VNB / Elektriker interessiert.
Viel mehr muss ich aber sagen, dass die eigene Frage war, ob jemand eine gute Quelle für Kabel kennt und welcher Typ sich eigene.
Beim BMS muss ich wiederforderten, wenn die Ausgleichsströme so gering sind, brauche ich auch nur einen kleinen Querschnitt. Die meisten BMS sind ja auch nur für kleine Ausgleichsströme gedacht.Auch wenn es hart klingt, aber: Denn sie wissen nicht, was sie tun...
Das BMS leitet den kompletten Strom durch, weil deren darauf verbaute FETs die Aufgabe haben, anhand von Limit-Kriterien, die Stromzufuhr oder Abnahme zu trennen. Beispiel: Überladung.
Wenn man also 300A vom Akku zieht, dann fließen da 300A durch die FETs. FETs, die jeweils Pins haben, die wenige Millimeter im Querschnitt sind. Darin stecken Bond-Drähte, die nochmals um ein Vielfaches dünner sind...
Deswegen sind da diverse FETs parallel drauf. Ändert nichts an der Tatsache, dass das eine Leiterkarte ist, die im besten Fall 70µm an Kupferdicke bei den Leiterbahnen haben. Wahrscheinlicher sind aber eher 35µm, weil das Standard ist.
Aber selbst bei 70µm: Rechne mal aus, wie breit die Leiterbahn sein muss, damit man zu einem Querschnitt von 95mm² kommt. Du bräuchtest eine Leiterbahn auf dem PCB die rund 1,3 Meter breit ist.
Wann ist Dir zuletzt ein BMS von 1,3 Metern länge oder Breit begegnet? Deswegen habe ich nicht grundlos geschrieben, das es aberwitzig ist, was die Leute da treiben. Einfach weil sie keine Ahnung haben.
Das Leiterquerschnitt-Äquivalent, was so ein BMS bereitstellt, liegt etwa bei einem 16-25mm² Leiter. Deswegen musste ich mich auch letztens in einem YT Video kaputlachen, als da einer an einem BMS bemängelte, dass da ja "nur" 2x 25mm² Zuleitungen (etwa 15cm lang) dran sind und er das für absolut unterdimensioniert hält. Klar, zusammengenommen 50mm² sind unterdimensioniert. Was ein Trottel :crazy:
Und ein BMS hat zunächst nichts mit dem Balancer zu tun, von dem Du redest. Deswegen meine Bemerkung "denn sie wissen nicht, was sie tun". Du wirfst Dinge in einen Topf, die da nicht hingehören.
Das BMS ist eine Sicherungseinrichtung. Dieses kann einen Belancer beinhalten. Ein Blancer hingegen ist keine Sicherungseinrichtung und beinhaltet sie auch in keinem Fall.
Wenn das alles für dich nicht neu war, dann hat sich das spätestens ja wohl jetzt geändert...
Ich habe das hier gekauft:
3 Meter Batteriekabel ROT H07V-K 35 mm² - KFZ Batterie Kabel - 100% OFC Kupfer - 3 m (3M) 35mm2
Bei Amazon.
Und ich betreibe es an einem MP II 5000. an einer 200A Sicherung. Mit knapp 2m Länge.
Der 5000er kann 4,6KW liefern. Sind maximal gute 90 Ampere. (Bei 51volt schlussspannung gerechnet)
Das sind 0,36% Leitungsverlust, 0,18V
Warum sollte ich da nen 70mm2 prügel verwenden?
LG,
Michl
So leid es mir tut, aber Sie wissen nicht, was ich für ein BMS verbaue! Mein BMS leitet den Strom nicht durch! das Batrium überwacht nur die Zellen und gleicht aus, dazu habe ich Relais am BMS, mit dem ich z.B. eine Sicherung steuern kann, meine Sicherung ist eine ABB T4N 250A!Beim BMS muss ich wiederforderten, wenn die Ausgleichsströme so gering sind, brauche ich auch nur einen kleinen Querschnitt. Die meisten BMS sind ja auch nur für kleine Ausgleichsströme gedacht.Auch wenn es hart klingt, aber: Denn sie wissen nicht, was sie tun...
Das BMS leitet den kompletten Strom durch, [...]
Wo bezieht ihr die Kabel für die Batterie her, .... Brauche daher ein Kabel das 95mm hat, gibt es dazu gute Quelle ?Mal abgesehen davon. das KEINE ANTWORT BISHER die Frage beantwortet hat, gebe ich preis, wo ich meine Kabel gekauft habe.....
https://shop.muehlmeier.de/Gummi-Schweisskabel-H01N2-D/8460
Gummi - Schweißkabel H01N2-D
ich habe füe meine Installation 50mm² (MP2 3k) gewählt,
70 und 95mm² hat dieser Shop auch im Angebot, als ich meins voriges jahr gekauft habe waren die Preise noch echt moderat, heute Kupfer zu kaufen ist echt krass....
Mein BMS leitet den Strom nicht durch! das Batrium überwacht nur die Zellen und gleicht aus, dazu habe ich Relais am BMS, mit dem ich z.B. eine Sicherung steuern kann, meine Sicherung ist eine ABB T4N 250A!BMS? Der Vogel der bei denen auf die Idee kam das BMS zu nennen, stand als Kind beim Schaukeln wohl auch zu dicht an der Wand...
Das ist ein Balancer, dessen einziges "Management" darin besteht, per Error-Ausgang einen extern induzierten Lastabwurf zu veranlassen (wenn der Anwender das dann "wie auch immer" überhaupt umsetzt). Alles was nett an dem völlig überteuertem Konzept ist, ist die Softwareintegration. Ansonsten prima Idee eigentlich: Überladungs-Schutz wegen Cell-Inbalance triggert (weil z.B. die 0,1V pro 12V Anhebung bei Victrons ESS nicht beachtet wurde) - klack aus, dunkel, hinlaufen. Pech halt... :thumbdown:
Jetzt nimm mal deinen tollen ABB-Schalter auseinander und zeig uns darin mal die wuchtigen 95mm² Kontaktierungen.
Wenn Du dann fertig bist wirst Du sehen, dass sich nichts geändert hat... im Vergleich zu deinen Kabeln wirkt der Schaltmechanismus darin eher dünn.
Aber muss man nicht einmal aufschrauben, weil ABB ja alle Daten liefert um es ausrechnen zu können:
Verlustleistung pro Pol bei Bemessungsstrom ist mit 10,7W definiert (übrigens fäält hier schon auf: recht viel, weil man mit 2 Polen durchgeht und somit rund 21W Verlustleistung auf diesen kleinen Raum konzentriert... das wird merklich warm).
Das entspricht bei einem Bemessungsstrom von 250A einem Widerstand von 0,17mOhm. Ein 15cm langes Stück Kupferkabel - enspricht in etwa der Schalter-Länge - hat bei 16mm² Leitung ziemlich genau diesen Widerstand (0,168).
Jetzt blätter noch mal zurück und lies, was ich schrieb, was so das übliche Leiterquerschnittäquivalent eines BMS ist. Selbes trifft für Leistungsschalter/Relais zu. Da ändert sich nix.
Es ist sogar erschreckend wenig, da sind die gängigen Halbleiterbestückten echten BMS Alternativen weit solider aufgestellt...
Und jetzt willst Du mir sicher erklären, dass du den einzigen auf dieser Welt existierenden Hokus-Pukus T4N von ABB bekommen hast, der ja völlig anders ist, weil er aus Kryptonit geschmieded wurde und mit Einhornstaub bepudert... :clap:
Hallo zusammen,
ich finde diesen thread sehr informativ und leider auch etwas herablassend.
Gruß
tom
@PynkChimp: Schwamm drüber über unseren Disput.
Sehe ich auch so. Das ist die falsche Richtung.
Hallo zusammen,
ich finde diesen thread sehr informativ und leider auch etwas herablassend.
Gruß
tom
Wir sollten sachlich bleiben, sauber argumentieren und persönliche Ansprachen oder sogar Angriffe unterlassen. Das Forum leidet und der Sinn geht zum Teil verloren.
Hallo,
Mein Elektriker ist heute aus dem Urlaub zurück, seine Aussage: bei 3x MP 5000 und 250A Sicherung nimmt er es mir nur mit 95 mm ab.
@Necro: das ist mir schon alles bewusst, was du da sagst, wo man jetzt die Kabel, egal ob 50 oder 200 mm her bekommt weiß ich jetzt aber immer noch nicht und nein Amazon ist für mich da keine Lösung. Ob ein Batrium ein BMS ist oder nicht, darüber lässt sich streiten, aber wie definierst du denn ein BMS? Ich würde eher behaupten, dass die Geräte wie ein Daly mehr als ein BMS sind.
Victron schreibt 70 mm vor, die VDE mindestens 95 mm für >300A.Hast du so dicke Kabel schon mal verarbeitet? Mir waren 70mm² "steif" genug. Würde nächstes mal wohl auf 50mm² gehen, auch wenn die Verluste höher sind.
Ich werde mich an die VDE Vorgaben halten! Für 10€ mehr darauf zu verzichten halte ich für dumm.
Hallo,Was hast du denn für einen Akku dahinter dran???
Mein Elektriker ist heute aus dem Urlaub zurück, seine Aussage: bei 3x MP 5000 und 250A Sicherung nimmt er es mir nur mit 95 mm ab.
@Necro: das ist mir schon alles bewusst, was du da sagst, wo man jetzt die Kabel, egal ob 50 oder 200 mm her bekommt weiß ich jetzt aber immer noch nicht und nein Amazon ist für mich da keine Lösung. Ob ein Batrium ein BMS ist oder nicht, darüber lässt sich streiten, aber wie definierst du denn ein BMS? Ich würde eher behaupten, dass die Geräte wie ein Daly mehr als ein BMS sind.
Könntest ja deine SI auch kleiner machen, damit die zum Kabel passt...
Wenn du dann immer noch 90mm² haben willst, mach es doch einfach, ich hätte dann aber 2x50mm² genommen, da kannst auch noch ein drittes dazu tun...
Oben der Shop hat die Kabel...
egal ob 50 oder 200 mm her bekommt weiß ich jetzt aber immer noch nichtNichts einfacher als das:
Rot: https://www.mehrampere.de/zubehoer/batteriekabel/standard-h07/rot/595/95-0-mm2-batteriekabel-aderleitung-h07v-k-rot
Schwarz: https://www.mehrampere.de/zubehoer/batteriekabel/standard-h07/schwarz/596/95-0-mm2-batteriekabel-aderleitung-h07v-k-schwarz
Ob ein Batrium ein BMS ist oder nicht, darüber lässt sich streiten, aber wie definierst du denn ein BMS?Nein, darüber kann man nicht streiten. Weil es da weltweit eine sehr einheitliche Auffassung zu gibt. Wenngleich niemand das nun hochoffiziell genau definiert hat.
Die ergibt sich aber letztlich daraus, dass für die Zulassungen in diversen Ländern eine Schutzschaltung (dort vielfach explizit BMS genannt) bei Lithium-Akkus zwingend ist. Die EU schreibt es nicht explizit vor, aus dem Umstand der nötigen CE und der damit verbundenen Risikobewertung, ergibt sich die Verpflichtung jedoch indirekt - ein Akku ohne Schutzabschaltung kann nicht legitim als sicher deklariert werden. Deswegen bekommt man auch keine Endanwender Li-Akkupacks ohne Schutzschaltung (Anmerkung dazu siehe unten).
Das ist bei deinem Notebook genau so, wie bei deinem Akkuschrauber oder Handy. In den Akkupacks steckt ein BMS - und das wird international exakt so bezeichnet. Integraler Bestandteil jeder handelsüblichen BMS-Lösungen, und da gibt es Chips wie Sand am Meer, beinhalten grundsätzlich eine Zell-Schutzschaltung, die min. bei Überspannung und Unterspannung die Akkus elektrisch abtrennt. Darüber hinaus unterscheidet sich ein BMS von der noch simpleren reinen Zell-Schutzschaltung, dass ein BMS für mehr als eine Zelle konzipiert ist, und eine Zellüberwachung vornimmt, die wirksam das Überladen von Einzelzellen im Batteriepack unterbinden kann. Weswegen es BMS und nicht CMS heißt.
Ja, genau: Von Balancing habe ich nichts erwähnt. Das ist nämlich kein integraler Bestandteil eines BMS. Die meisten BMS-Lösungen für Produkte im Markt haben kein Balancing.
Deswegen ist das Batrium erst mit der erforderlichen zusätzlichen Schutzeinrichtung in Form eines Schutzschalters oder Relais ein BMS. Eine Zellüberwachung ohne Handlungsfähigkeit kann nichts "Managen". Es kann überhaupt gar keine Schutzwirkung entfalten, es kann nicht einmal überhaupt einen Wirkungmechanismus in Gang setzen bei missbräuchlicher Nutzung vorgelagerter Systeme. Viele BMS-Lösungen haben dann auch noch Überstom-Abschaltungen, weil das aus technischer Sicht naheliegend ist und im Grunde kein Mehraufwand ist.
Das erwähnte Daly hat sogar in der Tat all diese Grundfunktionen integriert. Das ist auch kein Wunder, weil dafür gängige Chip-Lösungen eingesetzt werden, die all das mitbringen (wie erwähnt). Damit lassen sich sogar, anders als mit Schutzschaltern oder Sicherungen, exakte Stromabschaltgrenzen realisieren, weil das aktiv elektronisch gemessen werden kann. Darüber hinausgehendes Gedönse wie Funk- oder kabelgebundene Schnittstellen, um mit Gott und der Welt zu kommunizieren, geht dann über die reine Kernfunktion hinaus (ist also nicht Teil der Definition). Aber auch das ist jetzt nicht so ungewöhnliche. Beispielsweise Notebook-Akkus haben allesamt eine Anbindung des BMS per SMbus (im Grunde einfach nur ein I²C Bus). Und speziell die gehen sogar noch weiter: Wenn da jemals eine einzige Zelle unter die programmierte oder intern hartverdrahtete Minimalspannung fällt, schalten diese BMS-Lösungen die Akkupacks sogar dauerhaft ab - da kommt dann nix mehr raus. Ende Gelände. Damit legen sich die meisten Leute die Karten, wenn sie meinen sie könnten da mal eben die Zellen tauschen, gegen neue. Einmal nur eine einzige Zelle vom BMS getrennt, schaltet es dauerhaft ab. Ist übrigens exakt genau so bei Makita Werkzeug-Akkus - für den Fall dass es da mal jemand probieren möchte... (da muss man dann tricksen)
Der Gedanke dahinter ist, dass wenn die Zellen unter ihre Minimalspannung gefallen sind eine Tiefentladung vorliegt und damit für die Weiternutzung durch Wiederaufladen eine Gefahr darstellen. Zum Anwenderschutz werden die Packs dann "totgeschaltet". Manche BMS Lösungen lassen sogar gezielt eine Schmelzsicherung in diesem Fall durchbrennen, über sogenannte Trigger-Fuses. Das sind Schmelzssicherungen, die man über eine Steuerleitung "durchbrennen" lassen kann. Das ersetzt dann die Abschaltung über FETs. Natürlich mit dem Nachteil, dass einmal ausgelöst, das nicht mehr zurückgenommen werden kann. Kommt aber aufs selbe raus, wie mit der elektronischen "Tötung".
Man sieht also, bei der Geschichte geht es grundsätzlich um Sicherheit. Ohne Handlungsmöglichkeit ist aber gar keine Sicherheit abbildbar. Deswegen ist das Batrium im Sinne des Begriffs kein BMS, sondern ein Balancer mit Batterieüberwachungsfunktion. Als Resultat der Überwachung kann es dann Steuersignale für zusätzliche Schutzeinrichtungen bieten. Alles zusammen ist dann ein vollständiges BMS. Dein ABB-Schalter ist also Teil des damit gebildeten BMS, als Gesamtlösung. Deswegen fließen auch durch Dein BMS >=250A worst case, weil der Schutzschalter ein Teil davon ist. Immerhin nutzt du den, das Batrium kann man aber genau so ohne betreiben - und das ist das Hauptproblem, wenn man da von BMS spricht. Das Batrium an sich ist kein BMS.
Insgesamt bildet es aber ein technisch schlecht gelöstes "BMS Gesamtwerk", weil es prinzipbedingt vergleichsweise langsam reagiert, Überstrom Absicherungen passiven Komponenten überlässt (mit schlechten Abschaltcharacteristiken) und nach Auslösung nicht eigenständig Einfluss auf die Rücksetzung nehmen kann. Ganz zu schweigen davon, dass es beispielsweise Schutzmaßnahmen nicht differenziert zwischen Ladung und Endladung behandeln kann. Für das was es kostet, bietet es also hinsichtlich der Schutzmaßnahmen einen hoffnungslos veralteten Funktionsumfang.
Der Begriff ist also tatsächlich recht genau umrissen. Irgendwo muss man dann Grenzen ziehen. Ansonsten kann man am Ende alles BMS nennen, was irgendwie mit den Zellen einen Regel- und/oder Überwachungs-/Auslesemechanismus entfaltet. Dann ist am Ende ein dummer Balancer auch ein BMS. Das überdehnt den Begriff aber ganz offensichtlich im erheblichen Maß. Und da BMS im Bereich der Produktzulassung mit absolutem Vorrang für Schutzwirkung steht, sollte man auch diesen Punkt als Trenngrenze verwenden. Das mag in der DIY Bastlerszene zwar anders gesehen werden, nur bestimmt der Hobbykoch ja nicht, wie sich Sterneküche definiert.
*Anmerkung:
Eine Ausnahme stellen z.B. Einzelzellen dar, wie sie z.B. in diesen Dampfgeräten gerne reingesteckt werden (i.d.R 18650er Zellen).
Da es sich hier per Definition nicht um ein "Akku-Pack", also ein fertiges Endnutzerprodukt handelt, sondern um ein Vorstufen-Produkt zur Integration in Endprodukte, kann man die so kaufen im normalen Handel. Jeder Händler ist aber zum Eigenschutz angehalten, deutlich darauf hinzuweisen, dass diese Zellen nur in Produkte eingesetzt werden dürfen, die über genau dieses BMS/Schutzschaltung im Endgerät selbst verfügen. Die allermeisten Dampfdinger behinhalten auch min. eine Zell-Schutzschaltung.
Warum sollte ich da nen 70mm2 prügel verwenden?Das Problem entsteht halt immer "wenn" etwas passiert. Dann kommt immer die Frage, sind denn alle Dinge der Anlage "nach Herstellervorgabe" und "Stand der Technik" umgesezt. Und wenn in der Anleitung steht 70mm2 ist das die Herstellervorgabe (Keine Rechtsberatung, es könnte als vorsatz definiert werden). Wenn du dich nicht daran hälst, ist es halt auch dein Problem.

