Auslegung Wärmepumpe Altbau 1957

Moin!

Wir möchten in naher Zukunft unsere Ölheizung rausschmeißen und machen uns dazu gerade Gedanken.

Was haltet ihr von diesen Überlegungen?

Gebäudetyp: Bestandsbau, Baujahr 1957, Vollziegel, ungedämmt (Dach aus den 80ern, 10cm Glaswolle) sonst nichts gemacht.

Beheizte Fläche: 198 m² (ohne Keller, nur EG + OG + DG beheizt) | Volumen: 538,6 m³

Bestandsanlage: Ölheizung Viessmann Vitola 27kW (Bj. 1994) VBE27 mit Horicell 200 l Speicher, 19 kW Brötje-Brenner (2004), η = 0,83

Heizöl-Tankvolumen: 7.500 l | Tankkalibrierung 46,3 l/cm

Jahresverbrauch 2025: 2.409 l Heizöl

Heizwert und Nutzungsgrad:

  • Heizwert Heizöl EL: 10,08 kWh/l

  • Nutzungsgrad Vitola (Bj. 1994): η = 0,83

  • Endenergie: 2.409 l × 10,08 kWh/l = 24.283 kWh/a

  • Nutzwärme gesamt: 24.283 × 0,83 = 20.155 kWh/a (Heizung + WW gemischt)

Gebäude-Charakteristik:

  • Außenoberflächen: ~550 m² (AW, Fenster, Türen, Dach - ohne Kellerboden)

Klima & Heizperiode:

  • Heizgradstunden: 70.761 Kh/a (DWD-Daten, Oberrhein-Ebene)

  • Heizgradtage: 1.792,7 Kd/a (2015–2024 Langzeit)

  • Externe Wintertemperaturen: im Schnitt im Jan. 1,2–3,2 °C; Tiefsttemperaturen letzte 40 Jahre: 1985/86 ~ −17 bis −18 °C (Extremum), 2000–2026 meist > −8 °C.

Wärmebedarf (Aufteilung):

Diese Daten sind INKLUSIVE Warmwasser.
Warmwasser soll zukünftig über eine BWWP gemacht werden.

Heizlast-Berechnungen (Raumheizung):

DIN EN 12831-1 (Norm-Spitzenlast @ -12°C, ohne Gewinne): 23,3 kW
*(Transmissionsverlust 20,4 kW + Lüftungsverlust 2,9 kW)

Hier würde ich das Warmwasser (4.263 kWh/a) rausrechnen, könnte das hinkommen für 5 Personen?:

HGS-Methode (Verbrauchsbasiert, Vollbenutzungsstunden):

Heizlast = 19.865 kWh/a ÷ 2.212 h/a = 8,98 kW ≈ 9,0 kW

BWP-Methode:

Heizlast = 19.865 kWh/a ÷ 1.644 h/a = 12,08 kW ≈ 12,1 kW

Klima-Realität

99 % der Heizstunden finden bei θ > −10 °C statt; Extreme < −15 °C sind statistisch ~1× pro Jahrzehnt.

Daher würde ich hier tatsächlich eher zu 9 kW tendieren (Panasonic Aquarea M-Reihe WH-WXG09ME8, T-CAP)

Was meint ihr? hat jemand ähnliche Gebäudedaten / Bedarfe und kann was dazu sagen?

Willkommen im Forum! Hab nicht den Überblick, im Zweifelsfall schaun, wie weit verschiedene Modelle der gleichen Reihe runter modulieren können. Ggf. ist das für 9 und 12 kW gleich.

Ich würde 2x 9KW Jeisha nehmen. Beide haben zusammen bei tiefen Minustemperaturen 7,5KW. Wären zusammen 15KW.

Der Vorteil ist, dass du für Warmwasser eins nutzen kannst, und für Heizung ein Gerät. Und wenn im Kernwinter ein Gerät nicht mehr ausreicht wird das für Warmwasser als Kaskade zugeschaltet.

Vorteil: 2 Außengeräte mit viel Wärmetauscherfläche.
Weiterer Vorteil: im Sommer muss nur ein Gerät für Warmwasser laufen, wegen großem Wärmetauscher sehr guter COP.
Außerdem: Ausfallsicherung wenn eine einen defekt hat.

Danke!

Bei beiden Modellen (WH-WXG09ME8 und WH-WXG12ME8) veröffentlicht Panasonic in den offiziellen EU-Datenblättern keine Mindestmodulationsleistung… dort wird nur die "Nennheizleistung" bei verschiedenen Testpunkten (A-7/W35, A2/W35, A7/W35 usw.) angegeben, und die zeigt bei beiden Geräten konstant 9,00 bzw. 12,00 kW über den gesamten Bereich.

Was es an belastbareren, wenn auch nicht offiziellen Daten gibt: In einem PV-Thread, der sich speziell mit der M-Serie 9/12/16 kW befasst, berichtet ein Betreiber einer WH-WXG09ME8 von einer beobachteten Mindestfrequenz des Verdichters von etwa 16 Hz, was rechnerisch rund 800 W thermisch (zzgl. Pumpenstrom) entspricht.

Bei 2400l Heizölverbrauch im Jahr incl. Warmwasser sind 9kW reine Heizlast vielleicht doch arg an der unteren Grenze.

Warum willst du eine separate BWWP? Ist doppelter Aufwand für fast keinen Nutzen. Liefert der Aufstellraum auch im Winter genug Wärme dafür?

Eine 12kW für alles, mit Mut eine 10kW.

Oliver

Das ist für uns keine Option.

Erstens haben wir nicht den Platz und zweitens ist das optisch auch nicht gerade ein Hingucker.

Weil ich der Meinung bin, dass die Brauchwassererhitzung ein Effizienzkiller für so ein Gerät ist - der Meinung sind auch viele andere, die in der Vergangenheit nur ein Gerät hatten.

Aktuell haben wir in dem Raum ja noch die Ölheizung, da wäre es ja kein Problem.

Man könnte, wenn die Ölheizung getauscht wurde, die Abwärme der Trockner einen Raum weiter in den Heizraum leiten

Es ist noch schlimmer wenn du eine Brauchwasserwärmepumpe nutzt. Die hat einen ganz kleinen Wärmetauscher.

Kein Ding, in dem Fall würde ich auch eine 12 oder 16er Wärmepumpe nehmen als ein Gerät.

Direkt die nächste Frage: Eine Zirkulationsleitung im Warmwasser ist verbaut?

Mh, okay.

Nein keine Zirkulation

Das ist ja nur eine Meinung. Natürlich ist der COP bei BW auf 60°C schlechter als bei Heizung-VL auf 40°C.
Die eigentliche Frage ist aber doch, wo die Wärme für die BWWP herkommt. Existieren am Aufstellort der BWWP andere Wärmequellen (z.B. Wäschetrockner), die ausreichend Abwärme für die WW-Bereitung produzieren? Sonst muss die Wärme woanders herkommen. Und dieses "Woanders" besteht aus der Umgebungsluft am Aufstellort, die ihre Wärme nicht von indirekten Wärmequellen bezieht.
Mit anderen Worten: Die LWWP produziert Wärme, die dann der Raumluft über die BWWP wieder entzogen wird. Also muss die LWWP mehr Wärme produzieren, damit die BWWP warmes Wasser produzieren kann.
Rechne doch überschlägig mal mit der Hälfte der benötigten Energie für WW, die die LWWP zusätzlich erzeugen muss. Diesen Mehrverbrauch der LWWP plus Anschaffungs- und Betriebskosten der BWWP vergleichst Du mit dem COP der LWWP bei höherer VL-Temperatur für WW und den Kosten, die bei BW-Bereitung durch die LWWP entstehen.

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Ich halte das für einen Punkt, der durchaus seine Berechtigung hat und nicht aus der Luft gegriffen. Aber das ist auch kein grundsätzliches Gesetz, was immer gilt. Es scheint eher so ein Grenzfall, wo es mal so oder mal so ausgehen kann, wenn man es mal alles durchrechnet und sich auch das Gesamtkonzept mit allen Vor- und Nachteilen anschaut.

Es gibt auf jeden Fall zahlreiche Argumente für separate BWWP und auch für "Nur ein Gerät für alles".

Es gibt auch verzerrende Faktoren, wie @jogobo schon schrieb: BWWP sieht oft besser aus, als sie wirklich ist, denn sie holt sich fast immer auch Wärme aus den Räumen, die man zuvor mit der LWWP erzeugt hat. Das sorgt für Ineffizienz, die man oft nicht betrachtet. Man tut so, als wäre alle Wärme, die die BWWP aus der Umgebung geholt hat, kostenlos war.

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Naja, nur zu meinem Verständnis:

die LWWP produziert Wärme, aber draußen - per isolierter Leitung gehts weiter in die Heizkreise. Wo ist dann drinnen die Wärme in dem Fall? Es ist ja nur eine Reglerstation im Innenraum.

Unser Keller ist auch ein bisschen feucht, also wäre es grundsätzlich nicht verkehrt - wenn die BWWP den Raum auch leicht entfeuchtet.

Die LWWP nimmt sich draussen Wärme aus der (unendlich großen Menge) Luft, und pumpt die ins Heizungswasser.

Die BWWP nimmt sich Wärme aus der begrenzten Menge Kellerluft, und pumpt die ins warme Wasser. Dafür wirds im Keller dann kalt, und ja, auch trocken. Im Sommer klappt das prima, im Winter nicht so.

Oliver

Ääähhhh... Die LWWP heizt das Gebäude...? Die Wärme ist also im Gebäude. Die BWWP bezieht ihre Wärme aus dem Gebäude.

Klar, aber im Keller wird nicht geheizt. Auch wenn wir da Heizkörper haben. Die Wärme kommt allein vom Erdreich/Trockner.

Da ist es sowohl im Winter, als auch im Sommer warm. Auch als der EG Bewohner weg war und die Heizkörper da komplett aus waren.

Wenn der Trockner so viel Abwärme produziert, dass damit der gesamte Keller geheizt werden kann, ist eine BWWP eine optimale Ergänzung zur LWWP.

"Warm" ist ein subjektiver Begriff ohne jeden Bezugspunkt.

Merkwürdig, warum musst Du heizen, wenn die Transmissionswärmeverluste im EG komplett über den Keller ausgeglichen werden können?

der kaputt…

Oliver

Bei einem etwas größeren Gebäude mit einem ähnlich alten Kern war mein Heizi der Meinung, dass 9kW (ohne Brauchwasser) bei einem Verbrauch von 3.000l Heizöl (mit Brauchwassser) reichen - keine Chance. Sobald Abtauwetter kam, war es vorbei. Die jetzt montierte 14kW passt perfekt. Mit der Brauchwasserwärmepumpe bin ich extrem zufrieden, das ganze Gedöns mit Umschalten, Hochheizen etc. war mir suspekt. In der aktuelle Hitze habe ich mit der WP zusätzlich gekühlt, weil die zwei Splitklima in den Wohnzimmern an die Grenze kamen. Auch da ist die Vorstellung, mal zwischendrin Warmwasser zu bereiten, eher seltsam.

Wenn du eine 12kW bekommst, die ähnlich weit runtermoduliert, würde ich gar nicht nachdenken. Sollte sie trotzdem ins Takten kommen, dann kann man immer noch per Hausautomation für ein paar Stunden komplett abschalten. Wie es das Speichervermögen des Hauses eben zulässt. Wenn du aber mit einer zu kleinen WP in der Abtauhölle landest, wird es unangenehm.

Bist du dir da sicher?

Wo geht die Wärme der Ölheizung hin?

Die fehlt dann aber…

Auch wenn der Keller jetzt im Winter “warm” bleibt (wie warm???) - er wird mit einer BWWP jedenfalls abgekühlt werden. Und wenn da keine Ölheizung mehr läuft, wird er auch kühler sein…

Und auch auf die Etage darüber wird sich das auswirken, wie viel? Kann man schwer voraussagen…

Die BWWP sind für bestimmte Szenarien optimal wenn nicht genial (zb. Warmwasserbereitung im Sommer, wenn die PV “zu viel” Strom liefert den man sonst nicht verwerten kann).

Dann macht die quasi “gratis” (…wenn man die PV nicht rechnet…) WW und kühlt noch dazu etwas den Aufstellort ab.

Aber insbesondere dann, wenn man das Haus beheizt (was ja in unserer Klimazone doch einen beträchtlichen des Jahre der Fall ist) sieht die Rechnung gar nicht mehr so eindeutig aus…

Fakt bleibt eben: Die BWWP holt die Wärmeenergie aus dem Haus - so lange das beheizt wird, u.U. energetisch nicht ideal. So lange das Haus ohnehin nicht beheizt wird oder gar gekühlt werden soll - ideal.

Wärme fließt doch immer von warm nach kalt, nie anders herum. Ist der Keller kälter, also der Wohnbereich, geht zwangsläufig Wärme vom Wohnbereich in den Keller. Kann gar nicht anders sein. Die Frage ist nur, wieviel Heizwärme da nach unten in den Keller geht.

Kühlt sich der Keller durch die BWWP weiter ab, erhöht das dem Wärmefluss vom Wohnbereich in den Keller. Damit steigt der Verbrauch der Heizung im Winter.

Wie gut ist denn Keller gedämmt? Kellerdecke ist gedämmt? Wie gut? Und Kellertreppe ist auch wichtig, offene Treppe oder Tür dazwischen?

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