Wie schlecht darf ein Akku sein bevor es ein Reklamationsgrund wird?

Hallo zusammen, nachdem ich ja grade Probleme mit meinem aktuellen Chinaknaller habe (SWA 14.4 kWh Akku), würde mich mal eure Meinung interessieren, wie ihr die Qualität von solchen Akkus bewertet.
Ich habe einen DIY Akku, JK BMS, Chinazellen. Den betreibe ich meisst zwischen 10 und 80%, alle paar Wochen mal auf 100% um das BMS zu rekalibrieren. Das Teil läuft jetzt seit 4 Jahren, ich habe nie Alarmmeldungen über durchgehende Spannungen usw. JK hat das wohl ganz gut im Griff.
Ja, ist mir klar, dass der SOC keine gute Messgrösse ist, da der bei LiFePo halt ne sehr enge Grenze hat.
Nun der neue Akku von SWA, den hatte ich quasi gleich eingestellt - 10-80% basierend auf entweder dem Victron Shunt SoC oder dem internen SoC - kein Unterschied. Nach 3-4 Tagen lädt das Teil nicht mehr sauber, schmeisst vor 80% schon Meldungen über High Voltage´. Wenn ich das n bissl länger betreibe, bricht er so bei 60% zusammen und geht langsam Richtung 50%.
Ursache in meinen Augen ist eine sehr hohe Schwankung in der Kapa der Zellen und ein BMS, das eben nur irgendwo >95% balanciert. Jetzt nutze ich das Teil halt von 10 - 100% jeden Tag, die Ladekurve sieht gut aus, aber endet halt jeden Tag mit "High Voltage" und Zellen >3.5V.
Angehängt zwei Bildle dazu. - einmal nach 2 Tagen ohne Balancing, einmal aktuell im 100% everyday Betrieb.
Wie kritisch seht ihr das und meint ihr ich soll das reklamieren?
Gruß
Roger


Wann soll es denn balancieren?
Richtig ist übrigens nach Spannung, nicht nach SOC.
Das Problem ist erstmal nur die Balancierung .it Kapazität hat das nichts zu tun.

Einmal initial richtig (länger) Balancieren, dann sollte gut sein. Wenn es dann immer noch Probleme gibt, kann man sich eine Reklamation überlegen - aber dann braucht man handfeste Fakten.

Wie hast Du denn die Ladeschlußspannung eingestellt?

Die Zellen sollten schon über 3,4V sein zum Balancieren, ideal 3,42…3,45 und auch bis 3,5V ist alles noch o.k. Darüber schießt die Spannung halt sehr schnell hoch.

Die Ladekurve ist ohne Stomangabe völlig wertlos. Der erste Verdacht ist, dass die Zellen nicht balanciert sind und der zweite Verdacht sind hohe Widerstande der Zellenverbindungen.

Wer “schmeißt” die. Wie hoch ist welche High Voltage?

Hast du Einstellungen des BMS verändert?

Den SOC sollte man überhaupt nicht beachten. Und vor allem nicht den Ladungsvorgang damit steuern!!!

Hi, und wie soll ich es länger balancen lassen? Das Teil ist Mittags schon auf 100% SoC, gemeldet vom internen BMS, welches dann auch die Stromzufuhr abdreht. Das interne BMS kommuniziert über CAN mit dem Victron GX auf Raspberry PI. Ich gebe nur den SoC vor, den Rest macht Victron / BMS unter sich aus.
Und ja, klar kommt das Balancing durcheinander. Kann entweder schlecht ab Werk erledigt worden sein, dann wäre das kein gutes Zeichen für den Hersteller. Oder aber ist jetzt durcheinandergekommen, was genau durch unterschiedliche Kapas passieren kann.
GUI ist übrigens auf chinesisch, lässt sich nicht umstellen. Also oder ich stelle mein Handy um, was ich eigentlich nicht wollte.

Siehe Antwort an Carlos.
Absorbtion Voltage 56.8, Float Voltage 54

Hohe Widerstände an den Verbindungen? Mag sein, kann ich nicht bewerten. Akku ist versiegelt. Garantie und so ..
Strom habe ich Dir mal rausgesucht. Wird jedoch nicht von mir gesteuert, sondern macht das Victron ESS per CAN Bus mit dem Akku selber aus.
Einstellungen im BMS - ja, auch Victron CAN umgestellt als Kommunikationsprotokoll. Rest Werkseinstellung auf chinesisch.
Den Fehler wirft das BMS über den CAN Bus and Venus GX System von Victron.
Wie soll ich sonst den Ladungsvorgang steuern? Funktioniert wie gesagt bei meinem anderen Akku super seit Jahren.

Da fehlt ein Wort: “Das Teil ist Mittags schon auf 100% SoC, gemeldet vom internen BMS, welches dann auch die Stromzufuhr abdreht lässt”. Das BMS unterbricht den Ladestrom nur, wenn eine Over_Voltage_Protection notwendig wird. In aller Regel bei 3,6V bis 3,65V. Der SOC stimmt ohnehin nicht. Deshalb darf man den auch nicht zur Regelung anwenden. Die Kommunikation zum Raspberry soll eigentlich bei auftreten einer Imbalance den Ladestrom so weit senken, dass diese Differenz gleich bleibt. Dann wird automatisch Zeit zum balancieren gegeben. Auffällig ist die hohe Zellenspannungsdifferenz schon unterhalb 3,37V Da muss also ein erheblicher SOC unterschied vorliegen oder die Spannung wird verfälscht. Das darauf folgende zwischen 14:30 und 15:30 kann von durchziehender Bewölkung oder durch Stromverbrauch verursacht worden sein. Das kann man so nicht beurteilen. Weiter auffällig ist dann, dass die niedrige Spannung zwiscchen 16Uhr und 19:30 sinkt, obwohl die hohe Spannung steigt. Das lässt sich erst mal überhaupt nicht erklären

ist nicht zu sehen. Kann man mal in das VRM Portal schauen?

56,8 ist viel zu hoch! 55,2 reicht völlig aus.

Richtig 55,2 V reichen vollkommen um die Zellen zu Balancieren dann hat die Zelle selbst auch genug Luft nach Oben bis 3,65V wo ja wirklich der Shutdown sein sollte, solange kann dann der Balnzer sauber Arbeiten und hat auch genug Zeit, ich war von Anfang an dazu gezwungen über die Spannung meine Akkus zuladen jetzt im Nach hinen muss ich Sagen funktioniert das am Besten den wirlich mit SOC Laden bei den aktuell SOC Schätzeisen ist halt wie Glaskugellesen, knn gut gehen oder auch nicht.

Das Balancieren ist nicht vom SOC abhängig, sondern von der Spannung. Und da SOC unzuverlässig ist, wird die Balancierung ggf garnicht benutzt.
Unvorteilhafte Betriebsweise, Ergebnis folgerichtig.
Entweder ordentliche Betriebsweise benutzen, oder einmal beim Balancieren von Hand nachhelfen. Oder beides.

Link für Anleitung dazu:

Zum Thema SOC:

Konkrete Empfehlung:

Datenblatt reinschauen, am besten auch einmal verlinken, weil ich auf die schnell nix dazu finde. (Ist das ein Stack aus 3x4,8 kWh?)

Ablesen: Mit wieviel A arbeitet der Balancer

Einmal mit Labornetzteil oder Laderegler oder Ladegerät mit 56V und Limitierung des Strom auf (A die der Balancer kann durch 2) solange laden lassen bis:

  1. Der Balancer nicht mehr läuft weil die Zelldifferenz < 10mV ist
  2. Der Ladestrom anfängt abzunehmen

Das kann durchaus einige Tage dauern!

Die Zeit würde ich nutzen die von Carlos verlinkten Quellen anzuschauen um zu verstehen was genau mit deinem Akku passiert.

Hallo zusammen, danke erstmal fürs Feedback. Bitte denkt immer dran: Das ist ein Closed System, ich kann genau das beeinflussen, was mit das Victron System bietet oder was der Akku "von aussen" bietet. Was ich nicht machen werde ist "aufmachen, seriell balancen" - die Garantie soll erstmal bleiben.
Bei meinem DIY System habe ich das sauber balanciert zu Beginn, das Teil hier ist eine "Black Box".
Hier der Link zur Anleitung, vielleicht erkennt jemand den Balancer da drin: https://s3-eu-central-1.amazonaws.com/plentymarkets-public-92/kju8397jro9u/propertyItems/46573/SWA-Deutsch.pdf
Ich finde auch nichts zur Stromstärke des Balancers und weiss auch nicht, ob er aktiv intern umlädt - wie der JK - oder nur passiv verbraucht. Ich kenne nur diese Aussage: Intern werden die einzelnen Zellen also überwacht und ausgeglichen.
Wieso die Spannung der hohen Zelle ansteigt und die der niedrigen Zelle gleichzeitig fällt, ist mir ein absolutes Rätsel - eigentlich sollte es genau anders sein.
Zu den Spannungen: Ich habe die aufs Maximum gesetzt, eben um ein möglichst langes Balancing zu erlauben.
VRM kann ich euch gerne zeigen, jedoch ist das erst wieder ab heute aktiv. Irgendwie hat der ne neue ID generiert, so dass das VRM 4 Wochen ohne Daten ist.
@Ironmaster: Laut Anleitung würde ich 280Ah Zellen vermuten. Auch im BMS sehe ich keine 3 Einzelakkus sondern das Teil als normalen 16 Zellen Akku.
Anbei ein paar Screenshots des BMS ..


Es spricht nix dagegen das serieller Balancen ohne öffnen der Batterie zu machen dauert halt deutlich länger.

2. Das Modul verwendet eine passive Ausgleichsmethode, die die GesamtlebensdauerdesBatteriepakets verbessert.

Dieser Satz aus dem verlinkten Dokument lässt aber nichts gutes Erhoffen.

Das bekommst du erklärt wenn du hier auf dem board das suchwort "quirl" benutzt.

Kannst du die Ladespannung einstellen?
Und den Ladestrom?

Was man darin ausschließlich als Admministrator oder als Technican sehen kann, ist die Remote Konsole. Dehalb schon mal die Frage, ob du darin sämtliche Zellenspannungen einsehen kannst?Das sollte dann so aussehen, aber mit 16 Zellen:

Benutzt du Victron Laderegler? Wenn ja, kann man die Frage von

wahrscheinlich schon mal mit “ja” beantworten. Selbst wenn das BMS was anderes sagt kann man sinnvolle Einstellungen erzwingen, indem man die Laderegler vom Raspberry trennt und sie auf eingenständigen Betrieb setzt.

Hallo,
in der Tat nutze ich einen MP2, da kann man ziemlich viel einstellen.
Danke für das mit dem passiven Ausgleich, hatte ich in der Tat noch nicht gesehen.
Die einzelnen Zellen liefert er in der Tat nicht, das sehe ich nur bei meinem JK-System.
Leider :frowning:
Was ich immer machen kann, ist mit einem meiner einstellbaren Netzteile zu arbeiten (RD6024) - die kommunizieren ja nicht mit dem BMS und umgehen es dadurch - wenn das BMS natürlich abschaltet, kann auch das Netzteil nichts mehr machen.