ATXD25 vemutlich Platinenschaden, Isolationsfehler, -110V auf Sekundärseite gegen PE – Hilfe bei Fehlersuche

Hallo zusammen,

ich brauche eure Hilfe bei der Reparatur einer Steuerplatine aus einer Daikin-Klimaanlage (Innengerät). Ich bin kein Elektroniker, aber mit Multimeter und Lötkolben vorsichtig umgehen kann ich.

Zum Gerät:

  • Daikin Inneneinheit: ATXD25A5V1B

  • Gekauft März 2024 (Import aus Italien, Dagimarket)

  • Betrieben an einem eigenen FI (30mA) und B16-Sicherung

Vorgeschichte:
Heute morgen nach ca. 2 Std. Betrieb hat der FI-Schalter ausgelöst. Die Sicherung (B16) blieb drin. Zwei andere Klimageräte am gleichen FI laufen normal. Nur dieses eine Innengerät blieb komplett tot (keine LED, keine Klappenbewegung, keine Reaktion auf Fernbedienung).

Bisherige Fehlersuche:

  1. Im Außengerät: Spannung kommt am Außengerät an.

  2. Im Innengerät: 230V kommen an der Platine an (gemessen an der Netzklemme).

  3. Auf der Platine: Eine eingelötete 3,15A-Sicherung ist ganz und hat Durchgang.

  4. Spannungsmessung: Auf der Sekundärseite (Pins zum Display/WLAN-Modul) messe ich -110V gegen PE. Keine der erwarteten Niederspannungen (5V, 12V) ist vorhanden. Das Display bleibt dunkel.

  5. Sichtprüfung der Platine: Keine Brandspuren, keine aufgeblähten Elkos, keine sichtbaren Risse.

Meine Fragen an euch:

  • Kann mir jemand anhand des Fotos sagen, wo die typischen Y-Kondensatoren oder der Übertrager sitzen, die für so einen Isolationsfehler in Frage kommen?

  • Welche Bauteile sollte ich gezielt auslöten und messen (Widerstand zwischen Primär- und Sekundärseite)?

  • Hat jemand Erfahrung mit diesem Platinentyp oder einem ähnlichen Daikin-Netzteil?

  • Gibt es eine Chance, dass nur ein 50-Cent-Bauteil defekt ist, oder muss ich mit einem größeren Schaden rechnen?

  • oder gleich neue Platine oder Innengerät kaufen

Vielen Dank für eure Hilfe! Ich bin für jeden Tipp dankbar.

Viele Grüße

Michael

Wenn du dich traust, mach gute Fotos von der Platine, und stell die Frage im Mikrocontroller Forum ein. Da gibts durchaus Menschen, die helfen können. Allerdings reagiert das Forum allergisch auf schludrige oder schlecht gemachte Anfragen…

Oliver

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Kannst du mal markieren wo du gemessen hast? (Ein besseres/hochauflösendes Foto würde in der Tat helfen)

Bei 110V auf der Kleinspannungsseite würde ich größere Schäden oder mindestens eine ausgelöste Sicherung erwarten, da keins der Bauteile dafür ausgelegt ist und sie der Reihe nach hops gehen sollten.

Dass der S403 einen Pin mit Netzspannung hat ist bekannt, entsprechend ist dort nicht alles Kleinspannung auf der Platine. Wo hast du versucht 5/12V zu messen? Gegen PE? Das funktioniert nicht, du müsstest gegen den Massepunkt des Netzteils messen.

Hier am S403 könntest Du messen:

Dass der FI fällt, die B16 aber hält und nichts sichtbar durchgebrannt ist, spricht für mich eher gegen einen klassischen Bauteildefekt und eher für eine Kriechstrecke nach PE – sprich Feuchtigkeit auf der Platine. Bei einem Innengerät tippe ich da als erstes auf Kondenswasser, das nicht richtig abläuft: Ablauf verstopft oder geknickt, falsches Gefälle, übergelaufene Kondensatwanne. Das tropft dann auf die Elektronik und du bekommst genau so einen Ableitstrom, ohne dass etwas „hochgeht".

Schau mal, ob du oberhalb der Platine Tropfspuren findest und ob Wanne/Ablauf frei sind. Auf der Platine selbst auf weiße/grüne Korrosion, Salzränder und feuchte Stellen unter den Steckern achten.

Bevor du Bauteile auslötest, würde ich erst die Feuchtigkeit ausschließen – sonst ziehst du am Ende einen intakten Y-Kondensator raus und entfernst damit Schutz, obwohl das Bauteil gar nicht das Problem war.

Und by the way, als Nicht Fachmann an Netzspannung messen…….Vorsicht!

IC 507 ist der Spannungsregler. Das scheint eine Schaltung zu sein ohne Netztrennung. Die 110V messen ist dann normal. Sensoren, antriebe anschauen auf Kriechstrecke

vielen dank euch, Kriechströme oder läufer an platine konnte ich nicht feststellen. S403 vielen dank für das Bild, DC 5,77V bricht aber sofort beim messen auf 3,22V ein. Hier ein neues Bild

wenn S200, vermutlich Ventilator Motor ausgesteckt bleibt die Spannung auf 4.77V was mir aber auch zu wenig vorkommt

schau mal hier:

Die Nummer auf deiner Platine enspricht der im Beitrag.

L.G.

Danke, hatte ich nicht gefunden

für die Niederspannung ist dieses IC verantwortlich:
BM2P0361K

Denn kann man wohl noch ohne Speziallabor auslöten und ersetzen. Aber ob das den Fehler beheben kann, bleibt ungewiss.

Ciao

Da schließe ich mich an. Der IC hat eine Schutzschaltung Onboard der bei Überlast/Kurzschluss runterfährt. Das passt zu dem Bild 4,77V bzw 3,xV am 14V Pin. Ergänzend passt der IC Defekt nicht zum Wurf des FI. Das deutet alles auf einen Schaden wie Wasser dahinter in der Schaltung.

Den IC kann man kaufen und liegt bei 2€, klingt aber wenig plausibel.

Der lässt sich ganz leicht tauschen: von oben alle Pins mit kleinem Seitenschneider abschneiden, dann jeden Pin einzeln auslöten und mit Entlötlitze oder Entlötpumpe die Pins frei machen.

Aber für mich noch nicht plausibel, dass der dafür verantwortlich ist.

Unten links auf deinem Foto ist der Eingangsfilter. Drosselspule und Kondensatoren sind zu erkennen.

Warum misst du gegen PE? Das ist gewiss nicht der Minuspol der NV Versorgung.

Der FI Auslöser spricht ja sehr für einen Fehler im Filter. Ich würde an C104 und 105 den Widerstand messen. Er sollte unendlich hoch sein.

Ciao

Würde mir auch mal alle Kabel anschauen, die von der Platine abgehen, ob da nicht irgendwo was eingeklemmt ist gegen Metall und es dort einen Schluss gegen Erde/PE gegeben hat. Das wäre so ein Klassiker, gerade auch, weil DC Niederspannung nicht galvanisch getrennt ist.

Hallo zusammen,

zunächst ein herzliches Dankeschön an alle, die mir hier mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Ihr habt mir enorm weitergeholfen!

Kurzer aktueller Stand:

Ich habe alle externen Lasten (Ventilator, WLAN) von der Platine abgeklemmt und nur die 230-V-Versorgung angeschlossen. Die Spannung an S403 pendelt ohne Last zwischen 5,6 und 5,8 V (Soll 12–14 V). Der Fehler sitzt also definitiv auf der Hauptplatine selbst.

Die Platine ist jetzt ausgebaut und spannungsfrei. Auf der Rückseite im Bereich des IC307 (BM2P0361K) habe ich braune, harte Rückstände entdeckt – könnte Flussmittel sein, könnte aber auch auf einen Hitzeschaden hindeuten (die Rückstände sind sehr hart und lassen sich mit dem Fingernagel nicht entfernen).

Ich habe eine identische, funktionierende Anlage und kann die gute Platine für Vergleichsmessungen ausbauen oder versuchsweise in die defekte Anlage einbauen. Würdet ihr das machen? An der Anlage selbst konnte ich keine fehlerhaften oder eingeklemmten Leitungen finden. Kondensat läuft fehlerfrei ab. Selbst wenn es bei einem Überlaufen die untere kleine Platine (IR, LED) erwischt hätte – die habe ich bereits durch Abklemmen als Fehlerquelle ausgeschlossen.

Meine Frage an euch:
Ich bin E-Fachkraft, aber mit der Fehlersuche an SMD-Schaltnetzteilen und ICs nicht so tief vertraut. Meint ihr, es lohnt sich, die Platine zu einem Bekannten (gelernter Radio-/Fernsehtechniker) zu bringen, der mit Oszilloskop und Isolationstester den Fehler finden kann? Oder ist bei diesem Platinentyp (3PCB6342-1) die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Fehler versteckt ist und ich besser gleich eine neue Platine kaufen sollte?

Viele Grüße und nochmals vielen Dank für die tolle Unterstützung!

Michael

Moin @bastlerm

wenn du einfach und preiswert an eine Ersatzplatine kommen kannst, dann wäre das meine Wahl.
Wenn es ein guter Freund ist, dann wäre er meine erste Wahl. Mit mehr Messwerkzeug wird sich das Problem eher finden lassen. Es mag ein kleines Bauteil vom Filter sein. Aber die Suche kostet natürlich Zeit.

Ciao

L.G.

am wahrscheinlichsten ist ein schluss ausserhalb der platine. bevor neue reinkommt die anderen baugruppen auf isolation testen. hatte die tage eine kühlung da hatte der lüfter einen masseschluss

Danke für die Rückmeldung und den wichtigen Hinweis!

@tageloehner: Guter Punkt mit dem Masseschluss außerhalb der Platine. Ich werde auf jeden Fall, bevor ich eine neue oder reparierte Platine einsetze, die anderen Baugruppen (Lüftermotor, Kabelbaum, Sensoren) auf Isolation gegen PE prüfen. Nicht dass mir der gleiche Fehler die neue Platine gleich wieder zerschießt.

Die Platine werde ich wohl zu meinem Bekannten (Radio-/Fernsehtechniker) bringen, er hat die nötigen Messgeräte (Oszilloskop, Isolationstester). Eine neue Platine wäre zwar einfach, aber wenn er den Fehler für kleines Geld finden kann, ist das die bessere Lösung. Die braunen Rückstände am IC307 und die zusammenbrechende Spannung ohne Last machen mich schon stutzig – das riecht nach einem Defekt auf der Platine selbst, vielleicht wirklich nur ein kleiner Y-Kondensator oder der IC.

Ich halte euch auf dem Laufenden, was bei der Reparatur herauskommt. Nochmals vielen Dank für die tolle Unterstützung!

Falls wer eine günstige Bezugsquelle für eine neue Platine weiß bitte melden.

Viele Grüße

Michael

Ein Foto von dem “braunen Schnodder” und wo der sich befindet würde mich ja schon interessieren.

Für 2€ den IC tauschen und ohne angeschlossene Lasten mal messen/testen ist ja ein Recht überschaubarer Aufwand.