Wenn die Module mehr Strom können als der WR “schadet” es erst mal nicht. Wenn von 12 angebotenen Ampere der WR nur 10 A nutzen kann bleiben eben 2 A liegen.
Schlimmer ist es die Max. Spannungsgrenze des WR zu überschreiten, dann raucht der WR ab.
Vielleicht muss ich mich an der Stelle mal präzisieren.
Wenn ein Modul mit einem Kurzschlusstrom Isc von 9,5 A angegeben ist und der Strom des maximalem Powerpoint Imppt bei meinetwegen 8,3 A so bedeutet das zum einen dass der Isc nur in einem Kurzschlussfall soviel Strom liefern kann.
Der Tracker regelt in dem Leistungsbereich für den er ausgelegt Leistung über das Produkt von Spannung und Strom. Man könnte man auch die "First Line of Defence" nennen.
Die Second Line of Defence ist die Temperaturüberwachung des Trackers. Die regelt die Leistung eben auch in Anhänglichkeit der Temperatur der IGBT's im Tracker runter wenn es den Bauteilen zu warm wird.
Und es sollte auch noch eine Third Line of Defence geben. Das ist die Schmelzsicherung die in jedem String vorhanden sein sollte. Die schützt allerdings vor vor groben Überschreitungen des Nennstroms.
Also, einen "gewissen Überstrom "den ein String liefern kann ist tolerabel in Abhängigkeit der Qualität der Tracker-Designs, aber nicht bei einer ständigen Überlastung des Kühlsystems durch Fehlausegung der Strings. Insbesondere bei thermisch wackeligen Wechselrichten (die mit viiiel Lüfterleistung und wenig passivem Kühlkörper) würde ich mir mehr Gedanken zu Überstrom machen als bei thermisch stabilen WR die auch ohne Lüfter auskommen.
Die Robustheit der Auslegung ist genau die Stelle an der sich der sich wirklich der Unterschied in Qualität zeigt.
Bei Überspannung hilf auch alle Qualität nicht wenn die max. zulässige elektrische Feldstärke eines IGBT's überschritten ist schlägt der durch, ohne dass da vorher viel Wärme entstanden sein muss.
Noch dümmer wäre es sowohl mit der String-Spannung UND dem Strom oder über die zulässigen Grenzen zu gehen nur um das Maximum an Leistung herauszukitzeln. Die zu bewältigende Verlustleistung geht eben auch mit dem Produkt von Spann und und Strom.
Nichts desto Trotz zerlegt es irgendwann das robusteste Design und dann wird sich der Hersteller immer auf die Spezifikationsgrenzen zurück ziehen wenn es um Garantie geht.
Einiger Hersteller haben auf ihren Webseiten Tools veröffentlicht, auf Anhieb fällt mir Victron (excel) und Fronius (online tool) ein. Mit diesen Tools kann man ziemlich Idiotensicher die Belastungsgrenzen an Hand der Modul- und Stringparameter austesten.
Bei Fronius konnte man sogar Einstellung zur Überschreitung der Toleranzgrenzen der WR -Leistung machen.
In den Datenblättern der Module ist immer der Performanceverlust der Module über die Alterung angegeben. So dass man hoffen kann dass bei leichter Überschreitung der Parameter einem die Alterung der Module innerhalb der ersten 1 oder 2 Jahre entgegen kommt.
Grundlegend gilt jedoch immer: Je mehr Last oder Überlast um so schneller altert der WR oder Tracker. Grenzüberschreitende Auslegungen bedeuten eigentlich immer einen früheren Ausfall.
Nachtrag: Fronius gibt sogar vor bis zu welchem Grad ein WR AC und DC-seitig überladen werden darf ohne die Garantienedingungen zu verletzen.
