Auslegung mit mehreren kleinen Strings und Batterie - Notstrom?

Hallo zusammen,

ich brauche mal euren Input, da ich vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehe.

Ausgangsituation:

  • Balkonkraftwerk mit 2kWpModulen und Solarflow 800 Pro mit 2kWh Batterie läuft
  • Geeignete Flächen für weitere PV:
    • Garagendach 2kWp Süd, teilverschattet
    • Fassade 2kWp Süd unverschattet
    • Dach Ost 3kWp unverschattet
  • Vorhanden: Wärmepumpe 3phasig an separatem Zähler, Solarthermie auf Süddach, E-Auto
  • Batterie und Wechselrichter sollen nicht im Haus, sondern in der Garage stehen. Hier soll auch sowieso eine Unterverteilung für Wallbox etc installiert werden, Leitungen muss ich noch ziehen.
  • Alle Leitungen müssen via Hauswand in die Garage geführt werden.

Was ich mir wünsche:

  • Wirtschaftlich sinnvolle PV-Nutzung
  • Steuerbarkeit via Home Assistant, Cloud-unabhängig
  • Stromversorgung via Batterie bei Stromausfall

Jetzt habe ich viel gelesen und folgende Fragen haben sich ergeben

  • Wie soll ich so ein System grundsätzlich auslegen? Die meisten Hybridwechselrichter funktionieren nicht mit Strings mit 4 Modulen. Größere Flächen habe ich nicht. Auch brauche ich mindestens 3 MPPT.
  • Victron wäre technisch vielleicht ideal, aber wahrscheinlich sowohl unwirtschaftlich als auch unnötig komplex für insgesamt höchstens 7kWp
  • Ich könnte zB drei Solarflow 2400 Pro nehmen und vom Elektriker anklemmen lassen. Das sind dann aber vermutlich einzelne Anlagen mit jeweils mehreren hundert Euro Elektrikerkosten, selbst wenn ich auf der DC-Seite alles selbst mache, außerdem habe ich dann lauter einzelne Batteriespeicher statt einem großen in der Garage.
  • Dreiphasigen Notstrom fürs Haus scheint es in dieser Größenordnung kaum zu geben, oder?
  • Einspeisung nur via Haushalts-Stromzähler oder Kaskadierung mit Wärmepumpenzähler?

Es geht mir im ersten Schritt weniger um eine ganz konkrete Lösung als um eine grobe Richtung, in die es gehen soll. Oder vielleicht kommen wir auch zu dem Schluss, dass 3phasiger Notstrom sowieso nicht mit vernünftigem Aufwand geht und ich nur das Garagendach selbst belegen sollte und mit den Notfallsteckdose eines Solarflow 2400 Pro leben sollte, weil der Rest unwirtschaftlich ist?

Danke fürs Brainstorming!

Hallo zusammen ,

man muß ganz klar sagen das eine Notstromversorgung über den Wechselrichter technisch Interessant ist aber das bedeutet ein hohen Standby Verbrauch . Macht es also unwirtschaftlich . Hierzu gibt es einen Bericht .
Die Notstromversorgung , soweit ich weiß , ist abschaltbar . Senkt dann den Standby Verbrauch erheblich . Hoymiles HT Serie . In diesem Fall würde ich den für 10 KW wählen . 4 Mppt sind verbaut , da hier 3 benötigt werden . Einer bleibt als Reserve und die Wechselrichter macht man etwas größer .
Bitte in den Technischen Datenblatt schauen ob es mit 4 Modulen geht . Auch vermute ich das der Notstrom nur mit einer Phase läuft .

Der 3 Phasen Notstrom ist für der Wärmepumpe gedacht ? Schon allein wegen des hohen Stromverbrauch der WP müsste dann der Speicher ebenfalls größer sein . Zu teuer . Alternativ ein kleines Splittgeräte mit 1,5 oder 2,5 KW von Daikin als Notheizung und im Sommer als Kühlung . Da würde ein kleiner Speicher mit 15 KW brutto / netto 11 eher passen und Wirtschaftlich sich besser rechnen .

Zu den Strings . Auf der Seite mit der Teilverschattung nur die Fläche nutzen wo kein Schatten ist und dann alles auf 2 Strings zu verteilen , wäre das eine Alternative ? Dann wären mehr Module auf einen Anschluss .

Ich bin kein PV Profil , daher alles nur als Anregung verstehen .

Gruß Eckard

Danke für deinen Input!

Hast du einen Link zum Standbyverbrauch durch Notstrom? Ist nicht nur für Wärmepumpe gedacht, sondern einfach als Komfort fürs ganze Haus. Speicher werden immer billiger und in 5 Jahren kann ich mir wahrscheinlich eine erheblich größere Batterie für wenig Geld hinstellen, wenn ich jetzt die strukturellen Voraussetzungen schaffe. Aber scheinbar habe ich den Aufwand für Notstrom unterschätzt.

Welche Wechselrichter von Hoymiles meinst du genau? Eine HT-Serie finde ich nicht, die HIT-Serie passt leider vom MPTT-Spannungsbereich auch nicht.

Soll es im Prinzip vorerst BKW bleiben?

Anfangen mit 15kWh Batterie, besser 30. Kann man gut erweitern. Keine “wall” type sondern stapelbare.

Ost, möglichst viel Süd senkrecht bzw 75°.

so viel wie passt Garage flach (+/-10°) wenn mal viel Geld über ist, bringt halt so 10% der kWp bei Bewölkung

So viele Laderegler wie Strings.

48V Insel-WR zum Auto laden: 3-5kW einphasig.

Nulleinspeisung 800W fürs Haus. Dazu: 800er WR einschalten mittels Verdichter-Startsignal der WP, fast alle WP laufen mit >800W solange der Verdichter läuft

Das war mir zu schnell :slight_smile:

Was bedeutet “im Prinzip BKW bleiben”? Du meinst, dass ich mich auf 800W max. Einspeisung beschränke? Welche Laderegler und welchen Insel-WR hast du da im Kopf? Warum ein separater WR für die Wärmepumpe?

Danke!

schnelle frage schnelle antwort :rofl:

Laderegler kannst Victron nehmen (gut, komfortabel, vernetzbar) oder irgendwas aus China (billiger).

Ins normale Hausnetz mit 0-800W Nulleinspeisung spart dir wahrscheinlich schon den größten Teil Stromkosten ausserhalb von WP und Auto. Das ist noch BKW also ohne großartig elektriker / Schrank Umbau und was da evtl dranhängt

Der zweite 800er WR macht aus deiner WP eine solar unterstützte WP. Der darf halt nur laufen, wenn der Verdichter läuft. Legitim, aber nicht streng legal wäre ne zweite Nulleinspeisung für die Heizung. Meist sperren sich die Stromdealer dagegen, ich nenn das mal “Knebelvertrag”.

WR: Für die 800W irgendwas das mit openDTU onBattery spielt. Bestimmte Hoymiles, manche TSUN.

Oder setzt auf “Truckisphere” SUN800 mit Trucki Erweiterungen.

Für den 3-5kW WR schaust beim freundlichen Chinesen nach nem günstigen 48V WR, ca 300€, oder nem Victron 48/5000, ab 600€


Dass die Tech “draussen” stehn soll, wird dir Mehrkosten machen. Die Batterie braucht ihre Mindesttemperatur, isolierte/klimatisierte Kiste drumrum. Extra Leitung(en) zum Heizraum

Entschuldige ,

eindeutig ein Fehler von mir .
HT ist falsch, HIt wäre richtig .
Aber wenn diese nicht passen fallen die raus .

Mit dem Notstrom ist es nicht so einfach . Dafür habe ich zu Hause ein Generator.

Die Kollegen hier haben aber schon viele Vorschläge gemacht . Das Forum lebt .

Gruß Eckard

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Danke! Nur damit ich es richtig verstanden habe: der Victron 48/5000 wäre dann nicht mit dem Hausnetz verbunden, sondern bildet ein Inselnetz für die Wallbox? Wie kann ich dann im Winter das Auto aus dem Netz laden? Zweite Wallbox? Umschalter?

Hat jemand alternativ Erfahrungen, was der reine AC-Anschluss eines Gerätes wie des Solarflow 2400 Pro in etwa kostet?

Laden nur mim Schukosteckeradapter 3000W. Steckst von der Insel um auf normale Steckdose wenns nit reicht. Oder baust einen automatischen Transferschalter zwischen. Vermute die aktuellen sind halbwegs brauchbar. Beispiel

Wenn ich es richtig verstehe, dürfte ich so eine DC-Anlage mit Victron MPTT und Multiplus+Batterie sowie Insel-230V Steckdose ohne Elektriker aufbauen und betreiben und wenn ich alle Module aufgebaut und angeschlossen habe, den Elektriker zum Anschluss ans Hausstromnetz kommen lassen?

Wenn ja, wie ist das mit der Erdung des Multiplus? Zählt das auch als Netzanschluss?

Such mal nach der neuen BKW Lösung mit 800VA WR und aber bis zu 6,9999999 kWp Modulleistung. Das ist der Tip hier um völlig ohne Elektriker auszukommen. Hat mit Insel eher nichts zu tun. Du baust auf und meldest es selber beim Netzbetreiber mit Formular XYZ an.

“Wallbox” brauchst du nicht. Einen billigen Ladeziegel, wie Tageloehner geschrieben hat. Dazu blaue 16A CEE Steckdosen. Eine davon am Hausnetz (bei Dunkelflaute) und eine am z.B. Victron Inselwechselrichter mit Akku oder sowas ähnliches.

Erdung hat jeder und alles, das war mal so ein Mythos um den Leute Angst vor einer Insel zu machen.

Meine Anlage ist mit 19kWp größer, habe aber auch das Problem mit der kleinteiligkeit meiner Flächen.

Habe mir auf jeder Fläche HMT-1600-4T bzw HMT-2000-4T unter die Platten verbaut und dann mit einem 230V-3Phasen-String in den HWR geführt. Jeder HMT hat 2 MPPT, was gerade bei Verschattung hilft (Problem habe ich ebenfalls).

Im HWR sind es dann 3 Victron Multiplus 5000 geworden aufgrund der guten Steuerbarkeit zusammen mit ca. 30kWh Speicher. Damit ist Notstrombetrieb möglich.

Auch wenn der letztere Teil für dich zu unwirtschaftlich sein mag, über die Mikrowechselrichter-Lösung solltest du mal nachdenken.

Schönen Gruß

Robinson

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Die meisten verkennen, dass Victron Systeme die Möglichkeit neben den DC Ladereglern, welche dann Strings von 2-8/9 Modulen ermöglichen- und zwar je nach Ausrichtung kann dann ein Laderegler verwendet werden. Victron ist da sehr flexibel aufgestellt. Aber Victron bietet auch die Möglichkeit AC angebundene WR, wie die genannten Hoymiles, die ich wegen den 4 Modulen auf 4 MPPT auch wählen würde, anzubinden. Vorteil: man hat direkt und effizient AC Strom am WR anliegend, den der WR nur an die jew. Verbraucher durchreichen muss; Nachteil: es müssen beim Ausbau gewisse Regeln beachtet werden, ua. 1:1 Regel, sowie der Akkupack muss entsprechende Dimensionierung besitzen. Wobei die erste Regel die wesentlichere ist.

Im Notstrombetrieb macht Victron keiner etwas vor, das ist sozusagen deren ureigenstes Einsatzgebiet. Im grunde ist es schon so, wenn Du den Multiplus als Nulleinspeisung verwendest, dass dieser an AC out ein eigenes Stromnetz aufbaut, an welchem schon zB Kühlgeräte angeschlossen werden können, während der Victron über AC in die Nulleinspeisung durchführt. Ist das Netz weg/Blackout/Brownout läuft alles am AC out weiter.

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Ich hab die Hoymiles sogar am ACout der MP angebunden, was die Notstromfähigkeit nochmal verbessert.

Gibt ja durchaus verschiedene Konfigurationen, ein Beispiel, wo alle Kopplungsarten realisiert sind, die gehen (ACin, ACout, DC), siehst du hier:

kann noch keine Links, daher sucht mal nach “ESS Multiplus with EM24 slow response also on AC-Out?”

Schönen Gruß

Robinson

Ist denn der Verlust nicht relativ hoch beim Weg Panel(DC)→Hoymiles(AC)→Victron in Batterie(DC)→Verbrauch(AC)? Gibt es da Zahlen?

Äh, das dann doch nicht. Solange der Multi am Netz hängt, ist AC-Out mit dem Netz verbunden. Das ist kein eigenes Netz.

Oliver

Victron ist dann kompliziert, wenn man “fremd geht”. Eine Victron Insel dagegen ist konsequent und einfach zu verstehen:

Ein Ladegerät zusammen mit der Solaranlage mit mehreren MPPTs läd den Akku, drei Multiplus bilden ein 3-Phasen-Anlage, über die das ganze Haus versorgt wird. Cerbo GX steuert alles und verbindet mit dem Internet. Fertig!

Im Hausanschluss-Kasten wird nur das Ladegerät über eine Sicherung an das externe Netz angeschlossen. Die anderen Sicherungen werden vom Netz getrennt und an die Phasen N und PE der Victrons angeschlossen. Die Verbindung von N und PE erfolgt über das Erdungsrelais. Ein normales TN-S -Netz.

Vorteile:

Alles passt super und auf Anhieb zusammen

Da keine direkte Verbindung zum Netz, auch keine Einspeisung, also ohne Zwischenzähler und Umschalter, NH-Schutz und teuren RCD Typ B.

Wirkungsgrad im Winter zusammen mit dem Restertrag Solar ca.90%.

100% unterbrechungsfreier Notstrom mit voller Leistung.

Modularer Aufbau ist jederzeit erweiterbar.

Kein Elektriker, aber bitte wissen, was man macht.

LFP-Akkus sollten nicht unter 15°C betrieben werden, das geht direkt an die Kapazität. Gerage ist nicht gut.

Die WP hat nur für den Heizstab einen 3-Phasenanschluss, die WP läuft in der Regel nur auf einer Phase. 9kW-WP mit max. 2kW

Je größer der Akku-Speicher, desto länger die Zeit, in der man mit der WP im Frühjahr und im Herbst noch mit Solarstrom heizen kann.

Ein gutes 2kW-Ladegerät kann in 24h 48kWh in den Akku schieben…Das ist dann auch die maximale Leistung, die aus dem Netz bezogen wird eben 2kW.

Wer noch mehr Notstrom braucht, kann sich einen 48VDC-Notstromgenerator kaufen.

Zu guter Letzt: Wenn es am Ende läuft, ist man Herr oder Dame über eine zuverlässige und sichere Anlage.

Grüße Stephan

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Gerade zufällig gesehen.

Es gibt für LiFePO Einschränkungen für fen zulässigen Ladestrom unterhalb von 15 oder 20 Grad.
Bei 5 Grad redet man von einem Zehntel.... Oder weniger.
Ausserdem ist Taupunkt Unterschreitung nicht gerade lebensdauerförderlich für Elektronik.
Du müsstest also Raum oder Gerate ggf. im Winter heizen.

Also bei Direktverbrauch ist der Wirkungsgrad top. Bei mir zeigen alle Hoymiles eine Effizienz von 95%. Die so erzeugte Leistung wird ohne weitere Verluste verbraucht oder eingespeist.

Wenn über die Multiplus ins Akku gespeichert werden soll, hat jeder Weg über die MP wieder eine Effizienz von ca. 95%. Also Hoymiles → DC → AC ist 0,95x0,95x0,95.

Man muss sich also entscheiden, ob man mehr direkt verbrauchen bzw. direkt einspeisen will oder rel. viel über das Akku geht. Bei ersterem ist die AC-Kopplung (Hoymiles) besser, bei letzterem sollte man über MPPTs direkt auf die DC-Seite gehen (DC-Kopplung).

Schönen Gruß

Robinson

Danke euch allen, ich lerne jede Menge :slight_smile:

Wenn es technisch einfach ist, einen weiteren MPPT an den Multiplus anzuschließen, wie kompliziert ist denn der administrative Teil daran? Muss dann die gesamte Anlage neu abgenommen werden oder wie läuft das? Kann man das umgehen, wenn sich die maximale Einspeiseleistung nicht erhöht?