Auswahl Wärmepumpe

Oder einfach falsch eingestellt. Dass hier nur an wenigen Stunden des Tages geheizt wird, deutet ja etwas darauf hin.

Ansonsten ist 40 grad VL bei einer Heizkurve von 0,5 üblich, ist bei etwas älteren Gebäuden nicht ganz unüblich mit FBH bei 0 grad AT

Der gute alte Ganteför

Mit dem alten Zahlenwerk tuppert der jetzt schon seit Jahren durch die Republik

450 g unterstellt er da dem deutschen Strommix.
Das war so um 2022 zuletzt der Fall, als das Video erstellt wurde.

Wie wäre es denn Mal mit aktuellen Zahlen?

Umweltbundesamt zum Beispiel

343 g CO2 stellen die für 2024 in den Raum

Dieses Jahr ist eine weitere Senkung fest im Blick.

Also Wärmepumpe erzeugt höchstens so wenig CO2 wie Gas.
Bei guten Anlagen mit 1:4 sind wir jetzt schon umweltschonender als mit Gas unterwegs.

Naja er hat wenigstens Zahlen, und ist fähig, sie in Relation zu setzen. Und nach seinem Video ist man ernüchtert, wenn nicht geheilt vom Umstellungswahn. Denn das ist das Problem: was für Wenige Richtig sein kann, wird von den Ideologen als Allgemeingültig hingestellt.

Für die meisten Fälle ist die Wärmepumpe die richtige Wahl.

Ja du hast Recht: bei ganz tiefen Außentemperaturen und hohem Vorlauf ist die WP schlechter als Gas.

Deine Aussage trifft aber nur auf wenige Stunden im Jahr zu. In den vielen anderen Stunden ist es andersrum.

Insofern stellst du das falsch dar

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Nicht ich, der Ganteför sagt das. Hatte den Link dazugepackt. Wenn du denkst das is nicht so, musst du mit eigenen Zahlen, Daten und Quellen aufwarten.

Du benutzt doch die Zahlen hier im Thread auch nicht und setzt sie in Relation sondern möchtest “Umstellungswahn” (alleine das Wort ist grenzwertig!) unterstellen. Der Themenersteller weist sogar explizit darauf hin, dass er in den Räumen dann eine Split-Klima hat. Das bedeutet, die 60°C Vorlauftemperatur werden erst recht nicht benötigt. Und das bedeutet, dass die WP nicht mit schlechtem COP laufen wird. Und das bedeutet, dass sie so gut laufen wird, dass sie selbst mit einem Strommix weniger umweltschädlich ist, als eine Gasheizung.

Ideologie und Allgemeingültigkeit zu unterstellen ist da wieder grenzwertig, weil hier im Thema keine Allgemeingültigkeit gegeben ist, sondern auf den individuellen Bedarf eingegangen wird.

Wenn du denkst das is nicht so, musst du mit eigenen Zahlen, Daten und Quellen aufwarten.

Nein muss er nicht. Der Themenersteller fragt nach einer Wärmepumpe und nicht nach einer Gas-Heizung.

Ich würde prüfen, ob die Kombo Klimasplit und LWWP funktionieren kann. In der Übergangszeit mit der Klimasplit heizen (Vorteile: schnell und moduliert weit runter, gut mit PV zu kombinieren) und wenn die nicht mehr ausreicht, dann die LWWP (ohne Klimasplit), wenn es dann knacke kalt ist, dann die Klimasplit wieder zuschalten.

Häufig will man ja sowieso eine Klima zum Kühlen in Sommer haben.

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Ich hatte mir das Video vor meinem Post im Schnelldurchlauf angesehen. Die Zahlen geben das nicht her. Auch nicht seine. Kann sein daß er in seinem Video was anderes behauptet. Ich hab es mir nicht im einzelnen angesehen sondern nur im Schnelldurchlauf. Dann muss man selber denken.

Meine Ehrfurcht vor Leuten mit akademischen Titeln habe ich vor Jahren abgelegt. Das können smarte Leute sein oder nicht.

In seiner Betrachtung fehlt Trendanalyse und Prognose zB komplett. Das spielt bei 20 Jahren Laufzeit eine Rolle.

"Don't skate to where the puck is, skate to where it's going”

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Das macht mir ehrlich gesagt durchaus ein bisschen Sorge. Die o.g. “Jeisha” hat laut Datenblatt COP (A -7°C, W 35°C)=2,78 und COP (A -7°C, W 55°C)=1,85. Bei unseren momentanen Verträgen ist die kWh Strom 3,3 mal so teuer wie die kWh Gas. Jetzt bläst die Gasheizung natürlich auch kWh durch den Schornstein, insofern könnte man bei (A -7°C, W 35°C) im besten Fall gleichauf liegen. Bei 35° sind die Heizkörper dann aber nur Deko und Warmwasser wird sich auch nicht mit 35° zufrieden geben. Das Datenblatt hat leider keine Werte für 45° Vorlauf, aber wenn ich interpoliere liegen bei (A +2°C, W 45°C) Gas und WP ungefähr gleichauf und +2° ist im Winter eher leicht überdurchschnittlich bei uns.

Ich würde - ganz pauschal - eher sagen:

Es kommt IMMER darauf an… :wink:

Insbesondere dann, wenn es um “Altbestand” geht und nicht um Neubau, kommt es meiner Ansicht nach immer auf die ganz individuellen Umstände und Gegebenheiten an. Das sind dann u.a. folgende:

  • was ist aktuell als “Heiztechnik” verbaut - wie ist die “Prognose” dafür? (Alter, Zustand usw.)
  • welche laufenden Kosten entstehen dadurch bzgl. Wartung, Reparatur?
  • welche laufenden Kosten entstehen dadurch bzgl. Verbrauch?
  • wie ist die Situation bzgl. Verträgen / Kosten / Prognose für die Energie?
  • wie sind die Voraussetzungen im vorhandenen Heizsystem?
  • wie ist die Heizlast / Isolierung?
  • wie soll die Heizung genutzt werden? (Stichworte: Durchheizen? Wohlfühltemperatur etc.)
  • was ist bzgl. Instandhaltung / Modernisierung / Sanierung / Um-Ausbau geplant?
  • welche Heizungsart wäre - isoliert betrachtet bei einem Neubau an der Stelle - ideal?
  • Was würde die Umsetzung dieser im Bestand kosten (wenn möglich)?

Pauschal kann man denke ich nur sagen, dass man pauschal gar nichts sagen kann :laughing:

Bei mir zb. war der “Bestand” eine Gasheizung Bj. 1998 + Pelletsofen WZ.

Zusätzlich eingebaut bisher 2 Stk. 3,5kW LLWP.

Um so mehr ich mich damit beschäftige, je mehr komme ich zur Erkenntniss: Alle 3 Heizungsarten haben ihre Vorteile und scheinen in bestimmten Situationen die “jeweils beste” Möglichkeit zu sein… Die Split sollten schon alleine für´s kühlen eingebaut werden - ein Umstieg auf (zusätzlich) LWWP scheint mir immer sinnfreier - so lange die Gasheizung läuft…

Notwendige Neuanschaffung ist immer noch mal eine andere Sache…

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Rechnest du dabei selbst erzeugten Strom mit ein? - Das steht und fällt mit der Möglichkeit, Energie zu speichern, entweder elektrisch oder als WW-Speicher. - Ich kann einen schlechten Tag mit grad noch 40° in meinem Solarboiler überbrücken. Das reicht zum duschen. Muss halt wieder ordentlich warm rein wenn die Sonne scheint. Will sagen intelligente Steuerung, damit nicht grad das Heisswasser bei draussen -20 auf innen +60 geheizt wird

Unser Dach gibt das leider nicht her, insofern gibts nur ein Balkonkraftwerk, das bei uns im Nebelloch seit Mitte November (von wenigen sonnigen Tagen abgesehen) irgendwas zwischen 0,05 und 0,2 kWh pro Tag produziert.

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Wie wären die genauen eigenen Umgebungsvariablen?

Die NAT wäre da schon mal wichtig ....und der Verbrauch.

Die "bösen " Zeiten bei Außentemperaturen unter 0 °C mit COP unter 2,5 tauchen nur an wenigen Tagen im Jahr auf.

Wichtig ist zu erkennen, dass die resultierende Jahresarbeitszahl JAZ die entscheidende Größe für die Aussage ist: ob sinnvoll oder nicht sinnvoll. ( neben allen anderen persönlichen , baulichen und sonstigen lokalen Aspekten).
Dann kann man nichts falsch machen und läuft langfristig in die positive Richtung bei den Heizkosten. ( Von der CO2 Ersparnis ganz zu schweigen)

( Beispiel Grafik stammt vom Energiesparkommissar / Fankfurter Raum mit NAT -10 °C)

Wenn man sich bewußt wird, dass man nur an wenigen Tagen im Jahr die kritische Marke unterschreitet, und dieser Anteil nur sehr wenig zu den gesamtkosten im Jahr beiträgt, dann kann man sehr viel selbstbewußter die Entscheidung fällen: Ja . eine WP ist was für meine Situation.

Hier der ganze Vortrag zum besseren Verständnis. Er startet mit etwas Vorlauf bei der entscheidenden Erklärstelle zu der oben gezeigten Grafik.

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Das müsste irgendwo weiter oben stehen, ich habs jetzt aber auch nicht mehr gefunden. NAT ist bei -14,3°C und seit 2002 gab es an 25% aller Tage Minusgrade (wenn man den historischen Wetterdaten des DWD glaubt).

Ich vermute mal du hast den Thread nicht von Anfang an gelesen, es ist leider vor ein paar Beiträgen das Thema gewechselt worden.

Gibt es die Grafik auch im Verlauf übers Jahr?
Der Wert von 343g CO2/kWh als Mittelwert übers Jahr ist stimmig und die (trendmäßige) Abnahme des Werts zeigt den Erfolg des Aubaus der erneuerbaren Energien.
Ich gehe davon aus, dass in den Sommermonaten der g/kWh Wert niedriger ist, dafür in den Wintermonaten höher. In den Wintermonaten liegt jedoch die meiste Stromheizlast der Wärmepumpen.
Nur dass wir hier nicht Äpfel mit Birnen vergleichen...

Herzliche Grüße
Eclipse

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… Kaum bekannt und deshalb mehr als bemerkenswert ist, dass der Strom im Kernwinter durch den hohen Anteil an Windenergie ebenso grün wie im Sommerhalbjahr ist (Bild 5). Damit kann der Mythos, dass Wärmepumpen im Winter verstärkt mit Kohlestrom betrieben werden, klar widerlegt werden: Strom aus Windkraft und Solarstrahlung ergänzen sich zu vielen Stunden und kompensieren gegenseitig in erheblichem Umfang das saisonal unterschiedliche Angebot. …

Dekarbonisierung - Auch der Winter-Strommix ist grün genug für Wärmepumpen

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Danke für den Link.
Der Artikel ist sehr aufschlußreich und lesenswert auch im Hinblick auf JAZ und Effizienz von Wärmepumpen.
Selbst in "schlechten" Jahren lag der g/kWh Wert in einem der Heizmonate maximal 20% über dem Jahresdurchschnittswert; in einem guten Jahr (Feb 2020) auch mal ca. 25% darunter.
Meine Annahme, dass es generell eine große Differenz zwischen dem Jahresdurchschnittswert für g/kWh und dem Wert im Winter gibt ist damit widerlegt.
Wieder was gelernt. :slight_smile:

Herzliche Grüße
Eclipse

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Thema ist gelöst, Schließung mit TE besprochen.

Danke an Alle!