ich bin neu hier im Forum, wohne im Norden der Republik und bin durch meinen Nachbarn auf das Thema Solarenergie / Balkonkraftwerk gestoßen worden.
Solarenergie zur Reduzierung des Bezugs elektrischer Energie aus dem Netz fand ich schon immer sehr faszinierend, allein von der Umsetzung her schien mir die Installation einer Solaranlage recht kompliziert und nicht grade preiswert. Bis - ja bis mein Nachbar mir im Februar sein Handy unter die Nase hielt und mir mit seiner App demonstrierte, dass er mit einem einfachen Balkonkraftwerk seinen Grundverbrauch tagsüber für 6 bis 7 Stunden decken konnte. Seit dem bin ich angetriggert und informiere mich zum Thema und die Anschaffung eines Balkonkraftwerkes ist gesetzt. Als Neuling kommen da doch einige Fragen auf, die sich bei mir zur Zeit hauptsächlich um die Module drehen. Da ich mit einem Balkonkraftwerk zur Zeit ja nur 600W als Wechselrichter Ausgangsleistung installieren darf, möchte ich dies natürlich über einen möglichst lange Zeit pro Tag schaffen. Worauf achtet man, um dies zu erreichen? Wie wichtig ist die Zellenanzahl, die Peak Leitung, oder ein Bifaziales Modul? Welche Parameter sind wichtig, um einen hohen Ertrag zu gewährleisten? Kann man getrost ein preiswertes Komplettset für um die 300€ kaufen (mit Hoymiles HMS-800), oder sind die Module da Murks?
Danke für Deine Einschätzung. Ganz ohne Schatten wird es wohl nicht gehen. Ich bin gerade dabei Fotos über den Tag verteilt zu schießen, so dass ich den best möglichen Aufstellplatz finden kann. Ich dachte, dass gerade bei Beschattung die Module einen großen Einfluss auf die mögliche Leistung haben, oder meinst Du, das ist zu vernachlässigen.
Kann Uschi nur zustimmen. Aktuelle Module liefern alle grob gleich ab. Bei aktuellen Preisen würde ich auf Folie verzichten und schauen das es zumindest Glas/Glas ist.
Bifiacial bringt nur wirklich etwas wenn auch ausreichend Licht von hinten kommt, also Zaun/Balkongitter/usw.
Generell würde ich für Mikro WR schauen, dass ich keine 54/108 Halbzellenmodule verwende, sondern mit mehr Zellen und höherer Spannung.
Hoymiles ist immer eine gute Wahl als WR.
Für den direkten Eigenverbrauch ist Ausrichtung Ost/West wenn möglich von Vorteil.
Wenn du den Platz hast und du auch ein wenig Reserve (schlecht Wetter und Übergangsmonate) haben möchtest würde ich dir empfehlen 2x Ost / 2x West zu installieren.
Anbei mal ein Verlauf so einer Anlage (2 Ost / 2 West) der letzten Tage, mit gestern sau Wetter und heute zumindest trocken und schleiher, also nicht richtig bewölkt, aber auch nicht sonnig:
Ich hab uralte Module mit Hagelschaden geschenkt bekommen und die sind senkrecht an 2 Wänden, südwest und südost, und das fiunktioniert. Man kann also mit geringen Kosten schon viel erreichen. Such dir ein gutes Angebot (euro pro Watt) irgendwelcher Panels bis 50V aus deiner Nähe. Neu oder gebraucht ist egal. Bei gebraucht rechne 10% weniger Leistung als aufgedruckt. Das passt gut mit den meisten Bakon-WR oder später mal mit Batterie. Vermeide CIGS (60-120V), das ist nix für Anfänger.
Bau dir so viele wie möglich gleiche Module hin. 180W kriegst schon ab 15€. Wenn Gesetzesänderung kommt, hast Bestandsschutz
Also kommt es doch auf die Module an. Bei dem Set, das ich mir rausgesucht hatte sind "JA Solar Solarmodule 430Wp Bifaziale Full Black" dabei und die sollten 108 Zellen haben.
Hallo, die werden laufen und es ist nicht so tragisch. Wenn ich einzeln kaufen würde, würde ich halt andere nehmen (mit ein wenig höherer Spannung und kleinerem Strom), aber generell sind Ja Solar gut.
Ganz kurz mal kurz erläutert:
Viele Wechselrichter können ca. 12 Ampere verarbeiten.
Viele der 54/108 Halbzellen Module liefern aber im MPPT eine Spannung von ca. 33V und bei 440W somit ca 13,3A im Peak.
Daraus ergibt sich das beim WR "nur" 33V*12A = 396W verarbeitet werden können.
Diese Angaben beziehen sich auf die STC Werte, also bei 25°C Modultemperatur. Im Sommer kann es zu deutlich höheren Temperaturen kommen, wodurch die Spannung der Module sinkt und somit noch ein bisschen weniger ankommt.
Das alles sind natürlich theoretische Werte, da man eh selten volle Leistung der Module erhält nur würde ich wenn möglich für Mikrowechselrichter eher Module mit höherer Spannung verwenden.
So nun nochmal im Detail zu deinem Set:
Der WR kann 2*14A verarbeiten und deine Module haben 13,39A pro Modul. Also in diesem Fall passt das Set zusammen.
Erlaubt sind 600W WR. Die bestehen quasi immer intern aus 2 300W MPPT. Regeln also sowieso vor der Maximalerzeugung runter.
Ich habe sogar den Eindruck, dass die 108er bei geringerer Einstrahlung eine bessere Ausbeute bringen. Zumindest keine geringere.
Und auch wenn du einen (bei der momentanen Gesetzeslage) illegalen 800W WR nimmst, so hast du eh kaum mal 400W Ausbeute. Mit der kleineren Spannung "schonst" du sogar die eh zu starke Elektronik...
@jay Warum schont man die Elektronik bei der kleineren Eingangsspannung? Natürlich darf man die maximale Eingangsspannung nicht überschreiten.
Die höhere Spannung bringt geringere Ströme mit sich, weniger Leitungsverluste usw. und dabei müssen beide Spannungen auf eine viel höhere transformiert werden um 230V Wechselstrom zu generieren.
@jay der hoymiles 800W Wechselrichter ist doch auf 600W drosselbar. Wieso ist der dann illegal.
Zuerst dachte ich auch daran, den Hoymiles 1600W Wechselrichter mit 4 Modulen mit dann 1720Wp auf 600W gedrosselt zu nehmen, um über einen längeren Zeitraum die 600W verfügbar zu haben. Macht das euer Meinung nach Sinn und ist das legal?
Generell solltest du vorher mit deinem Netzbetreiber klären, ob er diese Art von WR gedrosselt akzeptiert, da die Drossel ja jederzeit vom Anwender entfernt werden kann.
Welche Ausrichtung planst du denn? Du kannst auch vier Module (jeweils ein Ost und West parallel am Eingang) sogar an einem HM-600 betreiben.
Ja, wobei wir hier noch lange nicht am maximum der Elkos am Eingang liegen und dennoch muss danach alles hochtransformiert werden und hier hat die Elektronik weniger zu tun bei 44V wie bei 33V.
Sollte man generell (auch bei dem 800WR) vorher anfragen. Gibt aber auch bereits jetzt NB die sogar die 800W ungedrosselt akzeptieren. Ich selbst habe einen gedrosselten HM-1500 problemlos angemeldet, nach vorheriger Anfrage und Bestätigung.
Zu Elkos: Elkos altern vor allem, wenn sie im Betrieb zu warm/heiß werden, nicht weil sie nahe ihrer Nennspannung betrieben werden. Sie sollten sicherheitshalber ca. 10-15% Abstand von der Nennspannung halten, für den Fall das sog. transiente Spannungsspitzen auftauchen. Das größte Problem bei Elkos sind chinesische Billigfabrikate wo der Elektrolyt sich über die Zeit und durch Wärme beschleunigt verflüchtigt oder generell mangelhafte Produktion. Elkos sind gehören damit zu den größten Verschleißteilen in der Elektronik. Es gibt Typen für höhere Temperaturen (105 Grad C), die sind da etwas stabiler. Und immer auf Markenprodukte achten (japanische Hersteller sind meist ganz gut).
Ihr denkt alle viel zu kompliziert. Wenn der Stromdealer 600W erlaubt, nimmst WR 600W und wenn der 800W akzeptiert einen 800W. Da kommen so viele halbwegs zum WR passende Panels dran wie Hauswand und Sparschwein erlauben und gut. Mehr (gleiche) ist besser, wennst später mal Akku dranbaust. Machst des gleich mußt nit noch mal klettern
Wer nur ein handelsübliches BKW installieren kann, für den macht es keinen grossen unterschied, ob er 600 W oder 800 W max. Wechselrichterleistung hat. Der durchschnittshaushalt hat wenns hoch kommt 200 W grundverbrauch. Die übrigen 400 W oder (bei 800 W BKW) 600 W kommen nur zum tragen, wenn man zu der zeit, in der es die max. Leistung vom wechselrichter gibt, auch eine last von 600 W bzw. 800 W zugeschaltet hat.
Besser drüber nachdenken, ob nicht ein kleiner Akku sinnvoll ist, mit dem man den strom, der über dem grundverbrauch ist, speichert und dann nachts damit den grundverbrauch versorgt.
Mehr panelleistung ist sinnvoll, wenn man dadurch den ganzen tag ordentlich strom erzeugen kann, weil die panel sich abwechseln im strom erzeugen.
Das sind aber alles andere schuhe, das hat nix mit der 600 W bzw. 800 W maximalleistung eines BKW wechselrichters zu tun.
Ich habe heute mal eine Anfrage beim Netzbetreiber gestellt, um in Erfahrung zu bringen, ob sie die Verwendung eines HMS-1600 erlauben. Auf die Antwort bin ich gespannt.
Von meinem Netzbetreiber habe ich leider noch keine Antwort bekommen.
Zum Hoymiles HMS1600 meine ich gehört zu haben, dass diese bei einer Drosselung die Leistung gleichmäßig an den vier MPPTs begrenzt und nicht die Ausgangsleistung. Ist das so?