Für die zukünftige Planung einer PV-Anlage, wollte ich auch zukünftige elektrische Verbraucher mal in die Rechnung einfließen lassen. Ich habe mir mal einfach einen namhaften Hersteller hervorgeholt und mir die technischen Daten angeschaut:
Mitsubishi MSZ-RZ25VU + MUZ-RZ25VUHZ
Stromverbrauch Kühlen (Jahr): 75 kWh
Stromverbrauch Heizen (Jahr): 844 kWh
SCOP: 5,3
Nutzbar für Räume bis 30 m² (Link (runter scrollen)
So jetzt sitze ich hier in meinem gut isolierten Dachgeschoss und schaue mir die Verbräuche meiner letzten 3 Heizperioden mittels Radiator an. Im Schnitt: 810 kWh. Gut, mein Büro ist etwas über 20 m², aber ein kleiner Puffer ist immer gut, zumal es im Sommer hier oben sehr warm wird und meine mobile Klimaanlage während der letzten Hitzephase so ziemlich am Ende war.
Aber wie kann das sein, dass meine ineffizienter Radiator ähnlich gut wie eine WP mit einem SCOP von 5,3 ist?
Die technischen Daten rechnen also offenbar mit einem deutlich schlechter gedämmten Durchschnittshaus. Rein rechnerisch würde ich prognostizieren, dass du fürs Heizen 810 kWh/5,3 mit der Klimaanlage brauchen wirst. Plus x.
Theoretisch würde ich Dir da recht geben. Vielleicht gibt es hier aber auch Praxisberichte, die das ungefähr belegen können (heutzutage kann man über den Wärmebedarf eines Raumes und den dann tatsächlichen Verbrauch einer Split-WP doch so einiges erfahren). Denn ich war ehrlich gesagt ziemlich geschockt über Deren technischen Angaben.
Die technischen Daten sagen aber auch, daß das Gerät eine Heizleistung von 3,2KW hat. Die Verbrauchsangaben werden sich darauf beziehen, also davon ausgehen, daß Dein maximal 30m² Raum auch die 3,2kw wirklich benötigt bei minimaler Temperatur. Minimale Temperatur wird dann vermutlich aus einem normierten Testverfahren stammen, vermutlich -10° oder sowas.
Ich sehe da nichts schockierendes. Ich vermute daß Du einfach eine deutlich geringere Heizlast hast, und daher dann einen geringeren Verbrauch als was das Gerät theoretisch leisten könnte. Dein Radiator kann vermutlich auch um Größenordnungen mehr Strom verbrauchen, wenn Du nur genügend Löcher in Deine Wände stemmst.
Ich weiß nicht was ich davon halten soll, wenn Sie schreiben sie brauchen für einen Raum von 30 m² (bei -10° Außentemperatur) 3,2 KW. Klar wird deren SCOP von 5,3 nur bei Schönwetter sein und das nicht mehr bei -10° halten können. Ich denke mit den Angaben kann man rein gar nichts in der Praxis mit anfangen.
Gibt es hier im Forum irgendwo Erfahrungen unter realen Bedingungen? Gerade Erfahrungen mit Radiatoren sind da natürlich am ehesten aussagekräftig.
SCOP ist der Durchschnittswert über die ganze Heizsaison, gemäß eines normierten Tests, das heißt auch einem normierten Verlauf der Außentemperaturen über die Heizsaison hinweg. Bei wärmeren Temperaturen ist der COP durchaus deutlich höher, bei niedrigen Temperaturen schlechter. Ich glaube in der mittleren Klimazone, also hier in Deutschland, wird eine Normaussentemperatur von -10 Grad angenommen.
Ich glaube daß Du einen elektrischen Radiator als Vergleich hast, ist ideal, da er keine Verluste hat, z.B. über den Schornstein, Heizungsrohrverluste, usw.
Das tut der Hersteller doch garnicht! Er sagt nur: Falls Dein Raum genau 3,2KW Heizlast hat, und maximal 30m² groß ist, dann kann das Gerät diesen gerade so versorgen. Und das mit einem SCOP von 5,2. Hat der Raum eine kleinere Heizlast dann geht das auch. Dann verbraucht das Gerät halt weniger. Und hat vielleicht sogar einen besseren SCOP. Und "brauchen" (also elektrisch) tut das gerät 3,2KW sowieso nicht, sondern das bezieht sich auf die Wärmeabgabe.
Ja, das stimmt. Ist ein elektrischer Radiator, der auch (aber mittels Nachtabsenkung) nachts durchheizt (18°C), weil meine Thöle hier nachts pennt. Ich denke mal, das man mit Erfahrungswerten viel mehr anfangen kann als mit Deren technischen Daten. Selbst wenn mir ein Bayer auf 1000m Höhe sagt “Ich brauche im Durchschnitt nur halb so viel an Strom, wie vorher” ist das erst mal eine Aussage, womit ich was anfangen kann.
Aber natürlich auch ganz gezielt (wenn man die Möglichkeit hat einen Stromzähler mal mit anzuschließen) eine Verbrauchsmessung Radiator vs WP.
Wenn hier keiner Daten hat, werde ich mir mal den Test von Andreas raus suchen müssen. Der hatte mal IR-Heizungen, Radiatoren und seine WP getestet - aber für meinen Fall wohl nicht aussagekräftig genug - weil er hauptsächlich die Aufheizgeschwindigkeit getestet hat und wie lange die Wände das halten. Er hat den Raum für den Test immer wieder durchs Lüften auskühlen lassen.
Was sollte man denn da nach Deiner Meinung einsetzen (wenn Du sagst der SCOP von 5,3 ist ein Durchschnittswert)? Kann man da wirklich 810 kWh durch 5,3 teilen?
Ansonsten kann ich nur sagen: Im Vergleich zu meiner alten Ölheizung habe ich einen berechneten SCOP von irgendwo zwischen 5 und 6. Aber kann man echt nicht vergleichen, da das alte Teil verschiedenste Verluste hatte.
Grob wohl schon, solang Du nicht deutlich kältere Winter hast. Sei halt konservativ und nimm 4 an oder so. Vielleicht hast Du auch Glück, und es ist besser, wenn Du z.B. eine deutlich niedrigere Heizlast hast, und das Gerät daher nie am Leistungslimit laufen muss. Und das hast Du wohl, mit deinen niedrigen 810kWh.
Bei der SCOP-Berechnung fehlen wohl auch die Abtauzyklen, die zusäzlich Energie benötigen. Ist meist nicht so schlimm, aber wenn du im Winter häufig hohe Luftfeuchtigkeit hast (viel Nebel und so), dann könnte es viel ausmachen.
Gerade mal nachgeschlagen: Mein 2,5kW-Gerät (Heizleistung 3kW), SCOP 5,1, hat letzten Winter knapp 2000kWh Strom verbraucht. Das klingt jetzt natürlich viel, im Vergleich zu Deinen 810kWh Strom. Aber ich heize damit eine 50m² unisoliert, und komme trotzdem auf einen hohen SCOP, von ich denke durchaus mindesten 4 (wie gesagt, schwer zu sagen, wenn man mit Heizöl vergleicht). Dein Gerät wird sich ständig langweilen, nie auch nur ansatzweise am Leistungsmaximum laufen.
Dein Stromverbrauch ist so gering, daß sich die Anschaffung der Klimaanlage vermutlich kaum amortisieren wird.
Aktuell: 810kWh/Jahr bei 0,25€/kWh sind ungefähr 200€/Jahr.
Bei SCOP von 4 wären das nur noch 50€/Jahr, also 150€ gespart.
Bei 20 Jahren Lebenszeit der Anlage hättest Du 3000€ an Stromkosten gespart.
Das ist jetzt sehr freundlich gerechnet, also niedrige Stromkosten und lange Lebenszeit (aber mit eher konservativem SCOP).
Mehr als 3000€ sollte die Anschaffung also besser nicht kosten. Und wenn das Gerät schon nach 10 Jahren kaputt ist, oder zumindestens eine Reperatur benötigt, dann siehts noch schlechter aus. Oder Du gar auf die Idee kommst einen Profi die Reinigung machen zu lassen.
Anders siehts die Rechnung aber aus, wenn:
Die alte Heizung in den nächsten 20 Jahren aus anderen Gründen raus muss (kaputt, verboten, ...)
Der Hersteller einer Anlage kann doch nicht wissen, wieviel jemand mit einer Anlage heizt. Diese 844 kWh ist also in etwa so, als würde man bei einem Auto angeben: "Jährliche Spritkosten 2000 Euro".
Dieser Wert ist nichts weiter, als ein Vergleichswert für ein genau definiertes Mustersystem.
Vergiss die kWh Stromverbrauch. Mit dem SCOP kannst du besser rechnen. Du kannst also deinen Verbrauch der direktelektrischen Heizung / SCOP teilen und hast den Verbrauch mit Split-Klima.
Ist der SCOP real oder geschönt? Erstmal ist der auch eine Modellrechnung unter ganz bestimmtn Klimabedingungen und wenn du auch das ganze Jahr durchheizt.
Je nachdem, wie stark deine Situation davon abweicht, kann es besser oder schlechter aussehen. Und sicherlich werden die Hersteller auch etwas tricksen, um die Werte zu optimieren.
So grob wirst du aber bei 5,3 auch ganz real irgendwas zwischen 4-5 erreichen, insofern du die Anlage nicht ganz ungünstig betreibst.
Du hast dir da eine sehr teure Anlage rausgesucht, weil eine der wenigen Geräte mit R290. Die sind derzeit noch sehr teuer. Eine gleichwertige Anlage mit R32 liegt eher im Bereich 1000-1800 Euro, kommt auch drauf an, wo du die Anlage kaufst. Italien ist deutlich billiger, als Deutschland.