Warmwasserwärmepumpe -> was "mein" Sanitärtechniker dazu sagt:

Hallo zusammen,

ich hoffe, Ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest.

Ich finde diesen Beitrag spannend, da bei mir auch noch eine Ariston Lydos 100l rum steht, die ich irgendwann verbauen muss. Als Informatiker (Nebenfach Elektrotechnik) traue ich mir zu, eine Batterie zu bauen und anzuschließen, bin gerade dabei. Bei Wasserinstallationen ist das höchste der Gefühle bislang der Anschluß einer japanischen Toilette gewesen ? . Da ich aber sehr gerne dazu lerne und mich auch mit Youtube-Videos weiter bilden kann, gehe ich den Einbau der Lydos bald an.

Bei mir ist es bislang so: Eine Gastherme beheizt einen externen Warmwasserspeicher. Am WW-Speicher hängt eine Zirkulationsleitung für die letzte Zapfstelle in der Küche. So sieht der Anschluss am Speicher aus:

Die Lydos hat ja nur zwei Wasseranschlüsse: Kaltwasser rein, Warmwasser raus, Kondenswasser mal ignoriert. Für mich heißt das:

  • Warmwasserleitung, die bislang vom WW-Speicher abgeht wird an die Lydos angeschlossen
  • Kaltwasserleitung, die bislang in den WW-Speicher rein geht wird an die Lydos angeschlossen
  • Kondenswasserleitung von der Lydos in Abfluss
Die große Frage: Was mache ich mit der Zirkulationsleitung?? Abklemmen möchte ich sie wegen Legionellen-Gefahr nicht.

Die Zirkulationsleitung bedient nur die Küche?

Kommst Du da noch dran ohne die Küche zu verwüsten?

Dann in der Küche abklemmen und das offene Ende in der Küche dicht verschließen.

So brauchst Du die Zirkulationsleitung nicht mehr anschließen.

Wenn das unter Putz liegt / mehrere Zapfstellen damit bedient werden.

Einfach den WW-Vorlauf und die Zirkulation am Speicher zusammen über ein T-Stück anschließen.

Dann erfolgt der WW-Zulauf eben über zwei Leitungen zur jeweiligen Zapfstelle.

Einwände der Experten gegen Lösung zwei?

@thorstenkoehler Die erste Variante scheidet aus, alles ist im Boden verlegt, da komme ich nicht dran.

Die zweite Variante (T-Stück) ist die einzig machbare. Ich frage mich nur, ob das mit einer kleinen BWWP kompatibel ist. Die hat nur wenig Heizleistung. Wenn da nun 3x täglich für 30min das Wasser zirkuliert, heizt die BWWP dauernd nach, fürchte ich. Wahrscheinlich werde ich die Zirkulationspumpe dann nur noch einmal am Tag kurz laufen lassen, um Legionellen zu vermeiden.

Google mal "Legionellenschaltung + Umweltbundesamt". Diese Schaltungen kannst vergessen, bringen keinen messbaren Effekt.

Zirkulationsleitung sollte komplett stillgelegt werden. Dabei aber aufpassen, dass hier kein toter Ast entsteht, sonst könnten sich darin Legionellen bilden.

Ansonsten würde ich mir bei 100 Liter keine sorgen machen.

@r0li84 Genau der tote Ast würde bei mir entstehen, daher kann ich sie nicht stilllegen.

[quote data-userid="2378" data-postid="86890"]Einfach den WW-Vorlauf und die Zirkulation am Speicher zusammen über ein T-Stück anschließen.

Dann erfolgt der WW-Zulauf eben über zwei Leitungen zur jeweiligen Zapfstelle.[/quote]So habe ich es auch gemacht. Wüsste nicht was dagegen sprechen sollte…

Siehst du die Stelle, an der die Leitung zurückgeführt wird? Oder ist das alles "unterputz" bzw. im Boden?

Was auch geht, wäre einfach parallel durch beide Leitungen zu fahren, aber nur in eine Richtung. Daher Zirkulationspumpe und evtl. weitere Installationen (Rückschlagventil falls vorhanden) raus. Die Leitungen sollten halbwegs identisch dimensioniert sein und daher auch beide hydraulisch durchströmt werden. Nachteil: Höheres Wasservolumen dauert ggf. etwas länger bis das warme Wasser ankommt.

@r0li84 Ich komme nicht an die Stelle kurz vor der Armatur in der Küche, das ist im Boden unter den Fliesen. Die Stelle, wo die Leitung am WW-Speicher sitzt und bei der Zirkulationspumpe habe ich Zugriff.

@datom - ist da ein Rückschlagventil drinnen? Ansonsten würde ich einfach die Pumpe ausschalten - die Leitung sollte dann parallel durchströmt werden. Wenn gewünscht kannst du die demontieren. Ich würde es einfach mal ausprobieren und dann schauen, wie lange es dauert bis das Warmwasser überall ankommt. Wenn das verkraftbar ist, hast du ne Lösung.

Die Zirkulationspumpe wurde ich rauswerfen, sofern die Längen nicht immens sind.

Jetzt verheiratest Du die alte Zirkulationsleitung am bisherigen WW-Speicher mittels T-Stück mit der bisherigen WW-Leitung.

An den freien Anschluss am T-Stück schließt Du den WW-Auslauf der BWWP an.

Zu der / den Zapfstelle / n fließt das warme Wasser über die bisherige WW-Leitung und zusätzlich über die bisherige Zirkulationsleitung.

Kein stehendes Wasser in der Leitung aber auch geringeren Komfort, weil nicht sofort warmes Wasser an der Zapfstelle bereit steht und Du erst den

Inhalt von zwei Rohrleitungen "rausspülen" musst.

Letzte aber wenig energiesparende Variante, die mir einfällt.

Du verheiratest die Zirkulationsleitung mit dem Kaltwasserzulauf über ein Rückschlagventil, so dass kein kaltes Wasser falsch rum in die

Zirkulationsleitung gedrückt werden kann. Aber das gibt bestimmt einen hohen Energiebedarf, weil immer wenn die Pumpe dann läuft das heiße

Wasser ganz unten eingespeist wird, wo es richtig kalt ist

Die Quick & Dirty und supergut funktierende Lösung ohne Legionellengefahr wäre folgende :

  • du klemmst die Zirkulationsleitung am Speicher ab, Pumpe auch und verschliesst den Zirkulationsanschluss am Speicher

  • das zurückkommende Warmwasser, was vorher über die Zirkulationspumpe in den Speicher zrücklief, schliesst du nun einfach über ein Magnetventil an den Abfluss an.

  • das Magnetventil betätigst du 1x pro Tag für ein paar Sekunden. Kannst du ja mit Zeitschaltuhr so einstellen, dass da ungefähr 1 Liter rausfliesst, wäre im Jahr 365 Liter = 1/3 Kubikmeter.

? ? ? ?

@rasti bis das Magnetventil verdreckt wie die Überdruckventile es auch gerne machen, nicht mehr richtig schließt und es einfach 24/7 rinnt ?

Überdruckventile müssen halt sein. Die sollte man ab und zu mal kontrollieren und dann kann man gleich mal bei den Magnetventilen nachschauen.

Hat alles seine Vor- und Nachteile.

Wenn eine bestehende Zirkulation stillgelegt werden soll trennt man idealweise die Verbindung zum WW an der Zapfstelle. Dummerweise meist irgendwo in der Wand , also hat man Dreck und kaputte Fliesen. Zirkulationsleitung im Heizungskeller einfach zumachen ist schlecht wenn man Bedenken wg. stehendem Wasser und Salmonellen hat. Die Zirkulationsleitung ohne Pumpe direkt ans Warmwasser mit anzuschliessen, verdoppelt die Warmwassermenge die in der Leitung steht, und wenn die sich abkühlt muss das Wasser doppelt lang laufen lassen bis es warm wird. Da finde ich ein Magnetventil,das ich nach jahrelangem Gebrauch mal tauschen muss echt als das kleinste Übel.... :slight_smile:

Wozu dann die Leitung trennen? Magnetventil rein und einmal am Tag für 1 Minute zirkulieren lassen. Also Ventil auf und Pumpe an. Dann Pumpe aus und Ventil wieder zu. Sollte doch den gleichen Effekt haben. Und wenn das Ventil mal versagt, gibts keine Katastrophe.

Jo das geht auch. Die Leitung abtrennen würde ich aber trotzdem denn idealerweise macht man das dann nur mit dem erkalteten Wasser was in den Leitungen steht und nicht mit Warmwasser aus dem Speicher.

Wir haben ein ähnliches Problem mit der neuen BWWP und der Zirkulationsleitung. Ich habe mir nun überlegt eine Zirku-Pumpe einzubauen, vorher hatten wir keine und diese dann über einen Lichtschalter mit Treppenlichtautomat ( Ausschaltverzögertes Relais ) anzusteuern. Das Relais kann man auf verschiedene Zeiten einstellen und sobald der Lichtschalter als Trigger gedrückt wurde, spring die Zirkulationsleitung dann für X Sekunden/ Minuten an. Das würde ja Frühs zum Zähneputzen und Abends zum Duschen vollkommen ausreichen.

So ähnlich haben wir das auch gelöst. Die Gasheizung mit Zirkulationsleitung im ganzen Haus war schon da, als wir das Haus gekauft haben. Lösung: Präsenzmelder im Bad (haben wir eh, für's Licht). Wenn man länger als 15 Sekunden im Bad ist, geht die Zirkulationspumpe für drei Minuten an, außer nachts zwischen 22:00 und 5:30 Uhr. Außerdem täglich um 18:00 Uhr, damit in der Küche gleich heißes Wasser für den Wasserkocher kommt, wenn wir Tee für's Abendessen machen wollen. Die Verluste im Vergleich zu "immer aus" sind minimal, und trotzdem gibt's praktisch vollen Komfort.

Als wir das Haus gekauft haben, war die Gravitationsbremse in der Umwälzpumpe defekt. Als Folge hatten wir ständig eine Zirkulation durch Konvektion, was zu einem Gasverbrauch von 20 kWh pro Tag im Sommer geführt hat. Das haben wir repariert, und jetzt sind wir bei 5 kWh Gas pro Tag für WW, ziemlich unabhängig davon, ob wir die Zirkulation ganz ausschalten oder über den Bewegungsmelder laufen lassen und den Komfort genießen. Wärmepumpe kommt hoffentlich diesen Sommer ...

Das ist aber schon etwas außergewöhnlich, vorgewärmtes Wasser für den Wasserkocher. Was ist die Idee dahinter?

Bis vor kurzem hatten wir noch keinen PV-Strom, und auch jetzt ist das noch nicht bedarfsdeckend (das Dach, auf das die PV soll, gibt's noch nicht, aber es lehnen schon mal zwei Module im Garten am Zaun, BKW sozusagen). In der Heizperiode sind mir Wärmeverluste vom WW relativ egal, weil die Wärme ja im Haus bleibt. Und für Gas zahlen wir nur 1/5 des Strompreises.

Im Sommer ist die 18:00 Uhr Regel nicht aktiv und der Zeitraum, in dem die Zirkulationspumpe durch den Präsenzmelder aktiviert werden darf, auf die Morgen- und Abendstunden eingeschränkt.

Die Bude ist 120 Jahre alt und bei Übernahme war klar, dass die Elektroinstallation neu gemacht werden muss, bevor wir einziehen. Jetzt haben wir KNX und solche Regeln anzupassen sind wenige Zeilen Code. Also folgt das Verhalten des Hauses unserem Alltagsbedarf. Dafür gibt's aber noch jede Menge andere offene Baustellen ...

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