Anlage mit Akku erweitern ohne WR-Tausch

Hallo!

Meine Anlage mit ca. 10kw betreibe ich seit 11 Jahren. Die Wechselrichter sind von SMA (3000TL, 4000TL).

Ich überlege schon lange, wie ich sinnvoll einen Speicher (10-12kw) nachrüsten kann, ohne Änderungen an der Anlage durchzuführen. Heißt, die WR sollen bleiben.

Kann man einfach einen Speicher mit Wechselstromanschluss einbinden und fiesen nur laden lassen, wenn genug Sonne vorhanden ist und der Strom nicht benötigt wird?

Falls das geht, welche Komponenten benötige ich dazu? SMA Manager? Oder kann das ein Akku selbst mit anderen Komponenten der Marke?

Bisher hatte ich von Firmen nur Angebote mit neuen WR oder man wollte mir direkt eine ganze neue Anlage verkaufen!

Ich bekomme aktuell 13 Cent Einspeisevergütung, daher möchte ich den Strom lieber selbst nutzen so gut es geht.

Ich würde mich über Tips freuen!

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Eine Möglichkeit wäre ein AC Speicher (bspw. Marstek Venus E), so habe ich es gemacht. Wenn z.b. Home Assistant vorhanden ist, kann man den mit fast jedem Smartmeter steuern. Alternativ könnte man auch einen Shelly Pro 3 EM verbauen.

so ein neuer WR könnte MEHR also nur den Abendverbrauch aus gespeicherten PV Strom zu ersetzen. Deine WR haben vielleicht noch den Wert zweier Schachteln Zigaretten.

Wie viele WR sind installiert? Diese WR sind einphasig, ich gehe davon aus das sie auf mehrere Phasen verteilt sind.

Wenn du in der SMA Welt bleiben willst, dann könntest du dir Sunny Island Batteriewechselrichter mit Speicher zulegen, oder die alten WR gegen einen Hybridwechselrichter (3phasig) von SMA tauschen.

Wie @auric schon schrieb, die alten WR sind so gut wie nichts mehr wert.

Alternativ zum Sunny Island könntest du aber auch z.B. ein Victron System aus z.B. 3 Stück Multiplus 48/3000 oder Multiplus 48/5000 und passendem Niederspannungsakku installieren.

Ich habe schon verschiedene Szenarien durchgespielt. Mit einem neuen WR kann ich nicht alle Module nutzen.

Auch wenn die WR nichts mehr Wert sind, warum sollte ich funktionierende Geräte entsorgen? Ich möchte ja gerade Geld sparen und rentabel bleiben! Wenn ich die WR ersetze, erhöht sich die Amortisierung um einige Jahre. Genau das möchte ich ja vermeiden!

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Dann Sunny Island oder anderes vergleichbares System installieren, hatte ich dir ja auch in meiner Antwort vorgeschlagen, da kannst du immer noch entscheiden ob 1,2 oder dreiphasig

Running Gag: zwei SAXophone? :wink:

Ich würde die auch behalten und einen Multiplus davor oder dahinter hängen und einen LV Akku dazu. Erweitern kannst du dann immer noch und die bestehende Hardware bleibt weiter bestehen.

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Naja, ein “AC Speicher” ist auch nur eine Kombination aus Akku und Wechselrichter.

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Ich kenne die SMA Wechselrichter nicht. Du musst herausfinden, ob diese direkt über einen Akku betrieben werden können, und für welche Akkuspannung sie dann ausgelegt sind. Das sind vermutlich Micro-, Modul- oder Strangwechselrichter?

Ansonsten geht’s nicht ohne einen Wechselrichter, der an einen Akku gehängt werden kann. Meine Empfehlung ist ein Victron Multiplus II, der als eierlegende Wollmilchsau so ziemlich alles kann außer als PV-Laderegler zu dienen. Aber mit einem Victron MPII kannst Du zumindest bis zu einer angemessenen Leistung (“1:1 Regel”) auch die vorhandenen PV-Wechselrichter weiter nutzen. Deren AC-Stromertrag kann dann vom MPII auch zum Laden des Akkus genutzt werden.

Danke für die Hinweise. Die Wechselrichter können mit Akkus direkt nicht umgehen. Sind nur welche zum Einspeisen.

Was ist ein Multiplus?

Die anderen vorgeschlagenen Geräte werde ich mir heute Abend mal im Internet anschauen.

Meine Idee ist: ein Akku an das Netzt anschließen (230V), der nur geladen wird, wenn genug Sonne da ist und die Anlage einen Überschuss produziert. Ansonsten soll er abgeben, wenn Strom bezogen werden müsste.

Ich habe einen Smart Meter von Octopus Energy eingebaut, der aber eigentlich nur als Dummer Stromzähler aktuell funktioniert. Daher müsste die Regelung anders erfolgen.

Ich vermute mal, so ähnlich wurde es mir schon empfohlen von euch.

Werde mich mit den Vorschlägen mal näher beschäftigen.

Auf das Thema kam ich, da auf notebookcheck ein Akku angeboten wurde mit 5kWh, der für Balkonkraftwerke und bestehende Anlagen funktionieren soll.

Was Du gefunden hast, sind vermutlich so plug&play Akkus, die typischerweise bis 800 Watt ins Hausnetz liefern und entweder auch nur von da (eher selten) geladen werden können oder wo man direkt oder mit einem kleinen Wechselrichter noch 2000 Watt PV Module anschließen kann, so daß man das ganze noch unter dem “BKW Radar” fliegen lassen kann. Vorteil: Man kann dann wirklich den Strom der 2000 Watt Module über 800 Watt hinaus nutzen und in Randzeiten oder nachts aufbrauchen. Die Leistungsaufnahme aus dem Netz ist meines Wissens recht beschränkt und ggf. für Deine ausgewachsene PV Anlage zu niedrig - aber das müßte man konkret durchrechnen. Auch meine kleine Multiplus Lösung kann nicht alles aufsaugen, was der Fronius und kleine Solis WR aus den 8.8 kWp rausholen. Reicht aber für meinen 14 kWh Akku.

Multiplus ist ein Kürzel für die “Schweizer Messer” von Victron. Bei uns Selbstbauern recht beliebt, da sehr flexibel, aber es gibt kaum jemand, der Dir das schlüsselfertig hinstellt, falls gewünscht. Abgesehen von den neuen Multiplus RS6000, die auch den direkten Anschluß von PV Modulen erlauben, ist dieser Teil bei Victron/Multiplus separat. Aber man kann nach Belieben aus dem Hausnetz laden+einspeisen, mit Wechselrichtern auf der AC Seite oder MPPT/Akkuladern auf der DC-Seite und das ganze bei Bedarf Notstrom und Schwarzstart fähig. Wenn man mit einer Phase auskommt (d.h. AC seitig geht nicht mehr als etwa 3600 Watt) eine schöne Sache. Bei drei Phasen braucht man leider drei solche Klötze.

Dazwischen wären Lösungen mit einem Hybridwechselrichter - hier gerne ein Deye - die 3 Phasen machen und ein bischen das Schweizer Taschenmesser sind und wo man externe Akkus anschließen kann, was u.a. den Unterschied zu den propritären Plug&Play Lösungen ausmacht.

Bei dir würde das mit einem MultiPlus 2 so aussehen! Deine zwei SMA hängen nach dem MP2, dann hast du auch eine Notstromversorgung.

Ds hatte ich gefunden! Bei der Größe kann es eigentlich nicht nur für Balkonkraftwerke sein, oder?

Kannst dir hier mal das Video dazu ansehen und dann siehst du ob es was ist für dich oder nicht!

Warum googelst Du nicht einfach mal? Das ist eine Geräteklasse des niederländischen Herstellers Victron.

Ein Akku speichert Gleichstrom, und er hat eine genau definierte Nennspannung. Der Akku muss immer so ausgelegt werden, dass er zu den Ladereglern passt, die den in der PV erzeugten Strom auf die Ladespannung des Akkus transformieren.

Dazu kann ein Akku je nach Bauart nur mit einer bestimmten Stromstärke ge- oder entladen werden. Bei LiFePO4-Akkus geben die Hersteller der Zellen meistens maximal 0,5 C dafür an. C steht dabei für die Nennkapazität des Akkus. Wenn der also 5 kWh Speicherkapazität hat, dann kann der nur mit 2,5 kW ge- und entladen werden. Deine vorhandene PV hat aber 10 kWp. Das passt nicht ganz zusammen.

Er hat oben ja von 10-12 kWh geschrieben und würde dann wohl zwei davon nehmen (was allerdings auch unterstützt werden muß, dass die zusammenarbeiten). Wann der Akku an einem richtig sonnigen Sommertag voll wird, ist egal, so lange er voll wird; muß nicht Leistung der PV haben.

Ich lese meinen Zähler mit everhome aus. Somit wäre das eigentlich genau das System, das ich suche. Eine extra Zuleitung zu legen, wäre kein Problem. Die SMA Wechselrichter hängen in der ehemaligen Scheune. Von dort bis zur Unterverteilung der ehemaligen Werkstatt wären nur 10m Kabel zu verlegen. Auch einen Festanschluss könnte ich so realisieren,

Das werde ich mir mal näher anschauen. Auch die alternativen Systeme.

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In Deutschland liegt die zulässige Grenze der Schieflast bei 4600 W.

Für 99% der Privathaushalte reicht eine einphasige PV-Anlage ganz dicke aus. 3phasig heisst dann, dass man viel Geld sinnlos zum Fenster raus wirft.

Wenn ich 10 kWp neu installieren müsste, würde ich z.B. ca 2 kW über einen Mikrowechselrichter direkt auf Phase 2 einspeisen, und 8 kW über Solarladeregler direkt in den Akku. Am Akku hinge dann der Multiplus-II-5000, der maximal 4,6 kW auf Phase 1 einspeist. Den Überschuss aus dem Mikro-WR würde der MP2 auch in den Akku speisen. Der Akku sollte dann mindestens 20 kWh Kapazität haben.

Weil der MP2 max 4.600 W ins Netz einspeist und der Mikro-WR maximal 2.000 W, sind bei vollem Akku eigentlich noch 3.400 W PV-Leistung ohne Abnehmer. Aber das lässt sich leicht dadurch lösen, dass man den MP2 auf eine dauerhafte Einspeisung von z.B. mindestens 500 W einstellt, die er dann auch nachts aus dem Akku ins Netz einspeist.

Für die meisten Privathaushalte wäre dieses System schon viel zu groß. Aber wenn man die 10 kWp PV schon mal hat …