Hallo,
bischen getriggert über die Diskussionen im Avarma WP Thread und meine Erfahrungen mit unserer Gastherme bzw. jetzt der der Schwiegereltern bin ich bischen ins Grübeln gekommen, wie eigentlich eine Steuerung für insbesondere wasserführende Heizungen aussehen müßte und dachte, das wäre vielleicht ein Thema, wo man mal zusammen drüber nachdenken und diskutieren könnte, auch wenn die Möglichkeiten zur Umsetzung ggf. eher beschränkt sind, aber vielleicht gibts ja auch stille Mitleser aus einschlägigen Firmen ![]()
Ich hab bislang nur Erfahrungen mit aktuellen Gasbrennwertthermen gesammelt und seit März mit Splitklima, die wir bislang einfach manuell nach Bedarf anschalten. Kann sein, daß ich daher nicht so auf dem Stand bin, was moderne WP ggf. an intelligenteren Algorithmen anbieten.
Was wünsche ich mir von einer zeitgemäßen Heizungsregelung:
- Automatische Optimierung von Parametern wie der Heizkurve (soweit es die noch gibt), nötigem Durchfluß etc. Als Benutzer will ich Zielvorgaben definieren und ggf. geführt anpassen, wenn diese zu Konflikten führen, aber mich nicht mit den Details der Umsetzung der Regelung beschäftigen.
- Energieoptimierter Betrieb als Default
- Lernen aus dem Systemverhalten: Wenn die Heizung sieht, daß sie extrem oft takten muß, dann hat sie selber dafür Sorge zu tragen, dies möglichst zu reduzieren und entsprechend weniger Wärme bereitzustellen oder die Hysterese der Vorlauftempertur zu erhöhen etc. Weiterführend lassen sich die Daten nutzen, um das Haus und ggf. einzelne Räume zu modelieren und dieses Wissen dann zu nutzen (und für uns Nerds und Profis natürlich auch bereitzustellen).
- Unterstützung von Ventilen die einen automatischen hydraulischen Abgleich erlauben.
- Unterstützung von Temperatursensoren im Raum, kostet auch mit 0.2 Grad genauen Chips nicht die Welt (in der Fertigung …).
- Einfache Vorgabe der Wunschtemperatur in den Räumen über diese Temperatursensoren möglich (Drehrad, Anzeige), damit auch ältere Menschen ohne Handy, PC und Interaktion mit einem Display mit komplexeren Optionen klar kommen.
- Ggf. Sprachsteuerung möglich für einfache Interaktion: Heute bitte im Wohnzimmer 2 Grad wärmer, wir sind die nächsten zwei Wochen in Urlaub, bitte die Temperatur absenken etc.
- Die Ventile werden dann selbstverständlich zentral angesteuert in Kenntnis des gesamten Systems und nicht basierend auf einem Thermofühler am Ventil. Wenn alles zu ist, weil kein Bedarf, läuft natürlich auch nicht die Heizung und heizt den Keller/Außenwand …
- ggf. Messung der Rücklauftemperatur sinnvoll?
- Nutzung von Wetter Prognosen
- Nutzen optionaler weiterer Daten: Abschätzung der Charakteristik der Heizkörper anhand von Bildern/ML, bisheriger Heizbedarf
- Königsklasse: Abstimmung mit anderen Wärmeerzeugern, LWWP+LLWP etc.
Ich würde mir davon versprechen, daß die Effizienz der Bereitstellung und Übertragung der Wärme in die Räume optimiert werden kann (keine unnötig hohen Vorlauftemperaturen, sondern exakt, was nötig ist), man auch mit wechselnden Wünschen (Kinder oder anderer Besuch über Weihnachten da etc.) einen optimal abgeglichen Betrieb bekommt, man bei einem eventuell nötigen Ersatz sieht, was wirklich an Heizleistung nötig ist und das ganze benutzerorientiert am PC und/oder Handy gemacht werden kann, statt an einem Minidisplay mit magischen Mustern an Tastendrücken und tiefen Menüs mit einem Grab an Parametern, die die meisten Benutzer nicht verstehen und die Heizungsbauer mangels Zeit auch nicht optimieren. Die Kosten für nötige Sensorik würde sich zumindest ein Stück weit dadurch ausgleichen, daß keiner einen mehr oder weniger guten hydraulischen Abgleich von Hand machen muß. Und natürlich über die Betriebskosten.
Mein Ausgangspunkt:
a) Unser RMH, relativ gut gedämmt, wurde bis Anfang März 2025 14 Jahre mit einer Gasbrennwert Therme von Brötje beheizt, Baujahr des Hauses 1967, etwa 3500 kWh Wärmebedarf nach WMZ in der letzten Heizperiode plus etwas vom Heizlüfter im Bad früh und im März von der neu eingebauten Splitklima. Hydraulischer Abgleich wurde seinerzeit gemacht und mußte ich nur marginal nachstellen um mit durchgehend “5” in praktisch allen Räumen arbeiten zu können. Warmwasser früher auch über die Therme, jetzt BWWP.
b) Eigentumswohnung der Schwiegereltern, Baujahr 1957, zweifach verglast, keine Dämmung bzw. nur marginal unter dem Fußboden, 3 Zimmer + Kü/Bad + 1 Zimmer im ebenerdigen Quasikeller. Zwei Jahre alte Gastherme, ebenfalls von Brötje, von der Benutzerführung der gleiche alte Schrott wie bei uns ... Keine genauen Verbrauchszahlen bei der Hand, grob das doppelte von unserem Haus. Schlafzimmer praktisch unbeheizt, wollen das so … Perspektivisch will ich da auch ne Splitklima ergänzend installieren, insbesondere fürs Wohn- und Schwiegervaters “Computerzimmer”, wenn die restlichen Baustellen mal erledigt sind … Warmwasser über elektrischen DLE.
Probleme:
a) Minimale Heizleistung von etwa 4 kW klar über dem was das Haus braucht, typisch 1 kW, maximal mal 2.5 kW. Mein Ansatz war es, jeweils vormittags und nachmittags nur ein paar Stunden zu heizen, mit größerer Hysterese der Vorlauftemperatur und ausreichend Durchfluß für lange Takte, Startpause von 30 min als zweite Rückfallebene. Über die Heizperiode hab ich einfach etwas die Länge der Heizfenster variiert. Strömungsgeräusche der Heizung waren unangenehm.
b) Komplett durchheizen auch hier nicht nötig/sinnvoll, aktuell läuft sie so von 6h bis 20h30 und die Heizkurve hab ich halt so in zwei/drei Iterationen etwas angepaßt, 10min mit dem Fahrrad entfernt. Von ihrer alten Wohnung her sind sie einen Raumsensor/regler im Wohnzimmer gewohnt, wo sie die Temperatur mit einstellen können und der Rest läuft halt so mit. Hab da hier auch mit dem Heizungsbauer zusammen ein Funkregler von Brötje installiert (selber besorgt, Chef hält da nix von, sein Sohn hing auch ne halbe Stunde am Telefon wo auf der Drecksplatine der Heizung der Empfänger jetzt angeschlossen werden muß und wie man das Ding in der Steuerung aktiviert …). Teuer, misserable Dokumentation, kann nicht mehr mehr als der Therme an/aus zu sagen.