Die „mickrigen“ 800 Watt berechnen sich übrigens aus der Belastbarkeit der in der Hausinstallation verlegten Kabelquerschnitte. Die zu erwartende Grundlast plus die Leistung eines BKW sollten nicht so hoch werden, dass die Drähte zu glühen beginnen. Tun sie nämlich, siehe Prinzip Glühbirne: dünner Draht, Strom durch geschickt, glüht. Geht in der Hausinstallation genau so. Zu dünne Kabel / zu hohe Last = Draht wird heiß, Isolierung schmilzt, Drähte berühren sich = Kurzschluss, ggf. Feuer…
Deswegen macht man ja auch unterschiedliche Stromkreise um die Lasten zu verteilen.
Standardabsicherung 16A * 230V = 3680W.
Herd 2000 - 5000W (wird auf 3 Phasen verteilt = min. 700W/Phase)
Backofen 2000W
Durchlauferhitzer 18kW (:3 = 600W/Phase)
Heizlüfter 1000W
Spülmaschine, Waschmaschine, Trockner je 2000W
Wie man sieht kommt man da schnell über die „magische“ Grenze von ca. 3700W.
Die zusätzlichen 800 W sind also gar nicht sooo mickrig. Jetzt könnte man natürlich 3 BKW à 800W an die drei verschiedene Phasen anschließen… aber irgendwo kommen all diese Drähte ja wieder zusammen. Nämlich am Zähler. Spätestens dort sollten dann dickere Querschnitte liegen. Und es bleibt dabei, dass das nicht erlaubt ist.
Schlaue Menschen verlegen denn auch dickerer Querschnitte als die einfachen 1,5^2 Kabel vor allem für Durchlauferhitzer (sowieso), Waschmaschinen, usw.
Wer aber in einem Altbau von 1957 wohnt, wie ich der findet dort durchaus noch Kabel vor, deren Querschnitt nicht „Hochlast“ geeignet ist. Meine Wohnung besitzt EINEN Stromkreis, an dem sämtliche Steckdosen und Beleuchtungen angeschlossen sind. Küchenherd und Heißwasser gehen extra, aber Backofen, Mikrowelle, Wasserkocher, Kaffevollautomat, Heißluftfriteuse und so diverse andere Geräte wollen mit Bedacht eingesetzt werden.
Man sollte einfach wissen, was man tut. Und da hilft Lesen. Oder fragen - beim Fachmann, nicht beim Bäcker.
Übrigens hängt mein BKW an einer eigens verlegten Leitung mit 3 Phasen, die auch Trockner und Waschmaschine versorgt.