frage mich wirklich wozu das Ding gut ist, seitdem das eben passiert ist. Feuer ging erst aus, nachdem die Kabel zu den Panels gekappt waren. Wäre ich nicht zufällig gerade in der Nähe gewesen, wer weiss was alles abgefackelt wäre. Ausgangspunkt war wohl ein Sicherungshalter, der bei 4KW und 400V aufgegeben hat (eigentlich soll er 15A können)
Ohje, das sieht schlimm aus!
Welche Sicherungen/Halter waren denn genau verbaut?
Bei den PV-Sicherungen / Leitungsschutzschalter/ Trennschalter kann man einiges falsch machen. Billig rächt sich hier oftmals!
Ggf. waren + und - auch falsch herum angeschlossen, dann kann sich bei Trennung ein massiver Lichtbogen ausbilden, der dann nicht gelöscht wird. Die meisten DC-LSS sind polar, d.h. müssen richtig herum angeschlossen werden, damit der Lichtbogen auch sicher gelöscht werden kann. Das ist auf den LSS oft nur sehr vage angedeutet. I.d.R. wird oben die Quelle angeschlossen (PV-Module) und unten die Last (Wechselrichter etc.), dabei ist auf die Polarität zu achten.
Vielleicht waren es auch diese Kippsicherungen, die oft mangelhaften Kontakt haben?
Es empfiehlt sich, hier bei Vollast mal mit der Wärmebildkamera Aufnahmen zu machen. Bitte beschreibe möglichst genau welche Sicherungselemente verbaut waren.
P.S. Ich installiere selber gerade so einen GAK und habe mich bzgl. der Anschlüsse vorher nochmal schlau gemacht. Der Nennstrom der Sicherungen für die PV-Strings darf deutlich höher sein, als der max. mögliche Strom, denn dieser ist ja technisch durch die Module selbst begrenzt. Die LSS sollten also von allein niemals auslösen, sondern sie werden nur als Trennschalter eingesetzt. Eine Absicherung der PV-Leitungen ist genau genommen Unfug.
Ja, es waren die Kippsicherungen, bzw. eine davon. Ich muss leider zu meiner Schande gestehen, dass ich, als ich vor einigen Tagen bei Vollast mal eine Fühlprobe überall gemacht hatte, es genau da ein kleines bisschen warm war. Naja, alles war ein bischen warm, aber die Sicherung hätte vermutlich eisekalt sein müssen... In Betrieb war das ganze seit ca. 2 Monaten.
Alle Elemente sind von CHYT(!), Kippsicherung: YTPV-32X 32A 1000V DC, Surge Protective Device ESP-D40, Trennschalter: NSL/63 C63 600V DC
Mit Mikrowechselrichtern die erst auf der AC-Seite parallel geschaltet werden, gibt es das Problem gar nicht.
Das ist jedem bekannt und trägt rein gar nichts zum Thema bei.![]()
Keineswegs. Sonnst würde keiner mehr Strings bauen. Das Konzept mit den Mikrowechselrichtern ist leider noch viel zu selten verbaut.
Wer an Elektrozeug rumbastellt und keine (preiswerte) Wärmebildkamera benutzt, dem ist nicht zu helfen.
Ich kann dir auch sagen warum. Es generiert einen höheren Aufwand und höhere Kosten. Hat in der Regel einen schlechteren Wirkungsgrad und bezüglich Wartbarkeit eine schlechtere Zugänglichkeit. Nebenbei wird die Zuverlässigkeit der Summe der Mikrowechselrichter geringer sein als eines String-Wechselrichters.
In einem Punkt werden die Mikrowechselrichter überlegen sein, nämlich der Verfügbarkeit, denn wenn ein Mikrowechselrichter ausfällt gibt es noch Solarstrom.
Das will nicht heißen das es Fälle gibt bei denen Mikrowechselrichter die beste Wahl sind aber im Standard und ohne Verschattung tut es ein Stringwechselrichter.
Bei dem aufgetreten Fehler gilt es die Ursache zu analysieren und durch korrekten Aufbau auszuschließen. Als eine Anmerkung in der PV-Verkabelung zum Wechselrichter braucht es keinen Leitungsschutz. Von den Panel kommt bestenfalls 15-17A mehr wird es nie. Standard sind 4-6mm² Kabel, die können das locker ab. Ein Trennschalter (kann ein DC-LS 63A sein) und ein Überspannungsableiter werden gebraucht.
CHYT ist billige Chinaware, wenn mich nicht alles täuscht. Wenn nur jeweils 1 String abgesichert wurde, dürften die bei 32A ja keinesfalls auslösen, waren also defekt und völlig neben den Specs. Diese Kippsicherungen haben leider oft nur schlechten Kontakt (bauartbedingt und billig), das ist sparen am falschen Platz.
Ich fürchte, meine DC-LSS sind auch aus China, aber für 63A. Das sowas nach 2 Monaten Betrieb plötzlich aus heiterem Himmel auslöst ist schon sehr merkwürdig.
Ich nehme an, die Stringspannung war auch deutlich unter 1000V? Beim Trennschalter wäre ich auch vorsichtig: am besten nicht unter Last schalten.
Darüber hättest Du doch auch Trennen können bevor Du die PV-Kabel durchschneidest. Das wäre gleich ein Praxistest gewesen. Aber wenn es mal brennt und zischt denkt man an sowas ja auch nicht.
Bei YT gibt es etliche Videos, die das Problem mit der PV Absicherung zeigen.
Ein solider DC-Trennschalter reicht völlig. Vielleicht sollte ich auch nochmal umdisponieren ![]()
Der ganze Kram auf dem Bild scheint NICHT abgefackelt zu sein.
Die Flammschutzmittel die in so ziemlich jedem Polymer auf dem Bild eingearbeitet wurden haben ihren Zweck erfüllt. ![]()
Das WARUM ist natürlich schwierig, da reicht eine einzige Kabelverbindung die nicht ausreichend angezogen wurde oder nicht ausreichend lange abisoliert wurde und an der Isolation geklemmt wurde.
Na, bei mir ist alles aus China, ausser ein paar Kabel vielleicht. Naja, was haben wir gelernt:
- Wenn was warm wird was nicht warm werden sollte, dann drum kümmern und nicht "watchful waiting" anwenden. Thermokamera hätte mich vor diesem ww auch nicht geschützt, weil ich genetisch eben ein ww typ bin, aber vielleicht überwinde ich meinen Geiz doch noch.
- bei der nächsten box fliegen die Kippsicherungen raus, die haben ja irgendwo keinen Sinn.
Doch, es hat lichterloh gebrannt. und der Lichtbogen innen drinn hat das Feuer immer wieder schön neu angefacht. Erst als ich die dc-kabel gekappt hatte und eine decke drübergehängt hatte, ging es aus. die anschlussreihenfolge ist ja pv-string -> kippsicherung -> überspannungsschutz -> trennschalter -> wr, also ist der Trennschalter in diesem Szenario gerade hinter dem Problem. Ich wollte es ursprünglich andersrum montieren, habe mich aber belehren lassen das das "falsch" ist.
brauchen tut man diese Sicherungen (als Sicherung) ab drei parallelgeschalteten Strings, aber sowas kommt heutzutage fast nur noch bei den Laderegler Freunden vor, bei Wechselrichtern werden lieber lange Strings mit hoher Spannung als parallele kurze Strings mit hohem Gesamtstrom verbaut
Glaube ich Dir, aber stell Dir vor wenn die zwei drei vier Kilo Kunststoff da an der Wand mit jeweils 42 MJ/kg Heizwert selbstständig gebrannt hätten
(das würden sie nämlich....)
Der Lichtbogen hat alles was dazwischen war thermisch zerstört und selbstverständlich gab es dabei auch Flammen aber wie Du beschrieben hast nach dem beenden des Lichtbogens duch durchtrennen des Stromkreises hört auch der Brand auf.
Da kann man froh sein dass auch die "Billigheimer" Flammschutzmittel in den Kunststoffen einsetzen die den Kunststoff ja teurer machen.
Das ist vielleicht der Unterschied zwischen billiger Chinaware und Qualitätsherstellern. Ob da ordentlich Flammschutzmittel drin sind, damit alles selbstverlöschend ist, sieht man den Teilen nicht an. Ich kenne es eigentlich bei Qualitätsware nur so, dass alles verschmort, aber nicht lichterloh brennt. Wobei ich das auch nicht einschätzen kann, ob es ungünstige Situationen geben kann, wo auch bei Qualitätsware es mal lichterloh brennen kann.
Das zeigt übrigens auch schön, dass man um solche Kästen nichts legen sollten, was brennt. Kenne Haushalte, wo die ihre Wäsche vor solchen Verteilern stapeln, oder Wäschekörbe auf den Akku stellen.
Hast wirklich Glück gehabt und ist damit eine gute Lektion, in Zukunft etwas mehr auf Sicherheit zu achten.
wenn da Polymere ohne Flammschutzmittel im Spiel gewesen wären dann würde an der Wand evtl. die Befestigungsschrauben noch zu finden sein, der Kram wäre brennend die Wand herunter gelaufen und auch die Decke reisst dann nichts mehr.
Chemie for the win!
Interessant wäre noch die Art der Sicherungseinsätze und ob diese mit Sand o.ä. gefüllt waren. Evtl. solche hier?
Wenn der Lichtbogen erstmal brennt helfen vermutlich auch die 38mm nicht mehr, die innen wohl nur noch 30mm sind, selbst wenn der Draht weggeschmolzen ist. Sand sollte den Lichtbogen eigentlich löschen, eigentlich...
Den Trennschalter würde ich immer als erstes verbauen, so dicht an den Modulen wie möglich. Jetzt weißt Du auch warum. Auch diese ÜSS/SPDs können in Flammen aufgehen! Da sind i.d.R. MOVs verbaut, Varistoren, die im Überspannungsfall leiten und sehr heiß werden. Danach können sie im worst case dauerleitend sein und damit ebenfalls einen Lichtbogen fabrizieren. Dafür sind bei den besseren ÜSS Sicherheitsvorkehrungen getroffen, die bei Auslösen der MOVs die Verbindung abschalten (meist Schmelzkontakte). Bei den billigen Ausführungen könnten die auch fehlen... Für Typ I ÜSS sind meist auch Funkenstrecken verbaut, die nach Auslösen ebenfalls einen undefinierten Zustand haben können...
Alles potentielle Gefahrenquellen - wo sie doch eigentlich für Sicherheit sorgen sollen. Bei solchen Devices bitte nicht am falschen Platz sparen oder genau wissen was man tut.
ja, meine sehen genau so aus, sind allerdings von CHYT, mit 15A spezifiziert und als PV-Sicherung bezeichnet. Der Halter selbst ist für 32A.
Mittlerweile habe ich Antwort von CHYT bekommen, wenn ich es richtig verstehe bekomme ich eine neue Box:
Hello, I'm sorry for the inconvenience caused. I will replace the fuse current and compensate you >with a brand new combiner box
CHYT
Nan
Zhejiang Dabo Electric Co., Ltd.
Ja sicher doch ![]()
Teste die Dinger doch mal. Ich habe Erfahrungen mit Schmelzsicherungen und Sicherhaltungshaltern für Flach- und Torpedosicherungen. Das Chinesium löst aus durch Selbstzerstörung von Sicherungshalter oder Sicherungseinsatz und das weit unter Nennstrom.
Wirf das Chinesium raus und verwende Qualitätsware.
15 A scheinen mir auch viel zu knapp, das ist Unfug. Du brauchst ja keine Sicherung, Du willst nur Trennen können. Da reicht der Trennschalter. Auf den PV-Leitungen kann nie mehr Strom fließen als die Module max. hergeben, schätze etwas um 10A, vielleicht 11 oder 12? Der Nennauslösestrom ist nur ein grober Schätzwert, insbes. bei den Chinesen. Das kann von 8 - 20+ A alles sein. Und wenn sie auslösen, dann offenbar mit massivem Lichtbogen.
Mach mal eine auf und schau ob die mit Sand gefüllt sind. Wenn nicht: grob fahrlässig! Eine neue Box - na toll! Die Bude hätte kompl. abfackeln können, wenn Du nicht dort gewesen wärst...
