ich denke ich bin nicht alleine damit, dass es mich gewaltig nervt einen 66kWh Akku in der Garage parken zu haben, während mein 15kWh Akku in den Wintermonaten ständig nach Ladung lechtzt und der Stromzähler eindeutig in die falsche Richtung läuft.
Jedenfalls kann mein E-Auto lediglich V2L mit 3,6kW.
3,6kW wäre allerdings mehr als genug, um die Grundlast abzudecken und von den 66kW werden täglich eigentlich auch maximal 25kWh benötigt. Also wäre es doch irgendwie naheliegend, den Akku nutzbar machen zu wollen ...
Also habe ich mich mit dem Thema mal etwas beschäftigt und spiele gedanklich gerade mit folgendem Aufbau:
V2L-Adapter für mein Auto
daran angeschlossen ein Huawei R4850G2 Gleichrichtermodul mit einem ESP für die Steuerung wie z.B. Softstart
daran angeschlossen die MPPTs von drei Hoymiles HMS-1000-2T Wechselrichtern
die Wechselrichter werden dann an die drei Phasen einer Kraftstromsteckdose in meiner Garage angeschlossen
Das Huawei Modul kann bis zu 3000W liefern, was recht gut zu den maximal 3,6kW vom Auto passt. Die Hoymiles Wechselrichter können jeweils 1000W verarbeiten ... drei Stück davon passt auch wieder pefekt. Der PV-Akku schluckt eventuelle Regelungenauigkeiten über seine Eigenbedarfsregelung weg, der Strom aus dem Auto landet im Zweifelsfall also nicht im Netz.
Wer nur 230V in der Garage zur Verfügung hat, der kann auch einen HMS-2000 verwenden und damit immerhin noch 2000W abgreifen. Und wem das ganze zu teuer wäre, der könnte auch erst mal mit nur einem HMS-1000 anfangen und bei Bedarf nachrüsten.
Mir ist natürlich bewusst, dass auf der Strecke einiges an Wandlungsenergie auf der Strecke bleibt. Letztlich ist die Differenz zwischen 8Ct Einspeisevergütung und 30Ct Bezugspreis mehr also groß genug, um selbst vierfaches Hin- und Herschubsen der Energie zwischen Haus und Auto immer noch lohnenswert zu halten (wobei das natürlich kein vernünftig denkender Mensch tun würde ^^).
Wenn ich dich richtig verstehe willst du DC (Batterie Auto) in AC (nach Adapter) in DC (nach Gleichrichtermodul) in AC (nach Wechselrichter) umwandeln? Das sind erstens Umwandlungsverluste und zweitens ist dein Auto dafür dauerhaft an mit Grundlast solange der Adapter versorgt werden muss.
Und was hättest du danach? 3 mal Wechselspannung deren Phasenwinkel du festlegst indem du sie auf die einzelnen Phasen der Drehstromsteckdose legst und dort ja auf moduliert wird?
Klingt für mich nach einer gewagten und sehr ineffizienten Variante.
Also ... wir haben eine 18kWp PV mit perfekter Lage, welche natürlich an schönen Tagen ordentlich Überschuss produziert. Da habe ich dann jeweils die Wahl, ob ich das für 7ct bzw. 0ct bei negativen Börsenpreis rausschleudere oder ob ich es in unser Auto pumpe (was natürlich auch nicht endlos geht).
Wenn dann mal vier fünf Tage nichts vom Dach kommt, könnte ich auf diesem Weg mein Auto anzapfen und mir gut 20 bis 30 kWh der eingespeicherten Energie wieder zurückholen.
Dass ich dabei etwa 30 - 35% an Wandlungsverlusten auf der Strecke lasse, ist mir bewusst.
Selbst wenn ich einen Großteil der über diesen Weg gezogene Energie anschließend wieder in meinen PV-Akku schiebe (um das Auto nicht länger als nötig "an" zu lassen), bleibt es in Summe trotz aller Ineffizienz immer noch ein gewaltiges Plus im Vergleich zu den 30ct Bezugskosten.
Und korrekt: ich hätte im Anschluss bis zu 1kW je Phase.
Dir ist aber bewusst, dass du bereits vor dem ersten Wandlungsverlust bereits theoretisch 10% verloren hast, da du 300-500W Standby Verbrauch des Autos zur Generierung der 3600W mit betrachten müsstest?
Quasi 4000W aus der Autobatterie um 3600W DC zur Verfügung zu stellen und danach startet dann deine Kette.
Deine PV-Anlage mit 18 kWp an 15 kWh hat zu wenig Akku, wie du selber feststellst. Also rund 2,5k€ ausgeben und die Anlage damit abrunden.
Auto halte ich für eine Notlösung an einer Insel oder bei langem Stromausfall.
äh ... 15kWh ist zu wenig, wenn man damit zwei bis drei Tage voll abdecken kann?
Sorry, aber das halte ich für eine sehr gewagte Aussage für eine "Nicht-Insel-Anlage".
Und nein, bei 2500€ wäre ich definitiv raus.
Die Kosten belaufen sich tatsächlich inklusive allem Material drumherum auf etwa:
~ 130€ für das Huawei Modul (werden bei Kleinanzeigen zuhauf angeboten)
3 x 130€ für die Wechselrichter
100€ für Stecker, Kabel, Montageträger
Also etwa 620€. Müsste also etwa 3.000 kWh als Eigenbedarf aus dem Akku wieder rausgeholt haben, um in die Gewinnzone zu kommen oder alternativ ~ 4.000 kWh per Energy Sharing über nächtliche Einspeisung veräußern.
Das sollte machbar sein.
Danke, das ist mal ein konstruktiver Beitrag über den Tellerrand hinaus.
Das wäre dann zwar ein besserer, direkter Weg, allerdings fände das Sungrow sicherlich nicht so toll, wenn ich irgend etwas zwischen den Wechselrichter und die Batterie packe, um selbige zu laden.
Schau Dir mal den
BLUETTI Balco Transfer Hub
an. Der vereint alles in einem Gerät. Leider nur mit 800W
Ich halte allerdings von den vielen Umwandlungsschritten nicht viel.
Das muss ja alles irgendwie gesteuert werden und das Fahrzeug dann auch verfügbar sein.
Ich nutze die Flexibilität der großen Fahrzeugakkus, um die Ladung in Zeiten mit genügend Überschuss zu verlagern.
Wenn der Hausspeicher für den reinen Hausverbrauch zu klein ist, dann sollte dieser erweitert werden.
Nach so etwas suche ich jetzt locker schon seit über ein Jahr.
Jetzt weniger, um damit das Auto anzuzapfen, sondern mehr, um damit Energie zum Mieter übertragen zu können.
Die 800W (vs. 1000W) wären gar nicht mal so dramatisch - dafür hat der Balco immerhin einen Wirkungsgrad von bis zu 94%. Huawei und Hoymiles kämen zusammen auf nur etwa 90%.
Doof ist allerdings, dass die Regelung ausschließlich über eine Cloud läuft - sekundengenaues Regeln fällt damit raus, auch wenn es eine inoffizielle Home Assistant Integration gibt.
Nachteil liegt dann wiederum im Gesamtpreis:
Aktuell wären das knapp 900€ für drei Stück.
Wenn ich nur einen verwenden würde, würde ich hingegen mehr Energie an die Auto-Elektronik verlieren, welche ja für die Energieabgabe eingeschaltet wird. Das würde den Gesamtwirkungsgrad wieder deutlich senken.
Interessant ist das Ding aber ebenso, um eventuell Energie von uns zum Mieter zu übertragen.
Wobei mir spätestens da die fehlende Fähigkeit zum sekundengenauen Regeln auf die Füße fällt.
Nichts desto trotz ...
Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung und ein echt wertvoller Hinweis!
Hoffe, da kommt bald mehr in dieser Richtung auch von anderen Anbietern.
Für ein "mal eben 800W vom Auto ziehen" ist das absolut ein gangbarer Weg frei von Gebastel.
Danke Dir.
Ich spiele auch mit ähnlichen Gedanken. Ich möchte die Autobatterie aber nur bei längerem Stromausfall nutzen. Ich werde den Vorschlag von @Auric umsetzen.
Das Netzteil bei Ali kostet 120€, V2L Adapter bei Amazon 40€.
Bei Deinem verlinkten Adapter steht wörtlich:
"Nicht für V2L"
Wenn ich es richtig verstehe, ist's anders herum - den Adapter kannst Du an die Wallbox anschließen, um dann wieder eine 230V Steckdose zu bekommen. Aber nicht ans Auto.
Und bevor ich 120€ für ein Netzteil ungewisser Qualität von Aliexpress hinlegen würde, würde ich eher über das von mir bereits genannte Huawei für 130€ bei Kleinanzeigen nachdenken. Letzteres hat bei Bedarf auch 1000W mehr Leistung.
Ja, da hatte ich auch schon drüber nachgedacht.
Allerdings bringt der effektiv 750W weniger, lässt sich nicht bedarfsweise einzeln vom Netz trennen und ist mit 340€ auch nicht bedeutend günstiger als drei einzelne HMS-1000-2T (~390€).
Nebenbei muss man auch bedenken, wie lange das Entladen vom Auto je nach Leistung dauern würde. Unser Kona hat einen Eigenverbrauch von 200 bis 300W fürs V2L. Ich rechne mal mit 50% / 33kWh Akku leer ziehen:
Also:
800W Wechselrichter -> ca. 32 Stunden bei 8kW im Auto verbraten (~76%)
2250W Wechselrichter -> ca 13 Stunden bei 3,2kW im Auto verbraten (~90%)
3000W Wechselrichter -> ca. 10 Stunden bei 2,5kW im Auto verbraten (~92%)
3600W -> ca. 8 1/2 Stunden bei 2,1kW im Auto verbraten (~94%)
(noch ohne Verluste vom darauffolgenden AC-DC-AC-Weg betrachtet)
Man sieht:
Durch den Eigenbedarf des Autos macht es also auch einen deutlichen Unterschied, wie viel Leistung man abruft.
Ich kann dir nichts zu der Firmenpolitik von Sungrow schreiben, ich weiss nicht in wie weit die ihr Ökosystem verriegelt und verrammelt haben (nur zum Wohl des Kunden ..(Installateur)... vermutlich)
In einen zu bevorzugendem, offenem Ökosystem ist es dem WR absolut egal ob er die Batterie entlädt und gleichzeitig die Batterie ein Laden von einer unbekannten Quelle meldet.
Hast du dir einmal die Garantiebedingungen für dein Fahrzeug in Hinblick auf V2L Nutzung angesehen? Ich kann mir vorstellen, dass hier eine Dauerlast bzw. regelmäßige Langzeit Belastung ausgeschlossen bzw. untersagt sind. Insofern du darauf Rücksicht nehmen wolltest.
@Auric:
Der SBH ist jedenfalls eine Hochvoltbatterie ... das würde vermutlich noch mal andere Voraussetzungen an die Ladetechnik stellen. Ansich ist das System ziemlich offen, über Modbus kann ich alle nötigen Dinge wunderbar auch ohne Installateurzugang einstellen. Also z.B. auch die maximale Netzeinspeisung problemlos über die 60% heben (was ich aber nicht benötige, Aber möglich wär's ^^) oder beliebige Betriebsarten aktivieren und begrenzen.
Hyundai hat dahingehend allerdings - soweit ich es bisher gesehen habe - keine Limitierungen.
Davon ab geht es auch nicht um "regelmäßig" oder "Langzeit" ... wobei beide Begriffe derart schwammig sind, dass sie in einer AGB sowieso keinen Bestand hätten. Da müssten dann schon konkrete Zahlen drin stehen.
Die gleichmäßigen 3kW sind für den Ladeanschluss als auch für die Batterie sowieso eher Wohlfühlbereich als ernsthafte Belastung. Aber klar: wenn die Garantiebedingungen einen benachteiligen, dann ist die Argumentation auch irrelevant.
Jedenfalls - wie eingangs erwähnt: es geht mir lediglich um jene Momente, wo drei Tage lang kein vernünftiger Nachschub vom Dach kam - die sind ja nicht so häufig. Und dann wären es wohl auch maximal 15kWh, was dann 5-6 Stunden mit 3kW entspräche.