ich wollte mal meine Erfahrung mit CALB und Eve Zellen vortragen.
Bei mir sind aktuell 3 Powerwalls aktiv, alle drei sind 16s1p und je mit einem JK-BMS ausgestattet. Die verbauten Zellen sind/waren laut Händler alle Grade A.
Vor Inbetriebnahme wurden alle Zellen gemessen (alle Zellen OK) und Top balancing durchgeführt.
Powerwall
Zellen: CALB 230Ah
Im Betrieb seit: 01/2022
Anzahl Ladezyklen bis dato: 105
Powerwall
Zellen: Eve 280Ah
Im Betrieb seit: 04/2022
Anzahl Ladezyklen bis dato: 60
Powerwall
Zellen: CALB 230 Ah
Im Betrieb seit: 06/2022
Anzahl Ladezyklen bis dato: 42
Anbei der Verlauf der Zellen-Spannung vom heutigen Tag der drei Powerwalls (als BMS beschriftet).
Vielleicht solltest du die Zellen einfach mit 0,05V mehr laden, damit Balancing auch funktioniert. Abgesehen davon sind die EVE Zellen größer und brauchen deshalb bei gleicher Balancingleistung auch etwas länger zum Balancen.
was ich nicht verstehe, das ab den Zeitpunkt wo das Balancing beginnt/einschaltet (bei 3,42V), die schwachen Zellen mit der Spannung sinken während die restlichen Zellen auf 3,45V geladen werden. Könnte mir auch vorstellen das das JK-BMS einen schaden hat.
Also ich weiß ja nicht was für Grade A Zellen du da von EVE hast, aber so ganz würde ich dem nicht glauben. Hier sind meine Grade A LF280K Zellen nach 2 Jahren und das komplett ohne Balancer:
Die vorliegende Messkurve stellt ausschließlich den Entladevorgang dar, welcher für die Analyse des beschriebenen Phänomens nicht maßgeblich ist. Das Auftreten von Zellendrift ist bei LiFePO₄-Zellen primär während des Ladevorgangs zu beobachten, typischerweise ab einer Zellspannung von ungefähr >3,45 V, wenn die chemischen und elektrolytischen Ungleichgewichte stärker hervortreten.
Mit der von dir gewählten Auflösung von 0,1V/Div läßt sich dieses Thema auch schlecht darstellen, in meiner Aufzeichnung sind es 0,02V / Div.
Das Thema Zellendrift beim Ladevorgang ist nicht untypisch für LiFePo4, auch schön zu sehen bei der Aufzeichnung von “stromsparer99”.
Ok, klar, bitteschon, 20mV auf der oberen Kante, wie gesagt, komplett ohne Balancer. Habe zwar einen Active 4A von Neey drin, aber abgeschaltet, da ich den bis jetzt nicht gebraucht habe.
Das ist kein ‘Zellendrift’ sondern ein ganz normaler Vorgang beim Balancing. Oberhalb von ca. 3,43V steigt die Spannung mit jedem Promille SoC stark an, weil die Zellen praktisch voll sind. Deshalb nutzt man ja gerade diese Spannungslage zum Balancing, weil dann über die Spannungsunterschiede die SoC-Unterschiede hervortreten. Je größer das Delta-U desto größer sind die Ladungsunterschiede und können ggf. auf leicht unterschiedliche Kapazitäten der Zellen schließen lassen. Kann aber auch sein, dass die Übergangswiderstände deiner Zellverbinder etwas variieren - ggf. nochmal nachziehen.
ich würde sehr wohl mal behaupten das es sich in den vorliegenden Fall um einen Zelldrift handelt. Das dies bei LiFePo4 “ein ganz normaler Vorgang” bedeutet ja nicht das es kein Zellendrift ist.
Hier mal eine genau Beschreibung/Definition von “Zellendrift”
Zellendrift ist ein Begriff, der am häufigsten in der Elektrochemie und Akkutechnik verwendet wird und die unterschiedlichen Zustände der einzelnen Zellen in einem Akkupack beschreibt. Er bezieht sich auf die Abweichungen in der Spannung, im Ladezustand (SoC) und in der Kapazität zwischen den einzelnen Zellen eines Packs, die beim Laden, Entladen und altern auftreten. Dieses Phänomen kann durch den Zellausgleichsprozess minimiert werden, um Überladung und Tiefentladung einzelner Zellen zu verhindern.
Die Zellen driften ja überhaupt nicht, was driften kann ist die Spannung!
M.E. spricht man eher von Spannungs- (oder Zellen-)drift, wenn die Zellenspannung beim Entladen irgendwann starkt auseinander läuft oder gar bei der Selbstentladung. Beim Laden bis 100% ist es m.E. eher die naturgegebene Anzeige der leicht unterschiedlichen SoC-Stände, kein klass. Zellendrift. Aber das darf jeder sehen wie er will
Mal davon abgesehen, dass ihr hier gerade recht Grundlos über Begrifflichkeiten diskutiert:
@kimi Deine Grafiken zeigen tatsächlich schlicht und ergreifend 2 kleinere Akkupacks, die gut balanciert sind und ein größeres, das noch überhaupt nicht balanciert ist.
Daraus zu auf Qualitätsunterschiede zwischen CALB und EVE zu schließen ist ohne jede Grundlage. Ich verwende fast ausschließlich EVE und Envision. Bei den vielen Packs aus LF280k die mittlerweile teilweise über tausend Cyclen hinter sich haben, muss auch kein Balancer mehr arbeiten, nach dem er seinen Job einmal gemacht hat. Ausnahme ist teilweise ein kurzes nach balancieren nach einem Winter voller Teilladungen.
M.E. stammt der Begriff “Zelldrift” aus der ahnungslosen Hälfte der YTber ohne Fachkenntnis über LiFePO Akkus. Und bezeichnet das hartnäckige Auseinanderlaufen der Zellspannungen beim Laden über 3,4 V bzw über 99 % SOC.
Welches nichts anderes ist als SOC Unterschied der Zellen. Und bei richtiger Einstellung und Betriebsweise eines Balancers nicht auftritt.
Ausnahme sind die sehr kleinen Unterschiede aufgrund von Memoryveffekt, die @nimbus4 beschreibt. Welche man grösstenteils dadurch beseitigen kann, indem man die im Balancer eingestellte Differenz nicht kleiner macht als 25 mV. Was man sowieso nicht machen sollte, weil kleinere Differenz nicht besser ist, sondern das Balancierergebnis empfindlicher macht.
Selbstentladung wirkt übrigens immer, auch beim Entladen, jederzeit, sehen kann man das Ergebnis halt nur uber ca 3,4 V. Als SOC Unterschied im Vergleich zur Vorherigen Balancierung.