Willkommen im 48 Volt Club

Es gibt ja neben Victron einige weitere Kandidaten welche wegen der gefahrlosen Kleinspannung mit 48 Volt Batterien arbeiten.

SMA mit dem Sunny Island, Hoymiles mit der HYS Baureihe,

Growatt SPF5000

Steca Solarix 5000-48 die im Übrigen auch DC Kühltruhen für 24 Volt anbieten

Bosswerk BW-HY4600 /3600

Deye Ningbo SUN-xxK-SG04LP3-EU

Viele handelsübliche 230V AC Materialien und Bauteile können auch für 48 Volt benutzt werden. Manche 230 Volt AC Schütze sind von den Herstellern sogar noch bei 48 Volt DC mit ähnlichen Eigenschaften spezifiziert, obwohl ansonsten für DC Netze kaum genormte Produkte bekannt sind.

Grundsätzlich funktioniert die 48Volt Versorgung mit allen PoE (Power over Ethernet) Geräten ohne Weiteres. Bei mir sind hier alle Router (Mikrotik), Switches (D-Link), IP Telefone (Snom) und Überwachungskameras (Mobotix) direkt angeschlossen.

Seit dem europaweiten Verbot von Leuchtstoffröhren wird es aber vermehrt interessant, LED Leuchten an sowieso vorhandenen 48Volt Hybrid Wechselrichtern laufen zu lassen. Dies funktioniert leider nicht mit allen LED Leuchten, weil deren interne Spannung zu hoch ist. Als Hinweis für eine passende Klasse von LED Lampen ist in der Regel der Anschluß der LED Konstantstromquelle über einen Hohlstecker‌, an welchem sich eine LEDVorwärtsspannung von typisch 42 Volt einstellt.

Anstelle des mitgelieferten Konstantstromnetzteils verwende ich 48 Volt Konstantstromtreiber von Meanwell. Der LDDS - 1000 HWB hat ein sehr schmales Gehäuse. Er ist als OEM Modell für italienische Stucchi Schienensysteme mit 7 Euro etwas teuer, kann aber mit einem 50k Poti gegen GND aber auch gedimmt werden. Im Foto sieht man den von mir verwendeten Meanwell NLDD - 1050 HW in einer Verteilerdose in der Printversion zu etwa 3 Euro. Es sind Versionen bis 1,4 Amp verfügbar. Für 40 Watt Einlegeleuchten passt die 1 Amp. oder 800mA Version. Mit weniger Strom kann man Wirkungsgrad und Lebensdauer einiger Chinesenlampen noch deutlich steigern. Zur Installation verwende ich flexible Lautsprecherleitung oder vorhandenes NYM mit Wago Klemmen Baureihe 221. Achtung: Um nicht zum Großabnehmer für Konstantstromquellen zu werden, ist direkt am Eingang des Reglers ein möglichst fetter Elko erforderlich. Die Leitungsinduktivität erzeugt sonst DC Spannungsspitzen welche den Regler meist sofort zerstören.

Interessant ist der Enable Pin an den Meanwell Konstantstromquellen. Er erlaubt es, den Lampenstrom direkt mit dem im Regler befindlichen Mosfet zu schalten, ohne daß dieser über den Lichtschalter fließen muß. Die Leitung zum Lichtschalter kann damit auch ohne Verluste sehr lang werden und man kann einfachen Klingeldraht oder Telefonleitung 0,14mmq nehmen. Bei mehreren Schaltern empfiehlt sich ein „Eltako“. Alle Produkte der Firma Eltako mit dem Spannungsbereich „UC“ funktionieren auch mit 48 Volt DC obwohl das im Datenblatt nicht explizit spezifiziert ist.

Weitere erprobte 48V DC Geräte: USB Switch Exsys EX-1596HMVS. Das ist ein nicht gerade billiger USB2.0 Hub in einem Gehäuse welches sich mit und ohne Hutschiene im Schaltschrank montieren lässt. Der (48V) PC wird am USB Ausgang nicht belastet und der Switch bezieht seine 48V Versorgung über eine getrennte 2poligen Stecker. Im Innern werkelt dazu ein Spannungsregler TPS54360 von Texas Instruments, welcher auf den 6 USB Buchsen bis zu 3,5 Amp abgeben kann.

Welche Geräte habt ihr an eurem 48 Volt Netz direkt laufen ?

2 „Gefällt mir“

Nachdem die chinesischen Lampen allemal etwas Glückspiel beim Kauf sind, hier noch ein paar weitere "sichere" Produkte. Nichtdestotrotz konnte ich in der Zwischenzeit verschiedene 48V geeignete LED Panels aus China zu sehr günstigen Preisen auch in höheren Stückzahlen kaufen.

Von OSRAM (jetzt LEDVance) gibt es ein LED Leuchtmittelsystem welches von verschiedenen Lampenherstellern eingesetzt wird. Leuchtmittel deshalb, weil es die nackte LED Platine ist. Das System gibt es seit 2017, eine Normung wie beim E27 Gewinde für Glühlampen hat sich trotzdem noch immer nicht durchgesetzt. Die Platinen nennen sich "LInear Light Engine", haben eine hohe Qualtiät, sind in unterschiedlichsten Lichtfarben erhältlich und mit etwa 1 Euro/Watt eher hochpreisig. Mit Wirkungsgraden von 190 lm/Watt stellen sie herkömmliche Chinalampen aber buchstäblich in den Schatten. Die typische Nennspannung liegt bei etwa 43 Volt, so daß ein 500mA Meanwell Stromregler für eine 20Watt Lampe passend ist.

PL-LIN-Z6 4000-840 560X20-LV (20 Watt Version)

PL-LIN-Z6 2000-840 280X20-LV/HV (10 Watt Version)

Als Leuchtmittel werden die Teile natürlich auch von verschiedenen Herstellern als Lampen verbaut. Einer der wirklich exklusiven Hersteller ist Brumberg mit der Biro40 Modellreihe. Das ist eine frei konfigurierbare Lichtleiste im 40mm breiten Format. Die Designer Preise dürften aber ausserhalb des Budgets von Hobbyfricklern liegen. Hier geht es zum Online Lampen-Konfigurator.

Nachdem sich die UC Produkte von Eltako zwischenzeitlich zum manuellen Schalten der Lampen gut bewährt haben, fehlt noch eine Lösung für Bewegungs oder Präsenzmelder. Dies ist besonders in Hofeinfahrten oder Treppenhäusern nützlich wo sonst eine Vielzahl von Tastern erforderlich wäre oder fremde Besucher die Position der Schalter nicht finden können. Hier hat sich die Firma BEG - Luxomat Brück Elektronik GmbH aus Lindlar hervorgetan. Sie hat eine ganze Reihe von Wand und Deckenmeldern im Programm, welche eigentlich als Ersatz für ein älteres proprietäres 24 Volt DC Bus System von Jung gedacht war. Die Jung Elektronik fällt derzeit altershalber aus, werden von Jung selbst nicht mehr hergestellt, kann aber 1:1 durch die BEG Melder ersetzt werden. BEG hat alle Teile der Baureihe sinnvollerweise gleich von 12 bis 48 Volt DC spezifiziert. Es gibt die Melder mit Relais bis 3 Amp oder Reed Kontakt (für geräuschlose Spätheimkehrer im Treppenhaus) der auf die praktisch stromlosen Meanwell Enable Pins geschaltet werden kann.

Hier der Link zu einem Indoor Wandmelder ink. einstellbarem Zeitschalter der etwa 70 Euro kostet.

2 „Gefällt mir“

200 lm/W - nicht schlecht bei akzeptablem Ra, und sogar erhältliche LED Module.

Passend zur anstehenden Weihnachtszeit: 48 Volt DC Kerzen. 3er Pack mit Schraubsockel welche in klassische Lichterketten mit E10 Sockel reinpassen wo man keine Ersatzbirnchen mehr dafür kriegen dürfte. Oder einfach um einen netzunabhänigen 48V DC Solar - Adventskranz zu basteln.

Im E10 Schraubsockel sind Gleichrichter und Konstantstromregler ähnlich ehemaligen “Energiesparlampen” integriert, so daß die Teile in einem ziemlich weiten Spannungsbereich bis 55 Volt laufen. Offensichtlich ist das Design für irgendwelche kurzschlussfesten Trenntrafos in der Outdoorbeleuchtung gedacht. Leider nur im B2B Großhandel, vielleicht aber auch über andere Händler bestellbar?

Bin vor kurzem zufällig an die E27 LED Birne 800 lm 3,8 W von Osram gekommen. Gab’s bei Hofer (aldi)

Auffällig ist die bescheidene Handwärme. Denke die wird mir tatsächlich nicht mehr ausfallen, im Gegensatz zu früheren Osr. Exemplaren die wohl rekord verdächtig niedrige Ausfall Zeiten, halbes Jahr, hatten.

1 „Gefällt mir“

Nonstop LED Licht

passend zum Blackout in Berlin haben einige Prepper bemerkt, daß die Akkus ihrer Taschenlampen regelmässig gewartet werden müssen. Wenn die Taschenlampen zum Stromausfall schon passend am Start waren, ist das bei mehreren Tagen auch eine Frage der Kapazität. Da kommt man schnell auf die Idee mit stationären Akkus mit Nachlademöglichkeit über PV oder Blockheizkraftwerk, wenn sowas nicht sowieso schon vorhanden ist. Selbst die Mobilfunkanbieter sind in Berlin zwischen ihren Basisstationen hin und her gefahren um mit Notstromdieseln nachzuladen.

Zwei unabhängige Versorungsspannungen

Um nicht zwei Beleuchtungen für jede Spannung völlig getrennt montieren zu müssen, hier ein handelsübliches LED Einlegepanel, welches sowohl an 48Volt DC als auch gleichzeitig an 230 Volt AC angeschlossen wurde. Das bedeutet nur eine physisch vorhandene Leuchte zum Betrieb mit zwei unabhängigen Spannungsversorgungen und einer Schaltstelle. Eine mit mehreren Schaltstellen erweiterte Version ist derzeit noch in Erprobung.

Links oben im Schaltbild sind die beiden Spannungsversorgungen 230V AC und 48V DC. Der AC Lichtkreis ist mit einer 6 Amp Neozed Sicherung, einem 6 Amp Automaten oder mit einer sonst in der Installationstechnik üblichen Sicherung abgesichert. Der Schalter dazu ist ein gewöhnlicher zweipoliger Lichtschalter in welchem auch die dazugehörigen Beleuchtungen funktionieren. Im Prinzip alles ohne weitere Tricks nach alter Handwerks-Art installiert.

Als Schaltnetzteil bzw. Konstantstromquelle wurde bei meiner Leuchte ein VTAC Modell SKU-11339 mitgeliefert. Es kann aber auch jedes beliebige andere Netzteil verwendet werden solange es SELV ist und mit der Spannung klarkommt. Die Markttrends gehen derzeit durch bessere LED Wirkungsgrade zu deutlich auf kleineren Leistungen und Ströme mit nur 36W oder auch 24Watt für eine Einlegeleuchte bei gleicher Lichtausbeute. Die im Schaltbild dazu angegeben Modelle müssen daher vermutlich im Mondphasenrythmus nachgeführt werden.

Die Absicherung der 48Volt Versorgung erfolgt mit einer 19mm Autosicherung in der Bauform “normOTO”. Beim Auftrennen einer 48Volt Leitung ist ein Lichtbogen zu erwarten, welcher erst bei eine Länge von mehr als 5mm unterbrochen werden kann. Dieser Abstand wird bei den Autosicherungen mit 5,7mm nur knapp überschritten, weshalb diese korrekterweise nur für Spannungen bis 32 Volt spezifiziert sind. Wie man im Foto bei einer abgeschmolzenen 5 Amp normOTO Sicherung an der schwarzen Füllung sehen kann, geht es mit dem Lichtbogen dabei schon ganz gut zur Sache. Aus diesem Grund ist es ein Vorteil, die nur unwesentlich teureren und im Schaltbild angegebene Autosicherungen vom holländischen Hersteller iMaxx im Keramikgehäuse mit Sandfüllung zu verwenden. Diese Sicherung ist auch im Datenblatt zur Verwendung mit DC Spannungen bis 80 Volt spezifiziert.

Beim Schalten der 48 Volt Versorgung gibt es das gleiche Problem mit dem Lichtbogen. Handelsübliche Installationsschalter für 230 Volt AC haben in der Regel kaum ausreichende Kontaktabstände von mehr als 5mm. Auch beim Einschalten fliesst ein aussergewöhnlich hoher Ladestrom für den obligatorischen 470uF Kondensator welcher wegen der Induktivität der Zuleitung direkt an den Pins des Meanwell Wandlers angelötet sein muß. Obwohl eine direkte Abschaltung wahrscheinlich sogar funktioniert, wäre auf jeden Fall mit einem entsprechenden Verschleiß des Schalters zu rechnen. Glücklicherweise hat Meanwell an seiner NLDD Baureihe aber einen Enable Pin herausgeführt, so daß das völlig verschleißfreie Einschalten von dem eingebauten Mosfet übernommen werden kann. Der Enable Eingang ist ein CMOS Eingang mit Pullup. Zieht man diesen auf GND, so wird der Lampenstrom abgeschaltet. Nach Meanwell Datenblatt ist dieser Eingang für ein PWM Signal sogar zum Dimmen gedacht. Auch längere Zuleitungen zur Schaltstelle können so bei Bedarf mit einfachem Klingeldraht installiert werden. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen AC Installation wird der bei 48Volt kritische Spannungsabfall dabei nicht von den Leitungslängen zur Schaltstelle belastet.

Eine beleuchtete Schaltstelle

Für eine Notbeleuchtung sollte die Schaltstelle zur besseren Orientierung beleuchtet sein. Die Schaltstelle besteht aus zwei getrennten Schaltern, womit man sich aussuchen kann, mit welcher Spannung man das Licht anschalten möchte. Möglicherweise gibt es auch beleuchtete Doppelschalter, wahrscheinlich noch zu einem deutlich besseren Preis wie die Modelle von Jung welche ich hier verwendet habe. Die LED Leuchteinsätze müssen bei Jung getrennt gekauft werden. Eine LED von Jung kostet im Elektrogroßhandel 8 Euro zzgl. Mwst. Dafür bekommt man eine steckbare LED im Spritzgußgehäuse mit Platine und zwei Kontaktfedern in verschiedenen Farben welche man im Schalter ohne Löten einfach einstecken kann. Die im Foto sichtbare gelbe LED ist im Jung Katalog nicht erhältlich. Ich habe die gelbe PLCC-4 Diode selbst eingelötet. Die 48Volt LED kommt mit einer Konstantstromquelle, welche um einen BC847 Transistor aufgebaut ist. Die Helligkeit der LED bleibt damit in einem weiten Bereich von 6 bis 60 Volt nahezu gleich. Weil ich die 48V LED mal versehentlich mal im 230V Schalter gesteckt habe, ist sie mir mit lautem Krachen um die Ohren geflogen. Zur Reparatur des 9 Euro Teils musste ich mir die Platine etwas genauer anschauen, weshalb ich hier gleich die Schaltung davon aufgemalt habe.

Verriegelungen

Die beiden Stromquellen Meanwell und VTAC sind über je eine Diode 1N5402 als “wired or” zusammengefasst. Mit 1 Amp kann man auch 1N4007 aus der Grabbelkiste nehmen, hat dann aber keine weiteren Leistungsreserven.

Bei zwei Schaltern besteht nun die Gefahr, daß beide Schalter gleichzeitig eingeschaltet werden. Aus diesem Grund ist in der Verteilerdose neben den Stromquellen eine mit Relais aufgebaute Verriegelung. Es kommt das Relais von Eltako ER61-UC zum Einsatz. Die Spulenspannung arbeitet ohne Konfiguration sowohl mit 230VAC wie auch mit 48V DC was hier aber gar nicht genutzt wird. Das Relais wurde wegen seiner kleinen Bauform zur Montage in der Verteilerdose und dem niedrigen Stromverbrauch ausgewählt. Im Inneren werkelt ein PIC Mikrocontroller mit mechanisch bistabilem Relais. Der Schliesserkontakt bildet eine Parallelschaltung mit dem manuell bedienbaren 48Volt Schalter. Nach der De-Morganschen Regel (beide Siganle invertieren, dann UND mit ODER Funktion vertauschen) erhält man trotz Parallelschaltung eine ODER Funktion. Beide Kontakte müssen geöffnet sind, damit die Lampe leuchtet. Schaltet ein Kontakt ODER der andere Kontakt ODER beide Kontakte auf Null, bleibt die Lampe aus.

Die 230 Volt Versorgung kickt also die 48 Volt Versorgung raus, indem die Stromquelle abgeschaltet wird. Wegen der Reaktionszeit des Relais sieht man bei mutwillig gleichzeitigem Einschalten beider Versorgungsspannungen für wenige Millisekunden einen etwas helleren Blitz an welchem die Lampe von zwei Stromquellen mit doppeltem Nennstrom versorgt wird. Ich habe den Betrieb mit doppeltem Nennstrom absichtlich im Bereich von Minuten ausprobiert. Man kriegt die LED Lampe damit nicht kaputt. Sie bringt zunächst deutlich mehr Licht, wird aber heiss was den Wirkungsgrad wieder stark verringert. Insgesamt ist ein Betrieb ausserhalb der Spezifikation natürlich nicht zu empfehlen da er deutlich auf die gesamte Lebensdauer wirkt. Eine kurze Umschaltung im Bereich von Millisekunden bei versehentlich gleichzeitigem Einschalten beider Versorgungen (=Fehlbedienung) ist thermisch und damit bei der Lebenserwartung in keiner Weise relevant.

Umgekehrt - also mit einem Vorrang der 48V DC Versorgung - funktioniert die Umschaltung wegen der im Kondensator vorhandenen Restenergie deutlich langsamer. Obwohl das Eltako UC Relais auch auch bei 48V DC anzieht, und auch die 230Volt AC schalten kann, ist diese Variante nicht zu empfehlen.

Sicherheitsaspekte

Im Foto sieht man einen schwarzen Steckverbinder aus dem System “Winsta” von Wago. Das System wurde zur einfachen Installation von Yachten, Kreuzfahrtschiffen, Krankenhäusern, Wohnheimen mit wiederkehrenden Schaltungsgruppen entwickelt. Es ist wiederverwendbar und die Leitungen können industriell vorkonfektioniert werden, so daß für die gesamte Elektroinstallation selbst auf dem Papier kein Handwerksmeister mehr erforderlich ist. Die Komponenten werden nur noch zusammengesteckt. Obwohl Winsta selbst keinen Funktionserhalt garantiert, habe ich es mit 5x2,5mm² orangem NHXH (E30) mit einer einzigen 16 Amp Absicherung als Ringleitung durch das gesamte Gebäude verlegt. An einem Stecker können zwei 5 adrige Leitungen angeschlossen werden, so daß auch ohne die abgebildete Verteilerdose ein Doppelabzweig möglich wird. Der Vorteil für die Notstromversorgung ist, daß bei Arbeiten an einem bestimmten Bereich nicht die gesamte typisch im Gebäude weit verteilte Notstromversorgung abgeschaltet werden muß. Es wird einfach der betreffende Zweig ausgesteckt und alles Andere läuft weiter. Dafür muß man bei der Projektierung aber ein entsprechend passende Baumstruktur festlegen.

Normalerweise dürfen Leitungen mit zwei verschiedenen Spannungen in der Installationstechnik nach der Leitungsanlagenrichtlinie LAR noch nicht einmal im gleichen Kabelkanal verlegt werden. Das war mitunter eine Ursache, welche bei unserem Hauptstadtflughafen in Berlin wahnsinnig hohe Kosten erzeugt hat. Weil nach der ersten Projektierung immer mehr Shops und Klimbim hinzugekommen ist, waren die Kabelpritschen viel zu klein dimensioniert. Die Elektroninstallateure haben die Leitungen für die Allgemeinversorung (AV) deshalb in die Pritschen der Sicherheitsversorgung (SV) mit eingelegt. Am Flughafen sollte schliesslich rechtzeitig irgendwas fliegen. Wie bekannt, ist das kräftig daneben gegangen weil die Brandschutzabnahme anschliessend zu einem kompletten Abriss der elektrischen Anlage mit vollständiger Neuprojektierung geführt hat.

Die eigenwillige Interpretation der VDE 0108-100/EN50172 für die Beschaffenheit von Sicherheitsbeleuchtungen ist im privaten Bereich allerdings weniger kritisch. Sicherheitsrelevante Funktionen sind im privaten Bastelkeller im Gegensatz zum Hauptstadtflughafen baurechtlich nicht erforderlich, weshalb ich mir hier etlichen Frevel erlaubt habe an welchen man sich bei der Fehlersuche in ein paar Jahren aber auf jeden Fall wieder erinnern sollte.

Frevel Nr. 1: Normalerweise hat Installationsleitung NYM einen Schutzleiter (NYM-J). Um nicht zwei Leitungen nebeneinander legen zu müssen, habe ich das in der Installationstechnik übliche NYM 5x1,5mm² verwendet. Die Version NYM-O ohne Schutzleiter ist 5 adrig im Gegensatz zu 3 und 7 Adern aus unerfindlichen Gründen ziemlich schlecht erhältlich. Aus diesem Grund habe ich vorhandenes NYM 5x1,5mm² genommen und den grüngelben Schutzleiter zum Pulldown des Enable Signals an der Konstantstromquelle zweckentfremdet. Man kann die abisolierten Enden mit schwarzem Edding anmalen. Das hat aber wenig Sinn wenn danach ein ahnungsloser Elektroinstallationsmeister kommt und zwischendrin im Leitungsweg eine Anzapfung einflickt. Aus diesem Grund darf man sich derartige Dinge nur dann leisten, wenn man persönlich stets dafür sorgen kann daß niemand anderes an der Installation rumfummelt. Damit es nicht ganz so offensichtlich auffällt, ist die Aderfarbe im Schaltbild mit grün anstelle grüngelb angegeben.

Frevel Nr. 2: Möchte man den 48 Volt Schalter in einer beleuchteten Version, ist es nicht mehr mit einem zweipoligen Modell getan. Selbst wenn über den Pullup auf dem Enable Pin genügend LED Strom fliessen würde und auch die LED für 5 Volt ausgelegt wäre, wurde sie nur leuchten wenn die Lampe eingeschaltet ist. Der 48Volt Schalter ist nämlich nullschaltend. Die Lampe wäre aus, wenn der Schalter geschlossen ist. Deshalb benötigt man einen sogenannten Kontrollschalter, welcher für die LED Beleuchtung einen eigenen Anschluss hat. Im Gegensatz zum zweipoligen Schalter leuchtet die LED dann auch nicht nur wenn die Lampe aus ist, sondern ständig wenn die 48V Spannung an ist. Besonders aus dem Wohnmobilbereich sind aber Sicherungshalter üblich, welche eine LED zur Anzeige von defekten Sicherungen eingebaut haben. Löst die Sicherung aus welchem Grund auch immer aus, ergibt sich eine Reihenschaltung als Schalterbeleuchtung und LED Fehleranzeige im Sicherungshalter. Man bekommt also eine Anzeige am Schalter obwohl die 48V DC Spannung wegen abgeschmolzener Sicherung gar nicht mehr zur Verfügung steht.

Leider kostet der im Schaltbild angeführte Kontrollschalter 602KOA zumindest bei Jung über 25 Euro zzgl. transparentes Fenster/Lichtsymbol (0,9€) zzgl. LED (9€). Damit hört der Spaß auf, denn ein einzelner Schalter kostet einen mehrfachen Preis der eigentlichen LED Leuchte welche es in letzter Zeit bereits ab 12 Euro aufwärts inklusiv Schaltnetzteil gibt. Möglicherweise gibt es billigere Hersteller und Marken. Milos, ChilliTek, MC-Power (1,85€ inkl. Mwst. für Kontrollschalter kmplt mit LED) sind einige ungetestete Kandidaten. Zuletzt habe ich mal deutlich günstigeres Panasonic Installationsmaterial ausprobiert. Ist halbwegs ok, kommt aber nicht an die Qualität von Jung, Busch-Jäger, Gira, Berker heran und anschliessend hat man Probleme mit der Lieferfähigkeit wenn man was nachbestellen möchte.

Als Kompromiss habe ich deshalb einen vorhandenen Jung Wechselschalter mit 3 Anschlüssen genommen. Den Schalteinsatz der AP600 Aufputz Serie kann man zerlegen, indem man unten zwei Plastiknieten aufbohrt. Um zu verhindern daß die 48V der LED auf den Enable pin der Stromquelle gelangen, habe ich den Wechselkontakt im Inneren des Jung Schalters einfach mit dem Seitenschneider amputiert. Der Kontaktierungspunkt der LED liegt auf dem Federblech vor der abgeschnittenen Stelle. Der Zusammenbau gestaltet sich mit den vorhandenen Rastnasen unkompliziert. Ein erneutes Vernieten ist nicht erforderlich.

Ich hab nur Licht von Batterie. Lade ich ggf nach wenn die zu leer ist

In meinem Vorhaus ist eine 10 W Solar Akku Lampe mit Bewegungsmelder.

Gab’s mal um 5 € beim Diskonter.

Die habe ich an die Wand gehängt und das etwa 5 m lange Kabel zum 2 dm² PV Modul im Fenster Durchlass Bereich verdünnisiert. Kann man jederzeit abnehmen und abstecken. Daneben gibt es auch durchaus zuverlässige Lampen für die Werzeug Akkus irgendwo im Haus, die entsprechend lange Betriebszeiten haben.

Jetzt bei Schneefall gab es tatsächlich einen Ausfall da das Modul unter dem Schnee begraben wurde :wink: Also braucht es einen besseren Standort.

Aufpassen bei elektronischen Akku Taschenlampen. Da gibt es viele die genau dann leer sind wenn man sie Notfall mäßig braucht.

Viele der Super Taschenlampen regeln nach vielleicht 3 bis 5 Minuten auch massiv ab, weil sie thermisch mit der LED nicht klar kommen.

Als Handlampe hat sich die Akkubetriebene Ansmann HS20R pro hier gut bewährt. Das Ladegerät kann man an der Wand montieren. Das Ladegerät hat auch ein Steckernetzteil, welches ich natürlich durch eine direkte DC Versorgung vom 48V Netz ersetzt habe. Ich habe einige dieser Handlampen im Gebäude an neuralgischen Stellen griffbereit. Das Teil ist aber nicht ganz billig. Man muß auch aufpassen: Es gibt zahlreiche billige China Nachbauten welche täuschend ähnlich aussehen, ansonsten aber überhaupt nix taugen.