Balkonkraftwerk mit oder ohne Speicher was ist noch erlaubt und wo kann man ggf. kaufen

Hallo in die Runde,

ich hoffe, euch allen geht es gut! Ich bin aktuell auf der Suche nach einer gesetzeskonformen Lösung für ein Balkonkraftwerk (BKW), um das Grundrauschen im Stromverbrauch zu deckeln. Wie viele von euch beschäftige ich mich gerade mit den vielen Neuerungen und würde mich sehr über Tipps und eure Erfahrungen freuen.

Hier meine aktuelle Situation:

- Die Anlage soll im Garten auf der Terrasse installiert werden. Das Balkongeländer ist leider ungeeignet, da es zu hoch ist (ca. 12 Meter) und nicht stabil genug wäre.

- Die Ausrichtung wäre voll Westen. Ab 10:30 Uhr kommt die erste Sonne auf die Terrasse, ab ca. 11:30/12:00 Uhr dann volle Bestrahlung bis zum Sonnenuntergang.

- Mein Jahresverbrauch liegt bei ca. 4200–4800 kWh (u.a. durch einen Plug-in Hybrid).

- Die Grundlast beträgt etwa 180–270 Watt (Kühlschrank und Serverschrank, Firewall, 6x AP´s und Mini PC

, paar Shellys).

- Nachts fallen immer 1–3 kWh Verbrauch an.

- Eine Steckdose ist auf der Terrasse vorhanden, Wieland kann gesetzt werden und wäre am besten. Der Stromkreis ist mit innen verknüpft, aber dort hängen nur ein TV und ein Access Point sowie Apple TV dran, also kaum Last.

- Eine separate Leitung zu ziehen ist ausgeschlossen, da die Wohnung gemietet ist, der Weg zu weit und drei Mauern dazwischen liegen.

Nun zu meinen Fragen und Unsicherheiten (vielleicht beschäftigt euch das auch oder ihr habt Erfahrungen):

1. Durch die Gesetzesänderung ab dem 01.12.2025: Ich wollte ursprünglich drei bifaziale Module installieren, weil die Terrasse schön hell ist. Wenn ich es richtig verstehe, ist das aber nicht mehr erlaubt, da die Leistung über 960 Watt liegt? Würden zwei Module ausreichen, oder hat jemand von euch Erfahrungen mit drei Modulen und kann berichten?

2. Das Thema Strom verschenken finde ich nicht optimal – wäre ein Akku eine Lösung? Oder ist das mit der neuen Regelung ab Dezember 2025 wirklich nur noch mit separater Leitung erlaubt? Wie habt ihr das gelöst?

3. Ein Wechselrichter mit 1600 Watt wäre mir am liebsten gewesen (z.B. TSUn oder Homy mit vier Anschlüssen). Hat jemand Erfahrungen mit diesen Modellen oder Empfehlungen?

4. Bald kommt ein Home Assistant (HA) zum Einsatz, vor allem für Shelly-Geräte und Energie-Monitoring mit InfluxDB und Grafana. Hat jemand Tipps zur Einbindung von IR-Linsen für den Zähler? Bei Solokan gibt es solche Module – kann man die problemlos in HA integrieren? Andere Ideen?

5. Optisch gefallen mir schwarze Module am besten. Weiß jemand, wo man diese zu guten Konditionen bekommt?

Ich weiß, dass das Thema viele beschäftigt und freue mich über jeden Tipp, auch über kleine Details! Wie habt ihr das bei euch gelöst, insbesondere in Mietwohnungen mit ähnlichen Einschränkungen?

Vielen Dank schon jetzt für eure Unterstützung! Ich bin gespannt auf eure Antworten und freue mich auf einen regen Austausch.

Herzliche Grüße
Sven

Miete oder Eigentum?

Oliver

Miete, daher keine seperate Leitung möglich, nur mit sehr sehr viel Aufwand durch 3 Wände etc.

Ich sag mal, das ist einfach. Frag bei deinem Vermieter nach einer schriftlich Genehmigung,, daß du eine (nicht weiter spezifizierte) steckerfertige Solaranlage auf deiner Terrasse installieren darfst.

Je nachdem, was der dann da reinschreibt, ergeben sich dann die weiteren Möglichkeiten.

Oliver

Hallo Oliver,

vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, mir weiterzuhelfen. Das Go für den Betrieb eines BKW habe ich bereits erhalten – es gibt keine speziellen Vorgaben, außer dass die Fassade nicht beschädigt werden darf und beim Auszug alles zurückgebaut werden muss. Trotzdem ist es mir wichtig, alles korrekt und gesetzeskonform umzusetzen, auch wenn es manchmal reizvoll wäre, mehr einzuspeisen (bei einer Peak so 1100 - 1400) – aber das ist ja leider nicht möglich. Das mit einer extra Leitung nervt mich auch, bin da so 100% was Strom angeht und hätte gerne eine extra Sicherung mit einer 2,5 Quadrat Leitung. Hatte sogar schon einmal überlegt so etwas dann dazwischen zu bauen Gridbox (Conrad) (Sicherung mit FI / Shelly Mini PM vielleicht dazu) Aber das soll wohl eher kontraproduktiv sein.

Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir ein paar Tipps geben könntest, was konkret erlaubt ist, welche Möglichkeiten ich nutzen kann und wo ich passende Komponenten kaufen könnte. Besonders interessieren mich Anbieter und Lösungen rund um Smarthome-Erweiterungen beim BKW, da ich es spannend finde, Ertrag und Verbrauch zu überwachen, auch wenn das im Mietverhältnis natürlich nur eingeschränkt möglich ist.

Mich interessieren vor allem: 1) Gesetzliche Vorgaben, die ich beachten sollte, 2) Bezugsquellen für BKW-Technik und Smarthome-Spielereien, 3) Deine Empfehlungen zu Tracking-Lösungen für Ertrag und Verbrauch. Falls du jemanden kennst, der in diesem Bereich besonders fit ist, freue ich mich auch über eine Empfehlung.

Ich schätze deine Erfahrung sehr und bin gespannt auf deine Rückmeldung und deine Vorschläge. Danke schon vorab für deine Unterstützung!

Viele Grüße

Sven

Die VDI Norm sagt:
Max 960Wp PV- Module und 800W Wechselrichter an Schuko Steckdose
Max 2000Wp PV Module uns 800W Wechselrichter an Wieland Steckdose
Bei Speicher ebenfalls 800W.
Siehe https://www.youtube.com/watch?v=_92AqCZ4wRY

Das am besten gekoppelt mit einem Smartmeter, das die Abgabe ins Hausnetz steuert.
Da gibt es je nach System welche für die optische Schnittstelle am Zähler oder welche zum einbauen in den Schaltschrank, wie z.B. den Shelly 3em.

Vielen Dank für Deine Antwort, wenn ich aber das Video verstehe ist es kein Gesetz sondern nur eine Empfehlung.

Einen Smartmeter wie Shelly ist schon gut, bedarf aber wieder einen Elektriker.
Der will und würde wieder nur alles machen wenn dieser eine seperate Leitung zum BKW ziehen darf.

Ich habe gerade mal geschaut, eine Sicherung B16 und ein FI 25ma ist eingebaut daran hängt die Aussensteckdose (Wieland dann) und eine Lampe/TV/Apple TV/ eine Sonos Box. Denke das passt doch für ein BKW?

Was ist denn wirklich nun erlaubt?

Kann ich ein BKW mit 3 Modulen nehmen mit einem WR TSUN 1600 oder einen Homi mit 4 Anschlüssen? Oder muss ich einen WR nehmen mit 800?

Darf ich einen Akku ggf. doch noch nehmen?

Einen Smartmeter für die Linse wäre wohl gut.

Wo kann man kaufen, wo könnte ich schauen gute Erfahrungen?
Sollte ich eine Grid Box noch zusätzlich nehmen um das was im Video gezeigt vorzubeugen mit der Überlastung und das der FI auslöst früher?

Erlaubt bei einem BKW sind 2000W max bei Modulen und eine Einspeisung von 800W bei steckerfertigen Systemen. Wieland ist keine Pflicht. Eine normale Steckdose reicht völlig aus. 800W, was soll da schon kommen? Ein Speicher macht Sinn, wenn man tagsüber meistrns nicht zu Hause ist und den Strom dann in den Abendstunden verbraucht und nachts weitestgehends den Grundverbrauch abdeckt. Die Wärmepumpe eines E Autos kann auch genutzt werden.

Das ist keine Empfehlung, sondern die VDI Norm.

Beim Wechselrichter kannst Du auch einen Hoymiles HMS-1600-4T mit Anschlüssen für 4 Module nehmen, der muss nur auf 800W gedrosselt sein.
D.H. Du kannst 4 Module nehmen.

Für die Schnittstelle am Zähler gibt es z.B. everHome EcoTracker IR oder Solakon PowerTracker IR und noch andere, man muss nur schauen, ob sie mit dem System zusammenarbeiten.

Wenn das alles zu kompliziert ist am besten nach einem komplett System schauen, wo alles dabei ist.

Das klingt in dem Video aber nicht so, da fällt doch das Wort eine Empfehlung finde ich.
Klar defniert wäre Beispiel 2 Module an WR mit 800 Watt und fertig.

Bekommt man damit Probleme im MTSR? Es gibt in anderen Foren wohl Leute die E-Mail/Post bekommen das diese andere keline WR800 nehmen müssen.

Da ist dann wirklich die Frage irgendwo zu kaufen wo es alles komplett gibt.

Was wäre eine gute Adresse, so aus euren Erfahrungen her?

Also ob es Sinn macht, glaube fast eher nicht Akkus kosten recht viel, aber verschenken möchte man auch nicht. es ist nur ein Dschungel wo wie und welche Module Akkus WR man nehmen kann.
Sollte man Ständer nehmen welche man im Winkel verstellen kann, für die schlechte Jahreszeit?

Also an euch, wo kann man schauen am besten beides einmal nur Module und einmal mit Akku.
Wenn Akku welche Größe macht da Sinn 2KW oder 4KW, was ich sagen muss das Ding steht im Sommer voll in der Sonne, den WR kann man hinter eine Platte verstecken vor der Sonne, aber der Akku nicht.

Würde das mit der B16 und dem FI gut passen, wie gesagt in dem Video wird einmal erwähnt das bei mehr Modulen es zu Problemen mit dem FI kommen könnte.

Welchen WR sollte man nehmen mit einen DTU extern lieber oder einen WR mit eingebauten WLAN Modul?

Der VDI hat damit nichts zu tun. Nun schon zum zweitenmal falsch behauptet.

Und ja, eine Norm ist für den Privatanwender eine Empfehlung und kein Gesetz. Für Elektriker ist sie insofern bindend, weil sie nach dem aktuellen Stand arbeiten müssen, um selbst wieder eine Haftungsbefreiung zu erlangen.

Ja, kannst du nehmen. Aber ob der vom VNB, egal ob gedrosselt oder nicht, akzeptiert wird, ist eine andere Sache. Einen WR mit bauartbedingt 800 VA muss der VNB akzeptieren, heißt der Kunde hat einen gesetzlichen Anspruch drauf. Beim gedrosselten 1600 hat er diesen Anspruch nicht.

Mit der Norm habe ich mich vertan es ist nicht VDI sondern VDE
https://www.balkonkraftwerk.de/blog/neue-din-vde-fuer-balkonkraftwerke-ab-1.12. .

Edit: Nun funktioniert der Link

Die ist für eigentlich niemanden ein Gesetz, was die Bezeichnung „Norm“ zum Ausdruck bringen möchte. Allerdings wird diese Norm als „Stand der Technik“ angesehen, und zudem sehr wahrscheinlich vom Netzbetreiber in seinen Anschlußbedingunegn auch eingefordert.

Damit ists dann wie immer: man darf von der Norm abweichen, aber im Falle eines Falles werden die Diskussionen und Gutachterschlachten dann unangenehmer.

Da der TO aber ja gewillt ist, eine Wielanddose vom Elektriker montieren zu lassen, spricht überhaupt nichts gegen drei oder auch vier Kollektoren an einem 800W Wechselrichter. Wenn’s ein Gerät mit Akku ist, spricht auch nichts dagegen. Allerdings klingt die Beschreibung der Bedingungen vor Ort so, als ob man kein Smartmeter einbauen kann. Damit ist die Akkunutzung dann etwas eingeschränkt.

Oliver

Seite ist 404

Sollte man lieber einen 800er nehmen? Oder 1600er und 800er anmelden? Welche könnte man empfehlen?

Die Dose wäre kein Ding, die Frage die sich stellt noch eine Grid Box dazu setzen?
Also einen Shelly setzen lassen ginge auch, dachte aber es ginge auch über eine Solokan IR Tracker geht so etwas nicht auch?

Stellt sich echt die Frage wo würdet ihr kaufen, Anker, Solokan, Bankonkraftwerk oder oder oder?
Was macht am meisten sinn, mit oder ohne Akku, die Ausrichtung ist voll nach Westen halt.

Du kannst deinen VNB fragen, ob ein gedrosselter 1600 akzeptiert wird. Vorteil mehr Anschlüsse. Wenn du dich auf 960 Wp beschränkst (2 Module), geht der 800er mit zwei Anschlüssen genausogut.

Ehrlich gesagt, halte ich 800 VA zur Deckung der Grundlast für mehr als ausreichend.

Sofern bei der Anmeldung kein Modell, sondern nur die Leistung angegeben werden mußt, dann die [gedrosselte] Leistung.

Aber: ich halte eine falsche Angabe bei der Anmeldung gravierender als gar keine Anmeldung. Ich versteh die Intension einer Anmeldung unter Falschangaben, weil Module kaum zu verbergen sind. Ist nicht meins. Letztendlich haftest du als Betreiber für eventuelle negative Auswirkungen auf das öffentliche Netz (wie häufig passiert sowas) - wenn du jegliche Haftung versucht abzugeben, halte dich an die aktuellen Normen und die gesetzlichen Vorgaben für BKWs. Aber schon beim Speicher bist du wieder in persönlicher Haftung, denn da gibt es noch keine Norm.

Daher prüfe, was du glaubst verantworten zu können und lebe selbstbestimmt. Ich persönlich halte von der ganzen Anmelderei wenig; daher ging meine Planung schnell weg vom BKW hin zur Insel. Habe aber wenig elektronisches Gedöns im Haus verteilt.

Absicherung: FI muss Typ A oder besser sein. LS nimmst B10 weil noch andere Geräte dranhängen. Miss die Impedanz des Stromkreises an der letzten Steckdose, die muss innerhalb der Norm sein. Es gibt auch fertige FI-LS B10/30mA, ab ca 50€. Damit hast nachweislich einen Schutz, der einem gesonderten Stromkreis gleichwertig ist.

Wenn das montiert wird, eine für dich (deine Geräte) auslesbare Leistungsmessung dazu.

Alos muss man doch eine Separate Leitung ziehen lassen? Aber mal ehrlich wer hat das wenn dieser zur Miete wohnt. Eine Wand wird keiner aufstemmen und der Vermieter wird das niemals mit machen. Warum gibt es so viele BKW in Deutschland, glaubst Du das nur 10% das so gemacht haben?

Zum Messen würde ich entweder einen Shelly Mini PM noch dazwischen setzen, und im Zählerschrank einen Shelly 3PM Pro setzen oder eine IR Linse verbauen. Denke das sollte dann langen wenn man eventuell einen Akku nimmt.

VNB ist der Versorger in diesem Fall die Stadtwerke bei mir, also nicht das MSTR?

Was ich aber offen noch vermisse wo würdet Ihr was kaufen ein Komplett Set dann?

Zu einem Akku noch die Frage gibt es unterscheide beim Anmelden, könnte man diesen auch ins Haus stellen zum Laden und Entladen, oder muss der direkt an den Modulen oder am WR stehen?
Der Akku müsste echt im Sommer wie im Winter dann aif freier Fläche stehen.

Wenn du dir sicher bist, was du willst, und das im Komplettset günstig bekommst, warum nicht.

Ansonsten da, wo es günstig ist, wo du Gewährleistung erwarten kannst und/oder der Händler vor Ort. Gerade bei Modulen in Kleinmengen ist es aufgrund hoher Frachtkosten meist günstiger, diese selbst abzuholen. Sofern im Kofferraum zu transportieren, vorher ausmessen.

Händler will ich keine nennen, habe schon bei vielen gekauft. Schwere oder sperrige Sachen vor Ort oder auch mal von 200 km entfernt abgeholt. Ansonsten übers Internet - ebay, Büromarkt, Campingversand. Manchmal bei ebay/amazon derselben Händler andere Preise als über deren eigenen Webshop.

Man kann auch schlafende Hunde wecken. Da das BKW nur im Marktstammdatenregister angemeldet wird, und da m.E. nach nur die Einspeiseleistung des Wechselrichters, aber weder Typ noch sonstwas angefragt wird, ist das die Entscheidung des TO, ob der sich einen gedrosselten 1600er kauft. Da aber die Anlage ja ganz gesetzestreu ausgelegt werden soll, werden die 1600W ja eh nie zum Einsatz kommen. Was bringt der dann?

Oliver

Wäre es nicht sinnvoller dann gleich den Akku mit zu planen?

Es gibt integrierte Lösungen die in die Steckdose gesteckt werden und an die dann einfach die Solarzellen kommen. Da ist das komplett.

Anker Growatt usw haben doch das?

Dann reichen auch die 800W