Zweite PV-Anlage und Steuerbarkeit

Moin zusammen.

Ich bin neu hier angemeldet, um mal bitte auf eure Kompetenz zurückzugreifen. Und zwar möchte ich meine PV-Kapazität erweitern durch den Bau einer zweiten, unabhängigen Anlage.

Aktuelles Setup:

  • Ende 2022 wurde bei Dach-Anlage in Betrieb genommen. 14.6kWp verteilt auf Ost/West, angeschlossen an einen Kostal Plenticore plus 10 WR nebst BYD HVS 7.7 Speicher.
  • Im Zählerschrank wurde damals ein KSEM G2 eingebaut. Der Zählerschrank wurde vor drei Monaten auf aktuellen Stand gebracht.
  • Gleichzeitig wurde damals noch eine 11kW Wallbox installiert.

Dann gab es in der Zwischenzeit noch ein paar Änderungen:

  • Seit Februar ‘26 haben wir ein zweites E-Auto
  • im Sommer wird unsere Heizung erneuert zu einer Vaillant Arotherm Plus 75/8.1 WP + Arostor VWL270/B BWWP Kombination. (deshalb die Modernisierung des Zählerschranks)

Ich möchte sehr gerne nun meine PV-Kapazität vergrößern. Landläufig dachte ich an eine “Erweiterung”, aber das ist wohl juristisch eine zweite, neue Anlage. Ok, sei’s drum.

Mein Plan:

  • WR 1: Hoymiles HMS-1600-4T an Phase 1
    • 4x 460Wp = 1,84kWp auf der Garage in Richtung Süden, aufgeständert.
    • WR hart abschaltbar über Relais wegen 60% Grenze
  • WR 2: Hoymiles HMS-1600-4T an Phase 2
    • 4x 470Wp Module an einen Zaun dran hängen . (nervige Hecke weg, Zaun setzen, Module dran)
  • WR 3: Hoymiles HMS-800-2T an Phase 3
    • 2x 470 Wp Module am gleichen Zaun.
  • Summe:
    • 4,66kWp an 4kW WRs
    • verteilt über die Phasen
    • 60% Einspeiselimit wäre bei <= 2796 W

Frage 1: darf ich die Module an einen Zaun hängen, oder ist das tabu wenn es kein Dach mehr ist?

Frage 2: Was mich nun aber komplett überfordert: Das Thema Steuerbarkeit. Wie gehe ich damit um?

Mein Elektriker und der damalige Solateur empfehlen beide einen zweiten WR von Kostal, wegen der Steuerbarkeit. Das funktioniert aber wegen der kurzen Strings nicht, und es ist eben auch kostspielig.

Die Wärmepumpe ist sowieso eine SteuVE und benötigt ein IMSys im Sommer, soweit ich das verstehe. Muss in dem Moment wo die Wärmepumpe kommt, automatisch Wallbox und alte PV-Anlage auch mit umgebaut werden auf Steuerbarkeit?

Und wäre es zulässig, wenn ich zur Abregelung der Einspeiseleistung die bestehende Anlage abregle, statt die neue Anlage? – Es ist alles am gleichen Zähler, es sollte wohl technisch wurscht sein von welchem Generator die Leistung nun kommen würde.

Der KSEM kann auch eine Einstellung machen für die Maximale Einspeiseleistung. Diese würde aber ÜBER der max. Leistung des Plenticore liegen. Ich habe damit gestern mal mit einem niedrigen Limit gespielt um zu schauen, wie sich der Plenticore verhält, wenn ich da was einstelle. Das hat aber leider keine Auswirkung gehabt, was mich sehr gewundert hat.

Ich bin echt heiß darauf, dieses Jahr nochmal nachzulegen, und es geht mir auch nicht um den letzten Cent bei der Wirtschaftlichkeit. Aber bei den vielen Regeln blicke ich einfach nicht mehr durch.

Es gibt noch lange nicht genug PV auf den Dächern im Dorf, und die E-Autos werden auch mehr. Ergo braucht es noch mehr davon, und ich kann und möchte meinen Teil beitragen. Nur würde ich das am Ende wohl gewissenhafter und netzdienlicher hinbekommen mit Home Assistant, OpenDTU und evcc etc, als es diese Paragraphen jeweils abbilden könnten. Das ist so frustrierend komplex geworden alles.

Was meint ihr zu dem Plan?

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Schmarrn ?

Eine örtlich aufgelöste Gesamtübersicht wäre "interessant".

Es ist mit einem Speicher möglich, den Eigenbedarf deutlich zu steigern. Das ist vermutlich drastisch effektiver, als + 4,xkW. Das umzusetzen, wäre eigentlich der erste Plan ?

Zaun in guter Ausrichtung und dann mehr Module, sind gut im Winter, bei Schnee - dann der beste String.

Module dürfen an einen Zaun, aber nicht als Zaun

Es würde in etwa so ausschauen wie angehängt:

  • Positionen 3.1 und 3.2 = 4 Module an einem Hoymiles -4T
  • Position 4 = ebenfalls 4 Module an einem Hoymiles -4T
  • Position 5 = und 2 Module an einem Hoymiles -2T

Nach Süden gegenüber sind Parkbuchten und ein Spielplatz, da habe ich den ganzen Winter über “freie Bahn”.

Den Speicher möchte ich ebenfalls erweitern, das ist ein “unabhängiges” Projekt und der VNB hat bereits bestätigt, dass dies kein Problem sei. Ich wollte aber die PV höher priorisieren für 2026 aufgrund der Diskussion um den vollständigen Wegfall der EEG Vergütung für kleine Anlagen.

Ich würde keinen Stringwechselrichter an Zaunmodule anschließen. Solange die Module mechanisch heil sind, wäre das kein Problem, denn sie sind Schutzisoliert. Wenn sie schadhaft sind, kann es aber Isolationsprobleme geben.

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Das ist auch ein guter Hinweis, danke.

Ich hatte mir alternativ zu den Hoymiles auch noch einen Growatt MIN-3000TL-X angeschaut, dann hätte ich die 4 Module auf der Garage an String 1 gehabt und die 6 Module des Zauns an String 2. Hätte elektrisch wohl funktioniert, und der hat auch eine RS485 Schnittstelle, for what it’s worth.

Dann verwerfe ich den Plan mal lieber :slight_smile:

ist es auch möglich, mehr von der Südseite auszunutzen? - HM2250-6T 2 Stück oder so? 600er Panels wären 1,15 hoch und 2,3m breit ungefähr des bringts am meisten im Winter

Auch eine Interessante Idee, dann müsste ich aber vermutlich auf 5 Module reduzieren an dem Zaun. Danke.

Für mich essentiell ist aber die Frage nach der Steuerbarkeit im Zusammenhang zwischen alter und neuer Anlage, und wie der VNB (btw, Netze Duisburg) da argumentieren und anfordern würde. Darauf möchte ich vorbereitet sein. Ich muss das konzeptionell möglichst wasserdicht hin planen, da ich auch alles selbst bauen möchte soweit es nur möglich ist, damit nur die IBN + Unterschrift auf i-welchen Formularen von ihm erfolgen würde.

OK dachte die lange Seite ist länger :slight_smile: Wenns sichs bei 500-550W Panels mit 6 Stück ausgeht auch gut. Mim 3phasigen erzeugst jedenfalls keine Schieflast, falls da einer Angst kriegt.

Steuern lass deinen grossen WR, wenn du nur 60% einspeisen darfst gibst dem das Limit vor. Des wird eh nie erreicht durch die unterschiedlichen Ausrichtungen. Im Bestand eh, bei Süd + Flach auch.

Überlegen, ob vllt auch auf die Garage 6 der 500-600W Panels draufpassen und auch nen 2250 WR nehmen. Das ist die “Schlechtwetterzusatzfläche”

auf lange Sicht schauen, daß Batterie für WP plus Autos reicht

Ich bin gerade an einer ähnlichen Erweiterung dran. Aktuell 10kWp und jetzt kommen noch mal 4kWp dazu, 8/9 Module an 2x HMT2000-4T.

Das mit der Steuerbarkeit ist bei den Hoymiles sicher nicht so gut gelöst wie bei typischen String Wechselrichtern. Mein Netzversorger hat z.b. auch in den Regeln drinstehen dass die dynamische Regelung passwortgesichert sein muss. In der Realität hat es aber nie jemanden interessiert. ich denke mal anhand der Einspeisungswerte könnte man immer herausfinden, wenn sich jemand nicht an die Regeln hält. Bei mir ist jedenfalls alles korrekt, will da keinen Ärger haben.

Bin mal gespannt, wie es mit den Hoymiles laufen wird. Sind ja doch ziemliche Topseller, würde mich wundern wenn die denen nicht schon bekannt sind.

Gerade die hoymiles lassen sich doch per dtu und zB HA gut steuern

Wirkliche Standards zu der "Steuerbarkeit" (bei mir konkret "dynamische Einspeisebegrenzung") sind mir nicht bekannt. Aus meiner Sicht ist die kabelgebundene Kommunikation via RS485 zum Smartmeter bei meinem String Wechselrichter schon "handfester" als so eine openDTU via Funk. Und der String WR hat auch Passwortschutz.

Na ja, am Ende muss es vor allem der beim VNB registrierte Installateur unterschreiben. Also für den muss es halt ok sein.

Die Hoymiles brauchst nit steuern, die bringen eh bei den Ausrichtungen nur so 60% der kWp über den Tag verteilt. Der grosse WR macht die 60% Regelung des Gesamtsystems incl aller sonstigen Einspeiser und Verbraucher

Ich selbst kann fast alles steuern mit NodeRED, Home Assistant und OpenDTU. Da bin ich komplett unbesorgt. Es ist eher die Frage, ob der Elektriker und VNB das auch so sehen.

Vermutlich sind wir technisch versierten Leute in der Lage, das Netz mehr zu schonen, als es eine Fernsteuerung ganzer Stadtteile/Netzsegmente per RSE-Befehl je könnte. Die würden ja nicht nur Hausnummer 123 einen einzelnen Befehl senden.

Ich könnte z.B., wenn die Hoymiles auf die drei Phasen verteilt sind, gezielt die Schieflast im KSEM messen und dann dort orchestrieren, dass ich die nicht alle gleich runter regele, sondern individuell. Geht wohl alles, und macht bestimmt auch einen riesigen Spaß, da Zeit für “etwas Gutes” zu investieren. Und die Hoymiles reagieren auch viel schneller als mein großer Plenticore.

Ich kann steuern, ich muss aber den Steuerbefehl erfassen können. Sehe folgende Möglichkeiten:

  1. Mit z.B. Shelly i4 den Zustand der Relaiskontakte einer Steuerbox auswerten und meiner Automatisierung zur Verfügung stellen. Aus dem Zustand der vier Schalter weiß ich dann, was die von mir wollen. Protokollierung dann auch kein Problem, ich könnte jedes beliebige Format raus schreiben.
  2. mit EEBus geht es evtl. nochmal eine Ecke smarter, wenn das bald in HA zur Verfügung steht, aber da fehlt ja sowieso akut eine fertige Norm, wenn ich das richtig verstanden habe.

Fein. Dann ist es NUR noch eine Frage davon, dass ich das meinem Elektriker verkauft bekomme, oder ggf. einen anderen Elektriker finde dafür.