2 Modulfelder mit verschiedenen Spannungen und unterschiedlichen Geräten in Serie betreiben?

Klingt erstmal nach einem wilden Unterfangen und ist es vielleicht auch:

Historisch sind 2 verschiedene kleine Insel-PV-Anlagen gewachsen:

PV1: 4 Module Trina Vertex S+ 450Wp in 2s2p-Schaltung auf Gartenhaus SW (90…100V, max. 20A)

PV2: 6 Module Longi LR5-54HTH 445Wp in 3s2p-Schaltung NO Aufständerung (110…120V, max. 27A)

An PV2 hängt derzeit ein Victron MPPT 150/45 Laderegler für unsere 24V Batterie mit 2,66 kWh

An PV1 hängt tlw. ein XY125-22 Buckconverter, mit dem div. Akkus geladen werden und zeitweise Wasser erhitzt wird.

Beide Modulfelder werden im Sommer nicht ausgelastet und stehen zu 90% der Zeit eher ungenutzt. Im Winter werden beide gebraucht um die Batterie zu laden, da hilft der XY125-22 dann dem Victron MPPT mit, wenn es sein muß.

Nun war die Idee im Sommer den Überschuß ins Hausnetz einzuspeisen mit einem Solax X1 Mini 1,5 kW. Um beide Modulfelder hier sinnvoll einzubinden, überlege ich diese in Serie zu schalten und dann mit ca. 200V DC an den Solax-Eingang zu gehen. Ist das eine gute Idee?

Problem könnte sein, das sich der Victron MPPT durch den Solax MPPT gestört fühlt und umgekehrt. Beide suchen den MPP und die Tracker werden ‘verrückt’. Mit den max. 1,5kW Leistung des Solax bleibe ich im Sommer ja meist unter der Leistungsgrenze der Module, aber es gibt natürlich auch Wolken etc. Kann das gutgehen oder riskiere ich damit möglicherweise die Steuerung des Victron oder Solax-Gerätes? Mal abgesehen davon, dass die Leistungsdaten der unterschiedlichen Module und Verschaltungen auch nicht ideal zueinander passen, da würde ich aber max. 6-7A bei 20V Überschuß, also bis zu 150W ungenutzt lassen, aber ansonsten bleiben 2….3 kW ungenutzt.

Ansonsten würde ich den Solax erstmal nur an PV1 hängen oder im Sommer das Ganze umklemmen (also den Victron MPPT an PV1 und den Solax an PV2).

Ich verstehe deine Varianten nicht ganz, aber:

Beides in Reihe an einen MPPT Eingang würde gehen, er findet dann den 200 V Punkt bei 20 A.

Sowas kann der Tracker. Wenn er die Spannung aushält.

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Danke! Ja, der kann sogar bis 450V am Eingang.

Das Problem ist dann aber, dass ich ja zwischen PV1 und PV2 noch einen Abgriff in der Mitte habe, wobei der Victron MPPT nur die PV2 (mit 110V) nutzt und der Buckconverter zeitweise die PV1 (mit 90V). Also beide Teilstrings werden aus Sicht des Solax noch anderweitig genutzt und die Regelung der drei Geräte könnte sich irgendwo beissen, vor allem die MPPTs von Solax und Victron - so zumindest meine Befürchtung. Vielleicht sollte ich eine Zeichnung machen, damit es klarer wird?

Abgriff mitte musst du abklemmen, Schon alleine deswegen weil du Durcheinander mit Masse haben kannst, was man so nicht überblicken kann.

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Genau das ist die Frage. Der Victron MPPT hängt an PV2, der hätte dann auf der einen PV-Eingangsseite einen Mittelabgriff des Gesamtstrings. Auf der anderen Seite hängt zeitweise der Buckconverter, der hat denselben Mittelabgriff auf der anderen Seite. Die beiden ‘reden’ aber sonst nicht miteinander und hätten keine weitere Verbindung.

Über den ganzen String geht dann der Solax-Eingang, der hängt auf der Ausgangsseite dann am Netz. Dies hat aber wiederum keinerlei Verbindung zu den beiden Inseln mit ihren Einzelgeräten. Eigentlich sehe ich da kein Problem, auch nicht mit der Masse - höchstens dass die MPPTs gestört werden gegenseitig.

Hier mal eine schnelle Skizze:

Noch jemand eine Idee dazu? Carlos Bedenken sind sicher berechtigt, aber wenn ich es überdenke, gibt es da keine Möglichkeit das Masse irgendwo auf ein anderes Potential gehoben werden könnte, aber evtl. übersehe ich auch etwas?

Das gibt doch Regel-Chaos. 3 Gerät, die MPP wollen, die regeln sich da alle gegenseitig zu tode.

Wozu brauchst du überhaupt diesen Parallelbetrieb? Warum schaltest du nicht komplett um?

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Am Besten einen Teil der nicht ausgelasteten Module exklusiv für die Einspeisung ins Hausnetz umklemmen...

Ich möchte ja gerade die Flexibilität behalten und im Winter PV1 + PV2 nur zum Laden der kleinen Batterie im OG nutzen, aber im Sommer die überschüssige Energie einspeisen. Wenn das Umklemmen in die große Haus-PV so einfach wäre, hätte ich es schon gemacht.

Werde es erst einmal separat versuchen und dann vielleicht mal den Versuch starten und die Wirkung auf die Geräte beobachten. Wenn ich dann ein Regelchaos oder gar Aufschwingen etc. feststelle, dann kann ich es schnell wieder beenden.

Im Sommer ist es allerdings so, das der Victron MPPT im Prinzip gegen 8.00 oder 9.00 schon fertig ist und nur noch im Float-Modus arbeitet, d.h. da spielt der MPP keine Rolle mehr. Der Buckconverter macht ohnehin kein echtes MPPT, da spielt es überhaupt keine Rolle m.E. In dieser Phase (90% des Tages) dürfte es keine Probleme beim Regeln geben, m.E.

Es gibt Sicherheitsbedenken. Warum ist deser Hinweis im Handbuch?

Weil Stringwechselrichter im allgemenen nicht netzgetrennt sind! Das bedeutet, dass die Modulleitungen galvanischen Kontakt zum Stromnetz haben.

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Wo sind denn die beiden Texte her? In meinem Handbuch zum Solax X1 Mini finde ich nur den ersten Teil, aber nicht den zweiten.

PV-Isolationsfehler bedeutet m.W. PV-Kurzschluß zur Erde bzw. kleine Impedanz zum Erdpotential (weniger als 20 kOhm). Das hat erst einmal mit dem Netz nichts zu tun. Um DC auf AC zu wandeln muß da zwingend ein Zerhacker und Trafo enthalten sein und der Trafo führt zu einer galvanischen Trennung - es sei denn PV-Minus wäre auf Masse gelegt und dieser auf den Neutralleiter durchgeschluest. Das wäre aus meiner Sicht aber ein Konstruktionsfehler.

Die Regel sind eher trafolose WR, wo DC und AC nicht galvanisch getrennt sind.

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Was würde das im worst case heißen? Wäre dann dem AC-Ausgang ggf. eine PV-Gleichspannung überlagert - die aber nirgendwo den Weg zurück findet, es sei denn sie kommt irgendwo mit dem anderen PV-Pol zusammen? Selbst wenn der ‘N’ des AC-Ausgangs am WR auf einem bestimmten DC-Potential schwebt, das aus der PV kommt, sehe ich da noch keine wirkliche Gefahr. Gebe aber zu: sehr unschön das Ganze…

Du müsstest jeden Anschluss der Geräte prüfen, inwiefern die mit irgendeinem Potenzial gegen PE oder N belegt sind.

Beispiel: Stell dir vor, der Victron ist über die Batterie mit PE verbunden. Dann liegt dieses Potenzial recht wahrscheinlich auch am Minusanschluss seines Eingangs. Wenn nun Minus vom Solax auch auf PE-Potenzial liegt, hast du ein Problem.

Das muss aber während des Betriebs geschehen, Sonst wird sicherlich ein Relais allpolig abeschaltet haben.

Der Victron MPPT hat nur die beiden PV-Eingänge und 2 Batterieanschlüsse - keiner davon ist mit PE oder N verbunden.

Der Solax X1 hat aber natürlich sowohl einen PE als auch N-Kontakt, muß er ja, wenn er ins Netz einspeist. Selbst wenn diese irgendeine Verbindung zu PV- (?) hätten, was würde passieren? Das PV- vom Solax wäre das absolute PV-, also kein angehobenes Potential (Mittelabriff o.ä.). Alle anderen Geräte an dieser Konstellation haben weder mit PE noch N irgendeinen Kontakt. Tja, es bleibt das mulmige Gefühl….

Was du dann auch noch bedenken musst: Der Solax ist ja irgendwie mit Bezugspotenzial verbunden. Dann kann es je nach Verschaltung sein, dass die Batteriepole gegen Erde gefährliche Potenziale haben. Also selbst wenn es funktioniert, kann es in bestimmten Situationen gefährlich werden.

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gut , dass läßt sich ja messen. Aber man sollte ja auch eigentlich nicht an die Batteriepole langen im Normalfall. Selbst 50V können u.U. schon tödlich sein, auch wenn in aller Regel bis 60…70V nichts passiert.

Nehmen wir mal an, der Solax hätte aus irgendeinem Grund eine Verbindung von Masse mit PV- und wiederum mit PE oder N - was ich allerdings nicht glaube. Da PV- hier das absolute Minus wäre (nicht der Mittelabgriff), sehe ich da auch keine Gefahr. Wenn PV+ irgendwie an den Batt.pol kommt, wäre da wohl etwas falsch gelaufen.

Die größte Gefahr, die ich sehe, ist, dass sich die MPPT irgendwie sehr stören könnten und sich im Regelverhalten irgendwie aufschaukeln. Diese Gefahr besteht aber auch nur solange sich beide Geräte am MPP befinden. Wenn der Victron die Batterie aufgeladen hat, dann dümpelt der ja ganz gemütlich im Floatmodus und sucht den MPP gar nicht mehr.

Vielleicht probiere ich es irgendwann einmal aus und berichte… :wink:

@r-l : würde mich noch interessieren, wo der 2. Text von oben herstammt? Max. könnte m.M.n. der DC- mit dem N galvanisch verbunden sein, nicht jedoch der L - sonst hätte der ja immer ein angehobenes DC-Potential gegen Erde und würde mit anderen WR im Netz kollidieren. Das kann man wohl nahezu ausschließen.

Da der N aber immer irgendwo auch mit PE (Erde) verbunden ist, wird da im Netz auch nichts schweben gegen Erde. Die Kopplung kann höchstens kapazitiv m.E. sein, da fließen keine echten Ströme im signifikanaten Bereich.

Ich hab noch mal gesucht. Er war wohl vom X1 3kW. Seite 22

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