Naja, Regeln kann jeder Hersteller wie er will. Das ist nicht der Punkt. Die Preisfrage ist nur, warum kein Hersteller garantiert, dass für den Eingang eine brauchbare Strombegrenzung implementiert ist und auch nicht versichert dass der maximal erlaubte Kurzschlusstrom nur bei einem Schadensfall auftreten kann.
In allen Schreiben von den Herstellern wird nur ausdrücklich davor gewarnt den maximal zulässigen Kurzschlusstrom beim WR zu überschreiten.
Der Hersteller muss gewährleisten, dass unter allen Umständen - auch im Fehlerfall - das Produkt sicher ist. Da lehnt sich auch kein Hersteller aus dem Fenster, sondern formuliert alles sehr vorsichtig. Denn Produkthaftung kann extrem teuer werden. Man kann auch kein Produkt bauen, wo man dann schreibt: "Normal passiert nichts, wenn du es so betreibst, aber im Fehlerfall kann es brennen." Der Hersteller muss Vorgaben machen, unter denen ein Produkt unter allen definierten Umständen sicher läuft.
Das die WR wirklich den Strom regeln, siehst du auch schon daran, dass viele die WR dazu missbrauchen, einen Akku statt ein Modul an den Eingang zu hängen. So ein Akku kann problemlos 100-200 A liefern, es passiert aber nichts, es kommt zu keinem Überstrom.
Dafür gibt es einen ganz einfachen Grund. Wenn man Schattenmanagement betreiben will, ist ein -kurzer- Kurzschluss der Strings eine einfache Möglichkeit, und den möglichen Strom des niedrigsten Mppt Punktes zu ermitteln. Das haben Modulwechsel Richter in der Regel nicht,
Aber man kann sich nicht sicher sein. Es gibt also mögliche Gründe, Mal eher Im zu ermitteln, und dann ist es ziemlich blöd, wenn jemand parallel zum Panel Kondensatoren hat, oder massiv überbelegt.
Und deswegen gibt der Hersteller einen Kurzschluss Strom an, den die Panels nicht überschreiten sollen.... Was für die vom Hersteller vorgesehene Betriebsart vollkommen ausreichend ist. Und wenn ein Benutzer außerhalb dieser Betriebsart betreibt: warum soll der Hersteller dafür eine Sicherheit vorsehen??
Weil das ein Verkaufsargument wäre. Mit hohen Kurzschlusströmen wird ja auch geworben. Beliebig hohe kann keiner mehr toppen.
Ich bin ja nur deshalb zu dem Thema gekommen, weil ich gesehen hab, dass etliche Internetshops Sets unter die Leute bringen, bei denen der maximal zugelassene Kurzschlusstrom des mitgelieferten WR deutlich überschritten wird. Solarpanele kosten ja so gut wie nichts mehr. Von daher kann man ziemlich einfach mit übergepanelten Sets werben. Wobei die auf Nachfrage auch noch behaupten, das wäre problemlos und mit dem Hersteller abgestimmt. Wenn das wahr wäre, dann würde der Eintrag im Datenblatt des WR ja wohl keinen Sinn machen. Ich habe auch noch bei keinem Hersteller gelesen, dass das problemlos wäre. Immer nur das Gegenteil davon.
Ja, das ist schon recht riskant für die Verkäufer. Die Diskrepanz sehe ich da auch, dass die was verkaufen, was der Hersteller gar nicht freigegeben hat. Wenn die sowas explizit als Set so verkaufen, haften die auch dafür.
Und klar könnten Hersteller WR bauen, wo überhaupt kein Kurzschlussstrom mehr angegeben wird. Dann müsste der WR intern noch die DC-Seite absichern für den Fehlerfall. Durchaus möglich, dass da in Zukunft solche WR auf den Markt kommen.
Warum ist das ein Verkaufsargument? Es wird doch so auch gemacht
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Weil im man in dem Rahmen überpaneln kann, ohne die vom Hersteller des WR vorgegebenen Grenzwerte zu überschreiten.
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Und falls du etwas von Elektronik verstehst: es ist ziemlich schwierig, etwas gegen jede beliebige Art von Überlastung zu bauen.....
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Darum wird es ja auch offensichtlich nicht wirklich gemacht. Für kurze Stromspitzen bis zum maximal zulässigen Kurzschlusstrom ist der WR aber auf jeden Fall ausgelegt. Und die kommen ja anscheinend auch des öfteren vor. Sonst würden die Hersteller ja nicht so nachdrücklich darauf bestehen, dass der Wert nicht überschritten wird. Die Elektronik reagiert auf Überschreitung mit überproportional hoher Alterung. Wenn das oft genug vorkommt, dann ist der WR halt irgendwann kaputt.
Eigentlich stellt sich nur die Frage, ob vom Hersteller vorgegebene Grenzwerte einzuhalten sind oder nicht. Man kann beliebig lange darüber spekulieren, wann, wo, oder unter welchen Bedingungen einmal fürs erste eine Überschreitung ohne sichtbare Folgen überstanden hat. Das ist aber bedeutungslos. Der Hersteller braucht z.B. bei einem Update nie zu berücksichtigen, dass auch Anlagen in Betrieb sind, die sich nicht an die vorgegebenen Grenzwerte halten. Er kann z.B. für Ferndiagnosen oder regelmäßige Auswertungen ab und zu einmal den Kurzschlusstrom messen. Wenn der WR dann den Geist aufgibt, dann hat nur der Betreiber Pech gehabt. Der Hersteller ist auf der rechtlich sicheren Seite.
Es sind aber soweit ich gesehen habe ausschließlich Internetshops die nur verkaufen. Die können den Laden ja genau so einfachl wieder zu machen, wie sie ihn aufgemacht haben.
Woher weißt du denn, dass der Grund für die Strombegrenzung die Elektronik ist? Das können auch eine Menge der anderen Komponenten sein. Leiterbahnen. Sicherungen. Speicherdrosseln, speziell wenn sie in Sättigung geraten. Kondensatoren bei großem HF Strom.
Lebensdauer halbiert sich nach 10 Jahren Erfahrung je 10 Grad höherer Temperatur. Dauertemperatur. Für die kurzzeitige Maximalstrombegrenzung gelten da nochmal ganz andere Regeln.
Das ganze kann man nicht nur an ein paar A mehr für Kurzschluss Zeit alleine festmachen.
Bei einem FET reduziert sich die Lebensdauer bei entsprechendem Strom auf Sekundenbruchteile. Der muss dann noch dann nicht einmal sonderlich heiß werden. Für den Tod oder das langsame Absterben von Bauteilen gibt es eine Unmenge an Ursachen.
Eben, weil keiner weiß was er da wirklich tut, wenn er die Grenzwerte im Datenblatt ignoriert, sollte man es doch besser sein lassen. Zumal das auch noch von Hersteller zu Hersteller unterschiedliche Problematiken sein können. Und die Hersteller ausdrücklich davor warnen. Oder meinst Du, man sollte einem Verkäufer auch noch gelauben, wenn der behauptet, dass die Grenzwerte im Datenblatt in Abstimmung mit dem Hersteller überschritten werden dürfen?
Theoretisch vorstellbar, aber die Hersteller wissen sehr genau, auf welche Weise viele den WR betreiben und haben sich drauf eingestellt. Denn die wollen nicht massenhaft defekte WR auf Garantie austauschen müssen. Oder würde ein Hersteller das tatsächlich mal nicht berücksichtigen, stände es recht bald in dutzenden Internetforen und wäre dann bekannt oder die Leute würden solche WR nicht mehr kaufen. Ist auch zum Schaden des Herstellers, deshalb besteht in Interesse, dass die Hersteller sowas berücksichtigen.
Wie schon geschrieben, bei den gängigen Schaltungsdesigns wird nie ein Überstrom auftreten, weil der Fet eine Spule schaltet und diese den Strom immer nur langsam ansteigen lässt und ab einem Maximalstrom der Fet abschaltet. Das lässt sich alles problemlos schaltungstechnisch realisieren.
Überbelegung ist ein Thema, was die Leute schon seit >5 Jahren machen, findest du überall in den Technikforen. Es funktioniert und gibt keine Auffälligkeiten bei den gängigen Wechselrichtern.
Aber du hast recht, eine Restunsicherheit bleibt, so lange die Hersteller es nicht offiziell freigeben.
Überbelegung an sich ist ja auch nicht das Problem. Die meisten Betreiber wissen, dass sie den Grenzwert nicht überschreiten dürfen und richten ihre Panele entsprechend aus. Da macht Überbelegung auch Sinn, weil man bei entsprechen Anordnungen der Panele über den ganzen Tag hinweg eine dem Verbrauch angepasste Leistung generieren kann. Ohne das Risiko jemals über den maximal erlaubten Kurzschlusstrom zu kommen. Das Risiko haben ausschließlich Leute ohne jede Erfahrung, die sich eine steckerfertige Solaranlage mit „möglichst viel Watt“ kaufen und die Panele dann möglichst senkrecht zur Mittagssonne ausrichten. Was in den Werbegrafiken der Verkäufer dann auch noch der Fall ist.
Ich denke einmal, bei allen Wechselrichtern die an einer Cloud hängen, können die Hersteller ziemlich einfach feststellen, an was der ggf. gestorben ist. Da dürfte es keine Erstattung geben, wenn dort ein Überstromtod dokumentiert ist. Wenn man das defekte Gerät einschicken muß, kann er es wahrscheinlich auch feststellen. Irgendwo werden die letzten sekunden bestimmt geloggt. Dass ein Hersteller Angst davor hat, bei einer Grenzwertüberschreitung im Datenenblatt die Garantie zu verweigern, das wäre etwas ganz neues. Ich halte das für unrealistisch. Ich denke einmal, der wird wohl eher wieder einmal öffentlich darauf hinweisen, dass Grenzwerte aus dem Datenblatt immer einzuhalten sind. Und ist doch klar, wenn der WR einer Firma bei der Grenzwertüberschreitung hops geht, dann muss man das auch bei den WR aller anderen Firmen erwarten.Die schreiben die Grenzwerte auch nicht grundlos in ihre Datenblätter.Die Gründe für die Grenzwerte kennt nur der Hersteller. Die ganzen userdie so einiges in diversen Foren verbreiten kennen die nicht. Da werden bestenfalls allgemein gültige Teile eruiertund dann verbreitet. Dass da die ganze Wahrheit die dahinter steckt verbreitet wird, das kann man getrost ausschließen.Was vom Hersteller belegtes habe ich jedenfalls noch nicht gefunden.Geführt hat es nur dazu, dass im Handel befindliche steckerfertige Sets jetzt auch noch mit der Behauptung verkauft werden, dass die Grenzwertüberschreitung mit dem Hersteller abgestimmt wäre. Wetten, das das dann demnächst auch in etlichen Foren zu finden ist? Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man über die Verbreitung von solchen Behauptungen die Hersteller zu irgendwas zwingen kann.
Die Sache hatten wir doch schon ganz real. Die Sache lief in meiner Erinnerung so: Envertech hatte einen WR, der bei Überbelegung gestorben ist. So gab es eine Menge Leute, die kaputte WR hatten. In den Foren verbreitete sich dann ganz schnell: Kauft euch keinen Envertech, die sind Mist. Und Händler wurden ärgerlich, weil ständig kaputte WR zurückkamen und die auf Gewährleistung gewechselt werden mussten. Ein Nachweismöglichkeit für Überbelegung gabs da wohl nicht, teils haben Händler wilde Unterstellungen gemacht, die manch einen Kunden noch mehr verärgert hat.
Da ist es völlig egal, was Hersteller in Datenblättern schreiben, die Kundschaft will einen robusten WR, der die attraktive Möglichkeit von Überbelegung zulässt. Wer das als Hersteller nicht erfüllt, wird gemieden.
Für Hersteller bedeutet das: Bau lieber einen WR, der diese Probleme nicht hat und du bist am Bedürfnis des Kunden. Anstatt eine Nachweis-Elektronik zu bauen, die Überbelegung sicher nachweisen kann. Das produziert nur jede Menge Ärger und führt dazu, dass Kunden das Produkt nicht mehr kaufen. Und auch Händler haben keine Lust mehr, solche "Sensibelchen" zu verkaufen, mit denen sie ständig Ärger haben.
Der Markt zeigt das auch: Ich kenne keinen WR, der heute keine Überbelegung mehr beherrscht. Es gibt Leute, die schließen 10 Module parallel an bei optimaler Südausrichtung. Man liest nichts von Problemen. Für mich auf elektronischer Ebene auch nachvollziehbar aufgrund der Stromregelung am Eingang. Der WR bestimmt, welcher Strom gezogen wird und nicht die Module, die hohe Ströme diktieren.
Klar, der seltene Fehlerfall bleibt: Wenn es einen Kurzschluss eingangsseitig im WR gibt, fließt der Kurzschlussstrom und bei 10 Modulen können das 100A sein. Da schmoren dann recht wahrscheinlich die Steckverbinder. Und intern bruzzeln die Leiterzüge weg.