In einem der letzten Videos hat ja @Akkudoktor über die Hybrid-Autos geschrieben und dass es ganz schlecht ist, andauernd von 0 auf 100% zu laden. Nun, ich habe so das Gefühl, dass das bei klassischen PV Anlagen genau so ist, tagsüber laden wir so viel wie möglich in den Akku rein und ziehen ihn in der Nacht wieder runter.
Würde es nicht Sinn machen, dass man dann den Akku etwas größer auslegt, dann mit max. 80% lädt bzw. bis 10% entlädt, wenn er dann doppelt so lange hält?
Bitte nochmal ansehen, bei deiner Nutzung zwischen 10 und 80% wäre die genutzte Kapazität 70% und die “Lebensdauer” grob 30% länger, also ein “Nullsummenspiel”
Schau mal in das Datenblatt dener Akkus, dort solltest du eine DOD Angabe finden. Oder benutze die Suchfunktion, das Thema wurde hier schon rauf und runter diskutiert. Wie man Lithium Akkus schonend behandelt ist ja nix neues und schon Jahrzehnte lang bekannt, das Netz ist voll damit und du hast es ja schon selbst richtig erkannt . Es spielt auch nicht nur die Entladetiefe eine Rolle oder wie oft du das Ding randvoll knallst, sondern auch die C-Rate beim laden/entladen, die Ladeschlussspannung, der Ladeendstrom.
Hybrid-Akkus sind fast immer NMC-Akkus. NMC-Akkus haben das Problem, dass sie arg gestresst werden und sich die Lebensdauer reduziert, wenn diese mit 100% geladen werden. Aber den Vorteil, dass man den SOC (State of charge in %) auf Basis der Spannungen relativ gut bestimmen kann.
Da ist es durchaus sinnvoll, die Akkus nur kurze Zeit über 80% zu halten.
Bei Solar-Akkus ist es heuzutage die Regel, dass man LFP-Akkus nimmt. Was anderes würde ich mir auch der fehlenden Eigensicherheit von NMC nicht in den Keller stellen.
Der SOC kann bei LFP-Akkus nicht auf Basis der Spannung gemessen werden. Man muss messen wieviel rein und rausgeht und da diese Messungen nicht so genau sind, muss man diese häufiger auf 100% laden, um zu bestimmen wo 100% SOC sind. Wenn man immer nur auf 80% lädt, kann das BMS den SOC nach einiger Zeit nicht mehr gut bestimmen.
Bei einem Heimspeicher, der entsprechend dimensioniert ist, ist der Akku nie lange auf 100%. man will ja nachts den Strom nutzen und dann reduziert sich der SOC ganz automatisch.
Also gemäß Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber es kommt auf die Akkutechnik und den Einsatz an.
Bei Dampfkesseln gibt es in den Normen equivalente Volllastzyklen mit entsprechenden Formeln, kann so was auch auf Akkus anwenden, wenn man nie oder sehr selten den vollen Ladezyklus nutzt?
Die oft angegebenen 6000 oder 8000 Zügeln muss man ja erstmal erreichen, und je
mehr die Batterie nutzbar/sinnvoll arbeitet, um so lohnenswerter wird die ganze Anlage betrieben. Im Winter, wenn der Akku nicht durchgeladen werden kann, kann man den SOC auf 50 oder 60% setzen, womit man dann einerseits eine Notreserve vorhält, aber auch die Zellen schont weil diese dann nicht am unteren bis zum Limit bis zumeisst zum Februar ruhen müssen.
Anders sieht das aus, wenn sich der Speicher im Winter mit günstigem Börstenstrom (voll)-laden darf.
Und im Sommer den gespeicherten Strom auch nutzen.
Also der Akku von meinem Handy und Tablet hat noch rund 96% seiner Nennkapazität. Das Nutzungsfenster liegt bei mir bei 20-70% also nutze ich nur 50% der Nennkapazität. Beide Geräte sind mittlerweile 10 Jahre alt. In dieser Zeit haben andere schon 5 neue Geräte gekauft weil der Akku Schrott ist. Dein "Nullsummenspiel" geht also nicht auf, weil Praxis und Theorie oft auseinander liegen .
Mehr als ausreichend genau mit dem passendem Equipment was auch extra dafür gebaut wurde. Dann reichen auch einmal im Monat synchronisieren auf 100% SOC, und gleichzeitig das Balancing wenn du gute Zellen hast. Ein günstiges China BMS ist einfach nicht dafür gebaut einen ausreichend genauen SOC zu liefern, der stimmt ja nichtmal über 2 Tage...
Zyklen sind das eine, ein Kapazitätsverlust des Akkus aufgrund nicht schonender Nutzung das andere. Wenn du aufgrund dessen das du den Akku nicht schonend behandelst weniger Zyklen erreichst, dann ist das Ergebnis gleichzeitig auch weniger Kapazität noch bevor der Akku die verringerten Zyklen erreicht. Im Winter aber ist es wie du schon sagst sehr sinnvoll den Mindest SOC auf über 50% zu stellen. Das schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe.
Ich persönlich würde zumindest bei kleinen Anlagen den Akku immer überdimensionieren. Dann sind die C- Raten gering, der Akku wird quasi nur voll wenn man es möchte in dem man die Entladetiefe nach oben setzt. Und beim entladen kommt man auch nie unter 20%, je nach Akku, PV Größe und Tagesverbrauch sogar nie unter 30%. Aber das handhabt eben jeder anders, bei mir sollen die Kisten 20 Jahre+ halten. Und 15% Kapazitätsverlust in 20 Jahren machen zumindest in meinem Fall nicht viel aus weil alleine 12% Überkapazität vorhanden sind.
Die Zeit wird es aber erst zeigen, vorallem ob die Zellen überhaupt so gut sind. Ansonsten kann man nämlich schonen und überdimensionieren wie man möchte.
Da würde ich schon unterscheiden zwischen Handy und PV-Akku. Beim Handy möchte ich, dass das 6 Jahre hält, dann ist es technisch eh veraltet. Beim Tablet gerne auch 8 Jahre. Bei solchen Geräten achte ich deshalb auch auf schonende Ladung, zumal man die Akkus oft nur schwer wechseln kann.
Bei PV-Akku kann man es auch anders herum sehen: Die Zellen sind ja generell schon langlebiger, die Entwicklung ist noch stark im Gange und die Preise gehen immer weiter runter. Da kann man dann auch die Strategie fahren, lieber etwas kleiner und günstiger, dafür den Akku mehr stressen. Dann nutzt man ihn nur 8 Jahre. Bis dahin gibts viel größere Akkus für deutlich weniger Geld und ein Neukauf lohnt sich. Den alten kann man ja immer noch zusätzlich mitlaufen lassen, bis er ganz tot ist.
Nebenher ist ja auch die Frage, ob man die Anzahl Zyklen überhaupt nach 8 Jahren erreicht hat, bis der Akku anfängt zu schwächeln. Das ist in vielen Szenarien gar nicht möglich. Da ist man bei 250 Vollzyklen im Jahr, das sind ja gerade mal 2000 in 8 Jahren. Für einen LFP Akku ist das noch nicht viel.
Du verstehst das falsch, sie dir das Video nochmal an. Schädlich ist nicht irgend ein Bereich unter 10 oder über 80% Ladung, das sind Werte für längere Lagerzeiten. Der Unterschied bei vergleichbaren Zellenaufbau besteht darin welche Energiemenge “durchgeschleust” wurde (Kapazität und Volladezyklen) Der kleinere Akku mit 100% Nutzung kommt bei der gleichen Energiemenge sehr viel schneller an sein Lebensende als ein größerer der nur zu 70% genutzt wird, entsprechend des Produkt aus Kappazität und Ladezyklen. Natürlich ist ein großerer Akku da besser, aber eben nicht wegen irgendwelcher Prozentwerte
Zudem wird ein großer Akku auch durch extreme ladungssprünge nicht so gestresst, ich sehe das ja bei mir mit Wechselbewölktem Wetter mal nur 2000w und wenn die Sonne raus kommt und die Module kalt sind mal 15000w an Ladeleistung das sind halt Ladeströme zwischen 20 Ampere und 230 Ampere und das kann einen kleinen Akku sehr schnell stressen. Der nächste Vorteil vom großen Akku man kann etwas mehr Reserve einplanen ich entlade nur maximal bis ca 10% und Lade bis 90% mit voller ladeleistung ab dann wird die Ladeleistung um 50% zurück gefahren und entweder eingespeist oder anderweitig zb Wärmepumpe Verbraucht.
Yep, das stimmt… Aber ich setze den Akku halt relativ intensiv auch für das Netz-Laden ein, damit ich zu günstigen Zeiten den Akku füllen kann (Dynamische Strom- und Netz-Tarife). Damit komme ich auch auf weitaus mehr Zyklen als bei reinem PV-Betrieb, gerade im Winter wird der Akku stark genutzt und auch in den Übergangszeiten… Und da möchte ich vermeiden, dass der Akku bald “die Grätsche macht”… Meine BYD HVM ist ja auch “nur” mit 6000 Zyklen angegeben… Ich muss mal schauen, wie viele Zyklen ich dann wirklich im Jahr haben werde, aber mir scheint es so in Richtung der 400 oder sogar etwas mehr zu gehen… Naja, 15Jahre wäre ja irgendwie auch noch OK
Nunja für mich ist ein Handy zum Telefonieren da, alles andere ist Spielerei und Ressourcen Verschwendung. Ich renne allerdings aber auch nicht wie die neue Generation Zombie mäßig mit dem Handy durch die Gegend, abgelenkt von den wichtigen Dingen im Leben (gewollt). Und nur weil eine App meint das, das Gerät veraltet ist und sie deshalb nicht mehr läuft, heißt das noch lange nicht das, das Handy es nicht könnte. Ich hatte das letztens bei der Ebay App und Android 6... nur blöd wenn am Tag zuvor noch alles funktionierte und man im Hintergrund also hinter dem Mitteilungfenster sehen kann das es weiterhin alles wunderbar läuft. Man wird ausgeschlossen und somit gezwungen (zumindest versucht man das) neue Geräte zu kaufen. Eine App ist keine High End Software welche High End Hardware benötigt, und deswegen kosten sie, wenn sie denn was kosten auch nur im 1 Euro Bereich.
Ja jeder wie er mag, wobei da noch die Frage wäre ob sich der Akku nach 8 Jahren auch wirklich schon amortisiert hat. Und wenn die Preise sinken dann sinkt meistens auch die Qualität. Ist dir schonmal aufgefallen das die Qualität sämtlicher Produkte mit den Jahren stetig abgenommen hat? Ob das bei den geliebten Lifepo Akkus nun anders verläuft waage ich stark zu bezweifeln. Echte Qualität gab es noch in 90er Jahren, und ab 2000 ging es stetig bergab. Ich sammle zb. alte Computer angefangen vom 486er bis zum Pentium 1/2... die Elkos auf den Mainboards sind alle zumindest optisch noch Tip Top und die Geräte laufen einwandfrei. Schaue ich mir allerdings Mainboards ab Baujahr 2000 an so hat jedes zweite Board ausgelaufene Elkos. Ausnahme waren allerdings die verbauten "Tonnen Akkus" von Varta etc. die meist ausgelaufen sind, und dir die Säure das Board zerfressen hat. Grundig Röhrenfernseher damals Top und Made in Germany, dann Made in China und Flop. DDR Küchengeräte werden als "NOS" zum Teil bereits zum vierfachen Preis gegenüber einem Gerät gehandelt was du heute kaufen kannst. Simson Mopeds, MZ, schau dir mal die Preise an . Nur die Rahmen mit Papieren die man vor 10-15 Jahren für ein Appel und ein Ei kaufen konnte, kosten inzwischen locker das zehnfache von damals (je nach Model noch mehr). Was meinst du warum das so ist? Weil alles andere heute besser ist und weiter entwickelt wird? Nö, weil inzwischen immer mehr Leute schlau geworden sind und genau wissen was noch Qualität und vorallem reparierbar war. Und so sehe ich das auch beim PV Speicher kommen... das Zeug wird günstiger aber taugt dann auch nix mehr.
Ich schrieb ja schon oben:
Zyklen sind das eine, ein Kapazitätsverlust des Akkus aufgrund nicht schonender Nutzung das andere...
Das muss man differenzierter sehen. Die Entwicklung heute kann man nicht mit der Entwicklung aus den 80er und 90er Jahren vergleichen. Da ist immer mehr Produktion nach China gewandert zu deutlich günstigeren Preisen.
Bei Speichern, die typisch fast alle auch China kommen, kann ich keinen Qualitätsverfall erkennen. Ganz im Gegenteil, gerade bei den BKW-Speichern war die letzten Jahre so viel Schrott auf den Markt, völlig unzulänglich entwickelt und so langsam stabilsieren die sich. Die Qualität ist aber immer noch nicht zufriedenstellend bei den meisten Geräten. Es ist davon auszugehen, dass die in 5-10 Jahren sehr viel ausgereifter sind.
Ganz ehrlich: ich habe es auch noch nicht verstanden. Wie wahrscheinlich viele hier habe ich den Deye 12k mit LV Batterie (auch Deye). Dazu 25 kwp PV. Im Sommer ist der Speicher (20 kWh) entsprechend schnell voll und steht dann länger bei 100,%.
Bis jetzt kann keiner entgültige sagen welcher Betrieb der richtige ist. Jeder erzählt da was andere und es gibt viele Meinungen. Hab alles über Modbus im Home Assistent und es wäre eine leichtes Automationen zu erstellen. Mache ich aber nicht.
Ich vermute mittlerweile dass es das Beste ist das System gemäß Datenblatt auszunutzen: 12 kW entladen beim Duschen mit dle und e Auto laden. Laden einfach immer auf 100%. Laden begrenzen ich im Sommer auf 5 kW. Im Winter aber auch max wenn dann doch mal sie Sonne kommt.
Wenn ich jetzt nach 10 Jahren 10% weniger Kapazität habe sollte (weiß keiner) ist das eben so. Dafür habe ich das System bestmöglich ausgenutzt.
PS: die Regel 20-80% kommt von Zellen mit nmc. Zb beim e Auto. Das hat mit den Batterie im Keller nicht viel zu tun.
Ich denke, die Hersteller der Zellen haben mittlerweile andere (schonendere) Vorgaben als die Verkäufer der Fertigbatterien. Das dürfte aus den Erfahrungen im Betrieb kommen, auch Datenblätter reifen beim Kunden. Da bin ich doch lieber auf der vorsichtigen Seite. Dazu: Was hilft eine Minibatterie, die in 1h voll und in 2h wieder leer ist? Da ist mir lieber, ich komme über wenigstens 1 Regentag
Da tue ich was dagegen, indem ich den Speicher nur langsam lade. Gerade so, daß er abends wieder voll ist (oder auch nur auf 90%). Dann steht er nicht lange mit 100% herum, und ist trotzdem groß genug, um über ein bis zwei Regentage zu kommen.
Bei “richtiger” (normal angemeldeter) Anlage kommt noch was dazu: Mein Versorger bietet nach nur wenigen Jahren Dornröschenschlaf einen ferngesteuerten variablen Tarif an. Damit läßt sich wieder Geld verdienen mit speichern der Tagesproduktion und die einspeisung geschieht idR an den Zeiten mit Höchstpreis. Der Gewinn ist der gute Einspeisetarif, für den Versorger der Verkauf von Regelenergie.