Welche Schlüsse zieht der (Insel)PV Anlagen Betreiber aus den Erfahrungen der letzten Monate?

Mal als Kriterien in den Raum geworfen:

Winter, kurze dunkle Tage, Schneebedeckung entfernen

-Schnee entfernen, Ausrichtungs-Mix

zunehmender Mangel an zuerst Gas und nun auch Öl

-autarkie Grad steigern, heizen mit Strom (IR Panels, Split Klima, Wärmepumpe), Mobilität

Als (pseudo) Inselbetreibier ziehen wir seit mittlerweile fast 24 Monaten ein durchweg positives Fazit. Allerdings haben wir bisher nur eine Stromautarkie angestrebt. Beheizt wurde im Kernwinter noch immer mit Gas, die Übergangszeiten mit Splitklimas. Aber: Wir sanieren auch gerade die Fassade energetisch. In 2025 eine Hälfte des Hauses geschafft, in 2026 ist die zweite Hälfte dran. Zusätzlich wird die PV in ca. vier wochen um weitere 22kWp erweitert und zwei weitere Splitklimas werden dann auch den “Ostflügel” des Hauses heizen.

Bisherige Anlage war einmal 2,4kWp bei 12° Neigung und -18° Südausrichtung und einmal 12,3kWp mit 4,5° Neigung und ebenfalls -18° Südausrichtung.

Erweiterung der Anlage nun bei jeweils 52° Neigung 10,8kWp süd + 10,3kWp nord.

Wir hatten jetzt also schon zwei Winter zu überstehen, den ersten 24/25 mit Schnee, jedoch nur wenige Tage, den ich weg gefegt habe, den zweiten 25/26 mit in Summe drei Wochen starkem Schneefall den ich erst am Ende weg gefegt habe wei einfach immer zu viel nachkam.

Gegen Ende 2025 kam ein BEV dazu das meine Frau bewegt. Der schluckt im Winter schon ganz ordentlich da müssen wir mal sehen.

Aber am ehesten überwiegt mit der Insel das Gefühl der Freiheit.

  • ich frage niemanden ob und wie viele Wallboxes ich anbaue - ich muss sie ja selbst mit Energie versorgen
  • ich frage niemanden wie viele Splitklimas installiert werden können und ggfs. von extern gesteuert werden müssen
  • ich frage niemanden ob ich eine LWWP als Zentralheizung installieren darf, ich machs einfach schließlich muss ich sie selbst mit Strom versorgen
  • Dinge des Chaos wie Smartmeter und SM-Gateway brauchen wir nicht
  • Zählerschrank auf aktuellste Norm umbauen brauchen wir nicht, am Zählerschrank war nur eine minimalste Änderung/Erweiterung notwendig um auf Inselbetrieb umzustellen
  • Mit Förderanträgen und/oder lächerlichen Einspeisevergütungen schlagen wir uns nicht rum, wir verzichten einfach dankend
  • Wirtschaftlichkeit und/oder Amortisation rücken in der Prio eher nach hinten ich sehe das Ganze u.A. als Hobby und elektr. Energie brauchen wir so oder so - ist wie mit Heizungen. Heizungen müssen sich nicht amortiersieren, sie müssen warm machen. Wenn wir jedenfalls den Nutzungsgrad möglichst stark steigern rücken wir vielleicht etwas weiter in Richtung “wirtschaftlich”.
  • Dank 91kWh Speicher interessiert uns ein längerfristiger Stromausfall oder gar ein Blackout relativ wenig
  • Wenn Strompreise steigen “rechnet” sich das Hobby quasi schneller

Aber, bis auf die Modulmontage der 22kWp Anlage auf dem Hauptdach (in 9m Höhe kricht mich halt keiner mit einem 2m² Segel auf der Schulter hoch :grinning_face: ) und den Akkupacks ist alles DIY. Es wäre schlicht nicht bezahlbar wenn wir das alles von externen Firmen hätten machen lassen müssen.

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Schnee fegen im Kernwinter ist Pflicht. Das gleich beim Bau der PV einplanen durch entsprechende Stege oder ähnliches.

Ausrichtung im Kernwinter viel flach (5-20°) für die vielen Wolkentage und auch einige steil (60°++) um an den wenigen Sonnentagen die Akkus auf 100% zu bekommen. Ideal natürlich eine Drehanlage (bei mir leider nur 5,5 kWp).

Und was ich in den letzten Wintern gelernt habe - mehr Module sind nicht durch mehr Akku zu ersetzen. Leider, wäre ja oft einfacher.

Stimmt, auch wenn der Wassereimer 50L Fassungsvermögen hat statt nur 10L, es nützt wenig wenn der Wasserhahn in seiner Durchflussmenge stark begrenzender Faktor ist.

Aber da wir tagsüber seltenst zu Hause sind kann das derzeitig vorhandene BEV hauptsächlich nur nachts geladen werden. Naja und du warst ja dabei, die Akkus waren so preiswert dass ich nicht nein sagen konnte :grinning_face:

Ich formuliere das so: "mir kann keiner reinreden, was ich wie machen soll/muss". Das war bei mir der ausschlagebende punkt, eine inselanlage zu bauen und zu betreiben.
Zum glück ist in meiner gegend so gut wie kein schnee, ich habe keine probleme mit verschneiten Solarpannel. Und wenn man was ve4schneit ist, ist das in 2 tagen durch die sonne wieder weg.
Ich habe die gesamte heizperiode nur mit split klimaanlage und holzofen geheizt, es war dieses jahr bei uns aber auch überhaupt nicht kalt. Mal eins zwei wochen -7 grad, sonst immer wärmer.
Natürlich kaufe ich im winter strom zu, das geht so in ordnung. Jetzt im märz war ich schon "strom-autark" das bleibt jetzt bis oktober. Auch november bis februar hilft die pv Anlage.
Ich kann das nur empfehlen , eine gute pv Anlage in verbindung mit split klimaanlagen.

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ich kann nur HF_SPSLer nur komplett zustimmen. Wallbox ist nur an CEE 16A dran und gut ist

Ich habe nur 6,6KWP aufm flachen Terrassenüberdachung und 78KWh

Seit Juli25 umgestellt von Victron auf Deye.

Ab Oktober habe ich teilweise umgestellt auf Landstrom zumindest für Nachts, da ich den WR ausgemacht habe. ab Mitte Februar wieder komplett autark. habe keine Splittklimas und leider noch keine BWWP aber dafür IR Heizungen und ein Tesla. Gesamtkosten für 5 Monate ca 300€ für Strom. Warmwasser geht ab März mit Solarthermie im Winter genau wie Fussbodenheizung über Gas.

Habe letztes Jahr mit Victron mehr verbraucht da ich mit DESS gearbeitet hab.

wie ich meine Autarkie verbessern will? Dach komplett mit Solar: sollte Süd 15-16 Module West auch 15 -16 Module, Norden 10 - 13 Module passen. Dann bevor die Südseite kommt muß die 13 Jahre alte Solarthermie gegen BWWP getauscht werden. irgendwann soll auch eine LWWP für die FBH kommen. Aber keine Förderungen oder sonstiges.

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Wie alle wissen ist der Winter mit den kurzen, oft düsteren Tagen einfach sehr zäh. Von vornherein sollte man bei der Anlagenplanung darauf achten Komponenten mit geringem Eigenverbrauch zu verwenden. Mein erster Versuch vor einigen Jahren: Masterpower 5000 süffelte mal eben selbst 70-80W weg, pro Stunde. Da war mir schon beim Aufbau klar, dass die PV-Anlage den nie über den Winter bekommen wird. Gut dass ich noch in der Rücksendefrist lag.

Deye gabs noch nicht, und der Goldstandard war zu der Zeit Victron. Und vom Konzept passte dieser am Besten zu den Gegebenheiten vor Ort. Viele verschiedene Ausrichtungen, modular, man kann nach und nach erweitern. Das geht mit einem Deye 12kW 3 Phasen und eingebauten MPPT eher schlecht.

Heute würde ich, wenn ich keine Insel betreiben würde, so vorgehen, dass ich mir 7-10 kWh aufs Dach ballern würde, dazu einen MP 3000 und diesen als ESS über Nulleinspeisung betreiben. Akku in ähnlicher Größe wie die Peakleistung. Damit würde man sehr preiswert einen großen Effekt erzielen- aber die Zielsetzung war eine andere. Wie hier auch schon benannt.

Insgesamt habe ich gute Erfahrungen mit einem Mix an Ausrichtungen, auch in deren Anstellung, gemacht. Es zeigt sich, dass im “dunklen” Halbjahr doch auch die Sonne sich öfters mal zeigt- und da sie tief steht und das meist in der Südostausrichtung geschieht, dort Module an der Fassade einen großen Sinn ergeben. Ansonsten sind diese in der dunklen Phase ohne Sonne eher dürftig vom Ertrag her. Da muss die Hauptlast von 10-35Grad zur Horizontale angestellten Modulen getragen werden. Gute Erfahrung wurde mit AC angebundenen WR gemacht, zB Hoymiles HMS 1600/1800/2000 -diese kann man beliebig über OpenDTU drosseln und hintereinanderschalten mit Trunk Connectoren. Vorteil: viele MPPTs für problematische Aufstellungen (Teilverschattung, verschiedene Winkel, verschiedene Ausrichtungen) und sehr effizient bei geringen Lichtstärken. Wenn man diese über AC out2 an den MP2 anbindet- man kann ja das Relais programmieren, dass es ab 90% SOC diesen Ausgang abschaltet, vorher wird über die Frequenzerhöhung die MicroWR Leistung reduziert. Weiterer Vorteil: man hat am MP2 AC anliegen, den dieser direkt an AC Out Verbraucher weiterleiten kann. Nachteil: geht viel in den Akku ist 1x Wandlungsverlust inklusive.

So sind inzwischen in den Wintermonaten einige Module aufgeständert einfach auf der Wiese positioniert, welche am Micro WR hängen. Diese werden dann über den Sommer abgebaut. Weiterer Vorteil: Schnee leicht zu entfernen.

Auch zeigt sich, dass zB die Trina 430-460W ein sehr gutes Schwachlichtverhalten haben, bei 200W/m2 immer noch über 80W Leistungsabgabe. Da sie aufgrund der hohen Spannung eher wenig für die Victron MPPts geeignet sind (führt zu kleinen Strings), lassen sie sich aber gut über die MicroWR anbinden.

Insgesamt ist diesen Winter das erste Mal der Punkt erreicht gewesen, wo die Anlage nicht abgeschaltet werden musste. 200 kWh jew im Dez und Jan sind zufriedenstellend. Lag aber auch daran, dass der Winter kälter und dafür weniger wolkig als die vorigen beiden war. Die senkrechten Module bringen durch Reflektion bei Schnee noch ganz ordentliche Erträge.

Neben IR Panels, die zusehends die Heizung im Bad ersetzen ist für dieses Jahr eine Split Klima vorgesehen; muss nur noch die Position festlegen :wink: