Hallo liebe Gemeinde,
ein Bekannter baut in naher Zukunft eine 100 kWp Eigenverbrauchsanlage und hat meine Victron-Anlage gesehen. Er möchte nun für Mietwohnungen und den täglichen Stromverbrauch einen großen Akku bauen. Die Idee ist, 200 kWh Speicher für die Anlage zu bauen.
Wie seht ihr das? Meine Idee wäre, insgesamt 6 Victron Multiplus II 15k als 3-Phasen-Anlage zu nutzen und dann entsprechend 12x 16kWh Akkupacks mit EVE MB31 Zellen zu bauen.
Ich frage mich jetzt aber, ob es sinnvoller wäre, AC Akkus zu nehmen? Diese kann man allerdings nicht selber bauen…
Mich würde interessieren, wie die Meinung zu so einem Vorhaben ist. Wahrscheinlich gibt es da sinnvollere Ideen.
Mh, spricht was dagegen einfach 6x Deye Wechselrichter mit 12K (15K) zu nehmen und dazu jeweils einen NKON Speicher mit 32kWh?
https://www.nkon.nl/de/nkon-ess-pro-51-2v-32kwh-thuisbatterij.html
Bei einem Akku läuft heftig viel an Ampere dadurch. Wären es für jede Wohnung ein Wechselrichter und ein Akku müsste es doch auch gehen. Sofern nicht mit über 11KW E-Auto-Akkus geladen werden oder mit 22KW Durchlauferhitzer dran sind.
Danke für den Link! Den Akku schaue ich mir mal an!
Es wären ja 200 kWh und ich hatte überlegt, einen Teil der Anlage an AC-In zu klemmen, einen kleinen Teil DC direkt zu laden und den Rest dann über AC-Out, so dass vielleicht nur 70 kWp über den Akku laufen. Das wäre dann ja eine max. Laderate von 0,36 C, was aus meiner Sicht gut gehen sollte oder?
6x32kWh = 192kWh. Also knapp an den 200kWh. Aber eben an jedem Wechselrichter einer und nicht ein dicker Akku für alle.
Macht es technisch sicherlich einfacher, aber man verschenkt halt auch Resourcen, wenn man es so aufsplittet. Oder muß noch bilanzieren, was auf der AC Seite zwischen den Wohnungen ausgetauscht wird.
Hm, also ganz ehrlich, das muss ich, wenn das als EINE Anlage betrieben werden sollte, passen. Überleg mal, das wären dann wirklich 100kwp an einem Wechselrichter und ein Akku mit 5KW an einer Phase, also 30KW pro Phase ungefähr. Kann man dann NV vergessen. Und HV wird wahrscheinlicher. Aber wahrscheinlich auch extrem viel teurer.
Mich würde da eher interessieren wie die miteinander kommunizieren würden und das aufteilen. Auch bei Victron.
Extrem viel teurer wird das nicht mit HV.
Da gibt es sinnvolle Akkus, die auch mit Deye zusammenarbeiten wo 51kWh auch nur noch 7000€ kosten also unter 140€/kWh, da ist es dann auch von der Effizienz deutlich besser als mit den LV Batterien. Bei einer solch großen Anlage muss man die Daten mal gegenüberstellen, weil der Verkabelungsaufwand für die hohen Ströme bei den LV auch zusätzlich kostet.
Für die 100kWp Anlage wäre dann folgende Konstellation möglich:
4x Deye 25k-SG01HP3-EU-AM2 in Kaskade und 4x Dyness Stack100 mit 51,2kWh mit einer Batterie an jedem WR.
Da kommen dann im Notfall auch 100kVA Ersatzstrom raus, falls das Netz mal ausfällt.
Dabei kann man bei einer solchen Konstellation auch den Gleichzeitigkeitsfaktor besser ausnutzen.
Kostenaufstellung nur Material:
Victron-Anlage 100kWp - max 90kW Leistung und 60kVa Notstrom
Wechselrichter: 6*1720€ - Multiplus Multiplus II 48/15000/200-100
Laderegler: 9x1360€ - SmartSolar MPPT RS 450/200 48V
Steuerung Victron: 1x1000€ - Cerbo + Shunts + Lynx, etc. (geschätzt)
Verkabelung vom Lynx zu WR: 12x60€ - 70mm² 1,5m lang mit M8 oder M10 Kabelschuhen konfektioniert
Batterie: 6x3025€ - NKON ESS Pro 32kWh
Summe: 41530€
Deye Anlage Hochvolt: max 160kWp, 100kW Leistung und 110kVA Notstrom
Wechselrichter: 4*1800€ - Deye SUN 25k-SG01-HP3
Laderegler: 0€
Steuerung: 0€
Verkabelung: 0€ von Batterie zu WR in Batteriekosten enthalten
Batterie: 4x7000€ - Dyness Stack 100 51,2kWh 512V
Summe: 35196€
Nach der obigen Aufstellung sieht das ganze für die HV Anlage kostentechnisch weit besser aus, als für die Victron Anlage.
Zusätzlich hat man noch die höhere Effizienz der Hochvolt Batterien von über 90% HV zu ca. 80% LV.
Da gilt es dann doch zu überlegen. ![]()
Herzliche Grüße
Eclipse
Es ist so, dass an der Anlage auch Großabnehmer, wie Elevatoren und Belüftungsgebläse dran hängen. Diese laufen hauptsächlich in der Ernte und die Gebläse dann weiter bis in den Dezember.
Meine Idee war die 12 Akkus parallel an einer Sammelschiene zu verbinden und von da dann die 6 Multiplus anzuschließen. So mache ich es mit meiner 3-phasigen Anlage auch.
Allerdings habe ich nur 64 kWh Akku und das lies sich leicht mit den Victron Lynx realisieren.
Man könnte jetzt ja auch 3x Victron Lynx nutzen und dort jeweils 4 Akkus anklemmen. Jeder Lynx könnte dann widerum 2 Multiplus versorgen…oder?
Das System soll in Zukunft Notstrom- und schwarzstartfähig sein. Das habe ich bei mir auch umgesetzt. Daher würde von den Multiplus der AC Out zu einem Verteiler gehen und von dort dann zu den Großverbrauchern und auch zu den Wohneinheiten.
Hat sich jemand mal mit HV-Speichern oder AC-Speichern beschäftigt? Sind AC-Speicher im Grunde auch nur DC-Zellen mit integriertem WR?
Danke Eclipse - da haben sich die Antworten überschnitten! Ich schaue mir mal die HV-Akkus an! Das sieht für mich auch sinnvoller aus! Ich habe damit nur bis jetzt nicht gearbeitet.
Sind die Deye Systeme auch so integrierbar bzw. steuerbar wie Victron?
Noch eine Frage: warum hast du 9x Smartsolar RS450/200 eingeplant? Man könnte da ja auch nur einen nutzen und den Rest über die MP laufen lassen…
Gruß Konrad
Neue AC Speicher haben Multi Level Inverter, die generieren ihren Sinus anders als die typischen WR, das ist der Hauptunterschied. Andreas hat zu der Wirkweise der neuen Speicher mal ein Video gemacht.
Link: Speicher mit Multi Level Inverter
Wenn es unbedingt LV und schwarzstartfähig sein soll, dann wird außer Victron wenig in Frage kommen.
Schwarzstartfähig bekommt man aber auch mit der oben skizzierten Deye Anlage hin, wenn man nur einen kleinen LV Akku mit Laderegler und einem 3-phasen WR dazubaut, der dann im Extremfall, dass mal alle Batterien leer sind, das Netz bereitstellt.
Herzliche Grüße
Eclipse
Wechselrichter Deye 15K 6x 1730€ max. 90KW Leistung
Verkabelung wie von dir beschrieben: 800€
6xNKON 32kWh 3025€
Summe: 29 330€
Und dann sind wir bei knapp 10 000€ Unterschied. Die Frage ist, ob es 6 Haushalte gibt oder nur 6 x der Wechselrichter gedacht war, um auf die Leistung zu kommen.
PS: Ah du hast schon ein System. Dann wäre es viel praktischer wenn du das als Ausgangsbasis nimmst, da du dich damit schon beschäftigt hast. Das ändert Vieles. War nur ein Vorschlag. Bei HV passe ich.
Ja, war ne Überschneidung mit den Antworten.
Die Victron Multiplus haben keine Eingänge für Solarpanele, du brauchst bei Victron Laderegler in jedem Fall, soweit ich deren Konzept verstehe. Du kannst natürlich auch mehrere kleinere nehmen, wenn das besser zu dem PV-Feld passt.
Die Deye WR lassen sich in einer Master/Slave Konfiguration betreiben mit einem Master und bis zu sechs oder sieben Slaves. Die Leistung addiert sich dann zur Gesamtleistung und der Master steuert die Leistungsbabgabe aller WR. Voraussetzung ist, dass alle WR die gleiche Hardware und den gleichen Softwarestand haben.
Der Youtuber Mr. Mining hat über eine solche Master/Slave Konfiguration von zwei Deye HV WR mal ein Video gemacht, hab ich damals zufällig gefunden.
Wenn 90kW WR-Leistung für die Anlage reichen, kannst du auch dreimal den Deye Sun 30k-SG01HP3-EU-BM3 verwenden.
Der hat dann drei MPPT Eingäge pro WR und zwei Batterieeingänge zu je 50A, da kommst du dann auf 99kVA Notstrom.
Deye ist in Ländern mit häufigem Stromausfall wie zB. Südafrika ein bedeutender Marktakteur und gilt als zuverlässig.
Herzliche Grüße
Eclipse
Für die 90kW Leistung netzparallel reicht es aus, für den Batterie-Notstrom must du aber mit max. 86kVA auskommen.
Die LV Deyes haben Stromgrenzen und der 15k kann nur max 280A, das sind bei 51,2V nur 14,336kVA pro WR.
Für mindestens 90kVA Notstrom braucht es dann mindestens noch einen zusätzlichen Deye WR.
Dann sind es nur noch ca. 4000€ Unterschied zu der Deye HV-Anlage, bei immer noch geringerer Backup Leistung (-2kVA), weniger Effizienz und den deutlich wärmeren Kabeln.
Außerdem brauchst du noch den zentralen Stromverteiler für die LV-Akkus, weil bei den Deye LV WR im Master/Slave Betrieb die Batterien alle parallel geschaltet sein müssen und die BMS nur vom Master überwacht werden. (Ist halt Deye spezifisch)
Bei den Deye HV WR hat jeder seine eigene(n) Batterie(n).
Das sind immer so Tücken im Detail, die gerne überlesen werden. ![]()
Herzliche Grüße
Eclipse
Zunächst mal die Frage ob du das alles auch abgenomen bekommst ?
Dann zu den Vorschlägen. HV Speicher sind sicherlich von der Nutzung her effektiver. Allerdings ist die Wartung und selbstbaumöglichkeit sehr eingeschränkt.
Es werden ja nicht umsonst in vielen Gebieten (ich kenne mehrere Anlagen in Afrika und Mexiko, die von uns mitbetreut wurden) die 48 V Anlagen bevorzugt, weil die Ersatzteilversorgung viel einfacher ist und man zur Not auch mal basteln kann, wenn was nicht läuft. Das fällt bei HV Akkus weg.
Zum Laden ist halt die Frage. Wenn du nur Gleichstromladung machst sind die Victron Teile auf jeden Fall effektiver als der Deye. Die Frage ist halt was machst du im Winter. Willst dann den Akku bei Billigstrom aufladen um dann zu verbrauchen? Dann sind die Deye Teile die bessere Wahl, da die effektiver sind als die Multiplusse mit denen du dann ja laden müsstest.
Ich habe mich für Victon entschieden, weil mir die Steuerung über den Cerbo besser gefallen hat und ich da mehr machen kann. Zudem habe ich redundante Systeme. Wenn mein Victron ausfällt, laufen die Fronius weiter und versorgen mein Netz.Fällt ein Fronius aus, laufen die Victrons weiter. Wenn du alles in einem hast, dann ist bei Ausfall halt beides weg.
Daher halte ich die Idee alles auf eine Anlage zu legen auch für geschickter als für jede Wohnung einen einzelnen WR.
ICH würde bei Mietwohnungen nicht damit agieren, da ich dann für die Stromversorgung der Mieter einstehen muss, was sonst die Stadtwerke tun. Ich habe den Abrechnungskram und die eventuelle Gewinnermittlung u.v.m.
So wie Eclipse es vorgerechnet hat sieht das Deye System besser aus als das Victron, mit dem Nachteil du kannst weniger selbst eingreifen.
Stefan
Auch allgemein wird der Wirkungsgrad schlechter sein, weil es einzelne Anlagen sind. Wie geschrieben, interessant wäre es, wenn eben direkt auch 6 Haushalte vorhanden sind. So hätte jeder für sich das Ding und fertig.
@stefanelo danke für deinen Input. Was könnte es aus deiner Sicht schwierig machen so eine Anlage abgenommen zu bekommen?
Ich finde die mögliche Flexibilität der 48V Akkus auch attraktiver und nutze diese bei mir auch. Die Einbindung der Victrons mit anderen Systemen und den Akkus ist wirklich super. Das lässt sich Victron allerdings auch gut bezahlen.
Ich würde es mir so vorstellen, dass ca. 80-90% der Anlage per WR an den AC-Out des Multiplus angebunden sind und so ja auch direkt die Großverbraucher und die Wohneinheiten versorgen können, ohne dass der Strom durch den Akku muss. 10% würde ich dann per DC Direktladung (SmartSolar 450) laden, um eine Schwarzstartfähigkeit zu haben.
Ich werde mir die Deye Komponenten mal anschauen und das durchrechnen. Allerdings bin ich der Meinung, dass man nicht 9 SmartSolar 250 benötigt, was also in der Victron-Kostenrechnung abgezogen werden müsste.
In niedrigpreisphasen könnte man dann ggf. mit einem dynamischen Tarif den Strom in den Akku laden. Das müssen wir aber auch mal durchrechnen. Ansonsten wäre der Speicher “nur” als Nachtspeicher bzw. für sonnenarme Tage im Einsatz…wir werden das mal durchrechnen.
Habe bei großen Anlagen mehrfach erlebt, dass es wegen Brandschutz und sonstiger Vorgaben Probleme gab. Sollte vorher geklärt werden. Daher meine Bemerkung.
Wie stellt ihr euch das im Winter vor. Dann ohne Akku und ihr versorgt die Wohnungen über was ?
Ihr habt dann EINEN Vertrag mit dem Versorger und wenn im Winter nix geht, rechnet ihr mit den Wohnungen ab?
Im Sommer und Frühjahr kann ich mir vorstellen, dass das gut funktioniert. Im Winter nicht.
Ich habe 100 kwh Stunden Akku für heizen und Elektroauto. War von Mitte März letztes Jahr bis Ende Oktober komplett autark und habe soviel eingespeist, dass ich sogar noch 230 Euro Gewinn trotz des Verbrauchs im Winter gemacht habe.
Stefan
Alles klar. Ja, das mit dem Thema Brandschutz muss natürlich vorher geklärt werden!
WIE die Wohnungen genau angeschlossen sind, weiß ich aktuell auch nicht genau. Aber ich vermute etwa so:
Eigene Trafostation
|__ Haus 1 Stromzähler
|__ Wohnung 1
|__ Wohnung 2
|__ Wohnung n …
|__ ….
|__Haus 2 Stromzähler
Es kann aber auch sein, dass jede Wohnung ihren eigenen Zähler hat…
Das würde ja bedeuten, man müsste die Einspeisung der Multiplus an der Trafostation vornehmen…dann mit einem separaten Zähler (?)
Im Winter werden die Wohnungen/Gebäude etc. dann vom Netz versorgt.
Ich bin gespannt, wie ich jetzt mit Akku hinkomme. Habe die PV-Anlage (Zaun) und den Akku erst im Dezember installiert. Strom wird hauptsächlich zum Heizen und zur Warmwasserbereitung genutzt…da gehen am Tag um Winter jetzt zwischen 30 und 50 kWh am Tag weg….
Konrad
In welchem Land werden Häuse so angeschlossen?
Ich habe bei dem Vorhaben auch noch nicht verstanden wie das mit den Zählern der Mieter derzeit aussieht und was geplant ist. Wenn ich es richtig verstehe, kann ein Mieter jederzeit verlangen einen offiziellen Zähler zu bekommen, damit er seinen eigenen Stromanbieter wählen kann. Also nicht einfach einen Zwischenzähler zur internen Abrechnung.
Was macht man bei dem Gesamtkonstrukt dann mit diesem Mieter?