Hallo.
Ich habe durch recht intensives Lesen und Fragen in diesem Forum nun so einiges über das Heizen mit Split Klimaanlagen erfahren und muss mir eingestehen, dass es trotz aller Überlegungen und Anzapfen eurer Erfahrungen keine Garantie geben wird, dass die schlussendliche Entscheidung dann auch die richtige war.
Eine Lösung, mit der man auch an sehr kalten Tagen das Haus warm bekommt, die aber auch bei 10 Grad plus nicht dauernd taktet und dabei eine gleichmäßige Wärmeverteilung in alle Zimmer bei niedrigem Geräuschniveau und geringem Stromverbrauch gewährleistet gibt es so nicht.
Es läuft am Ende jede Lösung auf einen Kompromiss mit ungewissem Ausgang heraus.
Meine ursprüngliche Idee war, den schlechten Dämmstandard des Haues durch mehrere Einzelgeräte mit möglichst guter Effizienz auszugleichen und auf den Aufwand der Dämmung zu verzichten.
Nun erscheint es mir aber doch nicht einfach nur eine Frage von zusätzlichen Stromkosten zu sein, sondern auch grundsätzlich, ob die Luft auf dem Weg vom IG zur entferntesten Ecke so viel Energie an die Außenwände verliert, dass es einfach nicht akzeptabel funktioniert.
Die von @Win durch Logik erbrachte Widerlegung der allgemein anerkannten Behauptung, Fenster mit gutem U-Wert würden im Altbau zu Tauwasserproblemen an den Wänden führen haben mich auf den Gedanken gebracht, dass es unter euch vielleicht auch ansonsten ein gewisses know how oder Erfahrungen in Bezug auf Dämmung geben könnte.
Vielleicht hat sogar jemand einen Direktvergleich von LLWP vor und nach dem Dämmen erleben können?
Aktuelle Situation ist folgende: Haus aus um 1900, EG Massiv ca.24cm Mauer, außen verputzt, OG Fachwerk mit hinterlüfteter, verputzter Vorhangfassade Styropor. Alle Balkenköpfe verdeckt/verputzt.
Neuaufbau einer Außendämmung kommt aus Kostengründen nicht in Frage
Ich würde nun entweder alle Wände und Decken mit 1cm Lehm verputzen oder an alle Außenwänden (und flankierenden Bauteilen) noch 6cm Holzfaserplatten ansetzen und diese dann ebenfalls mit Lehm verputzen. Macht natürlich erheblich mehr Arbeit, Kosten und birgt angeblich auch Gefahren.
In den Bauforen und Videos zanken sich die "Experten": Auf der einen Seite die Panikmacher: Taupunktverschiebung in die Wand, Vorsicht vor aufsteigender Feuchtigkeit, Ungewärmtes Fachwerk und Balkenköpfe außerhalb der Dämmung.
Auf der anderen Seite die Lockeren: Alles was dämmt, hält die Wärme drin, wo Wärme, da kein Schimmel und wo Lehm, da keine Feuchtigkeitsprobleme. Schlagregengeschütztes Fachwerk interessiert sich nicht für Wärme.
Naja - und so weiter.
Ich würde mich freuen, wenn jemand etwas dazu beitragen mag. Wenn es zu OT für dieses Forum ist, kann der Thread aber auch gerne gelöscht werden. Ich wollte eigentlich gar nicht mehr irgendwo zu diesem Thema fragen - hier tatsächlich wegen dem überaus freundlichen, sachlichen und unüberheblichen Umgang miteinander.
Grüße
Tunfaire