Wie alle wissen ist der Winter mit den kurzen, oft düsteren Tagen einfach sehr zäh. Von vornherein sollte man bei der Anlagenplanung darauf achten Komponenten mit geringem Eigenverbrauch zu verwenden. Mein erster Versuch vor einigen Jahren: Masterpower 5000 süffelte mal eben selbst 70-80W weg, pro Stunde. Da war mir schon beim Aufbau klar, dass die PV-Anlage den nie über den Winter bekommen wird. Gut dass ich noch in der Rücksendefrist lag.
Deye gabs noch nicht, und der Goldstandard war zu der Zeit Victron. Und vom Konzept passte dieser am Besten zu den Gegebenheiten vor Ort. Viele verschiedene Ausrichtungen, modular, man kann nach und nach erweitern. Das geht mit einem Deye 12kW 3 Phasen und eingebauten MPPT eher schlecht.
Heute würde ich, wenn ich keine Insel betreiben würde, so vorgehen, dass ich mir 7-10 kWh aufs Dach ballern würde, dazu einen MP 3000 und diesen als ESS über Nulleinspeisung betreiben. Akku in ähnlicher Größe wie die Peakleistung. Damit würde man sehr preiswert einen großen Effekt erzielen- aber die Zielsetzung war eine andere. Wie hier auch schon benannt.
Insgesamt habe ich gute Erfahrungen mit einem Mix an Ausrichtungen, auch in deren Anstellung, gemacht. Es zeigt sich, dass im “dunklen” Halbjahr doch auch die Sonne sich öfters mal zeigt- und da sie tief steht und das meist in der Südostausrichtung geschieht, dort Module an der Fassade einen großen Sinn ergeben. Ansonsten sind diese in der dunklen Phase ohne Sonne eher dürftig vom Ertrag her. Da muss die Hauptlast von 10-35Grad zur Horizontale angestellten Modulen getragen werden. Gute Erfahrung wurde mit AC angebundenen WR gemacht, zB Hoymiles HMS 1600/1800/2000 -diese kann man beliebig über OpenDTU drosseln und hintereinanderschalten mit Trunk Connectoren. Vorteil: viele MPPTs für problematische Aufstellungen (Teilverschattung, verschiedene Winkel, verschiedene Ausrichtungen) und sehr effizient bei geringen Lichtstärken. Wenn man diese über AC out2 an den MP2 anbindet- man kann ja das Relais programmieren, dass es ab 90% SOC diesen Ausgang abschaltet, vorher wird über die Frequenzerhöhung die MicroWR Leistung reduziert. Weiterer Vorteil: man hat am MP2 AC anliegen, den dieser direkt an AC Out Verbraucher weiterleiten kann. Nachteil: geht viel in den Akku ist 1x Wandlungsverlust inklusive.
So sind inzwischen in den Wintermonaten einige Module aufgeständert einfach auf der Wiese positioniert, welche am Micro WR hängen. Diese werden dann über den Sommer abgebaut. Weiterer Vorteil: Schnee leicht zu entfernen.
Auch zeigt sich, dass zB die Trina 430-460W ein sehr gutes Schwachlichtverhalten haben, bei 200W/m2 immer noch über 80W Leistungsabgabe. Da sie aufgrund der hohen Spannung eher wenig für die Victron MPPts geeignet sind (führt zu kleinen Strings), lassen sie sich aber gut über die MicroWR anbinden.
Insgesamt ist diesen Winter das erste Mal der Punkt erreicht gewesen, wo die Anlage nicht abgeschaltet werden musste. 200 kWh jew im Dez und Jan sind zufriedenstellend. Lag aber auch daran, dass der Winter kälter und dafür weniger wolkig als die vorigen beiden war. Die senkrechten Module bringen durch Reflektion bei Schnee noch ganz ordentliche Erträge.
Neben IR Panels, die zusehends die Heizung im Bad ersetzen ist für dieses Jahr eine Split Klima vorgesehen; muss nur noch die Position festlegen 