Ich habe in einem Haus aus 1984 drei Wohnungen, 135 m², 110 m² und 65m², die ich vermieten möchte. Der Durchschittsverbrauch mit WW liegt bei 55- 60.000kW Gas. Verbaut ist ein alter Gasbrenner aus Anfang der 90er. Das zu den Eckdaten.
Nun lese, sehe und höre ich folgendes:
Die WP sollte wegen unnötiger Taktungen nicht zu groß bzw. zu klein dimensioniert werden. Kann man das in meinem Fall eigentlich genau bestimmen? Denn, was tut die WP, wenn nur eine Wohnung im Heizbetrieb ist? Z.B. zwei Wohnungen bereits im September heizen und die dritte erst im November dazu kommt? Wenn die WenP so flexibel sein könnte, dann könnte man ja immer die große Variante wählen, die dann entsprechend runtertakten kann.
Einzelrraumregelung: Ich verstehe das irgendwie bei Heizkörpern, aber bei einer trägen FBH ist ein tägliches Ein- und Umstellen der Durchflussmenge doch eher unpraktisch, weil die Wärmezu- und Abfuhr im Gegensatz zu Heizkörpern doch recht lange benötigt. Außerdem wird die Hydraulik doch jedes mal verstellt.
einzelraumregelung in größeren Bauten funktioniert recht gut, z.B. sowas hier mit Funk INSTAT 868 - Eberle oder klassisch mit verdrahteten Temperaturreglern. Häufig hast träge Wachsmotoren als Stellantrieb. In den fbh Verteilern hast sowohl hydraulischen Abgleich drin als auch die Stellantriebe oben drauf. Die Wachsmotoren kannst meistens einstellen auf eingeschaltet = öffnen oder = schließen. Machst einen hydraulischen Abgleich auf Niedertemperaturheizung z.B. alle räume max 24° plus Temperaturregelung, stellst die dinger auf aktiv = schließen ein. Das verlängert die Lebensdauer erheblich. Die Trägheit ist gross genug, daß eine WP keine Sprünge sieht. Die Temperaturregler takten viel schneller als die Antriebe hinterherkommen. Und noch gute Idee: Strom für die Regelung nur bei Heizbetrieb, also durch die WP gesteuert
So blöd das klingt: die Kosten der nicht optimalen Auslegung/Nutzung tragen am Ende deine Mieter. Will sagen, von der Optimierung hast du nicht viel.
Du solltest die Wärmepumpe nach heizlast des Hauses auslegen. Wenn dann z.B. eine Wohnung leer steht führt das zu Mehrkosten für die anderen Mieter.
Aber da es sich hier um einen Sonderfall handelt sollte das die gesamten Heizkosten nicht signifikant ändern.
Wenn du da gutes tun willst schaust du das du nicht in der Strom-Grundversorgung bist, sondern einen günstigen Stromtarif für deine Mieter abschließt. Das bringt Kostenmäßig viel mehr als die Optimierung
Könnte sich auch lohnen, 2 WP als Kaskade zu verbauen. So hast du einen deutlich höheren Leistungsbereich, wo die Geräte effizient laufen. Bei wenig Wärmebedarf läuft nur ein Gerät.
Danke für den Tipp, lese ich mir mal durch. Ich schrecke auch ein wenig davon ab, weil wieder ein Bauteil drin steckt, kaputt gehen kann bzw. beobachtet werden muss.
Das habe ich auch alles noch vor. Ich gehe stark davon aus, dass die bestehende Anlage (40KW Gas) überdimensioniert ist. Ein 1 zu 1 Austausch, mit Einbeziehung der unterschiedlichen Wirkungsgrade (40 kw zu ca.12kw) wäre eher sehr schlecht. Ich plane zusätzlich noch mit PV, Speicher die Kosten ein wenig abzufedern, bzw. die PV-Anlage durch den Meiterstrom zu refinanzieren.
Danke für den Tipp!
Edit: Könnte man auch einfach für jede Wohnung eine WP installieren, sofern der Platz vorhanden ist und die Mehrkosten der installation überschaubar bleiben.
Dazu habe ich letztens interessante Beträge auf linkedin gelesen: https://heatpump23.de/
evtl. Passt das ja zu deiner Situation? Habe selbst damit allerdings gar keine Erfahrung, und ich denke dass es bestimmt auch noch andere Hersteller gibt die sowas anbieten.
Sagt mal: Wenn man so liest, dass ERR bei WP mit FBH eher nicht so gut für die Effizienz sein soll, warum ist das bei Heizkörpern nicht so? Die haben doch auch alle ein Thermostat, welches auch die Kreise sperrt oder öffnet, also die Drücke im System erhöht oder veringert.
Das ist insbesondere eigentlich bei Wärmepumpen relevant, weil die umso weniger effektiv arbeiten, je höher die benötigte Temperatur ist.
Wenn ich alle Heizkörper im Haus aufgedreht habe, habe ich die größtmöglichste Heizfläche. Wenn es dann zu warm wird (z.B. 25 Grad im Haus), dann regel ich die Heizkurve (=> Änderung auf die VL-Temperatur) runter nach unten bis die Raumtemperatur stimmt, dadurch läuft die Wärmepumpe dann effektiver.
Heizkurve anpassen geht aber am besten im Winter, sollte da schon 0° und darunter sein, sonst sieht man die Auswirkungen nicht so gut.
Bei Heizungen mit fossilen Brennstoffen ist das in der Hinsicht nicht ganz so effektiv, aber bei einer Gas-Brennwertheizung bewirkt das das gleiche Verfahren wie oben, dass die Brennwert-Heizung weniger taktet und länger am Stück durchläuft und entsprechend der Brennwert-Effekt besser funktioniert.
Bei einem MFH kann man das aber alles vergessen, während der eine Mieter mit 19 Grad glücklich ist, will der andere 23.